Wenn Niesen in die Hose geht

Die Nase prickelt, ich kann nicht mehr reden, ich hole tief Luft und erhebe den Zeigefinger, um meinen Gegenüber vorzuwarnen. Haaa-tschi „Gesundheit“ folgt es auf den Fuß. Und ich antworte mit einem Achselzucken: „Ups, eingepinkelt.“ Schallendes Gelächter, meine tägliche Routine. Wenigstens kann ich meine Umwelt amüsieren. Seit meiner ersten Schwangerschaft ganz normal und an der Tagesordnung.

leonie-niesen-400-600 Wenn ich muss, dann muss ich. Wenn ich niese, huste oder zu sehr lache, geht eben auch mal was daneben. Das war so ziemlich meine erste Schwangerschaftsbegleitung. Alle, die davon erfuhren, waren ganz geschockt. So früh in der Schwangerschaft, eine so junge, so sportliche (haha!), schlanke Frau wird inkontinent? Wie kann das denn sein? Das passiert doch nur älteren oder Hochschwangeren. Tja, nix da. All denen und eben mir. Und bestimmt auch anderen, aber wer erzählt schon gerne, dass er sich gerade in die Hose gepinkelt hat. Nicht ein ganz so schönes Thema wie Wetter oder Politik. Aber viel witziger. Und da dachte ich mir eben, das ist ja kein Problem, mit einer Slipeinlage, die ohnehin die meisten Mädels tragen, habe ich keine Einschränkungen. Ich bin genauso unbeschwert und glücklich wie die strahlenden Frauen in der Always-Werbung.

Die paar Tropfen tragen zu einer amüsanten Tagesordnung bei. Alle Informierten haben sich während der Schwangerschaft nach meinen unterhaltsamen Niesern immer sofort erkundigt: „Na, Pipi gemacht?“ Ich liebe fürsorgliche Mitmenschen!

Viel überraschter war ich ja, nachdem die Belastungsinkontinenz (so heißt das nämlich im Fachjargon) am Ende der Schwangerschaft abnahm und danach sogar vollkommen aufhörte. Zufrieden bin ich natürlich gewesen. Und dann wieder schwanger geworden. Jippieh, altbekannter Begleiter. Her mit den Einlagen, der Spaß beginnt von Neuem.

Den Kopf drehe ich zwar fleißig zur Seite, um die Muskeln zu unterstützen und den Druck nicht „in die Hose“ zu verlagern, aber so manches Mal huscht dann doch etwas durch.

Auch ist es wichtig, regelmäßig das stille Örtchen zu besuchen – doch wenn dir dein Kind schon ab der 20. Woche in der Blase herumtritt, hast du irgendwann keine Lust mehr, andauernd zum Klo zu rennen. Es sei denn, du musst WIRKLICH.

Und das ist auch seit Beginn dieses Textes wieder der Fall. Ich tippe wie wild mit den Füßen auf dem Boden, mit den Fingern auf der Tastatur und benehme mich wie ein 5-Jähriger, der lieber weiterspielen als den lästigen Klogang hinter sich bringen will.

Jetzt geht es aber nicht mehr anders. Es soll ja nichts daneben gehen 😉

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