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Weder Fisch noch Fleisch …

… und Gemüse schon gar nicht. Plötzlich schmeckt Kindern nichts mehr. Typisch Pubertät.

Fischstäbchen mit Pommes und Ketchup waren gestern noch der Hit. Auch ein Gurkensalat durfte gereicht werden, keinen Morgen durften Apfelschnittchen oder Möhren für die Schule fehlen. Das ist vorbei. Aktuell steht der zehnjährige Spross alleine in der Küche und mampft ausschließlich Toastbrot. Wann er will, so viel er will. Jeder Versuch einer gemeinsamen Mahlzeit wird jetzt zur Entscheidungsschlacht um Gesundheit und Vernunft. Es fließen Tränen, es knallen Türen.

Pubertierende ticken anders

Warum kleine Kinder Süßes lieben, Saures oder Bitteres hingegen meiden, ist bekannt. Wie die Muttermilch steht Süßes für ungefährlich und Nahrhaft, Saures bzw. Bitteres dagegen signalisiert Gift und Gefahr. Je älter Kinder werden, desto mehr trainieren sie ihren Geschmacksinn und lernen zu unterscheiden, was essbar ist, was schmeckt und was überhaupt nicht in den Mund gehört. So hat uns die Evolution gemacht. Und Essen ist Teil der Erziehung. Je mehr Kinder darüber lernen, desto vielfältiger und gesünder ernähren sie sich – freiwillig. Aber mit Beginn der Pubertät klappt manches (Speise-)Kartenhaus in sich zusammen. Es ist die Zeit der Brüche, Widersprüche und der Loslösung von den Eltern. Gemeinsame Mahlzeiten stehen für den Zusammenhalt der Familie, aber sie demonstrieren auch die Abhängigkeit von Kindern gegenüber Eltern. Das Essen zu festen Zeiten zu verweigern, ist für Pubertierende eine natürliche Revolte raus aus der Kindheit.

Cola und Pizza: Für Teenager auch ein Stück Lebensart.

Keine Panik bei Pizza und Fastfood

Das eigene Leben zu entdecken, kostet Kraft und Zeit. Deshalb nehmen Teenager Nahrung nur dann zu sich, wenn sie nichts Wichtigeres zu tun haben. Aber Abhängen in der Clique, endlose Telefonate oder Zocken haben nun einen deutlich höheren Stellenwert als ein tausendfach erlebtes familiäres Mahl. Wenn sie aber mal Hunger haben, muss sofort möglichst viel rein – ohne Rücksicht auf Benimm, Nährwert und Tageszeit. Fürsorgliche Aufregung oder gute Argumente sind in diesen Fressphasen kontraproduktiv. Denn genau das interessiert einen gesunden Teenager gar nicht. Stattdessen ist es ratsam, einfach abzuwarten, zu beobachten und ihn machen lassen. Irgendwann ist jede Pubertät vorbei, und je weniger Nerven auf der Strecke bleiben, desto besser geht es allen Mägen.

Kritische Masse

Eine Untersuchung der Universität in Tennessee (USA) aus dem Jahr 2000 hat gezeigt, dass die beim Essen wählerischsten Kinder vor der Pubertät genau so schnell wachsen wie Durchschnittsesser. In der Pubertät allerdings ändert sich auch das. Laut Robert-Koch-Institut finden sich bei 20 % der elfjährigen Mädchen und Jungen Anzeichen einer Essstörung. Während diese Quote bei Jungs danach sinkt, steigt sie bei Mädchen weiter an. Warum das so ist, können die Wissenschaftler noch nur vermuten – ungesunde Nahrungsmittel scheinen nicht der Grund zu sein. Wahrscheinlicher sind Stress im Elternhaus und soziale Einflüsse. Der Wunsch nach gutem Aussehen zum Beispiel beschäftigt Teenager bis zum Leistungsdruck, und Mädchen spüren deutlich mehr die körperlichen Veränderungen. Wenn sie dann darauf mit übertriebenen Diäten reagieren, müssen Eltern handeln und sich unter Umständen sogar professionelle Hilfe holen. Die Pubertät ist eben mehr als nur ein Lebensabschnitt, und wie gesund sie Teenager durchleben, hängt in erster Linie von der Vernunft und Verantwortlichkeit derer ab, die sie lange hinter sich haben.

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