Schlaf, Kindlein, schlaf …

Manch einer legt sein Engelchen jeden Abend zur selben Zeit ins Bett. Große Kulleraugen gucken zu dir auf – und dir schwillt das Herz an. Dann dreht sich der kleine Körper zur Seite, drückt seinen Kopf in ein Schnuffeltuch, lutscht am Kuscheltier oder nuckelt am Schnuller und … ist weg. Einfach eingeschlafen.

Und dann gab es unseren Haushalt. Durch keinen allzu routinierten Tagesablauf und durch wechselnde Schichten schlief unser Kleiner (damals noch ohne Geschwisterchen) meist im Auto ein, wenn wir irgendwo hinfuhren oder eben daheim in meinem Arm auf der Couch. Je nachdem, was am jeweiligen Tag auf dem Plan stand.

Demnach war er abends zu unterschiedlichsten Zeiten müde. Manchmal machte er auch um 18 Uhr nochmal einen „Mittagsschlaf“, dann hatten wir das Vergnügen bis nachts um zehn.

„Dabei sind Rituale für Kinder doch so wichtig“, denkt man sich da. Und ja: Das stimmt. Die hatten wir auch – und haben sie auch heute noch. Aber am Anfang war’s eben noch etwas anders. Meist gab es eine Flasche mit warmer Milch oder Mamas Brust, wir kuschelten, wir sangen. Wir versuchten, das „Einschlafen“ auf unser Haus und dadurch eine mehr oder minder ruhige (oder auf jeden Fall gewohnte) Umgebung zu begrenzen.

einschlafen
Altbekanntes Schlafdilemma: Entweder schläft das Kind – oder es liegt im Bett 🙂

In seinem Bett war das allerdings nicht möglich. Sobald ich ihn hineinlegte, stand er wieder auf und mochte auf meinen Arm. Auch bei Papa, selbst wenn er totmüde oder im Halbschlaf war. Auch wenn ich dabei war, ihn streichelte, sang, daneben saß.

Das Einzige, das funktioniert, wäre, wenn man sich dazugelegt hätte. Da ich aber keine Lust hatte, ins Babybett zu kriechen (um dann mit meinem zu der Zeit dicken Bauch nicht mehr herauszukommen), fiel diese Option leider weg.

Dann stellt sich bei vielen Eltern ja auch die Frage, ob Familienbett oder Kinderbett im eigenen Zimmer. Schaden wird dem Kind nichts davon. Hauptsache ist, die ganze Familie fühlt sich wohl mit der gefundenen Lösung und bekommt genug Schlaf.

Bei uns bekommt jeder genug Schlaf, auch wenn die Kleinen fast jede Nacht bei uns im Gräbchen landen. Quer. Mit den Füßen in Papas Gesicht. Damit kann ich leben. Auch fühlen wir uns stets geehrt, wenn uns kleine kalte Zehen mit spitzen Nägeln irgendwo am Körper kratzen. Das ist dann immer der Höhepunkt der Nacht.

Es gibt ja unzählige Bücher über das Ein- und Durchschlafen. Und ich bin mir sicher: Für jede Familie gibt es mindestens eine Lösung. Auch wenn es die ist, einfach nur durchzuhalten und zahllose Nächte durchzumachen und zu schunkeln. Wenn dieselben Lieder immer und immer wieder gesungen werden müssen, bis die kleinen Äugchen irgendwann vor Erschöpfung zufallen, haben wir doch gewonnen.

Auch wenn es sich oft nicht wie ein Sieg anfühlt. Dafür haben wir dann ein uns liebendes Kind im Arm. Und das ist doch Triumph genug.

Wie Babys besser einschlafen


Neugeborene sind etwa alle eineinhalb Stunden müde, mit zunehmendem Alter verändert sich dieses Schlaffenster. Idealerweise ist das Kind zu Beginn einer solchen Einschlafphase „bettfertig“. Wird der Zeitpunkt verpasst, wird das Kind wieder wacher, um später noch müder zu werden. Manche Kinder werden dann so überdreht, dass ihnen das Einschlafen schwerer fällt – andere können erst in der zweiten Müdigkeitsphase gut einschlafen.

So erkennst du, ob dein Baby müde ist:

  • der Blick wird starrer, der Gesichtsausdruck verändert sich, das Baby schneidet Grimassen oder runzelt die Stirn
  • es quengelt, weint, gähnt, reibt sich die Augen oder Ohren
  • es bewegt sich ruckartig oder weniger
  • es macht sich steif
  • es ballt die Fäuste
  • es wendet sein Gesicht ab
  • es saugt, möchte den Schnuller oder lutscht Daumen 

Das fördert den Babyschlaf

Geräusche Im Mutterleib hat sich das Baby an eine Geräuschkulisse gewöhnt. Die könnte ihm nun fehlen. Ein leise laufender Fernseher, Musik mit Meeresrauschen oder auch die Aufnahme von Haushaltsmaschinengeräuschen (Fön, Staubsauger) können hier helfen.

Bewegung Manche Babys werden am liebsten in den Schlaf gewiegt – auch das ist eine Erinnerung an die Zeit im Mutterleib. Idealerweise gibt es dafür eine Wiege, oder aber das Kind wird sanft auf dem Arm geschaukelt. Alternative: Schieben im Kinderwagen. Es soll auch Eltern geben, die mit ihrem Kind so lange Autofahren, bis es eingeschlafen ist.

Enge Manche Babys brauchen das Gefühl des Umhülltseins, das sie aus dem Mutterleib kennen. Hier empfiehlt sich der Versuch mit einem sogenannten Pucktuch. Darin wird das Baby mit angelegten Armen fest eingewickelt. Bitte die Wickelanleitung beachten, die dem Tuch beiliegen sollte.

Nähe Viele Babys und Kleinkinder wollen vor dem Einschlafen eine Bezugsperson spüren. Hier sollten die Eltern selbst entscheiden, wie intensiv sie diese Nähe geben möchten – und ab wann das Kind in seinem eigenen Bett schlafen sollte.

Umgebung Ein gut belüftetes Zimmer, eine behagliche Wiege oder ein kuscheliges Bettchen und eine Matratze mit exakt auf Babys Bedürfnisse abgestimmter Einsinktiefe vermitteln Geborgenheit und unterstützen das Einschlafen.

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