Muss mein Kind in die Kita?

Irgendwie schon, wenn ich als Mutter wieder arbeiten will und die Großeltern nicht als Dauer-Babysitter einspringen. Und immer wieder höre ich auch, dass es für Kinder wichtig ist, möglichst früh gleichaltrige Spielkameraden zu haben. Aber sind Kitas wirklich die goldene Lösung für jede Familie?

Ein Kind verändert das Leben, besonders das der Mutter: Vor Mathis Geburt habe ich Vollzeit gearbeitet, und mein Job hat zeitbedingt, aber auch wegen meines persönlichen Ehrgeizes, einen großen Teil meines Alltags ausgemacht. Plötzlich war ich mit Baby zu Hause und hatte einen neuen Job. Rund um die Uhr und 24/7.

Eine Kita suchen bedeutet hohen Aufwand

Nach einem guten Jahr neigt sich meine Elternzeit nun dem Ende zu – und ein neuer Abschnitt unseres Familienlebens beginnt. Das ganze Kita-Thema ist zeitraubend und nervt. Egal mit welchen Eltern ich mich unterhalte – und früher oder später kommt immer die Sprache darauf –, alle betreiben einen sehr hohen Aufwand. Und wer einen Platz bekommt, fragt sich dann doch, ob die Entscheidung wirklich gut für sein Kind ist … oder nur ein Kompromiss mangels Alternativen war.

Kita, Tagesbetreuung oder eine andere Lösung? Früher oder später stellt sich die Frage wohl in jeder Familie.

Die Suche nach einem Kita-Platz für Mathis in München hat, ganz typisch für die Stadt, schon während meiner Schwangerschaft begonnen. Wir haben sowohl private als auch städtische Einrichtungen kontaktiert (bzw. über die vergangenen Monate hinweg regelrecht gestalkt …), denn mit Zurückhaltung ergattert man keinen der begehrten Kita-Plätze. Und siehe da, dieses Frühjahr hatten wir sogar die Auswahl zwischen drei Einrichtungen: monatliche Kosten zwischen 900 und 1.300 Euro, inkl. Bio-Gurke zum Mittagessen, aber ohne Chinesisch-Kurs für die Kleinen – und natürlich am anderen Ende der Stadt gelegen. Durfte das wahr sein?!

Damit war unsere Suche noch nicht beendet

Seit Beginn des Kita-Marathons stellte ich mir die Frage, ob die Kita wirklich die beste Betreuungsform für Mathis ist. In einer Gruppe sind meist um die zwölf Kinder und zwei bis drei Betreuer(innen). Daneben gibt es auch Tagesmütter bzw. -väter, die sich zu Hause um bis zu fünf Kinder kümmern. In der Großtagespflege, einer Mischung aus Tageseltern und Kita, kümmern sich zwei bis drei Betreuer(innen) um fünf bis zehn Kinder. Während Kitas und Großtagespflegeeinrichtungen Eltern den Vorteil bieten, dass sie fünf Tage die Woche von morgens bis nachmittags geöffnet haben, ist die Betreuung bei der Tagesmutter zwar familiärer, aber häufig sind die Betreuungszeiten kürzer.

Da die angespannte Betreuungssituation in München kein Geheimnis ist und mein Mann und ich die drei „sagenhaften“ Kita-Plätze ausgeschlagen haben, mussten wir uns auch um andere Betreuungsformen bemühen.

Glücklich bis auf Weiteres – Tagesmutter gefunden

Die vielen E-Mails, Telefonate und Infoveranstaltungen fraßen wirklich viel Zeit, so dass wir uns aufgeteilt haben: Ich war für die Tagesmütter zuständig, er weiterhin für Kitas und zusätzlich für Großtagespflegeeinrichtungen. Wir waren beide ähnlich erfolgreich: Er ergatterte einen Platz bei einer Großtagespflege, die wir beide so unterirdisch fanden, dass wir das Angebot, ohne eine Alternative zu haben, absagten. Meine Versuche liefen von Anfang an ins Leere.

Letztlich hatten wir riesiges Glück und eine Freundin trat ihren Platz bei einer Tagesmutter an uns ab. Damit sind wir total happy. Die Tagesmutter kümmert sich um drei Kinder, alle im gleichen Alter und aus der Nachbarschaft. Das erste Treffen bei ihr mit den anderen Eltern und Kindern war super. Jetzt sind wir gespannt auf die Eingewöhnung im September – mal schauen, wie dann die Stimmung in unserer Familie ist.

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