Mit Vollgas durch die Wohnung

Die Tasse fliegt und es klirrt. Dabei hat er gerade noch mit seinem Löffel gespielt. Unser kleiner Entdecker ist neugierig, unfassbar schnell und seine Hände sind überall gleichzeitig. Daher trägt er seit einigen Wochen den Beinamen „Herr Tausendhand“. Viele Gefahren sind offensichtlich, andere entdecken wir erst im Alltag – wenn es scheppert …

Sobald unser Sohn anfing zu robben, haben wir begonnen, unsere vier Wände kindersicher zu machen. Das ist inzwischen über ein halbes Jahr her, und je mobiler Mathis wird, desto mehr Gefahrenquellen finden wir oder – wenn wir zu langsam sind – er. Begonnen haben wir mit den „Klassikern“: Steckdosen und Mehrfachstecker, Ecken, Kanten. In der Küche waren es Backofen, Mülleimer, Medizin- und Putzschrank. Als der Kleine begann, sich hochzuziehen, haben wir sofort sämtliche Regale an den Wänden festgeschraubt sowie Stehlampen und Bodenpflanzen aus der Wohnung geräumt.

Man kann die Wohnung nicht 100-prozentig sichern

Unsere Wohnung muss kindersicher sein, denn Mathis‘ Hauptbeschäftigung ist es, seine Umwelt zu erkunden. Und ich will ihn dabei nicht den ganzen Tag verfolgen und ihm alles Mögliche verbieten, es ist ja schließlich auch sein Zuhause. Ich weiß, dass ich die Wohnung nicht 100-prozentig sichern kann. Teilweise unterschätze ich, wie geschickt er schon ist, und auch die kleinen Arme werden immer länger. Außerdem kann ich nicht pausenlos anwesend sein. Im Alltag gibt es immer wieder Situationen, in denen ich unseren Sohn kurz alleine lassen muss, sei es der Gang zur Mülltonne oder dass der Briefträger vor der Türe steht.

Ein Laufgitter ist kein Kindergefängnis

Da Festbinden keine Option ist, ist unser Laufgitter in solchen Momenten Gold wert. Ich habe lange überlegt, ob ich wirklich ein „Kindergefängnis” anschaffen soll – denn das war mein Bild davon. Als ich mit einer Pädagogin darüber sprach, hörte ich zum ersten Mal vom „Zimmer im Zimmer“. Das heißt, das Laufgitter ist so gestaltet, dass es ein gemütlicher Ort ist, der schöne Spielsachen bietet und wo das Kind sich entspannen kann. So haben wir uns letztlich doch für ein Laufgitter entschieden.

Das gibt uns im Alltag ein wenig mehr Ruhe, denn Mathis lernt jeden Tag etwas Neues. Mit den Übergängen von Robben, Krabbeln und Laufen entstehen immer wieder neue Gefahren. Also räumen wir immer wieder um und passen unser Zuhause an. Seit gestern haben wir keinen Wohnzimmertisch mehr. Der musste auch raus, er kippt nämlich, wenn man sich mit 10 Kilo auf die Kante stemmt …

Gute Idee: das Laufgitter. Bei der Auswahl war mir wichtig, dass es durch Rollen beweglich ist. So können wir es flexibel verschieben und unseren Kleinen im Wohnzimmer oder auch mal beim Kochen im Auge behalten. Außerdem sollte das Laufgitter eine gemütliche Matratze haben, damit Mathis vor allem zu Beginn gut darin schläft. Den höhenverstellbaren Boden haben wir abgesenkt, sobald er begann sich hochziehen. Wenn wir die Schlupfsprossen rausnehmen, wird Scotty zur gemütlichen Höhle, in die der Kleine selbst ein- und aussteigt. In einigen Monaten werden wir das Laufgitter dann zum Kindersessel umwandeln. Ich träume davon, dass Mathis dann ein paar Minuten ruhig darin sitzen bleibt …
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