Fit durch die Schwangerschaft

Da hatte ich meinen inneren Schweinehund endlich soweit und konnte voller Stolz auch einmal von mir behaupten, eine richtige Routine in Sachen Sport zu haben – da hielt ich auch schon einen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen.

Auf der einen Seite war die Freude natürlich riesig, auf der anderen war ich sehr unsicher und fragte mich: Kann ich meine sportliche Routine so weiterführen? Und wie schaffe ich es, auch in der Schwangerschaft fit und aktiv zu bleiben?

Schwangerschaft und Sport – Umdenken ist angesagt

Recht schnell war klar, dass ich meinen wöchentlichen Pilates-Kurs an den Nagel hängen konnte. Zu sehr war dieser auf den Bauch fokussiert und die recht anspruchsvollen Übungen fühlten sich mit so einem kleinen Bauchbewohner in meiner zu stärkenden Mitte sehr schnell nicht mehr richtig und gut an. Und gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, bei sportlichen Aktivitäten in sich hineinzuhören und dem Körper Pausen zu gönnen, wenn er diese fordert. Dem gesunden, mütterlichen Instinkt kann man hier gut und gerne vertrauen.

Mein Yoga-Trainer, der nebst Freund und engster Freundin direkt die Ehre bekam, recht früh von meiner Schwangerschaft zu erfahren, gab mir zwar grünes Licht, seinen Kurs weiterhin zu besuchen, jedoch musste ich feststellen, dass ich durch die körperlichen Veränderungen mit dem Tempo und der Intensität des Kurses nach wenigen Wochen nicht mehr Schritt halten konnte. Als dann auch noch eine fiese Erkältung hinzu kam und ich gezwungen war, ein paar Stunden ausfallen zu lassen, war schnell klar: Ich brauche dringend eine Alternative.

Super für werdende Mamas: Sporteln mit anderen Schwangeren. Anbieter von speziellen Kursen oder Lauftreffs gibt’s bundesweit. Ich habe mich mit laufmamalauf fit gehalten.

Ein Sportkurs extra für Schwangere

Wie es der Zufall so wollte, war eine liebe Kollegin in den gleichen Umständen. Terminlich lagen wir sogar nur ein paar Tage auseinander. Und als sie mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, sie zum Sport zu begleiten, war ich absolut nicht abgeneigt. Inzwischen stand auch der Frühling vor der Tür und ich freute mich riesig darauf, mein süßes 14-Wochen-Bäuchlein einmal in der Woche beim Outdoor-Fitness in einem Hamburger Park auszuführen.

Meine Wahl fiel hier auf den Anbieter laufmamalauf, einen der größten Outdoor-Fitness-Anbieter für Mütter in und nach der Schwangerschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unter fachlicher Anleitung und in einer Gruppe anderer Schwangerer war meine anfängliche Unsicherheit schnell verflogen. Ich genoss die vielseitigen Übungen an der frischen Luft, die nicht nur hervorragend gegen diverse Schwangerschafts-Wehwehchen halfen, sondern auch fit für die Geburt machen sollten, wirklich sehr.

Endspurt im Wasser

Im Mutterschutz hatte ich zusätzlich die Gelegenheit, meinen inzwischen doch recht anschaulichen Bauch beim Aquafit für Schwangere im Wasser zu entlasten. Gerade im Endspurt der Schwangerschaft nehmen die Wehwehchen oft zu – und Schwimmen bzw. Wassersport war für mich eine tolle Möglichkeit, um mir etwas Erleichterung zu verschaffen und mich gelenkschonend zu bewegen. (Ganz abgesehen von der herrlichen Abkühlung im warmen Sommer.) Kurse für Schwangere gibt es in so gut wie jedem Schwimmbad. Sie sind ein sanfter Weg, die Rückenmuskulatur und den gesamten Bewegungsapparat zu entlasten und gleichzeitig zu stärken – perfekt auch für alle, die sich eher zu den Sportmuffeln zählen.

Schwangere Frau macht Schwimmübungen im Wasser
Was für eine Wohltat: sich hochschwanger im Wasser bewegen … und treiben lassen.

Als Faustregel gilt: nicht aus der Puste kommen

Sport in der Schwangerschaft sollte immer in einem moderaten, aeroben Bereich liegen. Alle Sportarten, die mit Wucht, Stößen, Schlägen, Gewalt oder einem hohen Sturzrisiko verbunden sind, sind kritisch zu betrachten und sollten eher gemieden werden. Als Schwangere darf man aber durchaus täglich für etwa eine Stunde sportlich aktiv sein, sollte jedoch etwas sanfter zu sich sein. Als Faustregel gilt, dass man beim Sport mit Kugel nicht aus der Puste kommen sollte und sich entspannt mit jemandem unterhalten kann. Die ganz sportlichen Schwangeren müssen auch nicht von heute auf morgen auf ihr Training verzichten, sei es beim Joggen oder Krafttraining, jedoch sollten alle Aktivitäten entsprechend angepasst und mit dem Gynäkologen besprochen werden.

Eine Geburt gleicht einem Marathon

Sport in der Schwangerschaft ist gesund für Mutter und Kind. Studien belegen zudem, dass körperliche und psychische Beschwerden bei aktiven Schwangeren geringer waren und die Geburt in der Regel komplikationsfreier verlief. Und gerade die Geburt stellt – ähnlich einem Marathon – eine wirklich extreme körperliche Belastung dar, für die ein Training nur von Vorteil sein kann. Natürlich verläuft nicht jede Schwangerschaft komplikationsfrei und nicht jede Schwangere kann sich über die gesamte Schwangerschaft hinweg sportlich betätigen, jedoch scheinen die Vorteile von Sport in der Schwangerschaft auf der Hand zu liegen.

Sport verbindet

Nun bin ich schon ein paar Monate Mami und kann auf eine schöne, aktive Schwangerschaft, eine tolle Geburt und ein beschwerdefreies Wochenbett zurückblicken. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Sport seinen Teil dazu beigetragen hat, sei es nur psychisch oder auch körperlich.

Und das Beste: Auch lange nach der Geburt meiner Tochter profitiere ich noch immer von meinen sportlichen Aktivitäten während der Schwangerschaft – die anderen Mamis-To-Be, die ich kennenlernen durfte, sind zu Freundinnen geworden. Mit einer der Sport-Mamis landete ich letztendlich sogar auf demselben Zimmer im Krankenhaus … und unsere Töchter kamen mit nur einem Tag Abstand zur Welt. Na wenn das nicht ein gutes Zeichen für eine enge und aktive Freundschaft ist?!

Danke an laufmamalauf für die tollen Outdoor-Fotos!

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