Ernährst du dein Kind auch gesund?

„Dein Kind isst zu viel. Dein Kind isst zu wenig. Es isst zu unausgewogen und sowieso viel zu ungesund.“ Als Mama muss man sich schon viel von außerhalb anhören. Oft sind es Omas und Mütter, die damals ja alles anders und generell viel besser gemacht haben. Da wird das Kind gerade 4 Monate und dann heißt es: „Was? Das isst noch keine zerdrückten Klöße mit Bratensoße?“. Der Große hat mit einem Jahr kräftig beim Mittagessen zugeschlagen. In der einen Hand die Gabel, mit der anderen wird fleißig gefuttert. „Warum fütterst du ihn denn nicht? Der kriegt ja fast nix in den Magen – und veranstaltet dabei ne Riesen-Sauerei!“

Essen essen lassen – gar nicht so einfach heutzutage, wo die Nahrungsaufnahme zur Religion geworden ist.

Sie geben den Kindern Süßigkeiten und erwähnen 10 Minuten später, dass das Kind beim Mittagessen aber nicht richtig gegessen hat. Wie man sieht, wird man also auch bei gut genährten Kindern immer unter Druck gesetzt, darauf zu achten, dass die Kinder gut genährt sind. Oder weniger von etwas essen/trinken. Oder mehr. Wie auch immer. Oft sogar den einen Tag so, den anderen Tag so.

Dass sich der Körper der Kleinen an Nährstoffen holt, was er braucht, hat sich mir in der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester eingeprägt. Wenn Mika mal wieder „keine Zeit“ hat fürs Essen oder ich mich erinnere, dass er die letzte Mahlzeit auch schon mehr oder weniger ausgelassen hat, mache ich mir keine Gedanken oder Sorgen. Ich weiß, dass es in unserer Gesellschaft kaum möglich ist, dass das Kind unterernährt sein könnte (ich erinnere mich da an meine kleinen Schwestern, die akribisch jedes grüne Zipfelchen aus ihren Nudeln, Soßen oder Beilagen fischen/fischten).

Wenn ein Kind eine Erkrankung oder ähnliches hat, ist das natürlich wieder ein anderes Thema. Ansonsten geht es mir ganz gemütlich an meinem Hintern vorbei und ich stresse mich schon lange nicht mehr, wenn mein Essen ein verzogenes Gesicht oder ein Schütteln des ganzen Körpers hervorruft. Super, dann bleibt mehr für mich. 😉 Letztendlich finden wir dann ja doch immer einen Apfel oder ein Stück Wurst, das dem Kind dann mundet. Und wer sich doch noch Sorgen macht, hat ja zum Glück die – anfangs sehr engmaschigen –„Us“ beim Kinderarzt. Auf genau diese Dinge achten die Ärzte ja immer vorranging und freuen sich, die Fragen der Eltern beantworten und ihnen die Sorgen nehmen zu können. Solange euer Kind nicht krank ist oder Veränderungen in ihrem Verhalten zeigen, kann man sich also zurücklehnen. In den U-Heften eurer Kinder seht ihr auch mehrere Tabellen mit seltsamen Linien, Perzentilen genannt. Man trägt Größen und Gewicht ein und bekommt gleich zu sehen, wie nah sein Kind am Unter- oder Übergewicht dran ist. Aber durch das bloße Ansehen lässt sich sowieso nicht feststellen, ob ein Kind davon betroffen ist. Der altbekannte BMI-Rechner schafft da unter anderem Abhilfe.

Mit dem Essen spielt man doch! Ich meine: weniger Vorschriften + mehr Spaß = Entwicklung eines gesunden Essverhaltens.

Da das häufigste Problem in dieser Gesellschaft ja eher das Übergewicht ein Problem ist, fällt das Untergewicht da häufig unter den Tisch. Wenn man bedenkt, dass mein Kind bis zum ersten Geburtstag noch Größe 62/68 getragen hat und immer der Kleinste/Schmächtigste unter seinen Freunden war, kann man kaum glauben, dass er so viel gegessen hat! Und nebenher noch die fette Muttermilch, die laut Oma schuld an der Schmächtigkeit unseres Kleinen war. Allerdings ist mein Kind einfach nur schlank und hat seinen Schuss nach oben erst ein halbes Jahr später nachgeholt. Es wurde beim Arzt generell sein eher leichtes Geburtsgewicht berücksichtigt und das stetige Wachstum beachtet. Solange da alles gleichmäßig verläuft, ist alles gut.

Zu viel Druck auf die Kinder auszuüben ist eher schlecht. Das Essverhalten wird über das Hungergefühl reguliert. Also die Kinder bitte nicht beim Spielen oder Fernsehen „füttern“, denn diese Funktion wird damit ausgehebelt. So können sich Essstörungen entwickeln. Entweder die Kinder landen später im Übergewicht oder (trotzig wie mein Kind) verweigern das Essen dann komplett und sind frustriert. Ich als möglicherweise besorgtes Elternteil habe also nur den Job, mein Kind trotzdem einigermaßen ausgewogen zu ernähren und beispielsweise einen normalen Joghurt dann durch einen Sahnejoghurt zu ersetzen. Einfach eine hochkalorische Nahrung – und die ein oder andere Schokolade im Quark ist dann auch erlaubt. Da schmeckt es ja dann gleich viel besser!

So macht essen Spaß – und das ist das Wichtigste für ein normales Essverhalten und auch hilfreich für ein stressfreieres Zusammenleben im Familienalltag … Jetzt gibt es hier erst mal Nudeln mit Tomatensoße, wie so oft. 😉

Bis dann, und guten Appetit euch allen!

Veröffentlicht am Kategorien Zusammen lebenTags , , , ,

Auch interessant: