Die ersten Wochen als Schulkind

Zuletzt berichtete ich hier von den Vorbereitungen zur Einschulung von Ella. Im August startete also ihre Schulkarriere mit einer wunderbaren Einschulungsfeier. Um ihr den besonderen Tag schön zu machen und dem Kind auch zu zeigen, dass wir uns mit ihr freuen, dass sie nun „groß“ ist und in die Schule kommt, haben wir uns für eine kleine Familienfeier entschieden, zu der wir ganz offiziell und wichtig eine selbstgebastelte Einladung versendet hatten.

Für die Party zum neuen Lebensabschnitt Schule haben wir gemeinsam Einladungskarten gebastelt.

Jeder der Geladenen, der es sich an diesem Tag einrichten konnte (Einschulungen finden in Hessen in der Regel am zweiten regulären Schultag des Schuljahres, also in der Woche, statt), folgte der Einladung gerne. Die Großeltern und die Tante kamen mit in die Schule zur Einschulungsfeier und mittags kamen dann weitere Gäste. Das Kind hatte sich eine leckere Suppe und diverse Kuchenköstlichkeiten gewünscht. Es gab selbstredend viele Geschenke für die Schulzeit. So haben die Großeltern z. B. die Turnsachen beigesteuert, die Patentante den Regenschirm und der Onkel einen Brustbeutel. So konnten nützliche Sachen auf mehrere Geldbeutel verteilt werden.

Die Schätze aus der Schultüte werden gesichtet.

Und dann, ja dann, war es also wirklich in echt und richtig so weit. Der Schulranzen wurde aufgeschnallt – und los ging es in die Schule.

In unserer Schule werden immer nur die Schulbücher mit nach Hause gebracht, in denen Hausaufgaben zu tun sind. Ella geht allerdings in die Nachmittagsbetreuung und erledigt ihre Hausaufgaben dort. Da nach der Betreuung oft noch andere Dinge wie Hobbies, Einkaufen oder Besuche von und bei Freunden anstehen, mussten wir Eltern uns disziplinieren nachzufragen, was gerade anliegt und uns die Hausaufgaben – soweit verfügbar – zeigen lassen.

Hierbei geht es uns gar nicht unbedingt darum, die Hausaufgaben zu kontrollieren, sondern vielmehr zu beobachten, was gerade gemacht wird oder wie ordentlich oder gewissenhaft unser Kind mit den Schulaufgaben umgeht. Und natürlich auch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob sie mit dem Stoff klar kommt oder nicht.

Natürlich gehören auch Hausaufgaben für die neuen Erstklässler mit dazu. Ella kann diese hervorragend an ihrem Schreibtisch von PAIDI machen.

Mein Mann und ich möchten den Kindern vermitteln, dass es in jedem Fall ihre Hausaufgaben sind und sie diese Aufgaben natürlich auch alleine machen können, sollen und dürfen. Keiner von uns beiden sitzt begleitend daneben – auch dann nicht, wenn die Kinder freitags z. B. direkt nach Hause kommen. Wenn wir uns die Aufgaben anschauen, machen wir natürlich auf Fehler aufmerksam, doch steht den Kindern frei, diese zu ändern. Denn nur mit den Fehlern in den Hausaufgaben kann der Lehrer sehen, wo evtl. Defizite liegen. Ganz klar ist die Devise: Wenn Fragen sind, kommt zu uns! Wir schauen, wie wir gemeinsam zu einer Lösung kommen. Da geht es den Kleinen wie den Großen, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht!

Wir möchten die Kinder aber von Anfang an darin bestärken, dass es wichtig ist, in der Schule nachzufragen, wenn etwas nicht verstanden wurde, auch wenn man riskiert, dass die anderen Kinder vielleicht lachen. Wir finden, dass dieser Mut wichtig ist und die Kinder so lernen, sich für Wissen und ihre Belange einzusetzen. Denn: Wenn sich ein Kind sich traut, nachzufragen, wird schnell deutlich, ob das Thema generell von der Klasse verstanden wurde oder ob es eben ein individuelles Problem ist.

Damit die Eltern ihre Kinder in der ersten Schulzeit gut begleiten können und die Didaktik gut nachvollziehen können, lud die Klassenlehrerin kurz nach Beginn des Schuljahres zu einem Elternabend, bei dem sie uns Eltern genau erklärte, wie die Kinder z. B. Buchstaben lernen werden und was die einzelnen Schritte dabei sein werden. Dies ist natürlich sehr hilfreich, um das Kind zu unterstützen oder auch – falls man gar nicht so viel mitbekommt – mal gezielt nachfragen zu können.

Und schon sind sie groß, die Kleinen – und gehen alleine zur Schule.

Gerade Erstklässlern fällt es natürlich am Anfang schwer, an alles zu denken und die vielen neuen Regeln gut umzusetzen. Es gibt so vieles, an das sie plötzlich selbst denken müssen, angefangen bei der Jacke, die man bestenfalls auch am Nachmittag, wenn man nach Hause kommt, wieder tragen sollte, über die Hausaufgaben, die gemacht sein sollten, bis hin zu den Elternbriefen, die an die Eltern abgegeben werden müssten. Hier hilft es den kleinen Großen natürlich sehr, wenn man täglich nachfragt, welche Hausaufgaben zu tun waren, ob alle erledigt sind (gegebenenfalls nachschauen), ob es irgendwelche Elternbriefe gab, wie es grundsätzlich so mit den Klassenkameraden gelaufen ist und wo eigentlich die Jacke von heute morgen ist? Manchmal merken wir, dass gerade dieses Nachfragen im Gewusel des Alltags vergessen wird, deshalb hängt jetzt ein großer Zettel an unserem Kühlschrank mit dem Wort HAUSAUFGABEN!, der uns immer wieder erinnert nachzufragen und zuzuhören, was Ella zu erzählen und zu zeigen hat.

Tja, und da sind wir nun. Von Sommer bis fast schon Weihnachten hat unsere Erstklässlerin gelernt, dass es wichtig ist, auf die eigenen Sachen aufzupassen. Dass manche Dinge mehr Spaß machen als andere, aber doch eben sein müssen. Dass es in der Schule tolle Sachen zu lernen gibt und dass es zwar etwas anstrengend ist, an so viele Sachen denken zu müssen – aber auch ganz schön sein kann, selbst verantwortlich zu sein und zu zeigen, dass man viele Sachen toll kann.

Jetzt steht bald der erste Elternsprechtag an und wir sind gespannt, was die Klassenlehrerin zu berichten hat … und ob es uns gelungen ist, gut zu unterstützen.

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