Auf den Grund gegangen

Im Kinderzimmer ist was los. In den eigenen vier Wänden werden die Kleinen zu wahren Multitasking-Talenten: Eine Mischung aus Krabbler, Spieler, Maler und Extremsportler. An den Fußboden werden hohe Erwartungen gestellt. Schadstofffrei, nachhaltig, fußwarm und robust soll er sein. Welche Materialien gibt es? Ein harter oder lieber ein weicher Bodenbelag? Kunststoff oder eher ein Naturprodukt? Hier gibt’s ein paar Infos.

Hochwertiger Parkett kann mehrmals abgeschliffen werden. Nach der Renovierung empfiehlt sich die Imprägnierung mit natürlichen Ölen oder Wachsen.

Parkett

Parkett besteht aus Holz und wirkt auf den ersten Blick harmlos. Aber: Fertigparkett besteht aus einer dünnen Massivholzschicht, die auf (eventuell formaldehydhaltige) Spanplatten geklebt wird. Auch die Versiegelung ist kritisch. Aus dieser können über längere Zeit Lösungsmittel oder Formaldehyd ausgasen. Für einen höheren Preis und etwas mehr Aufwand gibt es aber 1A-Qualität: Am besten unversiegelte Dielenböden oder Massivholzparkett aus Eiche und Buche wählen. Die unversiegelte Oberfläche dann regelmäßig mit biologischen Ölen und Wachsen behandeln. Parkett ist außerdem der einzige Bodenbelag, der durch mehrfache Renovierung jederzeit wieder in Form gebracht werden kann.

Die preiswerte, aber oftmals weniger langlebige Alternative zum Parkett: das Laminat.

Laminat

Laminat ist eine preisgünstige Alternative zum Parkett. Es ist pflegeleicht und einfach zu verlegen. Der an sich kühle Bodenbelag benötigt aber meist eine Trittschalldämmung und eine Wärmeisolierung, die beim Verlegen untergelegt werden muss. Die Oberfläche ist härter und abriebfester als ein Holzboden. Experten warnen jedoch vor billigem Laminat – dieser lasse sich schnell abnutzen und könne nicht renoviert werden.

Fußböden aus der natürlichen Rinde der Korkeiche sind angenehm fußwarm, weich und bieten eine gute Trittschalldämmung.

Kork

Ein geeigneter Bodenfreund: Kork ist weich, warm, schalldicht, umweltfreundlich. Zudem ist er gelenkschonend, antistatisch, wirkt isolierend, verbessert das Raumklima und ist allergikerfreundlich. Einfach zu verlegen und pflegeleicht ist er auch noch. Wer auf das „Kork“-Logo achtet, kann sich sicher sein, dass keine Formaldehyde und Phenole aus synthetischen Bindemitteln ausgedünstet werden.

Naturkautschukböden sind pflegeleicht und angenehm weich – dank natürlicher Weichmacher aus dem Gummibaum.

Kautschuk

Kautschuk gilt als der wohl robusteste Bodenbelag. Das Material wird gern für Turnräume in Kindergärten verwendet. Der Bodenbelag ist rutschfest, unempfindlich gegen Schmutz und Feuchtigkeit. Der Natürlichkeits-Bonus: Kautschuk benötigt keine Weichmacher – dem tropischen Gummibaum entnommen, ist er schon weich genug und bleibt es auch. Nach dem Gebrauch lässt sich das Material recyceln. Kautschuk gibt es in allen möglichen Farben und Mustern, auch als Relief (beispielsweise Noppen).

Leinöl, Holz- oder Korkmehl, gemahlenem Kalkstein, Naturharzen und Pigmenten – und Jute als Trägermaterial: Der Bodenbelag Linoleum ist nachhaltig und sogar kompostierbar.

Linoleum

Auch Linoleum schneidet ähnlich gut ab: Wie Kautschuk ist es sehr robust und biologisch abbaubar. Die glatte Oberfläche ist antistatisch, resistent gegen Schimmelbefall, Öl und Fett und sehr pflegeleicht.

Vinyl

Der Kunststoff ist widerstandsfähig, robust, pflegeleicht und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem wirkt er geräuschschluckend – das erfreut die Kinder … und die Ohren der Eltern und Nachbarn.

Pflegeleicht, robust und sehr vielfältig: Vinylböden gibt’s in verschiedenen Looks – Holz oder Stein täuschend echt nachempfunden.

Gleiches gilt für die Materialmischung Kork-Vinyl, der die Pflegeleichtigkeit von Vinyl mit der natürlichen Elastizität und angenehmen Fußwärme von Kork vereint.

Hochwertige Vinylböden, die in der EU hergestellt werden, unterliegen strengen Auflagen und namhafte Hersteller zeichnen ihr Produkt mit einem Siegel aus. Füße weg hingegen von PVC-Kunststoffböden ohne Siegel – diese können Weichmacher enthalten, die leber- und nierenschädigend wirken.

Gut zu wissen: Es gibt auch sogenannte Designböden, die nicht auf Vinylbasis hergestellt werden und somit PVC-frei sind. Zu den Herstellern zählen zum Beispiel Haro DisanoMeister Nadura oder Classen Neo.

Der Teppich

Er ist flauschig, warm und bequem. Aber das ist nicht alles. Herkömmliche Teppiche bestehen oft aus Kunstfasern, die in der Anfangsphase Schadstoffe in die Raumluft abgeben. Auch die Rückbeschichtungen und der Kleber sind nicht ausdünstungsfrei. Selbst Teppichböden aus reiner Wolle sind nicht unbedenklich, da sie einen Mottenschutz benötigen. Ein weiteres Minus: Kunstfasern laden sich statisch auf und können bei Stürzen zu Hautverbrennungen führen.

Kuschelinsel: Teppiche sind die Fußboden-Klassiker im Kinderzimmer. Auch hier empfiehlt es sich, auf die Gütesiegel zu achten.

Hygiene und Pflege gestalten sich beim Teppich schwieriger, da sich festhaftender Schmutz zwischen den Fasern absetzt. Ein Plus trotz des Hygiene-Umstandes: Ein Teppichboden eignet sich für Hausstaub-Allergiker manchmal besser als ein glatter Boden, da er staubbindend wirkt. Ideal für Hausstauballergiker ist ein Kurzflor-Teppich. Wer auf den weichen Klassiker nicht verzichten will, greift zu Teppichen, die mit einem Siegel zertifiziert sind – beispielsweise Öko Tex, TÜV oder GuT.

Die Auswahl des richtigen Fußbodens bildet die Grundlage für die Gestaltung des Kinderzimmers. Ein guter Bodenbelag stemmt dann auch die passenden Möbel für das Spielparadies.

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