Vaterblog (Christian)

Abschied vom Vaterblog

Das Brei Essen wird deutlich besser, Kartoffel schmeckt eindeutig besser wie Pastinake und führt mit 10:2 Löffel gegen die Pastinaken und schön langsam wird die Milchquote runter gefahren.
Seit dem ersten Vaterblog sind nun fast acht Monate vergangen. Liora ist jetzt ein halbes Jahr alt und die Zeit ist nur so verflogen. Seit einem halben Jahr habe ich kaum mehr durchgeschlafen, Susi sowieso nicht und ich muss sagen, dass ich sie sehr bewundere mit wie viel Liebe sie stillt und sich um unsere Prinzessin kümmert.
Ein Halbjahresfazit: Unsere kleine Maus entwickelt sich prächtig, für uns ist sie sowieso die süßeste Tochter der Welt, aber auch viele Leute außerhalb der Familie sagen, dass sie ein sehr fröhliches und aufmerksames Baby ist und das macht uns schon stolz. Seit einem halben Jahr ist nichts mehr so wie es mal war und liebe werdende Väter: Das ist wunderbar! Natürlich ist es manchmal auch hart, aber ich glaube, dass mich nichts im Leben regelmäßig so mit Glück und einer inneren Ruhe erfüllt hat, wie das Lächeln meiner Tochter. Wer mir vorher das immer prophezeit hatte, dem habe ich nicht geglaubt und vermutlich ist das von außen auch gar nicht zu verstehen. Wir haben durch unsere Liora soviel Liebe erfahren und wir hoffen, dass wir ihr stets die Liebe schenken können, die sie braucht, um Vertrauen und Zuversicht auf ihrem Lebensweg zu haben.
Ich bedanke mich bei allen Lesern, die die ersten Monate von Liora mit verfolgt haben. Eines Tages werde ich den Ausdruck des Vaterblogs meiner dann großen Tochter in die Hand drücken und ich würde mich freuen, wenn sie mich dann mit dem Lächeln anlächelt, das mich vom ersten Moment an verzaubert hat.


Brei-Picknick und ein Rollmops

Am 1. Maifeiertag waren wir bei strahlendem Sonnenschein auf einen längeren Spaziergang und haben auf halber Strecke Picknick gemacht. Liora hat sich im Kinderwagen durch die Landschaft schaukeln lassen, der Papa am Steuer, die Mama mit schwerem Essensrucksack bewaffnet. Nach 7km Fußmarsch, unterbrochen von einem akuten Hungeranfall von Liora, der auf einer Parkbank bekämpft wurde, gab´s für uns endlich auch was zu mampfen und unsere Kleine hat ich ausführlich Blüten, Pflanzen und natürlich unser Essen zeigen lassen. Ich weiß zwar nicht, warum Liora den ganzen Rückweg durch geschlafen hat, weil so anstrengend war´s für sie ja wohl nicht. Ich war nach insgesamt 14 km geschafft und bedient.
Am Samstag war dann der große Tag: Papa durfte an seinem Geburtstag Brei füttern ….lecker Pastinake aus dem Glas. Neugierige Blicke folgten dem blauen Plastiklöffel, der in der Pampe umrührte und natürlich musste der Löffel erobert werden. Papa hat noch schnell Pastinakenbrei darauf geschaufelt und schon verschwand die Möhrenmasse in Lioras Schnute. Nach zwei Löffeln aber wurde sie dem Ungemach gewahr: „Mit der Pampe wollt ihr mich künftig füttern?“ Kritische Blicke wurden verteilt und der Brei lange im Mund hin und her überlegt und dann doch geschluckt. Nun ja, Papas Leberkäs mit Kartoffelsalat und Tropicana Torte wären geschmacklich wohl auch besser gewesen. Ich hätte die Pampe auch nicht runter bekommen.
Am Montag ein hektischer völlig überdrehter Anruf von Susi bei mir in der Arbeit: „Stell Dir vor, ich bin grade im Bad gewesen, Liora war im Laufstall und wie ich zurückkomme liegt sie grinsend wie ein Honigkuchenpferd auf dem Bauch und hat sich über ihre erste eigene Pirouette wohl riesig gefreut.“ Vor allem weil die Mama so schön glücklich und aufgeregt mit dem Papa telefoniert hat. Ich habe in mich rein gegrinst und mich auf den Abend gefreut um mit meinem kleinen Rollmops zu spielen.


Frühjahrsmüdigkeit

Am Sonntag waren in Amberg die Geschäfte geöffnet und wir haben uns ins Getümmel gestürzt, um das schöne Wetter zu genießen, ein Eis zu Essen und auch mal wieder raus zu kommen. Mit dem Kinderwagen sind wir dann in eine Boutique eingebogen und bei Popmusik hat unsere Kleine keine Ruhe mehr gegeben, bis ich sie aus dem Kinderwagen geholt habe. Völlig begeistert hat sie Lichter bewundert, die vielen Menschen angestrahlt und jetzt kommt´s: Die bunten Gürtel hatten es ihr besonders angetan. Oje! Geht das mit den Mädels schon so früh mit Modebewusstsein und Kaufsucht los? Da muss ich den Geldbeutel mal ganz schön fest halten.
Ich gestehe, dass es mich sehr stolz macht, wenn die Leute von Lioras lustiger Art angetan sind. Außerdem wurde "Lilo" beim Babyschwimmen gelobt, weil sie so eine tolle "Körperspannung" hat.
Weil ich beim Babyschwimmen ja leider nicht dabei bin, habe ich sie am Samstag mit in die große Badewanne genommen. Ich glaube, das hat ihr mindestens so viel Spaß gemacht wie mir, denn in der Babywanne wird es langsam etwas eng für unseren "Zwerg".
Das schöne Wetter scheint unsere Kleine allerdings wohl sehr müde zu machen, denn sie schläft für ihre Verhältnisse derzeit besonders viel am Tag, was uns zunächst irritiert hat. Der Rhythmus, den wir eingeführt hatten (um 20 Uhr ins Bett), ist dadurch wohl etwas durcheinander gekommen. Am Wochenende ist dann ein großer Tag: Mein Geburtstag! Spaß beiseite, das stimmt zwar, aber weil Liora quasi zwei Tage später ein halbes Jahr alt wird, darf ich unserer Kleinen am Samstag dann das erste Mal Brei füttern: Mal sehen wie das wird ... 


Der Osterhase trägt Mütze

Am Osterwochenende war Großfamilientag. Meine Schwester mit Mann und beiden Kindern und Susi und ich mit Liora waren zu Besuch bei Oma und Opa. Da wurde am Tisch fleißig gekleckert, gelacht und gequengelt, dass es eine Freude war. Natürlich gab es auch eine ausgedehnte Suche nach den Osternestern. Unsere kleine Prinzessin hat einen weichen Ball bekommen, den sie mal verfolgen kann, wenn sie genauso schnell krabbeln kann wie ihre etwas ältere Cousine. Außerdem eine lustige Blumenfee-Rassel und ein kleines Bilderbuch. Highlight war ein Kleid und ein super süßer Hut, was Taufpatin Sabine für Liora selbst genäht hatte.
Weil ja absolutes Kaiserwetter war, haben wir aber schon am Vortag eine Mütze kaufen wollen. Wir waren also im Babygeschäft und hatten so unsere Bedenken wie lang Liora friedlich bleiben würde, wenn wir ihr eine Mütze nach der anderen aufsetzen. Aber dann haben wir ganz schön gestaunt. Ich habe Liora auf dem Arm gehalten und nachdem die Verkäuferin ihr so die dritte Mütze aufgesetzt hatte, fängt sie auf einmal an richtig laut und ausdauern zu lachen! Sie hat mit den Armen gerudert und ganz laut „hehe-hehehe“ gelacht und gestrahlt. Laut hatte sie vorher noch nie so gelacht. Das war so schön und im Geschäft war richtig was los, weil wir alle soviel lachen mussten.
Liora verfolgt nun sehr interessiert alles, was um sie herum geschieht und greift, was sie zwischen die Finger bekommt. Wir haben ihr jetzt mal eine Trinklernflasche mit Wasser befüllt, damit sie bei dem heißen Wetter selbst etwas trinken kann. Derzeit beschränken sich die Erfolge aber auf ausgiebiges Erkunden der Tasse und wenn sie wirklich daran nuckelt, verzieht sie das Gesicht, weil das Wasser wohl etwas fad schmeckt. Mal sehen wie sie auf ihr erstes Gläschen mit Pastinaken-Brei reagiert.


Die Jagd nach dem grünen Taschenkrebs

Irgendwie habe ich es noch geschafft, mich 2 Tage intensiv mit meinem Lernstoff auseinander zu setzen. Zwei Nächte lang habe ich außerdem auf der Wohnzimmercouch verbracht, um fit zu sein, und so ist die Prüfung am letzten Wochenende recht gut verlaufen. Ich gehe mal davon aus, dass ich bestanden habe. Die erste Gratulantin war vorm Hörsaal meine kleine Liora und die Mama. Sie hatten den 70km weiten Weg auf sich genommen und haben mich und meine Lerngruppe unmittelbar nach der Prüfung mit Sekt verwöhnt. Liora hat wieder mal jeden in ihren Bann gezogen und hat mit der Sonne um die Wette gestrahlt. Ein wunderbares Wochenende. Ich habe nun endlich wieder Zeit, mit meiner Kleinen zu spielen. Am Montag war Susi mit „Lilo“, wie ich Liora manchmal nenne, beim Babyschwimmen. Da ihr das wöchentliche Bad nach wie vor nicht die Riesenfreude bereitet, waren wir sehr gespannt. Aber Überraschung: Liora hat es wahnsinnig Spaß gemacht, wild planschend den kleinen grünen Taschenkrebs zu verfolgen, den Susi für sie als Schwimm-Maskottchen ausgesucht hatte. Liora war diese Woche sehr gut drauf (wie fast alle Leute bei dem wunderbaren Wetter), und sie entwickelt auch wieder neue Laute. Sie wird langsam recht kitzlig und gluckst wie wild, wenn ich sie unter den Armen kitzle. Musikalisch geht´s auch voran. Sie summt nun mit fast geschlossenen Lippen vor sich hin und schaut einen dabei total drollig an….Wahnsinn!


Wir lernen fürs Leben

Am kommenden Samstag werde ich die Abschlussprüfung meines Abendstudiums schreiben. Ich bin reichlich skeptisch, ob mein Lerneinsatz ausreichend war, denn so hoch wie notwendig, war er eigentlich nicht. Das liegt daran, dass ich mich tierisch gerne von meiner Kleinen ablenken lasse. Sie ist derzeit ein richtiges Papakind, was mir super gefällt. Liora gluckst, wenn ich an den Laufstall komme, strampelt und rudert wie wild und will hochgenommen und herumgetragen werden. Wenn man sie vor sich hält, streckt sie schon die Füße durch und stemmt sich hoch. Wie für jedes Kind sind „Fliegerspiele“ derzeit für Liora das Größte. Wenn ich sie durch die Gegend schleppe, zeige ich ihr alles und sie schaut mich erstaunt an, wenn ich sie volllaber. Apropos schleppen: Liora hat ihr Gewicht von 3240 auf knapp 6000 Gramm erhöht. Sie liegt also voll auf der Wachstumskurve und wird in einem Monat wohl ihr Startgewicht verdoppelt haben. Morgen ist wieder mal Impftermin. Wahrscheinlich ist sie abends dann wieder nicht so gut drauf. Ich freue mich aber dennoch auf eine ruhige Nacht, denn die nächsten beiden Tage werde ich auf der Couch schlafen, damit ich am Samstag zur Prüfung fit bin. Es stehen für mich noch zwei lernintensive Tage und Abende an und dann sollte es geschafft sein. Unsere kleine Maus wird jeden Tag mehr lernen um das Leben zu meistern. Wie heißt es doch so schön: „Non scholae, sed vitae discimus“. Leider hat sie immer noch nicht gelernt auch mal aus der Flasche zu trinken, aber Tassen sind super interessant. Vielleicht steigen wir direkt auf Tasse um haha.
Und nächste Woche erzähle ich Euch, wie es beim Babyschwimmen war.


Papi hat nun Still-Verbot

Die Taufe war eine schöne Familienfeier: Für Liora war es eher stressig und man merkt einfach, dass es so einem kleinen Wesen doch etwas zu viel ist, den ganzen Tag rumgeschleppt und von 15 verschiedenen Menschen angeschaut und gehätschelt zu werden. Liora war abends ganz schön überdreht und fand schwer in den Schlaf, dafür hat sie dann aber fast durchgeschlafen, was für uns auch erholsam war. Die schönsten Tage für unsere Kleine sind die, welche ihr einen guten Rhythmus ermöglichen, mit einer Stunde Schlaf nach Aufstehen, Wickeln, Anziehen und Essen und am Nachmittag nochmal eine Stunde. Ab 20 Uhr ist dann Schlafenszeit.
Liora ist, wenn sie ihren Schlaf bekommt, eine absolut lustige und süße Maus, die viel lacht und sehr aufmerksam alles beobachtet. Das führt nun aber soweit, dass ich kaum mehr das Zimmer betreten kann, wenn Susi stillt, denn dann dockt sie sofort von der Brust ab und strahlt den Papa an. Die Mama ist, glaub ich, schon etwas eifersüchtig - Yes!
Lioras Lachen ist aber auch sehr wichtig, damit der Papi wohlgelaunt ist, weil das Geschrei, wenn sie nachts Hunger bekommt, ist markerschütternd und es ist leider für mich nicht mehr möglich, das zu überhören. Neulich hatte sie fast ne halbe Stunde geschrien: Kein Hunger, keine Blähungen, kein Windelproblem usw. ... irgendwie war ihr nur langweilig und sie wollte von 12 Uhr nachts bis 1 Uhr bespielt werden.
Ach ja einen schönen Brief haben wir diese Woche bekommen: Wir haben unseren favorisierten Krippenplatz zugesagt bekommen: Juhu! Da ist uns schon auch ein Stein vom Herzen gefallen.


Taufe im Dingl Dangl See?

Liora hat die zweite große Impfung im Großen und Ganzen gut weggesteckt. Sie hatte zwar am Abend wieder etwas Fieber und war nachts etwas unruhig, sodass Susi ihr vorsichtshalber ein Zäpfchen gegeben hat, aber am nächsten Tag war wieder alles eitel Sonnenschein. Im Übrigen mag sie das Lied „Guten morgen Sonnenschein, weck mich auf und komm herein“ besonders gerne. Mittlerweile lacht sie früh morgens schon laut, wenn wir das nach dem Aufstehen singen. Auch lustig sind „Die Fischelein vom Dingl Dangl See“ ein Lied, das mein Opa (der leider schon vor 20 Jahren verstorben ist) immer gesungen hat, sowie Tiergeräusche. Hund, Katze und Maus findet sie etwas langweilig, aber wenn man sie mit weit aufgerissenem Mund und Grollen als Löwe anfaucht, das findet sie echt stark. Mir gelingt es leider fast nie beim Lachen zu fotografieren, weil sie statt ins Bild zu lachen nur erstaunt den Fotoapparat anguckt.
Für die Taufe laufen nun die Vorbereitungen. Bevor der Pfarrer zum Taufgespräch kam, habe ich noch in einem hebräischen Wörterbuch die Einzelteile von Lioras Namen zusammengesetzt. Der Pfarrer war - glaube ich - einigermaßen beeindruckt von meinen Hebräischkenntnissen. Susi hat nun eine schöne Taufkerze gebastelt und das Liedblatt designt. Wir werden die Pianistin von unserem Chor, in dem wir beide singen, zur Tauffeier haben und wir haben schon mal die Lieder geübt, um auch gut mitsingen zu können. Als Taufspruch haben wir Johannes 8,12 gewählt, weil die Kleine um 8.12 Uhr auf die Welt kam. Nein im Ernst, das ist Zufall, dass der Spruch so passt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt wird das Licht des Lebens haben.“ Wir sind mal gespannt, ob Liora schreit, wenn sie mit dem Wasser getauft wird, weil vom Baden ist sie ja nach wie vor nicht so begeistert. Aber solange wir sie nicht im Taufbecken eintauchen ….


Das große R

Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Wörterbuch in der Variante Baby - Eltern//Eltern - Baby. Was mich besonders daran interessiert, sind die Wörter: „ahrrrrrrrr“, „bbbbrrrrrr“, „rrrrrrrrrr“. Vor allem frage ich mich, was es nach 15 Minuten bedeutet. So lange schafft es nämlich Liora diese Geräusche ununterbrochen und mit riesen Spaß von sich zu geben. Das Ganze ist äußerst unterhaltsam und es verführt zum Dialog. Also stehen wir vor der Wiege und geben dieselben Laute von uns und lachen uns schlapp. Ansonsten gehen die Versuche mit der Flasche weiter. Wir haben nun den Nuckel gewechselt und experimentieren mit Latex. Allerdings noch ohne Erfolg.
Liora ist nun 4 Monate alt und die Brei-Hersteller haben uns mit den ersten Probegläschen mit Apfelbrei und Karotte pur versorgt. Wahrscheinlich isst Liora eher vom Löffelchen als die Flasche zu nehmen. Sie nimmt nun auch allmählich bewusst RRRasseln oder knuddelt den RRRRiiii RRRRaaaa RRRRüssel-Elefanten. Wahrscheinlich kommt die R-Vorliebe vom schönen Lied, das wir frei nach „Es geht ein Bi Ba Butzemann“ abgewandelt als „Es geht ein Ri Ra Rüssel-Elefant in meinem Laufstall rum, fiedelbum“ singen.
Morgen früh steht die zweite Impfung der Grundimmunisierung gegen Diphterie, Tetanus usw. an. Die erste Impfung hat unsere Maus ganz gut weggesteckt. Sie hatte danach zwar etwas Fieber bekommen, aber nur einen Abend und ganz leicht. Am Abend kommt dann der Pfarrer zum Taufgespräch zu uns. Über Langeweile können wir also nicht klagen.


Maaammmi - mir schmeckt´s nicht!

Nachdem ich letzte Woche gerade noch den Blog fertig geschrieben hatte, als eine Hungerattacke von Liora die nächtliche Ruhe beendete, muss ich vom Erlebnis des Fläschchen Fütterns erzählen.
Wir hatten bisher schon zwei-, dreimal abgepumpte Muttermilch im Fläschchen gefüttert und das hat auch wunderbar geklappt, aber seit letzter Woche will Liora absolut nicht mehr aus der Flasche trinken.
Wir haben einen Fläschchenwärmer und ein exaktes Thermometer (o.k. es ist mein Weinthermometer) um die Milchtemperatur zu prüfen, wir haben verschiedene Sauger ausprobiert usw., aber keine Chance: Liora will die Flasche nicht nehmen. Das Bild im letzten Blog war sozusagen ein Archivbild als es noch klappte … da schaut Sie zufrieden und glücklich.
Letzte Woche hat sie gebrüllt wie am Spieß und war rot wie ein Feuermelder. Mit ein paar SabSimplex Tropfen auf dem Duzi konnte ich sie noch ein bisschen hinhalten, aber Liora hat sich sowas von aufgeführt, das ging echt an die Nerven. Gott sei Dank kam nach 20 Minuten Terror Susi nach Hause und zack: angedockt und glücklich!
Meine väterliche Ehre sind seither gekränkt. Es ist ein saublödes Gefühl, wenn man für so ein kleines Wesen verantwortlich ist und es aber nicht ernähren kann. Ich weiß nicht, ob es anderen Vätern auch so geht (könnt ja mal in den Kommentaren was schreiben), aber in dem Moment war ich echt irgendwie traurig. Man könnte auch sagen: Meine väterlicher Stolz ist etwas gekränkt.
Wir haben jetzt verschiedene Theorien, woran es liegen könnte. Vermutlich liegt es daran, dass sie durch die verstopfte Nase etwas schlechter riecht. Und einfach den Geruch von Mama braucht, um zu verstehen, dass es etwas zu trinken gibt. Wir werden weiter experimentieren!
Ansonsten steht nun Mitte März die Taufe an und wir freuen uns schon darauf, mit unseren Eltern, Geschwistern und Großeltern ein schönes Familienfest zu feiern.


Bindehautentzündung und ein Fläschchen von Papa

Unsere Liora kämpft nach wie vor mit einer verstopften Nase. Das Baby Meersalz Nasenspray hat jedenfalls nicht zur Selbstheilung beigetragen. Gestern dann tränte Liora das linke Auge und wir dachten sofort an Bindehautentzündung. Also war Susi mit ihr beim Arzt, der aber meinte, dass der  vermehrte Tränenfluss daher komme, dass durch die verstopfte Nase auch die Tränenkanäle zugesetzt sind. Also haben wir nun ein anderes Nasenspray bekommen. Hoffentlich hilft das.
Unsere Kleine wird nun schon etwas mobiler und hebt beim Wickeln den Popo oder zieht den Kopf ein, wenn man einen Body darüberstülpt. Wahrscheinlich wird sie sich bald drehen.Überhaupt ist Liora immer äußerst aufmerksam und genießt es besungen zu werden oder wenn das Plüsch-Schaf Stella rasselt. Lioras Spielbedarf ist mir selbst derzeit eine willkommene Ausrede nicht für meine Prüfung zu lernen. Anfang April schließe ich meinen 3-semestrigen Aufbaustudiengang zum Vertriebsmanager ab. Und 6 Wochen vorher sollte man nun intensiv mit dem Lernen beginnen … ich lass mich aber zu gerne ablenken.
So nun schreibt Liora auch mal mit, habe sie grade aus dem Bettchen geholt, weil Sie gequengelt hat. Liora schreibt: „sjkweoiufr“..Na gut, dass mit dem Zehnfingersystem klappt noch nicht ganz, aber sie wollte sagen: „Vaterblog schreiben mit Papa ist cool ,aber ich habe langsam Hunger“.
Und deswegen macht Papa jetzt das Fläschchen klar, weil Mama mit der „Tankstelle“ heute Abend bei der Chorprobe ist.


3-Monatskoliken und ein Workout

Eigentlich heißt es ja, dass Babys in den ersten drei Monaten verstärkt Bauchweh haben und zu sogenannten Drei-Monatskoliken neigen. Unsere kleine Maus scheint pünktlich zu ihrem 3. Lebensmonat nun wieder verstärkt Bauchweh zu haben. Jedenfalls ist seit drei Tagen das Geschrei groß. So nach drei Wochen hatte sie diese Phase ja auch mal, nur mit dem Unterschied, dass sie da noch nicht so laut war! Mir fallen die Ohren ab! Allerdings muss man sagen, dass sie nachts dann prima schläft. Aber am Tag muss Susi sie ständig im Fliegergriff herumtragen. Mittlerweile wiegt sie etwa fünfeinhalb Kilo und ist eine gute Trainingshantel für Schultern und Oberarme. Da sie schön ruhig ist, solange sie bewegt wird, sitze ich abends manchmal auf der Couch und mache mit ihr ein kleines Workout:
Baby mit beiden Händen unter den Armen umfassen und dann nach oben stemmen. 3 x 20 Wiederholungen. Das stärkt Trizeps und Schultergürtel.
Als Bauchmuskelübung empfehle ich: Auf den Rücken legen, Beine aufstellen, Baby zwischen die Oberschenkel legen, so dass es zu euch schaut. Und dann Crunches machen. Bei jedem auftauchen: Baby anlachen und „Guckuck“ rufen. Stärkt die Bauchmuskeln und Lungen bei dir, die Lachmuskeln beim Baby und macht Vater und Kind Spaß.
Leider bin ich immer noch nicht fit, was meine Spielaktionen mit Liora etwas hemmt. Ein Magen-Darminfekt hat mich vom Baby ferngehalten und Halsweh ist auch wieder im Anmarsch. Und Liora rasselt nachts immer noch mit der Nase. Aber die Babynasentropfen helfen ganz gut und ich denke, dass das in einer Woche jetzt mal vorbei ist.


Die Suche nach einer Kinderkrippe

Auch wenn Liora jetzt grade mal zwölf Wochen alt ist, machen wir uns nun verstärkt Gedanken über einen Krippenplatz. Susi möchte ja nach einem Jahr wieder halbtags arbeiten, weswegen wir eine Betreuung für unsere Kleine brauchen. Emotional kommt man sich schon etwas komisch vor, wenn man sich, kaum dass das Baby da ist, schon darum kümmern muss, wo man es in einem Jahr „abgibt“. Aber wir sind uns beide einig, dass eine Krippe sicherlich nicht schadet und in anderen Ländern ist das ja auch Standard. Susi möchte einfach ihrem Beruf nachgehen und ich glaube, dass nicht alleine die Zeit, die man mit seinem Kind verbringt, ausschlaggebend ist, sondern die Qualität beziehungsweise die Intensität, mit der man die gemeinsame Zeit verbringt.
Als Liora am 4.11. zur Welt kam, lasen wir zufällig in der Zeitung die Aufforderung, den Bedarf an einen Krippenplatz bei der Stadt zu melden, was wir auch sofort gemacht haben. Außerdem haben wir uns bei einer Krippe ganz in unserer Nähe angemeldet. Letzte Woche stand nun in der Zeitung, dass 120 Anmeldungen für gerade mal 30 Plätze vorliegen. Es gibt noch keine Entscheidung, wer nun einen Platz bekommt. Darum haben wir uns heute früh in einem Kindergarten, der eine Krippe einrichten möchte, vorgestellt. Die Betreuerinnen sind sehr nett und wir wurden in jeden Gruppenraum geführt, in denen uns fröhliche Kinder zuwinkten. Wir haben dort inmitten der Kinderschar unseren Aufnahmeantrag ausgefüllt und die Kinder (eigentlich nur die Mädchen) haben Liora angeschaut. Als sie in ihrem Maxicosi aufgewacht ist, hat ein Mädchen Susi am Arm angetippt und gesagt: „Duuuu, dein Baby ist aufgewacht und schaut uns an“. Süß!
Wir hoffen, dass wir nun in einer der Krippen einen Platz bekommen. Eines ist mir aber auch bewusst geworden: Die Betreuerinnen brauchen eiserne Nerven, denn der Lärmpegel gleicht dem einer Großbaustelle!


Der König ist krank - Sorge um die Prinzessin

Zwei Wochen lang eisige Kälte haben nun ihren Tribut gefordert. Ich bin krank: Husten, Schnupfen, Heiserkeit, das volle Programm. Leider hat es auch unsere kleine Prinzessin erwischt. Die verstopfte Nase hat Liora zu schaffen gemacht und sie ist ein paar mal ziemlich sauer gewesen, weil sie nicht durch die Nase atmen konnte. Wir haben ihr Baby-Nasentropfen gegeben, die auch wirklich geholfen haben und nach einer Woche scheint der Spuk nun vorbei. Wir haben nun einen kleinen Eindruck bekommen, welche Sorgen man sich macht, sobald das Baby krank ist. Ständig haben wir gefühlt, ob sie erhöhte Temperatur hat. Auch eine zweimal braun gefüllte Windel hat uns Angst vor irgendeinem Noro-Virus gemacht. Außerdem war die Maus nachts öfters wach als sonst, da die Nase dann wieder verstopft war. Aber Gott sei Dank war es nur eine Erkältung und nun sind wir alle fast wieder wohlauf.

Wir waren vor ein paar Tagen ganz erstaunt über den erweiterten Wort- oder besser gesagt- Lautschatz von Liora. Sie hat so eine Decke mit Spielbogen mit Sternen, Wolken und einem Schaf Namens "Stella". Susi hat mit dem Schaf gerasselt und Liora hat gelacht und gestrampelt. Aber als das Schaf sich nicht mehr bewegt hat, begann sie richtig laut zu schimpfen. "AAAAUUU", "AAAAA", "EEEIIIIIII" bedeutet in Babysprache soviel wie "Hey Du faules Schaf, häng nicht so rum, sondern beweg Dich und Spiel mit mir." Das ging minutenlang so und wir hatten unseren Spaß und haben die Stella dann natürlich noch einige Male angeschubst und rasseln lassen, sehr zur Freude von Liora.

Überhaupt entwickelt sie jetzt ein Interesse für andere Wesen. Bei der Babymassage schaut sie mit großen Augen immer eine andere Mama an und wenn deren Bub schreit, wird dieser fasziniert beäugt. Die Babymassage scheint ihr Spaß zu machen, zumindest streckt sie immer den Bauch hoch wenn sie dort massiert wird. Da ich bei der Babymassage nicht dabei bin (das macht Susi), gönne ich Liora abends die "Super Spezial Baby Bauch Massage powered by Papa". Da strahlen Baby und Papa Augen!


Partymaus

Ich mach mir  Sorgen: Ich glaube unser Kind ist etwas frühreif. Sie geht jetzt schon auf Partys!!!Dass sie an Heilig Abend topfit war und den ganzen Abend alles genau beobachtet hat (vor allem Lichterglanz hat es ihr angetan), hielten wir noch für eine Ausnahme.Sie hatte dann in der Nacht super geschlafen (5 Stunden!) und war am 1. Feiertag dann einigermaßen geschafft. Aber in den folgenden Tagen mussten wir feststellen, dass unsere Kleine absolut nicht schlafen will, sobald Besuch da ist und sie im Mittelpunkt steht. Sie strahlt über beide Ohren, wenn sie rumgetragen wird und genießt sichtlich die Aufmerksamkeit. An Silvester hatten Susi und ich mit den Eltern/Schwiegereltern einen Raclette-Abend und wollten Liora im Nebenzimmer schlafen legen, aber unser Babyphone sendete ununterbrochenes Gequengel, sodass Liora dann mit uns feiern durfte. 5 Minuten nach Zwölf, als wir alle mit Sekt (für Liora gab´s Muttermilch) angestoßen hatten, wurde sie dann doch vom Sandmännchen abgeholt und entschlummerte in einen tiefen 5 Stunden Schlaf!Am Sonntag waren wir dann bei Freunden auf einen Spieleabend und auch hier versuchte Liora möglichst viel von den Poker-Regeln zu verstehen. Zwei Tage später auf einem Geburtstag wollte sie auch mitfeiern und nicht im Nebenzimmer schlafen. Ursprünglich machte ich mir ja Sorgen, dass sie dann Nachts total überdreht wäre, aber bisher hat sie das gut weggesteckt und ließ uns auch immer ganz gut schlafen. Was mir Sorgen macht: Sie verdreht jetzt schon Männern den Kopf und lässt sich gerne von ihnen anlachen und auf Händen tragen!Da wird der Papa aber eifersüchtig!


Der erste Urlaub und ein Lächeln

Nächtelanges Baby Herumtragen, Spieluhr aufziehen und Baby gegen gemeine Blähungen zu beruhigen haben mich mürbe gemacht. Ich bin erschöpft, ausgelaugt und am Ende! Ich muss raus und daher habe ich beschlossen: Ich brauche Urlaub.
Spaß beiseite: Ich habe nicht wirklich Urlaub gemacht, aber es fühlte sich so an. Wir hatten  ein 2-tägiges Teammeeting in der Firma und ich habe daher im Hotel übernachtet. Nach ein paar Bierchen abends an der Bar habe ich mich recht bald aufs Zimmer verzogen. Und ich habe 7 Stunden ohne zwischendurch aufzustehen durchgeschlafen. Herrlich! Fantastisch!

Danke Chef für diesen „Kurzurlaub“!

Aber ehrlich gesagt: Eine Nacht im Hotel war super, aber ich habe mich bereits wieder auf zu Hause und meine beiden Ladys gefreut. Und ich bilde mir ein, außer der Mama war auch die kleine Liora ganz glücklich den Papa wieder zu sehen. Auch deutet sich jetzt ganz allmählich an, dass unsere Kleine anfängt, bewusst zu lächeln. Sobald so ein kleines Lächeln über ihr Gesicht huscht, verhalten sich alle wie Bekloppte, schneiden Grimassen, stupsen das Baby mit dem Finger auf die Nase und sagen „Uuuiii tust du mich schon anlachen, aaanlaachen, ja, jaaaa!?“. Ich hab´s vorher nie geglaubt, aber so schön kann kein Christbaum strahlen und wenige Dinge machen einen wirklich so glücklich wie strahlende Babyaugen.


Von Weihnachtsengeln und Rentieren

Wie jedes Jahr gibt es ja den Stress mit den Weihnachtsgeschenken. Dieses Jahr jedoch war es logisch: Wir schenken unseren Familien ein schönes gerahmtes Foto unseres kleinen Engels.
Die Fotosession artete zu einem zweitägigen Event aus mit unterschiedlichsten Requisiten wie Weidekörbchen, Nikolausmützen oder Engelsflügeln. Liora war – auch wenn sie nicht gerade geschlafen hat – vom Blitzlichtgewitter ganz schön genervt. Wir hatten auch ein schlechtes Gewissen, sie immer mit dem Blitz zu blenden. Um Liora nicht zu sehr zu stressen, haben wir jedes Motiv vorher mit einem etwa Babygroßen Plüschschaf geprobt. Ich denke der Aufwand hat sich gelohnt und Liora hat uns das Blitzlichtgewitter mittlerweile verziehen.

Mit unserem kleinen Rentier wünsche ich den Lesern eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch!


Ein Frosch im Tragetuch

Nun die Bauchschmerzen haben immer noch unsere Abendstunden im Griff. Mal geht es zwei Tage sehr gut, dann ist wieder mal Halligalli. Wir bilden uns aber ein, dass die Anschaffung unseres Tragetuchs eine gute Entscheidung war. Nach anfänglichen Protesten fühlt sich unsere Kleine richtig wohl darin und sie schläft so tief und fest an Mamas oder Papas Bauch, dass man manchmal schon  Panik hat, ob sie überhaupt noch schnauft. Apropos Bauch: Wir waren auf diversen Weihnachtsmärkten und ich habe Liora mittels Tragetuch auf meinem Bauch spazieren getragen. Die Jacke hatte ich darüber, sodass man die Kleine nicht gesehen hat. Die Leute haben mich beim Essen angeguckt mit dem Gesichtsausdruck „Schau dir den Typen an. Eh schon so fett und futtert natürlich auch noch jede Menge Bratwürstl“ bis sie gemerkt haben, dass ich ein Baby an Board habe. Irgendwie habe ich mich nun auch mal „schwanger“ gefühlt und festgestellt: Bergauf tragen Schwangere ganz schön schwer und die Luft wird knapp. Wir stellen auch fest, dass Liora am Nachmittag im Tragetuch tiefer und ruhiger schläft. Wir hatten neulich aber etwas Bedenken, weil sie den ganzen Tag sehr ruhig war und auch fast zwei Tage keinen Stuhlgang hatte. Also hat Susi Fieber gemessen und siehe da: Die Stimulation tat so gut, dass Mama von oben bis unten mit einer hübschen braunen Salve „beschossen“ wurde. Ich stand daneben und hab mich kaum mehr eingekriegt vor Lachen.


Babyblubberblasen

Nun die Zeit vergeht irgendwie wie im Fluge. Zwischen den Stillzeiten, die alles andere als regelmäßig sind, bleibt nicht viel Zeit für sonstige Aktivitäten. Dieses Wochenende hat es auch mal Zoff gegeben. Es hatte sich etwas Chaos angesammelt und daher habe ich sehr optimistisch einige alte Sachen weggeworfen, was Susi gar nicht gefallen hat. Aber man muss eben jetzt viel pragmatischer sein als vorher, sonst geht ja gar nichts mehr voran. Jedenfalls waren wir sehr müde und da liegen die Nerven schon mal blank. Ein langer Spaziergang hat unsere Gemüter wieder beruhigt und das Gerumpel auf dem Feldweg hat unseren Kinderwagen durchgerüttelt und Liora durchgeschüttelt. Aber ihr hat’s gefallen und sie hat beruhigt die Wintersonne genossen.
Was Sie offenbar auch genießt, wenn auch mit etwas bedächtigen Gesichtsausdruck, ist das wöchentliche Bad in der Wanne. Das ist für uns ein schönes Gemeinschaftserlebnis. Liora wird in eine Mullwindel eingewickelt (war ein Tipp der Hebamme) und so dann in die Wanne gehoben (das Badethermometer war ein gutes Geschenk). Hinterher in ein warmes Badetuch gewickelt – kurz mal die Seele aus dem Leib gebrüllt – und sich dann wieder nuckelnd an Mamas Busen hin geschmust, so kann der Abend ausklingen.


Baby-Blähungen-Besuche

Nun um es klar zu sagen: Ich bin müde … unendlich müde. Denn seit heute bin ich wieder in der Arbeit und gerade gestern Nacht hatten wir ein paar sehr geräuschvolle Stunden. Wie so ein kleiner Resonanzkörper nur sooo laut sein kann. Die Ursache sind: Hunger, Blähungen oder übervolle Windel in beliebiger Reihenfolge bzw. Kombination.
Ich bekomme auch mit, dass sehr viele Menschen die Freude mit uns teilen. Wir haben fast täglich Besuch von Freunden und Verwandten und werden reich beschenkt. Sogar den Kuchen müssen alle selbst mitbringen, denn wir feiern quasi „Flitterwochen“ mit unserer Kleinen. Das heißt, zu Hause bleibt nun einiges an Arbeit liegen, wir machen nur das Nötigste. Dafür gehen wir mit dem Kinderwagen auf große Fahrt oder liegen neben der Kleinen und schauen sie einfach an. Abends koche ich für meine Ladys lecker Essen (Gänsekeule, Lachsfilet, Gulasch, …). Gestern waren wir auch noch beim Kinderarzt zur U3. Lustigerweise hat mich die Arzthelferin wieder erkannt: „Kann es sein, dass Sie und Ihre Schwester als Kind immer bei Doktor XY waren?“ Wir sind prominent!!!
Ach ja noch etwas liebe werdende Väter: Solltet Ihr derzeit über einen neuen Fernseher nachdenken: Spart Euch das Geld! Ihr habt eh keine Zeit mehr zum Gucken. Aber auch keine Lust, denn Baby gucken ist spannender (o.k. Champions League Spiele schau ich mir an:-)


Ich verzaubere Eure Welt … und mach Euch die Nacht zum Tage!

Was ist das für ein Stress? … lasst mich doch einfach friedlich schlafen. Warum werde ich bloß ständig so angestarrt? Wer sind diese fremden Wesen, die mich ständig in den Arm nehmen und rumreichen wie eine Trophäe? Und überhaupt dieses supergrelle Licht überall! Naja wenigstens höre ich die vertrauten Stimmen von Mami und Papi. Ich glaub, die haben mich total lieb. Das freut mich auch, aber in der Nacht sind die beiden immer so still und wenn ich sie nicht höre, dann schreie ich und dann kommt wieder Mama oder Papa und ich bin nicht mehr so alleine!
Was ich doof finde: Trinken von Mamas Brust ist anstrengend, ich schlafe zwischendurch immer ein und außerdem bekomme ich immer Schluckauf, der mich komplett durchschüttelt. Neulich wollte ich einfach mal schlafen und dann ist meiner Mama eingefallen mich zu wickeln. Haha, da habe ich mir einen Spaß gemacht und habe mal eine Salve abgeschossen! Volltreffer: Pullover, Hose und Schuhe von Mama sind nun braun! Tolle Farbe …
Ja unsere kleine Maus entdeckt die Welt und wir entdecken auch eine neue Welt. Mich zerreißt es nach wie vor fast vor Stolz und Susi ist eine tolle und ganz verliebte Mama und-Gott-sei-Dank auch noch verliebt in den Papa!


Überraschung am Dienstag Morgen: LIORA ist da!

Ich bin am 4.11. gegen 5 Uhr früh wach geworden. Susi sitzt auf der Bettkante, stöhnt und übt sich im Hüftkreisen … Nanu? Schon so früh Yoga machen? Geht´s jetzt los? Zwei Wochen vor Termin? Susi glaubt es geht los und sagt sie gehe nochmal ins Bad sich frisch machen. Als ich dort erscheine wäscht sie sich die Haare!!! Ich glaub´s nicht. Als ob´s nichts Wichtigeres gäbe. Die Tasche hat sie glücklicherweise am Vorabend gepackt und ich suche mir auch ein paar Sachen zusammen. Derweil übt Susi den Vierfüßlerstand und die Wehen werden nun richtig heftig. Wir schaffen es ins Auto.
7.45 Uhr: Parkplatz Klinikum
7.50 Uhr: Kreissaal (kurz vor der Morgenbesprechung, so dass Susi´s Kollegen gleich alle Bescheid wissen)
7.55 Uhr: Der Muttermund ist vollständig eröffnet
8.12 Uhr: ein kleines Mädchen erblickt mit einem kräftigen Schrei die Welt: 3240gr schwer, 51cm groß, Kopfumfang 34cm.
Diese nackten Zahlen können nicht ausdrücken welches Glück da in unsere Welt gepurzelt ist. Die Kleine Maus heißt LIORA, Johanna. Liora ist ein hebräischer Name und bedeutet so viel wie „Gott mein Licht“. Und unser kleines Licht strahlt nun auf unser Leben. Wir vergießen ein paar Tränen der Erleichterung und ein unendlich stolzer Papa ist total gerührt.


Stolz: Tolle Frau, tolle Mama

Ich habe ja erst spät angefangen hier zu schreiben. An dieser Stelle sei gesagt: Der Countdown läuft. Ich will es an dieser Stelle einfach mal sagen: Ich bin stolz auf meine Frau!
Bisher war die Schwangerschaft für uns beide wunderschön. Susi fühlt sich wohl und bisher lief alles ohne Komplikationen und Erbrechen oder was manche sonst so durchmachen müssen. Susi strahlt von Innen, ist (wie immer) total albern und einfach süß …
Ja ein paar emotionale Momente mit Tränen gab es selbstverständlich auch: Zum Beispiel sitzt sie eines Abends neben mir auf der Couch und fängt an zu weinen. Ich weiß gar nicht mehr warum, aber sie war plötzlich überwältigt von ihren Gefühlen und schluchzte ihren Bauch streichelnd „Ich möchte unsere kleines Baby so gerne in den Arm nehmen.“ Ein anderes Mal hat sie im Eltern-Heft den Satz gelesen: „So nahe wie während der Schwangerschaft wird mir mein Baby nie wieder sein.“ …da ging es auch los. Und in dem Moment war ich dann plötzlich etwas neidisch auf das, was wir Männer nie erfahren werden:
diese Mutterliebe, Nähe und Bindung zum Baby. Die Frauen tragen das Baby eben in sich, wir Männer sitzen staunend vor einem wachsenden Bauch (mit dem dämlichen Gedanken im Kopf, ob der auch wieder schön straff wird) und warten quasi außen stehend neun Monate lang auf den großen Tag. Aber ich bin glücklich, dass ich diese 9 Monate zusammen mit einer in sich ruhenden, glücklichen Susi verbringen kann, die strahlt wie ein Honigkuchenpferd, wenn die kleine Maus klopft und ich ihren Bauch streichel.


Babyshopping: Schlagt Euch um die besten Stücke!

Entgegen aller Klischees gehe ich als Mann gerne einkaufen. Als ich jedoch eines Abends nach Hause komme und Susi unseren Wandkalender mit den Terminen aller Babybasare der Umgebung befüllt hat, bin ich kurz davor zu streiken. Müssen wir da wirklich überall hin? Lohnt sich das?
Der erste Babybasar meines Lebens: Wir stehen wartend mit einer Meute von 98% Frauen vor dem Eingang einer Turnhalle. Alle diskutieren durcheinander (man kennt sich) und geben sich Tipps für Fläschchen Sterilisatoren, Windeleimer und die wirksamsten homöopathischen Globuli gegen Dreimonats-Koliken. Das kann ja heiter werden! Die Türen öffnen sich, alle stürmen in die Turnhalle, ein Kinderwagen bleibt mit einem Rad in der Tür hängen, Kinder schreien wegen der plötzlichen Hektik …Geil! Innen wird lustig alles durcheinander geworfen und selektiert. Und ich: Mittendrin! Ich schaue mir das Spektakel an und spätestens bei dem Tisch mit Mützen und Handschuhen geht mir das Herz auf: Ist das alles putzig! Wir erstehen einige Strampler, kleine Hosen, ein Reisebett und: die schönste Mütze des Tages! Ich bin von Babymützen total angetan …
Außerdem musste in den letzten Wochen neu gekauft werden: Ein Kinderwagen, eine Babyschale fürs Auto, Wickeltisch und Bettchen. Mit dem Kinderwagen ist es so: Wir hatten zwei Hersteller in der Auswahl: Von den Funktionen her identisch, sprach für Hersteller H. die – in meinen Augen- bessere Verarbeitung, ein höherer Federungskomfort und etwa 2 Kilo weniger Gewicht. Hersteller T. hatte das schönere Design. Susi entschied sich für das Design, obwohl ich dezent vor allem auf den Gewichtsvorteil des Herstellers H. verwies. Zitat Susi: „Du bist doch mein starker Mann und hebst den Wagen immer ins Auto.“ Wer kann sich da noch wehren?


Ölwechsel: Wie viel verbraucht denn Deine so?

Ein zunehmend größer werdender Bauch erfordert zunehmende Aufmerksamkeit. Susi kauft eine Flasche Schwangerschaftsöl und es wird meine Aufgabe täglich Bauch und Busen damit einzuölen … ein herrliches Thema auch für Männer. Sollten hier werdende Väter mitlesen: Das ganze verhält sich wie beim Auto. Je größer der Hubraum, desto mehr Öl wird im Regelfall verbraucht. Dies kann bei Treffen werdender Väter zu folgenden Dialogen führen:„Na wie viel braucht denn deine so?“ Antwort: „Ja eine Flasche pro Woche kann's manchmal schon sein."
Mit dem Einölen ist es so: Einerseits dient es ja zur väterlichen Kontaktaufnahme mit dem Baby, aber täglich habe ich dann doch keine Lust. Dies ändert sich als erste Klopfzeichen auftauchen. Da wird nun angeklopft und ich klopfe zurück und man lässt sich allerlei Blödsinn einfallen um Kontakt aufzunehmen. Eines Tages stöbere ich auf dem Dachboden meiner Eltern meine alte Spieluhr mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht" auf und die legen wir Susi auf dem Bauch. Das Baby legt nun eine kesse Sohle aufs Parkett und tanzt begeistert mit … faszinierend!


Baby TV: Folge 1

Susi weiß bereits, dass es ein Junge wird. Woher sie das weiß, bleibt schleierhaft. Es scheint sich um eine Eingebung höherer Wesen zu handeln, die ausschließlich mit schwangeren Frauen kommunizieren. Eine Dimension, für die Männer nicht die richtigen Empfangsantennen besitzen! Ich sage: „Mir ist egal, ob´s ein Mädel oder Junge wird, Hauptsache der Bub ist gesund“.
Neulich war ich erstmals in meinem Leben beim Frauenarzt. Im Wartezimmer der Klinik, in der Susi arbeitet, haben mich alle Frauen etwas irritiert angekuckt und wirklich wohl war mir nicht. Endlich kam die Oberärztin und bat mich und Susi in das Untersuchungszimmer. Die beiden unterhalten sich in Fachchinesisch miteinander und ich sitze staunend daneben. Gebannt starre ich auf den Bildschirm und verschiedene Messungen werden durchgeführt. Kaum misst die Ärztin zweimal die Organe nach, schiebe ich Panik und der Puls steigt: Ist alles o.k.? Ja alles ist in Ordnung! Als dann das Versagen der weiblichen Intuition festgestellt wird - es wird ein Mädchen - bin ich ganz ehrlich gesagt traurig: Nicht wegen mir. Es ist doch (fast) wirklich egal, allerdings hat Susi zwei Schwestern und ich habe eine Schwester, die wiederum zwei Mädchen hat und na ja … wir sind halt langsam eine richtige Großfamilie, in der die Männer rar werden! Für die werdenden Opas wäre es mal eine Abwechslung gewesen.


Willkommen im Club: Vatertag!

In der Pause meines Fortbildungskurses erzähle ich beiläufig, dass mir die Düse geht, denn am morgigen Vatertag wollen wir unsere Familien in unser kleines „Geheimnis“ einweihen. Einer meiner Kommilitonen (1,90 groß, Typ harter Hund) bekommt große Augen, packt mich und drückt mich an seine Brust: "Glückwunsch Alter, das ist ja total Klasse, ich beneide Dich voll". Ich bin verwirrt: Es scheint Leute zu geben, die sich mehr freuen als ich. Freue ich mich genug? Warum reagieren Menschen, die so gar nix mit der Situation zu tun haben, viel fröhlicher als ich selbst? Das gibt mir zu denken … Es ist einfach so, dass „Mann" sich eben auch Sorgen macht: Ist das Baby gesund? Was tun wir, wenn nicht? Werde ich ein guter Vater sein? Gequält von diesen Sorgen und nervös vor dem Vatertag schlafe ich schlecht.
Früh morgens fährt Susi zu ihren Eltern und ich lege meinem Vater die Einladung zum Weißwurstfrühstück auf den Tisch. Er wundert sich etwas, da meine Mama nicht eingeladen wurde und wir unterhalten uns etwas allgemein, futtern und stoßen mit unserem selbstgebrautem Weißbier an: Männeridylle! Als Geschenk gebe ich ihm einen Brief. Der Inhalt ist privat, es sei aber verraten, dass mein Papa nicht sonderlich glücklich ist, dass wir ein eigenes Haus bauen. Ich schreibe, dass ja alles nach Plan läuft: Einen Baum haben wir schon zur Hochzeit gepflanzt, der Hausbau Plan steht. Im Inneren der Karte ist ein Ultraschallbild und drunter steht: „Ob es ein Sohn wird, wissen wir nicht, aber einen Opa wie Dich, kann es sicher brauchen". Ich versuche, seine Reaktionen zu deuten, es passiert erst nichts! Ich bin kurz davor enttäuscht zu sein, aber dann wird er von seinen Gefühlen doch übermannt: Wir umarmen uns und liegen uns in den Armen. Kurz darauf bekommt meine Mama auch noch ein Frühstück. Sie erfährt es recht kurz und schmerzlos: Alle freuen sich und insgeheim glaube ich, ist mein Vater auch stolz, dass er es zuerst erfahren hat! Nach und nach erfahren es Familie, Verwandte, Freunde. Die Väter unter den Freunden quittieren die frohe Kunde mit „Willkommen im Club“, die Nicht-Väter mit „Boahh Alter, Respekt und viel Glück“.


Es ist soweit: Mein Bauch wächst

Wir standen uns umarmend in der kleinen Küche, Blick abgewandt vom hinter uns dahin vegetierenden Schwangerschaftstest. Bange Minuten und die Frage "Schaust du oder ich?" Das Ergebnis war negativ, dabei hatte alles dafür gesprochen. In dem Moment fuhren meine Gefühle Achterbahn: Von "Gott sei dank!“, ich weiß nicht, ob ich wirklich schon dafür bereit bin" bis zu "So ein Scheiß--so ein Wutzerl wäre doch sooo süß" Egal, das Trainingslager wurde fortgesetzt. Einige Wochen später hatte Susi einen Frauenarzttermin und brachte ein kleines Bildchen mit, auf dem ein winziger kleiner Punkt zu sehen war und wir wussten: Jetzt geht´s los! Ich war super stolz und gerührt. Und Susi strahlte wie ein Bambi auf der Waldwiese.
Wir haben uns darauf geeinigt innerhalb der nächsten 12 Wochen weder Familien noch Freunden etwas zu sagen. Viel zu oft hat mir meine Frau aus ihrem beruflichen Alltag von Komplikationen berichtet. Wenn wir nicht den Ultraschall-Beweis hätten, wäre kaum glaubhaft, dass Susi schwanger ist. Es geht ihr blendend! Keine Übelkeit, kein Heißhunger auf Gurken mit Honig oder sonstige Grausamkeiten. Aber: Susi liebt Fleisch: JUHUU! Männer Nahrung soweit das Auge reicht. Steaks und Braten werden zubereitet, was zur Folge hat, dass nun der Bauch wächst: Susis Bauch weniger, dafür meiner umso mehr! Zu Steaks gehört auch Bier (nur für mich) und das verstärkt das Wachstum.
A propos Alkohol: Geburtstage mit dem üblichen Sektumtrunk laufen nun so ab: Fröhliches Anstoßen, angetäuschtes Nippen Susis am Glas und Abstellen des selbigen in meiner Nähe … Die Folge: Ich komme sehr fröhlich nach Hause. Liebe Väter, in dieser Zeit erübrigt sich die Frage "Wer fährt denn heute?" Überhaupt wurde uns sehr bewusst, dass es gesellschaftlich mittlerweile fast verpönt ist zu rauchen, aber geradezu erwartet wird, mal ein Gläschen zu heben.
Das Essen bringt Folgen: Der Bauchvergleich vor dem Spiegel zeigt: ICH (!) bin im 3. Monat. Es wird Zeit, Farbe zu bekennen.


"Wir" sind schwanger ...

"Wir", das sind meine Frau Susanne, 29, Ärztin und ich, Christian, 31, Vertriebsbeauftragter bei einem IT Infrastrukturanbieter. Moment: Was heißt da "wir" sind schwanger …das ist doch nur die Frau ….Genau! Aber manchmal wünscht man sich etwas mehr an dem kleinen Wunder teil zu haben, das sich da anbahnt.
Es liegt ja in der Natur der Sache, dass Frauen während der Schwangerschaft mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die Männer, umso wichtiger erscheint mir auch mal direkt zu werdenden Vätern zu sprechen oder den Leserinnen aus der Gefühlswelt aus der Sicht eines Mannes zu berichten.
Nachdem wir beschlossen hatten, der Natur ihren Lauf zu lassen, begann eine wundervolle „intensive“ Zeit, die dazu führte, das unser kleiner Wurm das grelle Licht des Kreissaals erblicken wird, in dem sonst meine Frau den Zwergerln auf die Welt hilft. Bis dahin ist es noch ein langer Weg, der umso spannender wird, da wir parallel unseren Hausbau planen.


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