Musik im Bauch

Gestern waren wir auf einer Hochzeit eingeladen. Glücklicherweise hatte ich sogar ein Kleid in meinem Schrank gefunden, das (noch) passte und mich nicht wie eine wandelnde Tonne aussehen ließ. Es wurde dann auch ein wirklich schönes Fest, bei dem am Abend eine sechsköpfige Band den Gästen so richtig einheizte. Wir tanzten kräftig mit und ich bekam von einigen Seiten zu hören, dass ich ja noch „richtig fit“ sei. Da auch meine potenzielle Hebamme mit von der Partie war, konnte ich die Feier auch bedenkenlos genießen ... Es stellte sich allerdings heraus, dass der Bauch beim Standardtanzen den „Tanzabstand“ vergrößert und dass „Twisten“ wegen der Fliehkraft sehr erschwert ist. Auf jeden Fall amüsierte ich mich prächtig, was als Schwangere mitunter gar nicht so leicht ist. Ich möchte ja nichts tun, was dem Baby in irgendeiner Weise schaden könnte und habe also mein Leben meinem Zustand angepasst. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen ich zwischen meinen eigenen Wünschen und der Vorsicht  hin- und hergerissen bin: Vor drei Wochen waren wir auf einem Open-Air Konzert. Die Karten hatten wir schon seit letztem Oktober, wir wollten doch unbedingt einmal gemeinsam Depeche Mode live erleben ... Natürlich hatten wir im Vorfeld lange überlegt, ob das „noch“ geht. Aber meine Ärztin gab grünes Licht, sie sagte wir sollten es genießen und halt einfach ein bisschen aufpassen (das war ja ohnehin klar). Nachdem ich dann auf dem Konzert die ersten 15 Schwangeren gezählt hatte, war ich beruhigt und wir erlebten einen wirklich  unvergesslichen Abend. Ich kaufte mir auch extra ein Tourshirt und zog es an. (Das kann ich meinem Töchterlein dann einmal zeigen: „Da warst du schon drunter und dabei.“) Beim Lied „Enjoy the silence“ und der Zeile „all I ever wanted, all I ever needed is here in my arms ...“ war ich im Arm meines Mannes mit der Hand auf dem Bauch richtig glücklich ...


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