Schwangerschaft (Katrin S.)

Wie schnell die Zeit vergeht ...

Mareile ist mittlerweile drei Monate alt. Aus dem kleinen Baby ist schon ein properes Mädchen geworden - Dank aller feinster Muttermilch! Wir haben ausgerechnet, dass ein Erwachsener am Tag 15 Liter Milch trinken müsste, wenn er die gleiche Menge Milch zu sich nehmen würde wie unser kleiner Wonneproppen. Die ersten Strampelanzüge habe ich bereits aussortiert und den Kleiderschrank mit der nächsten Größe aufgefüllt. Und auch die Windeln Größe 2 werden schon sehr eng um die speckigen Schenkel und den kugelrunden Bauch. Im Stubenwagen schlägt sie mit ihren Ärmchen gegen den Korb. Zum Glück haben wir schon ein Gitterbettchen. Das werden wir demnächst aufstellen müssen. Seit etwa zwei Wochen schläft sie durch. Welch Wohltat! Ich bin frühs wieder ansprechbar und muss tagsüber nicht mehr so viel Schlaf nachholen. Das Waschbecken wird auch nicht mehr lange ihre Badewanne sein. Dann müssen wir uns etwas Anderes ausdenken. Wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Mareile beginnt zu greifen und wird immer mobiler. Neulich ist sie fast aus ihrer Wippe gerutscht, weil sie so gestrampelt hat. Wenn ihre Entwicklung weiter so rasend schnell geht, dann kann sie an ihrem ersten Geburtstag ein Haus malen und vom Startblock springen! Nein, im Ernst, ich bin beeindruckt, wie sich die Kleine entwickelt und freue mich schon auf die kommenden Monate. Der erste gemeinsame Sommer war schön - und wie geht`s weiter?! QWUSSPBYZX2D


Das bisschen Baby ... (aus der Sicht von Tante Nicole)

Das bisschen Baby kann so schwer nicht sein - das habe ich mir auch gedacht, als meine Schwester Katrin mich bat, für ein paar Stunden auf die kleine Mareile aufzupassen. Sie hatte einen wichtigen Termin an der Uni und ich ohnehin jede Menge Überstunden.
Mittags hält sie mit Sack und Pack Einzug in unserem kinderlosen Haushalt: Wickeltasche, Kuscheldecke und Teefläschchen, Spuckwindel, Spieluhr und Schnuller für den Notfall. Katrin drückt mir ihr frisch gestilltes Baby auf den Arm und eilt zu ihrer Prüfung. Anfangs läuft alles prima: Mareile schaut sich interessiert um und lacht sogar mal kurz mit ihrer künftigen Patentante. Bis sie plötzlich, ohne jede Vorwarnung, ihr hübsches Gesicht verzieht und losheult. Panik. Hat sie Durst? Nein, sie verweigert den leckeren Fencheltee. Vielleicht ist die Windel voll? Also wickeln. Gar nicht so einfach bei dem Gezappel. Geschafft.
Aber warum schreit sie immer noch? Bauchschmerzen? Müde? Sie ist sicher müde. Ein Schlaf fördernder Spaziergang fällt leider aus, weil es in Strömen regnet. Das kuschelige Babynest, das ich schnell in mein Bett zaubere, quittiert Mareile leider mit noch lauterem Gebrüll. Mir wird langsam heiß. Da klingelt auch noch das Telefon. Unsere Mutter, die stolze Oma. Wo ist bloß der Schnuller? "Ja, alles in Ordnung, die Kleine ist nur ein bisschen unruhig, wahrscheinlich müde." Kaum lege ich auf, schaltet Mareile wieder beleidigt ihre Sirene an.
Also packe ich die Wunderwaffe schlechthin aus: das alte Kinderlied "Laurentia, liebe Laurentia mein", bei dem man regelmäßig in die Knie gehen muss. Ich singe mich so durch die Wochentage (ich will gar nicht wissen, was unsere Nachbarn denken), bis so in der 35. gesungenen Woche die Augen endlich kleiner werden und schließlich zufallen. Jetzt nur nicht bewegen. Zentimeter für Zentimeter bewege ich mich Richtung Couch, setze mich gaaaaanz vorsichtig hin und wage kaum noch zu atmen.
So sitze ich immer noch reglos mit dem schlafenden Baby auf dem Arm, als Katrin eine Stunde später an der Tür klingelt. Prüfung bestanden, meine Schwester mit Bravour, und ich - naja, lassen wir das. Das bisschen Baby kann so schwer nicht sein? Oh doch, es kann!


Die Krabbelgruppe : eine Selbsthilfegruppe für Muttis? (11 Wochen alt)

Das Erlebnis mit der Butter gibt mir zu denken. Kann es denn der Sinn der Mutterschaft sein, jeden Tag ein Kind durch die Gegend zu schieben und wegen eine Päckchens Butter einen Halbmarathon zu absolvieren, der auch noch im Fiasko endet? Nein, bestimmt nicht. Meine Spaziergänge müssen ein anderes Ziel bekommen. Freunde mit Baby habe ich noch nicht, dazu sind wir zu neu in der Stadt. Also muss ich solche Freunde finden. Nächste Woche werde ich eine Krabbelgruppe besuchen, auch wenn Mareile noch meilenweit vom Krabbeln entfernt ist. Und zum Babyschwimmen gehe ich auch, und wenn
ich Lust habe, mache ich auch noch Pekip - vorausgesetzt, ich habe bei so vielen Terminen noch genügend Zeit zum Einkaufen!


Wenn Butter kaufen zum Albtraum wird (10 Wochen alt)

Manchmal laufe ich ziellos mit dem Kinderwagen durch die Gegend, nur damit das Kind beschäftigt ist. Neulich habe ich mich dabei ertappt, wie ich wegen eines (!) Päckchens Butter zu einem zwei Kilometer entfernt gelegenem Supermarkt gelaufen bin, nur damit ich ein Ziel für meinen Spaziergang habe. Im Supermarkt angekommen, wacht Mareile natürlich auf, schaut eine Weile mit großen Augen die Neonleuchten an der Decke an und fängt prompt an zu quengeln. Meine Schritte werden schneller in der Hoffnung, dass sie gleich wieder einschläft. Stattdessen wird sie immer lauter. Mir steigt langsam die Röte ins Gesicht. Die Leute schauen schon. Hunger kann sie nicht haben. Ich habe sie gestillt, bevor wir gegangen sind. An der Kasse schreit sie dann so sehr, dass mich alle ringsum mitleidig anschauen. Und alles nur wegen eines dämlichen Päckchens Butter! Nächstes Mal essen wir Margarine, so etwas tue ich mir auf keinen Fall mehr an!


Willkommen in der Realität (9 Wochen alt)

Es ist nun einige Wochen her, dass Mareile geboren wurde und unser Leben gehörig umgekrempelt hat. In unseren Alltag kehrt so langsam eine gewisse Routine ein. Mein Mann arbeitet wieder, und ich versuche, meinen Tagesablauf den Bedürfnissen des Kindes anzupassen. Das Baby hat mich ganz schön im Griff, das muss ich zugeben! Während ich vor sechs Wochen noch entspannt am Frühstückstisch saß, meinen Tee trank und die Zeitung lesen konnte, schlinge ich nun mein Müsli in mich hinein und überfliege die Überschriften unseres Tagblatts, um wenigstens ein bisschen auf dem Laufenden zu bleiben. Die morgendliche Duschzeit hat sich halbiert und die Betten bleiben bis zum Abend ungemacht. Wahrscheinlich bin ich einfach in der Realität mit Kind angekommen.


Ein Glück, dass es die Emma gibt (8 Wochen alt)

Haushalt und Kinder unter einen Hut zu bringen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wie soll man bitteschön gleichzeitig einen Kind stillen, die Wäsche von der Leine nehmen, kochen, das Wohnzimmer abstauben und die Straße kehren? Kann mir das mal einer verraten?! Ich schaffe das nicht und werde es vermutlich auch niemals schaffen. Bin ich froh, dass wir eine Emma im Haus haben, die mir wenigstens den Abwasch abnimmt. Geduldig schluckt sie auch die größten Töpfe und Schüsseln, wenn ich zumindest vorübergehend Ordnung in der Küche haben will. In unserer vorherigen Wohnung hatten wir keine Emma, da musste ich sämtliche Teller, Tassen, Messer und Gabeln von Hand abspülen. Für alle, die sich jetzt wundern: Unsere Spülmaschine heißt Emma und ist unsere beste Haushaltshilfe. Ums Ausräumen knobeln wir immer - leider habe ich Glück in der Liebe und Pech im Spiel!


Ist der aber süß! (7 Wochen alt)

Seit ich mit Kinderwagen unterwegs bin, werde ich oft von völlig fremden Menschen angesprochen. Wie alt ist das Kind denn? Wie heißt es denn? Ich weiß nicht, wie oft ich diese Fragen schon beantwortet habe, aber ich tue es immer wieder gerne. Neulich an der Supermarktkasse beugte sich eine ältere Dame über den Kinderwagen, beäugte unsere Kleine und fragte, wie der kleine Junge wohl hieße. Der sei aber süß! Als erstes habe ich sie darüber aufgeklärt, dass der Junge ein Mädchen ist und dass sie Mareile heißt. Wieso das Kind denn dann eine blaue Jacke tragen würde, wenn es doch ein Mädchen sei? Was soll ich dazu sagen? Mein Neffe hat uns die Jacke "vererbt", und ich bin eigentlich ganz glücklich damit, weil sie so schön warm ist. Früher hätte es das nicht gegeben, musste ich mir sagen lassen. Bin ich froh, dass ich nicht im "Früher" lebe, so kann ich nämlich eine ganze Menge Geld sparen!


Schüttelfrost am Sommeranfang (6 Wochen alt)

Schüttelfrost und Gliederschmerzen, Fieber und eine gerötete Brust - klassische Zeichen für eine Brustentzündung. Mir scheint auch nichts erspart zu bleiben. Erst klappt es mit dem Stillen nicht, dann saugt das Kind so heftig, dass ich Blasen an der Brustwarze habe, und schließlich entzündet sich das rechte meiner Milchwerke auch noch! Als erstes habe ich einen Notruf bei meiner Hebamme abgesetzt, die sofort kam, um mich mit ihren bewährten Mittelchen zu behandeln: Brust ausstreichen und Quarkwickel rum, Füße hochlegen und nichts tun. Das ist leichter gesagt als getan, schließlich bestimmt seit geraumer Zeit ein neuer kleiner Mensch meinen Tageslauf, den es nicht kümmert, wie es mir geht. Vielmehr ist er für meinen Schlafmangel verantwortlich!
Am besten hat mir aber mein Mann gefallen, der mir nach der Arbeit zwei Kilo Quark mitbrachte, in der Hoffnung, ich würde einen Käsekuchen backen! Er war ein bisschen enttäuscht, als ich den Quark für meine Brust dermaßen zweckentfremdete. Na ja, wenn die Brustentzündung überstanden ist, werde ich den Quark wieder anderweitig verwenden und ein riesiges Käsekuchenfest feiern!


Das erste Vollbad im Waschbecken (5 Wochen alt)

Also, das mit dem Schlafen ist so eine Sache. Tagsüber klappt es nämlich wunderbar. Mareile schläft im Kinderwagen, wenn ich spazieren gehe oder beim Einkaufen bin. Sie schläft auch dann weiter, wenn der Kinderwagen vor der Haustüre geparkt ist und sich nicht mehr bewegt. Mareile schläft im Auto, wenn wir eine längere Tour unternehmen. Sie schläft direkt nach dem Stillen in ihrem Stubenwagen oder in der Wippe. Aber sie schläft bestimmt nicht, wenn es Nacht wird, und mein Biorhythmus sich voll und ganz auf Schlafen eingestellt hat. Dann ist sie wach und schaut mich mit ihren großen blauen Augen an. Dann will sie auf dem Arm gehalten werden und kuscheln. Oder ich muss sie auf meinen Bauch legen und sanft hin und her wiegen. Dass ich eigentlich schlafen will, scheint ihr völlig egal zu sein. Erst weit nach Mitternacht ist sie schließlich auch wieder müde und schläft etwa vier Stunden, bis der kleine Hunger kommt ...


Wenn die Nacht zum Tag wird (4 Wochen alt)

Also, das mit dem Schlafen ist so eine Sache. Tagsüber klappt es nämlich wunderbar. Mareile schläft im Kinderwagen, wenn ich spazieren gehe oder beim Einkaufen bin. Sie schläft auch dann weiter, wenn der Kinderwagen vor der Haustüre geparkt ist und sich nicht mehr bewegt. Mareile schläft im Auto, wenn wir eine längere Tour unternehmen. Sie schläft direkt nach dem Stillen in ihrem Stubenwagen oder in der Wippe. Aber sie schläft bestimmt nicht, wenn es Nacht wird, und mein Biorhythmus sich voll und ganz auf Schlafen eingestellt hat. Dann ist sie wach und schaut mich mit ihren großen blauen Augen an. Dann will sie auf dem Arm gehalten werden un kuscheln. Oder ich muss sie auf meinen Bauch legen und sanft hin und her wiegen. Dass ich eigentlich schlafen will, scheint ihr völlig egal zu sein. Erst weit nach Mitternacht ist sie schließlich auch wieder müde und schläft etwa vier Stunden, bis der kleine Hunger kommt ...


Willkommen zu Hause! (3 Wochen alt)

Ich hätte heulen können vor Freude, als mein Mann uns aus der Klinik abholte, um uns nach Hause zu bringen. Am liebsten hätte ich die ganze Welt umarmt, so durcheinander war mein Hormonhaushalt und so erschöpft war ich nach dem Klinikaufenthalt. Zu Hause habe ich erst einmal das Mittagessen verschlafen, das meine Mutter für uns gekocht hatte. Zum Kaffee bin ich dann wieder in der Küche erschienen und musste feststellen, dass das Kaffeetrinken in der Schwangerschaft entspannter war. Mareile hatte ihren Mittagsschlaf nämlich ebenfalls beendet und pochte auf ihr Vorrecht beim Futtern. Bis ich mit dem Stillen fertig war, war der Kaffee leider kalt und es eigentlich schon fast wieder Zeit zum Abendessen. Wieso dauert das nur so lange, bis die Kleine satt ist? Hoffentlich ändert sich das noch, sonst falle ich irgendwann vom Fleisch!


„Muttermilch, das Beste für ihr Kind“ (2 Wochen alt)

Wenn es nur so einfach wäre! Mitten in der Nacht kam die Schwester und brachte mir mein Kind mit dem Hinweis, dass es Hunger habe. Sie zeigte mir schnell, wie ich es anlegen muss, damit es Milch bekommt und verschwand wieder. Schön, aber das Stillen klappte erst mal gar nicht. Stattdessen schlief das Kind auf meinem Bauch wieder ein, ohne auch nur einen Schluck getrunken zu haben. Ich legte es zurück in sein Bett und hoffte, dass es am nächsten Morgen besser klappen würde. Ein Irrtum, denn Mareile trank auch am folgenden Tag nicht an der Brust, und mir schien der Busen langsam zu platzen! Die Milch war schon eingeschossen, und unser Würmchen hatte vermutlich nicht genug Kraft, die Brust zu fassen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich Mareile im Kreißsaal nicht gleich angelegt bekommen hatte. Dank Schwester Luzia, die sich dann fast eine halbe Stunde lang nur um uns kümmerte, klappt das Stillen mittlerweile. Ich verwende nun erst mal Stillhütchen, auch wenn sie in Hebammenkreisen ein bisschen verpönt sind. Spätestens jetzt kann ich allerdings behaupten: Mutter und Kind wohlauf!


Hurra, es ist ein ... (1 Woche alt)

... Mädchen! Und was für eines! 3080 g schwer und 50 cm lang. Und natürlich zuckersüß, unsere kleine Mareile. Die Geburt ist wirklich gut verlaufen. Ich war zwar so geschwächt, dass ich nicht mehr alleine vom Kreißbett in ein normales Patientenbett umsteigen konnte. Aber das Gefühl, ein Neugeborenes im Arm zu halten, ist unbeschreiblich und lässt einen sämtliche Anstrengungen der vergangenen Stunden vergessen. Mein Mann hatte noch rechtzeitig einen Parkplatz gefunden und war die ganze Zeit bei der Geburt dabei. Leider hatte er vergessen, vor der Entbindung seinen Ehering auszuziehen. Jetzt tun ihm die Finger weh, weil ich die Wehen nicht nur veratmet habe, sondern auch mit aller Kraft immer seine Hand gedrückt habe. Na ja, hat er auch ein bisschen was von den Schmerzen mitbekommen, und beim nächsten Kind wird er schon an seinen Ring denken ... .


Da hat’s jemand eilig (39. Woche)

Nach dem Blasensprung und neuen Wehen ging eigentlich alles ganz schnell. Erst CTG, dann die Feststellung, dass der Muttermund bereits vollständig geöffnet ist. Also wurde ich gleich in den Kreißsaal gebracht, während mein Mann noch das Auto aus dem Parkverbot chauffierte. Die Wehen wurden zwar noch mal intensiver, blieben aber leider in der entscheidenden Phase aus, weshalb ich an den Wehentropf gehängt wurde. Zweimal musste ich dann nur noch pressen, und dann schrie unser Baby. Die Hebamme rief "Weiterpressen", und ich verstand gar nicht warum. Doch nach dem nächsten  Pressen machte es "plopp", so dass nach nur gut 2,5 Stunden im Kreißsaal das ganze Kind geboren war  - Puuuuh!


Meine Frau, das schwangere Wesen (Bernhards Sicht) (38. Woche)

Ein komische Autofahrt war das von meinen Eltern wieder zurück nach Hause: Alle fünf bis zehn Minuten krümmt und streckt sich meine Frau auf dem Beifahrersitz und stöhnt. Späße über Geburten im Auto oder Polizeieskorten findet sie nicht richtig witzig. Soll ich so tun, als hätte ich schon zig Kinder entbunden? Während der Praktika und Famulaturen haben die Hebammen uns Medizinstudenten bei den Geburten leider immer vor die Türe geschickt. Kurz vor dem Ortsschild fällt uns ein, dass wir die Krankenhaustasche ja noch gar nicht vollständig gepackt haben. Also flitzen wir schnell nach Hause und packen die wichtigsten Utensilien noch zusammen - zum Glück, denn schon passiert es: Blasensprung! Jetzt aber dann doch in die Klinik - sie krümmt und streckt sich schon wieder und stöhnt ... .


Wehe, wenn das Wehen sind (37. Woche)

Seit gestern spüre ich ein Ziehen im Bauch. Ich bin mir nicht sicher, ob das Wehen sind, denn dafür tut es meinem Empfinden nach nicht genug weh. Richtige Wehen stelle ich mir anders vor. Wir sind zur Zeit bei den Schwiegereltern zu Besuch und verarbeiten Basilikumberge zu Pesto - eigentlich keine wehenfördernde Arbeit. Der Geburtstermin ist außerdem erst in fünf Tagen, eigentlich noch genug Zeit für ein paar schöne Unternehmungen und die letzten Einkäufe vor der Entbindung. Andererseits muss ich mich häufig hinsetzen, um mich auszuruhen und den Druck vom Beckenboden zu nehmen. Jetzt zieht es schon wieder ein bisschen, obwohl ich ja nur vor dem Computer sitze. Nun gut, das Pesto ist bereits in Gläser gefüllt und verstaut. Ich glaube, wir sollten uns auf den Heimweg machen, man kann ja nie wissen ... .


Von Scheinwehen und anderen Wehwehchen (36. Woche)

Jetzt hat es mich doch erwischt. Kurz vor dem Ende plagt mich der Ischias. Bevorzugt zucke ich abends zusammen, wenn ich gerade die Wäsche abhänge oder die Hemden meines Mannes bügle. Immer dann fährt ein kleiner stechender Schmerz in mein rechtes Bein und lässt mich komische Verrenkungen machen. Nicht sehr angenehm, aber vielleicht ein notwendiges Übel, um mich schon einmal auf die Schmerzen der Geburt vorzubereiten. Scheinwehen gehören vermutlich genauso dazu. Letzte Nacht bin ich gegen 3 Uhr mit Schmerzen im Bauch aufgewacht. Weil ich schon einiges über die berühmten Scheinwehen gelesen hatte, habe ich mich erst mal auf das Sofa gesetzt und abgewartet, ob sich noch mehr tut. Als ich zwei Stunden später schließlich wieder aufgewacht bin, war klar: Alles nur eine Übung für den bevorstehenden Tag X!


Hebammensprechstunde (35. Woche)

Endspurt. In zwölf Tagen feiern wir Geburtstag - wenn es stimmt, was meine Frauenärztin berechnet hat. Heute war zum ersten Mal meine Vor- und Nachsorgehebamme da, um mich zu untersuchen, während meine Ärztin in Urlaub ist. Ehrlich gesagt empfand ich diesen Hausbesuch als sehr angenehm, musste ich doch nicht bereits um 9 Uhr morgens in der Praxis erscheinen, sondern konnte mein Frühstück gemütlich bis 10 Uhr ausdehnen. Die Untersuchungen waren ähnlich wie in der Praxis. Nur statt des Wehenschreibers hatte meine Hebamme einen silbernen Trichter dabei, den sie zwischen ihr Ohr und meine Kugel klemmte, um die Herztöne abzuhorchen. Wirklich beeindruckt hat mich auch, dass sie durch bloßes Tasten die Lage des Kindes beschreiben und seine eventuelle Größe abschätzen konnte. Ich hoffe, meine Frauenärztin kann das auch, sollte in der Praxis einmal der Strom ausfallen …


Soooo groß ist es schon! (34. Woche)

Von Zeit zu Zeit macht die Frauenärztin einen "Großen Ultraschall", das heißt, sie vermisst Bauch und Kopf des Kindes und berechnet aufgrund dieser Werte das aktuelle Gewicht. Acht Wochen vor der Geburt wiegt unser Zwerg etwa 1700 Gramm. Ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob das viel oder wenig ist. Aber ich finde, es klingt nach einem strammen Kerlchen, wenn man bedenkt, dass es laut Baby-Handbuch in den letzten Wochen ausschließlich an Gewicht zulegt und nur minimal an Größe gewinnt. Ich tue auch mein Bestes dafür, damit es vom Fliegengewicht in die Klasse der Superschwergewichte aufsteigen kann: Das Kind bekommt jeden Tag Obst, Gemüse, Vollkornbrot und natürlich eine extragroße Portion Schokolade ...


Das erste CTG (33. Woche)

Piep, piep, piep - poch, poch, poch, so klang das erste CTG bei der Frauenärztin. Bis ich allerdings verkabelt war, und der Schallkopf in der richtigen Position lag, so dass von dem kleinen Lebewesen in meinem Bauch etwas zu hören war, hat es etwas gedauert. Die ersten fünf Minuten am Wehenschreiber waren noch spannend. Immer wenn der Winzling sich bewegt hat, hat es geknackt und gerauscht. Dann hatte dieses ständige Pochen aber wohl so etwas Beruhigendes, dass ich prompt in einen süßen Schlaf gefallen bin. Und das um 9 Uhr am Morgen, wo ich doch gerade erst aufgestanden war! Nach einer halben Stunde hat eine Arzthelferin mich wieder geweckt. Naja, verpasst habe ich nichts, bislang ist alles in bester Ordnung!


Was Schwangere und Tanzbären gemeinsam haben, oder: Die wie ein Tanzbär läuft (33. Woche)

Schwangere schwanken. Bisher habe ich dieses Phänomen immer nur aus der Ferne beobachtet, jetzt bin ich selbst davon betroffen. Ich wiege mich wie ein dicker Tanzbär von rechts nach links und laufe ganz gemächlich vor mich hin. Eigentlich wollte ich bis zum Schluss aufrecht und normal gehen, schließlich bin ich trainiert und sonst ziemlich schlank. Letzte Woche habe ich mich allerdings dabei ertappt, wie ich auf dem Weg zum Einkaufen ins Schwanken geraten bin und gar nichts dagegen tun konnte. Warum nur haben Schwangere in den letzten Wochen vor der Entbindung diesen Tanzbären-Gang? Meine Schwester, die sich in ihren beiden Schwangerschaften am Ende wie eine übergewichtige, watschelnde Ente vorkam, meint, dass dieser schwankende Gang die beste Vorbereitung für die schlaflosen Nächte ist, in denen man ein schreiendes Baby hin und her wiegen muss ...


Die Hormone spielen verrückt (32. Woche)

Dass sich der Hormonhaushalt während der Schwangerschaft verändert, war mir klar. Dass sich das aber derart stark auf mein Gefühlsleben auswirken würde, habe ich nicht erwartet. Es hat damit begonnen, dass ich statt eines viel umworbenen Kinofilms mit Starbesetzung lieber die olle Kamelle "Dirty Dancing" im Fernsehen angeschaut habe. Ich kenne den Film fast auswendig, ich habe ihn bestimmt schon zehn Mal gesehen. Am Anfang war ja alles noch harmlos, aber je größer die Anfeindungen gegen "Baby" und ihre Freunde wurden, umso trauriger wurde ich. Irgendwann floss dann die erste Träne, bis ich schließlich beim Abschlusstanz verzweifelt ein Päckchen Taschentücher suchte. Sollte demnächst "Sissi" im Fernsehen kommen, schaue ich lieber einen Krimi.


Das Ende naht (31. Woche)

Morgen gehe ich zum letzten Mal zu meiner Schwangeren-Selbsthilfegruppe, wie ich meinen Geburtsvorbereitungskurs mittlerweile zu bezeichnen pflege. Ob ich in der nächsten Woche in ein Loch fallen werde, weil mir eine lieb gewonnene Abendveranstaltung fehlt, wage ich zu bezweifeln. Ebenso wage ich zu bezweifeln, dass ich tatsächlich etwas Hilfreiches für die Geburt gelernt habe. Außer vielleicht, dass das berühmte Hecheln mittlerweile out ist, Wassergeburten dafür der totale Renner sind. Nein, ich will nicht undankbar sein. Die Hebamme hat sich sehr um uns bemüht. Und ihre Entspannungsübungen erzielten bei mir den maximalen Erfolg. Wenn ich nur einen Teil dessen, was sie uns vermittelt hat, bei der Geburt anwenden kann, hat sich der Kurs gelohnt.


Kai-Pirinha oder Aloe Vera, das ist hier die Frage (30. Woche)

Meine Schwester wollte uns gemeinsam mit einigen Freunden bei der Namenssuche für unser kleines Wunder hilfreich zur Seite stehen. Der Abend muss sehr feucht-fröhlich verlaufen sein, wenn man sich die Vorschläge anschaut. Hier nur eine kleine Auswahl ihrer Ideen: Peter Alexander und Hugo Straßer - noch aktive Musiker jenseits von gut und böse; Erdinger oder Julius Echter - Biersorten aus unserer bayerischen Heimat; Jojoba, Aloe Vera oder Nivea, für das gepflegte Mädchen von morgen. Caipirinha (besser: Kai-Pirinha) und Capricciosa bildeten den Abschluss der Namensliste, kommen aber wegen der komplizierten Schreibweise nicht in Frage. Was bleibt, ist ein großes Fragezeichen. Die zukünftige Tante und ihre Helfer scheinen den Ernst der Lage nicht erfasst zu haben. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als weiter Namenslexika zu wälzen ...


Oma, fahr den Wagen vor! (30. Woche)

Vor kurzem haben uns meine Eltern besucht und den Stubenwagen abgeliefert. Er ist - ebenso wie der Kinderwagen - eine Leihgabe meiner Tante, die nach langer Babypause nochmal einen Nachzügler bekommen hat. Sie braucht jetzt definitiv beides nicht mehr, deshalb steht der Stubenwagen nun bei uns und wartet auf seinen Einsatz. Solange unser Baby noch gut in meinem Bauch verpackt ist, darf eine säuglingsgroße Stoffbiene mit einer Wärmflasche im Bauch in seinem Bett liegen und es vorwärmen. Meine Mutter hat sie uns gekauft und mitsamt dem Stubenwagen abgeliefert. Sie meint, dass wir sie in Zukunft bestimmt brauchen können. Immer wenn ich nun den Stubenwagen anschaue, denke ich an Maja. Eigentlich schöner Name für ein Mädchen. Aber was, wenn diese Biene gar nicht Maja, sondern Willy ist?! Die Spannung bleibt uns wohl noch ein paar Wochen erhalten ...


Wenn "Fachliteratur" die Fachliteratur ersetzt (29. Woche)

Mittlerweile ist auch der Kinderwagen bei uns eingetroffen. Inhalt des Kinderwagens war ein Handbuch rund ums Kind, angefangen bei der Geburt, über das Stillen bis hin zur Säuglingspflege und zu Kinderkrankheiten. Das Buch ist ein Geschenk meiner Tante, und ich habe mich gleich rein vertieft. Seitdem ich das Baby-Handbuch habe, lasse ich sämtliche Bücher, die ich für meine Doktorarbeit lesen sollte, links liegen. Durch Stuben- und Kinderwagen, Rassel und Schnullerkette, die meine Mutter vorsorglich schon einmal gekauft hat, verwandelt sich unser Umfeld langsam, aber sicher in eine Kinderstube. Vermutlich muss ich mir keine Gedanken darüber machen, dass sich meine Interessen so langsam verschieben. So wie die Hormone die ersten Wochen der Schwangerschaft bestimmt haben, dominieren sie eben auch die Schlussphase ...


Ab in den Süden (28. Woche)

Unser letzter Urlaub zu zweit führte uns ganz in den Süden Deutschlands - nämlich ins Allgäu. Für ein verlängertes Wochenende wohnten wir bei meiner Tante und ließen es uns noch einmal richtig gut gehen. Als wir morgens gegen zehn Uhr in der Küche erschienen, standen Kaffee, Tee, Brötchen und Eier von glücklichen Hühnern schon auf dem Tisch. Die Marmelade stammte natürlich aus eigener Herstellung und schmeckte auf einer dicken Schicht Allgäuer Butter einfach traumhaft. Leider musste ich auf die frische Kuhmilch verzichten, da sämtliche Produkte, die Rohmilch enthalten, ja in der Schwangerschaft tabu sind. In wenigen Wochen darf ich zwar wieder die frisch gemolkene Milch trinken. Dann wird es aber leider wohl vorbei sein mit der Idylle am Frühstückstisch, so sagen es zumindest etliche weise Prophetinnen und Propheten voraus. Manche behaupten sogar, nach verbrüllten Abenden und durchwachten Nächten würde das Frühstück manchmal ganz ausfallen. Unvorstellbar!


Die Selbsthilfegruppe geht weiter (28. Woche)

Ich habe mich von der Vorstellung letzte Woche nicht entmutigen lassen und bin diese Woche wieder in meinen Geburtsvorbereitungskurs gegangen. Es hätte schließlich nur noch besser werden können. Doch leider wurde ich enttäuscht. Die Zipperlein meiner "Leidensgenossinnen" scheinen sich verstärkt zu haben - die Begrüßungsrunde dauerte dieses Mal 45 Minuten. Anschließend widmeten wir uns dem Thema "Wehen". Was ich in der folgenden halben Stunde theoretisch erfahren durfte, war so ermüdend, dass ich bei der abschließenden Entspannungsübung glatt eingeschlafen bin. Mein Sportdress werde ich nächste Woche auf jeden Fall nicht mehr anziehen, zum Quatschen und Schlafen genügt auch eine normale Hose und ein bequemer Pulli.


Hurra, es ist ein ...! (27. Woche)

Nein, wir wollen gar nicht wissen, was es wird, das haben wir mittlerweile entschieden. Auch wenn Tanten und Onkels, Omas und Opas, Freunde und Vorgesetzte uns jedes Mal löchern. Ein bisschen Spannung muss sein. Ich stehe sowieso nicht so auf rosa Strampler, und mein Mann ist auch froh, dass seine Kinderfotos noch schwarz/weiß sind. Wer es unbedingt wissen will, der soll eben meine Frauenärztin fragen, die weiß es nämlich schon. In meinem Geburtsvorbereitungskurs stehe ich mit dieser Ansicht allerdings allein auf weiter Flur. Die Muttis dort reden schon alle von "ihrem" Kevin, "ihrer" Luisa oder sonst wem. Manche Namen treiben mir fast die Tränen in die Augen. Die Partnerstunde werde ich meinem Mann und mir wohl ersparen. Auch wenn die eine oder andere Mutti einen sehr netten Eindruck macht - dieser Kurs ist und bleibt ein Reinfall.


Geburtsvorbereitung oder Selbsthilfegruppe? (26. Woche)

Wo bin ich denn hier gelandet? Gemeinsam mit elf anderen Schwangeren habe ich gestern zum ersten Mal an einem Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen - und ich bin entsetzt! Eigentlich hatte ich von solch einem Kurs erwartet, dass wir etwas über die Geburt erfahren und ein paar Gymnastikübungen zur Vorbereitung auf den Tag X machen. Ich habe mir extra ein sportliches Schwangerschafts-T-Shirt und eine Schwangerschaftsgymnastikhose besorgt! Stattdessen hat uns die Hebamme geschlagene 40 Minuten erzählen lassen, wer wir sind, wie es uns geht und welche Zipperlein wir haben. Und manche Frauen haben tatsächlich kein Ende mehr gefunden. Was man alles haben kann, wenn man schwanger ist - hätte ich diesen Kurs vor der Schwangerschaft gemacht, hätte ich mir das mit dem Kinderkriegen sicher noch mal überlegt.


Des Corsas letzte Fahrt (25. Woche)

Die letzten Tage unseres Corsas sind gezählt. Mein Traumauto - der Kombi einer befreundeten Familie - steht zum Verkauf, und wir haben natürlich sofort zugeschlagen. In vier Wochen können wir unser neues Auto abholen. So lange darf uns der Corsa noch seine treuen Dienste leisten. Und das musste er kürzlich auch, als wir der Einladung unseres Trauzeugen folgten, ein verlängertes Wochenende im schönen Brandenburg zu verbringen. Einer unserer Ausflüge führte uns über eine alte Kopfsteinpflasterstraße mitten ins Herz des Landes. Das Geruckel im Auto hätte bei einer Hochschwangeren bestimmt die ersten Wehen ausgelöst - vielleicht könnte man so ja die Geburt einleiten, wenn das Kind zwei Wochen über Termin wäre. Aber weil das neue Auto sicher besser gefedert ist, müssten wir uns für diesen Fall wohl nochmal einen Corsa besorgen.


"Baby an Bord" (24. Woche)

Den Aufkleber "Baby an Bord" haben wir schon. Nun fehlen uns nur noch das Baby und das Auto, auf den wir ihn kleben können. Unser jetziges Auto - ein heißgeliebter Opel Corsa - muss wohl einer Familienkutsche weichen. Mein Mann weint schon bitterlich, ist es doch sein erstes selbst finanziertes Auto, das ihm schon im Studium treue Dienste geleistet hat. Ich dagegen frohlocke innerlich, da seine "Erbse" nicht einmal Servolenkung hat, geschweige denn vier Türen! Der Kofferraum ist auch viel zu klein. Schließlich muss neben dem Luxusliner-Kinderwagen, den unser Nachwuchs bekommt, auch noch Platz für Windeln und ein Reisebett sein. Ein Kombi wäre da wohl nicht schlecht. Freunde von uns fahren einen und haben sogar für ein zweites Kind Platz! Wenn das mal kein Kaufkriterium ist?!


Ja, wo rutschen sie denn? (23. Woche)

Ich habe ein Problem mit den Schwangerschaftshosen. Dank meiner Schwester und zweier Freundinnen besitze ich im Moment acht Schwangerschaftshosen und zwei Röcke. Eine ganz passable Auswahl, sollte man meinen. Doch leider passt mir nichts davon. Sie sind alle zu weit, so dass sie entweder gleich bis in die Knie rutschen oder ich sie nach jedem fünften Schritt wieder in die richtige Position bringen muss. Das nervt! Andererseits werden mir selbst die größten meiner herkömmlichen Hosen langsam zu eng. Dann müsste doch eigentlich die Zeit der Schwangerschaftshosen gekommen sein. Ich frage mich allerdings, für welche Schwangere solche Hosen entworfen werden. Nun suche ich nach einer ansehnlichen Latzhose - die kann wenigstens nicht rutschen!


Dein Name sei Noro (22. Woche)

"Noro, komm her!" klingt irgendwie komisch. Aber wenn Prominente ihre Kinder nach Städten oder Stadtteilen (z.B. Paris, Brooklyn oder Lourdes) nennen, warum sollten wir unser Kind dann nicht nach dem gefährlichen Virus taufen, das außer mir noch die halbe Stadt befallen hat? Während ich mich abwechselnd auf dem Sofa und in der Badewanne erhole, habe ich viel Zeit, mir Gedanken über den Namen unseres Sprösslings zu machen. Noro ist mit Sicherheit ein eigenartiger Name, dafür ist er selten und wird mich immer an eine der übelsten Phasen meiner Schwangerschaft erinnern. Die ersten drei Monate waren ein Klacks dagegen! Und für den Fall, dass unser Baby ein Mädchen ist, habe ich auch schon eine Idee: Dann nennen wir sie einfach Nora!


Wer suchet, der findet (21. Woche)

Stapelweise liegen die Namenslexika auf meinem Nachtkästchen. Bis zur Geburt haben wir zwar noch etwas Zeit, aber der Name für das Kind muss sorgfältig ausgewählt werden. Schließlich muss es sein ganzes Leben lang damit rumlaufen! Und der Name muss zum Nachnamen passen. Er darf nicht zu modern sein, sollte nicht Platz 1 auf der Kreißsaal-Hitliste belegen, und das Kind sollte die Chance haben, seinen Namen später richtig zu schreiben. Wenn alle Kriterien zutreffen, schreiben wir den potenziellen zukünftigen Namen unter die 20 anderen, die wir schon haben, auf einen Zettel. Das Beunruhigende an der Sache ist, dass wir im ersten Lexikon die Jungennamen erst zur Hälfte durch geschaut haben - wie wird das erst bei den Mädchennamen?!


Baby-Glück (20. Woche)

Der nächste Hammer! Ich muss Kompressionsstrümpfe tragen, da sich während der letzten vier Wochen Krampfadern gebildet haben, die mir bei längerem Stehen Probleme bereiten. Wenn ich morgens einen Termin habe, muss ich nun mindestens zehn Minuten früher aufstehen - so lange dauert es nämlich, bis ich die Strümpfe angezogen habe. Sie gehen bis knapp unter den Hintern und haben nur den einen Vorteil, dass sie wärmen, während es draußen kälter und kälter wird. Vielen Dank, liebes Baby! Abgesehen von der Übelkeit in den ersten drei Monaten war die Schwangerschaft bis zur letzten Vorsorgeuntersuchung vor zwei Tagen eigentlich schön. Seit ich schwanger bin, kann mich viel weniger aus der Bahn werfen. Ich sehe wesentlich gelassener in die Zukunft, bin ausgeglichener und könnte manchmal die ganze Welt umarmen, wenn ich mal wieder einen kleinen Tritt von innen zu spüren bekomme. Seit etwa vier Tagen spüre ich die ersten Bewegungen unseres Kindes und fühle mich gleich viel schwangerer. Der Bauch wächst deutlich, und auch von innen kommen Lebenszeichen - wenn das kein Glück ist!


Gestatten: Dolly Buster (19. Woche)

Was die Hormone nicht alles bewirken. Neben zahllosen Pickeln habe ich einen Busen bekommen, der sich mit dem von Dolly Buster oder Pamela Anderson bestimmt messen lassen kann. Mich irritiert mein neuer Vorbau ein bisschen, weil meine alten Oberteile so eng anliegen, dass sie spannen. Mein Mann findet es sexy, ich unbequem. Jetzt bin ich auf der Suche nach neuen Oberteilen, die hübsch aussehen und Busen und Bauch ausreichend bedecken. Interessanterweise tragen die "Busenwunder" in der Modewerbung selten etwas, das wintertauglich und bequem ist. Beruhigend finde ich, dass dieser Atombusen kein Dauerzustand sein wird - auch wenn es meinem Mann durchaus gefallen würde!


"Und was wird's?" (19. Woche)

Ich kann die Frage langsam nicht mehr hören: "Wird es ein Junge oder ein Mädchen?". Meine Standardantwort lautet mittlerweile: "Hoffentlich kein Gummibärchen." Als ob das Geschlecht irgendwie wichtig wäre! Vielleicht lassen wir uns auch gar nicht sagen, was es wird. Spannung bis zur letzten Sekunde! Die Omas sind jetzt schon enttäuscht. Beide haben bereits gefragt, ob der erste Strampelanzug rosa oder hellblau sein soll. Ich finde ein gesundes Kind das beste Geschenk auf Erden - Geschlecht hin oder her. Jungs werden Draufgänger und Mädchen Zicken. Welche Variante ist wohl besser?! Bei meinem letzten Frauenarztbesuch hat sich das Kind verschämt weggedreht. Ob das ein gutes Omen ist, sei dahin gestellt.


Fleisch macht Jungs? (18. Woche)

Kaum zu glauben, was man an der Uni alles trifft. Während einer kurzen Mittagspause saß ich neben einer Mitstudentin aus früheren Semestern. Auf meine Zukunft angesprochen, antwortete ich ihr, dass ich im Frühsommer ein Kind erwarte. Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, wissen wir noch nicht. Daraufhin meinte sie doch allen Ernstes, wenn ich einen Jungen haben wolle, dann müsse ich vor allem zu Beginn der Schwangerschaft viel Fleisch essen. So würde es mit dem Stammhalter bestimmt klappen. Ich habe mich heftig an meiner heißen Schokolade (mein Kaffee-Ersatz!) verschluckt, schnell eine Bronchitis vorgetäuscht und fluchtartig den Raum verlassen. Hoffentlich wird aus ihr nie die Biologielehrerin meines Kindes!


Rückfall in die Pubertät (18. Woche)

Horror! Ich will morgens schon gar nicht mehr in den Spiegel gucken. Gestern waren am Kinn erst zwei Pickel, heute hat sich ein dritter hinzugesellt und morgen werde ich ausschauen wie ein Streuselkuchen. Ich wäre die perfekte Besetzung für die Clearasil-Werbung, ein bisschen zu alt vielleicht, aber reich an Pickeln und Hautunreinheiten. Um die alle wegzuschminken, bräuchte ich jede Woche eine neue Dose Make-Up und zum Abschminken einen Spatel. Im Bus setze ich mich ungehemmt neben die 16-Jährigen, da ich im Moment ganz ähnlich aussehe und mich hinten wohler fühle als vorne bei der Nachbarin und ihrer Freundin!


Prost Neujahr! (17. Woche)

Das neue Jahr ist angebrochen und somit das Geburtsjahr unseres Kindes. Mein erstes Silvester seit langem, an dem ich auf das obligatorische Glas Sekt verzichtet habe. Aber was tut man nicht alles fürs Baby! Geraucht habe ich nie, aber jeden Morgen eine große Tasse schwarzen Kaffee getrunken, um wach zu werden. Damit ist jetzt Schluss. Die letzte Untersuchung bei der Frauenärztin hat ergeben, dass der Eisenwert zu niedrig ist. Nun muss ich zum einen Tabletten nehmen, zum anderen soll ich auf den Kaffee verzichten, da er die Eisenaufnahme hemmt. Gut, mache ich, auch wenn es mir schwer fällt. Außerdem creme ich mir den Bauch fleißig ein, weil ich keine Lust auf Schwangerschaftsstreifen habe. Und ich habe das Joggen aufgegeben, weil die Laufbewegung mittlerweile unbequem ist. Was muss man wohl alles aufgeben, wenn das Kind erst einmal da ist?! Ich bin gespannt und freue mich trotz allem auf die nächsten fünf Monate


Das leidige Schwangerschaftshosen-Problem (4. Monat)

Mittlerweile passt mir nur noch eine Hose. Bei der anderen geht der Knopf zwar auch noch zu, zwickt aber den Bauch ein, und das ist sehr unangenehm. Ich habe schon drei Schwangerschaftshosen von meiner Schwester bereit liegen, die nur den kleinen Fehler haben, dass mir die Beine zu lang sind. Nächste Woche muss ich mich unbedingt auf die Suche nach passenden Schwangerschaftshosen machen. Außer C&A und H&M fällt mir in der ganzen Stadt kein Laden ein, wo ich solche Dinger kaufen könnte. Vermutlich läuft die halbe Stadt mit den gleichen Schwangerschaftsklamotten rum wie ich. Aber was solls. Es ist ja nur noch für kurze Zeit ...












Müde ... (4. Monat)

Mit meiner Arbeit geht es im Moment eher schleppend voran. Oft sitze ich am Computer und ertappe mich dabei, wie die Gedanken gerade wieder abschweifen. Manchmal nicke ich auch kurz ein und schreibe dann eine ganze Zeile lang den gleichen Buchstaben. Das kann am Eisenmangel liegen, hat die Frauenärztin gesagt. Eisenmangel ermüdet, und das bekomme ich gerade sehr deutlich zu spüren. Ich habe meine Ernährung auf eisenhaltige Kost und rote Säfte umgestellt, da diese viel Eisen enthalten sollen. Auf die Wirkung warte ich allerdings noch, ich bin nämlich noch nicht wacher geworden. Vielleicht fehlt mir auch nur der Kaffee am Morgen. Aber der ist ja leider tabu ... Zum Glück kann ich mir bei meiner Arbeit die Zeit frei einteilen. Ab und zu gönne ich mir eine halbe Stunde Schlaf, danach geht es meistens besser.


Hähnchen zum Frühstück (3. Monat)

Zum Glück hat sich die Übelkeit etwas gelegt. Stattdessen überkommen mich auf einmal Heißhungerattacken, wie ich sie noch nie vorher hatte. Man kennt das ja aus schlechten Filmen, aber sie scheinen auch in der Realität zu existieren. Kurz nach dem Frühstück habe ich unbeschreiblichen Hunger auf ein knuspriges Hähnchen. Ich zügle mich natürlich, schließlich soll man nicht für zwei essen. Keine Stunde später stehe ich hinter dem Herd und koche mir einen Vanillepudding, weil mir gerade danach ist. Und wieder eine Stunde später esse ich ein Wurstbrot. Der Pudding hat nicht satt gemacht. Wenn das so weiter geht, passe ich am Ende der neun Monate in keine Schwangerschaftshose mehr!


Mit Anlauf in den Tag (2. Monat)

Die ersten sieben Wochen der Schwangerschaft sind geschafft, und die morgendliche Übelkeit hat mich völlig im Griff. Noch nie war Aufstehen so schwer! Und mit Essen und Trinken kann man mich morgens jagen! Der erste Gang führt mich ins Bad. Dort beuge ich mich übers Waschbecken und überlasse mich meiner Übelkeit. Sobald ich mich angezogen habe, schleiche ich um den Kühlschrank herum und überlege, ob ich überhaupt was essen will. Nach einer Stunde geht dann meistens eine Tasse Kaffee und eine Schüssel Müsli. Wenn das nicht bald ein Ende hat, war das meine letzte Schwangerschaft!


Eine Trophäe vom Frauenarzt (1. Monat)

Schwangere bekommen zum Glück immer schnell einen Termin. Und heute hat sich bestätigt, was der Test vorab schon gezeigt hat: Ich bin schwanger. Das Ultraschallbild ist noch ziemlich klein und verschwommen. Dass es ein Baby darstellen soll, kann ich als Laie nur erahnen. Den Mutterpass habe ich noch nicht mit nach Hause bekommen, aber ein erstes Bild als kleine Trophäe und als Beweis, dass in meinem Körper wirklich ein Kind heranwächst. Ich bin ganz aufgeregt. Es ist unfassbar. Ich spüre nichts, und doch soll in ein paar Monaten ein fertiger Mensch geboren werden. Jetzt brauche ich erst einmal einen Kaffee. Vielleicht hilft er mir, die Realität zu begreifen.


Vater werden ist nicht schwer ... (1. Monat)

Er habe es schon längst geahnt, meinte der beste Ehemann von allen, als ich ihm am Telefon von meinem positiven Schwangerschaftstest erzählte. Das runde Gesicht und die kleinen Übelkeitsattacken am Morgen seien sehr verräterisch gewesen: Er muss es ja wissen, schließlich ist er Arzt! Als er abends nach Hause kam, hatte er einen riesigen Blumenstrauß dabei, und die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. Noch hat er gut reden, schließlich bin ich die "Leidtragende" dieser Schwangerschaft. Wenn unser Nachwuchs erst einmal da ist, wird auch er merken, dass an dem Sprichwort "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr" mehr als nur ein kleines Fünkchen Wahrheit dran ist!


Schwanger! (1. Monat)

Tatsächlich, der Schwangerschaftstest zeigt ein Plus an. Ich hatte es ja schon vermutet, weil die Periode einfach nicht kommen wollte und mein Gesicht im Spiegel so rund aussah. Irgendetwas hatte sich in den letzten Wochen an meinem Körper verändert. Jetzt weiß ich Bescheid. Als erstes muss ich meinen Mann anrufen! Der wird staunen, wenn er es erfährt! Und wem soll ich noch davon erzählen? Meine Mutter wird bestimmt platzen vor Stolz! Und meine Schwester muss Patin werden. Aber vielleicht warte ich noch bis zum ersten Frauenarztbesuch, bevor ich mein Geheimnis preisgebe. Man weiß ja nie ...


Portrait

Hallo! Ich heiße Katrin Straßer, bin 28 Jahre alt und erwarte Anfang Juni 2007 ein Baby. Ich habe Hauptschullehramt studiert und arbeite nun an einer Promotion. Seit fünf Jahren bin ich mit meinem Mann Bernhard verheiratet, der als Arzt an einem Krankenhaus arbeitet. Im vergangenen Jahr haben wir uns ein Haus gekauft und freuen uns nun darauf, bald ein Kinderzimmer einrichten zu dürfen!QWUSSPBYZX2D


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