Schwangerschaft (Jürgen)

Allein

Ab dieser Woche wird es also so weit sein, Papa mit Alexander alleine zu Hause. Die Monate zusammen zu Hause sind unglaublich schnell vorbeigezogen und meine Frau trauert, ab sofort einfach weniger Zeit für den Kleinen zu haben, und macht sich etwas Sorgen, ob ich es hier alleine überhaupt gebacken bekomme. Ich für meinen Teil habe da wenig Bedenken, ich vermute zwar, dass die ersten Tage oder auch Wochen etwas anstrengend werden, weil Alexander es nicht gewohnt ist, dass seine Mama den halben Tag nicht da ist bzw. auch nur einer da ist, um ihn zu bespaßen, aber Babys gewöhnen sich an alles, sogar an einen Papa wie mich.
Spannend wird allerdings, dass Alexander seit der letzten Woche seinen Bewegungsradius erweitert hat. Wir vermuten, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir unsere bereits im Keller gebunkerten Türgitter anbringen müssen. Er ist zwar noch nicht auf allen Vieren unterwegs, zieht sich aber mit seinen kleinen Händen schon ordentlich durch den Raum. Immer begleitet von einer Art Schnauben oder Schimpfen, man weiß es nicht genau. Heute hat diese Bewegungsfreude auch schon ihre Kehrseite gezeigt und Alexander hat sich ordentlich den Kopf angeschlagen. Keine Beule, aber es gab ein mächtiges Gebrüll und meine Frau und ich sind uns sicher, bei der ersten größeren Verletzung liegen bei uns auf jeden Fall die Nerven blank. Da kann man sich noch so oft sagen, dass das normal ist und immer mal wieder vorkommen wird.
Das ist glaube ich der Punkt, an dem Eltern beim Zweiten bzw. den folgenden Kindern einfach weniger Nerven lassen und alles viel entspannter sehen.
Was gibt es sonst zu berichten? Diese Woche hatte ich meinen ersten echten Vatertag, wobei ich in meiner Vatertagsfeiergruppe auch der einzig echte Vater war, was bei einer Gruppe von 15 Leuten in meinem Alter schon merkwürdig, aber erhebend ist. Einen positiven Sonderlingstatus würde ich es nennen, genau wie meine ausgedehnte Elternzeit. Korrektur zu meiner einziger Vater Bemerkung von mir: Der einzige, der es weiß. Korrektur der Anderen: Der es denkt zu wissen. 


Größenvergleich

Wie bereits vor zwei Wochen „befürchtet“ ist Alexander nun aus seinen Größe 74 Klamotten herausgewachsen und bei Größe 80 angekommen. Also Schrank ausräumen, Größe 80 Kiste holen und neu befüllen. Ein Traum jeder Frau, der hier alle paar Monate für Alexander in Erfüllung geht, einmal alle Klamotten neu. Wir hoffen jedoch inständig, dass er langsam etwas vom Gas geht beim Wachsen. Denn je größer die Klamotten desto teurer wird der Spaß auch. Selbst wenn man wie wir jeden Babybasar geplündert hat. Und meiner Frau fällt es zudem extrem schwer, sich von liebgewonnen, weil sooo süßen, Klamotten wieder zu trennen. Da befürchte ich fast, dass das nächste Baby auch geplant wird, damit man diesem wieder die Sachen anziehen kann.
Für mich ist es jedenfalls atemberaubend, wie schnell der Kleine wächst. So sieht man das gar nicht, weil man ihn jeden Tag sieht, aber wenn man dann zum Beispiel die ersten Socken gegen die aktuellen hält, glaubt man nicht, dass
es erst ein halbes Jahr her ist, dass er diese an hatte.
Der nächste Größenvergleich stand dann bei einem Besuch im Kölner Zoo an. Elefanten, Giraffen, Pinguine, Affen und so weiter, aber Alexander hatte nur Augen für die anderen Besucher und den ein oder anderen Strauch, an dem er zupfen wollte. Nicht ganz das, wozu man in den Zoo geht, aber die Hauptsache war, dass er den ganzen Tag einen riesen Spaß hatte und dies auch immer wieder mit lauten Jauchzern kund tat. Und wo es auf der Hinfahrt noch etwas Unmut bzw. Schreierei gab, war er auf der Rückfahrt so platt, dass er diese komplett verschlafen hat, übrigens genauso wie die Giraffen. 


Badespaß

Letzte Woche warteten neue Herausforderungen auf Alexander, denn es ging das erste Mal ins Schwimmbad. Wobei die größeren Herausforderungen auf meine Frau und mich warteten, was uns erst vor Ort bewusst wurde. Wie ziehe ich mich in den kleinen Kabinen mit dem Wurm um und wie macht man das, wenn man alleine mit seinem Baby baden geht?
Wir konnten uns, weil wir zu Zweit waren, mit dem Umziehen bzw. Halten abwechseln, aber das geht ja auch nur noch zwei Wochen so. Was mir Mut macht, ist, dass die anderen Mamas (ja außer mir waren nur Mamas mit Baby da, was mir wieder meinen Exotenstatus in der Babybetreuungswelt vor Augen führt) das auch hin kriegen, also wird das schon irgendwie gehen.
Für Alexander war das mit „nur“ 30°C ungewohnt kühle Wasser erst einmal ungemütlich und nach einer Minute war er schwer am Schlottern. In der heimischen Badewanne wird bei 38°C gebadet! Aber nach ein paar Strampelbewegungen und der Rückversicherung bei der Bademeisterin, dass das so schon ok sei, er müsse sich eben viel bewegen, war alles
super. Alexander ist eine richtige Wasserratte und hat einen riesen Spaß dabei, sich und seine Umgebung nass zu spritzen. Mit dem Schwimmen wird es natürlich noch eine ganze Weile dauern, aber so wohl, wie er sich im Wasser
fühlt, sehe ich darin kein Problem. Also dran bleiben und der Strandurlaub ist sicher.


Wendepunkt

Sieben Monate ist Alexander nun jung, steht immer noch kurz vor Größe 80, wobei ich ehrlich gesagt vermute, dass wir ihn nur mal wieder messen müssten und damit der nächste Klamottenwechsel ins Haus stünde. An den Bodies (unterste Lage) kann man es nicht wie sonst erkennen, denn 74/80 ist hier eine Doppelgröße. Man merkt jedoch, dass die T-Shirts immer schwerer anzuziehen sind.
Aber was es diese Woche viel Wichtigeres zu berichten gibt, ist, dass ich meinen ersten „Papa hat es zuerst gesehen“-Moment hatte! Meine Frau war diesen Samstag unterwegs und ich somit das erste Mal für einen ganzen Tag
Vollzeitpapa. Und was macht der kleine Wurm? Er dreht sich das erste Mal vom Bauch auf den Rücken! Zufall? Nein!
Ganze drei Mal hat er das wiederholt, bejubelt und angefeuert von seinem stolzen Papa. Und um den Neidfaktor meiner Frau ins Unermessliche zu treiben, hat er dies auch bis jetzt nicht gemacht, wenn sie dabei war. Aber egal wer es
gesehen hat oder nicht, wir freuen uns beide (ich mehr), dass er wieder einmal einen Schritt in seiner Entwicklung gemacht hat. Denn nachdem viele Kinder im Pekip und in der Krabbelgruppe schon sitzen oder sogar krabbeln können,
hatten wir etwas Sorge. Diese Kinder sind allerdings auch ca. zwei Monate älter, aber was sind schon zwei Monate in unserer Erwachsenenwelt? In der Babywelt kann es auf jeden Fall die Zeit zwischen hilflos herumliegen bzw. sich nicht einmal vom Bauch auf den Rücken zurückdrehen können und eigenständig loskrabbeln sein. Wenn ich mir ausmale, wenn ich Stand heute in zwei Monaten einen solchen Sprung machen könnte ...
Aber Schluss mit der Träumerei! Was mich auf ein anderes Thema bringt. Seit unserem Skiurlaub hat Alexander wieder seinen Schlafrhythmus geändert. Kurze Verschnaufpause und Zeit für pessimistische Menschen, ihre negativsten Gedanken und Wünsche zu diesem Thema zu sammeln und sie vor dem inneren (schlaflosen) Auge zu genießen. Spannungsbogen Ende: Er schläft wieder durch! Und damit meine ich 20 Uhr abends bis 7 Uhr morgens, ohne nachts Hunger zu bekommen, einfach nur schlafen. Ich erläutere dies, weil meine Frau von anderen Müttern erfahren hat, dass für viele Durchschlafen bedeutet, dass das Baby zwar nachts wach wird, aber „nur“ trinkt und dann wieder einschläft. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich meine echtes Durchschlafen. Schööööön!
Und um den letzten frischen Eltern die Neidtränen in die Augen zu treiben, wenn wir um 7 Uhr einfach liegen bleiben, schläft Alexander auch noch bis 9 Uhr weiter. Ja, ich weiß, das war jetzt etwas gemein, aber es zeigt auch, über
welche Dinge sich Eltern freuen. Probleme mit dem Durchschlafen hatte ich das letzte und erste Mal während meiner Zeit bei der Bundeswehr und vorher gab es dieses „Problem“ nicht einmal in meinen schlimmsten Albträumen. Und mit
diesem schlechten Wortwitz soll es das für diese Woche auch gewesen sein. Ich wünsche allen Lesern einen gesunden Schlaf, genießt ihn!


Skiurlaub

Eine Woche Skiurlaub in Österreich liegt hinter uns. Vorab hatte ich ganz schwere Bedenken, wie die Fahrten Hin und Zurück wohl werden würden, aber Alexander hat uns mal wieder positiv überrascht. Von den ca. acht Stunden Fahrt plus Pausen hat er jeweils etwa die Hälfte verschlafen (siehe Bild). Und nachdem er seine Mahlzeiten im regelmäßigen Rhythmus bekommen hat, gab es auch bis auf ein bisschen Gequengel vor dem Einschlafen keinerlei Beschwerden von unserem kleinen Mitfahrer.
Klar haben wir auch ein bisschen getrickst, zum Beispiel liebt Alexander Taschentuchpackungen, kein Mensch weiß warum. Also haben wir ihm erst einen Schnuller, den er sonst nie hat, gegeben und dann die Taschentücher. Ohne Schnuller unmöglich, weil er die Tücher in null Komma nichts zerpflückt und in den Mund steckt. Ungefähr eine Stunde hatte der kleine Kerl einen riesen Spaß damit, bis er dann auf den Trichter kam, den Schnuller auszuspucken, um die Tücher besser in den Mund nehmen zu können, somit war das Thema dann irgendwann durch bzw. die Tücher weg.
Wenn dann nichts mehr half, war entweder sowieso gerade eine Essenspause angesagt oder Mama musste fleißig singen. Alles in Allem zwei wirklich entspannte Fahrten, und ich vermute, so entspannt werden die nächsten Touren dieser Art nicht mehr werden, denn Singen und eine Packung Taschentücher plus Schnulli werden dann sicher nicht mehr ausreichen.
Im Skiurlaub selber waren wir mit Freunden in der Hütte von Bekannten, somit war es finanziell kein Drama, dass immer nur einer von uns Skifahren gehen konnte, während der andere die Aufgabe hatte, auf Alexander und die Hütte
aufzupassen. Und Alexander fand es super, abends immer so viele Leute um sich zu haben, die sich abwechselnd um ihn kümmern wollten. Nur morgens wollte außer mir keiner mit ihm aufstehen, um ihn zu bespaßen, komisch.
Für Alexander war die räumliche Umstellung überhaupt kein Problem, Hauptsache ein paar bekannte Spielsachen, Mama und Papa und immer jemand in der Nähe, der einen zurück auf den Rücken drehen oder rumtragen konnte. Also auch für ihn ein perfekter Urlaub, denke ich mir.


Taufe

Ein für mich schwieriges, aber dennoch wichtiges Thema. Dass ich meine Kinder taufen lassen würde, stand für mich immer außer Frage. Denn auch wenn Kirche nicht wirklich eine große Rolle in meinem Leben spielt, gehört sie als fester Bestandteil dazu. Es ist Teil meiner/unserer Kultur und auch wenn die Kirche viele Ecken und Kanten hat, an denen ich mich stoße, ist sie das letzte Bollwerk, das bestimmte Werte und Normen vermittelt, die man nicht einfach beiseitelegen sollte. Wie weit man diesen Vorgaben folgen möchte, sollte jedem selber überlassen sein, aber als Wegweiser haben Gebote wie „Liebe deinen Nächsten“ bei mir eben mehr als Floskel oder Gebetscharakter.
Und genau deswegen möchte ich Alexander mit seiner Taufe diese Wegweiser mit auf den Weg geben. Denn nur wer alles kennengelernt hat, kann entscheiden, was er möchte. Und wie es im Taufheftchen steht, ist es nun meine Aufgabe, Alexander die persönliche Glaubensentscheidung möglich zu machen.
Die Taufe selber war aus meiner Sicht sehr schön, vor allem weil die Stimmung sehr gelöst war und die Kinder durch den einen oder anderen Zwischenruf für Heiterkeit gesorgt haben. Alexander ließ es sich zum Beispiel nicht nehmen, nach den Fürbitten erst einmal für alle gut hörbar tief durchzuatmen, nach dem Motto: „Na endlich seid ihr fertig“. Überraschend war, wie gut alle drei Täuflinge sich benommen haben, denn trotz etwa einer Stunde Gottesdienst waren alle bis zum Ende lieb und ließen sich sogar ohne Geschrei das Wasser über den Kopf gießen.
Ich bin gespannt, wie Alexander seinen Weg in oder mit der Kirche gehen wird, und hoffe, dass ich ihm immer den Freiraum im Glauben genau wie im Leben lassen werde, der mir zu Teil geworden ist.


Entwicklungsschritte

Sechs Monate ist Alexander nun alt oder sollte ich sagen jung, und die Welt ist für ihn noch jeden Tag eine riesen Spielwiese, die er zwar sehen, aber eben noch nicht eigenständig erkunden kann. Ehemänner werden das kennen „Gucken, aber nicht anfassen“, ärgerlich, aber nicht zu ändern! Wobei sich die eine Gruppe (angeblich) im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte dazu entschlossen hat und die andere nie ine Wahl hatte. Unter letzterem Gesichtspunkt kann ich
verstehen, dass es für den kleinen Drops schnell langweilig wird, wenn Papa nicht gerade als beweglicher Aussichtsturm her hält oder Mama Faxen macht.
Gut daran ist, dass Alexander so ab und zu gezwungen ist, zu versuchen, selber etwas an seiner doch sehr eingeschränkten Situation zu ändern. So hat er nun gelernt, sich von der Rückenlage in die Bauchlage zu buxieren *Applaus!*. Blöd nur, wenn man nicht gerne auf dem Bauch liegt und erst nach langwierigem Genösel Mama oder Papa kommen, um das Ganze wieder rückgängig zu machen. Bleibt zu hoffen, dass es anspornt, schnell den nächsten Schritt, nämlich das Zurückdrehen, zu lernen.
An Lina, dem Baby von Freunden, das etwa sechs Monate älter ist, sieht man gut, wo es hingehen wird. Denn sie krabbelt schon begeistert durch die gesamte Wohnung und kann perfekt sitzen. Gut, weil man weniger gerufen wird, um den Hiwi zu machen, aber schlecht, weil die ach so geliebte Kontrolle über das Baby flöten geht. Hinlegen und eben mal schnell den Müll rausbringen ist dann nicht mehr, bzw. kann man das schon machen, wenn man danach Lust hat zu suchen. Es lebe der Laufstall, der natürlich schon im Keller bereit steht.
Aber immer möchte man den Kleinen ja auch nicht da drinnen einsperren. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und freue mich riesig auf die nächsten Schritte, die da kommen werden. Aufgrund seiner schieren Größe vermuten wir allerdings, dass er z.B. Krabbeln etwas verzögert lernen wird, weil einfach mehr Masse bewegt werden muss (Größe 74 mit Tendenz zu 80 und das nicht wegen Pölsterchen sondern einfach der Größe wegen). Beim Brabbeln ist er dafür bei den Babygruppen immer ganz vorne mit dabei.
Ach, und wir haben das erste Essen gefunden, das Alexander nicht mag, und zwar Tomaten mit Avocado. Ich konnte sofort verstehen warum, meine Frau musste erst noch ein paar Mal probieren, dann hat auch sie es eingesehen. Der Brei schmeckte furchtbar und es ist ein Wunder und ein Zeichen von blindem Vertrauen, dass Alexander überhaupt vier Löffel davon runter bekommen hat.


Pekip

Nein dabei handelt es sich nicht um eine Nachspeise, sondern eine Art von Babykrabbelgruppe, bei der alle Babys (am besten) nackt sind. Dies soll die Bewegungsfreiheit verbessern bzw. Bewegungen möglich machen, die mit Klamotten oder Windeln nicht möglich oder einfach schwerer sind. Und dieses Wochenende hatten sich die Frauen ausgedacht, uns Männer diesen Kurs angedeihen zu lassen und selber, was auch sonst, einen Tee trinken zu gehen und zu tratschen. Also waren acht Männer mit Babys und eine Pekip-Gruppenleiterin für anderthalb Stunden auf Gedei und Verderb dem Schicksal
ausgeliefert, oder besser dessen kleinem bösen Bruder.
Wie erwähnt sind die Babys leicht bis überhaupt nicht bekleidet, was bedeutet, dass zwei Heizlüfter den Raum auf etwa 26°C erwärmen mussten, damit die Kleinen nicht frieren. Für Frauen, die ja eher zum Frösteln als zum Überhitzen
neigen, ein angenehmes Klima, für acht Männer jedoch eine Situation, die einem neben dem Angstschweiß, dass das Baby Hunger bekommen könnte oder (wenn ohne Windel) in einem unpassenden Moment nicht nur die Matten voll machen könnte, weiter die Hitze ins Gesicht trieb. Natürlich waren alle vorgewarnt, dass es etwas wärmer werden könnte, aber 26 Grad und dann das Baby lustig herumtragen und Lieder singen ... ich darf so viel verraten, gegen Ende haben einige Väter ein Schweißtuch hervorgezaubert und von manch einem Baby war das Spucktuch verschwunden, welch wundersame Dinge doch passieren.
Zu Beginn hatte die Leiterin übrigens mehrfach in freundlichem, aber bestimmendem Ton darauf hingewiesen, wie gut es sei, die Babys wirklich ganz nackig herumstrampeln zu lassen. Ich wusste aber von meiner Frau, dass sie die Windel auch immer angelassen hat und blieb somit eisern. Sie hätte ja auch nicht wischen müssen, das wäre ja schön an mir hängengeblieben. Und um allen die Illusionen zu nehmen, es gibt genau einen Eimer mit Wasser! Heißt, der Erste, der Wischen muss, ist fein bzw. sauber raus, aber ab Nummer Zwei wird es schon interessant. Rekordpinkler war übrigens ein Mädchen, die in ca. einer Stunde etwa fünf Mal die Matten von ihrem Vater hat reinigen lassen. Nach Pipiattacke Nummer vier meinte er nur ganz trocken: „Also eigentlich bin ich ja nicht zum Putzen hergekommen!“
Kein Wunder also, dass am Anfang zwar nur drei von acht Vätern standhaft geblieben sind, nach etwa einer Stunde aber bis auf ein Baby alle wieder ihre Windeln an hatten. Denn auch wenn der Gedanke plausibel scheint, Babys sind nicht irgendwann mal leer und dann hört es auf, oh nein, leer heißt wie beim Autotank sofort wieder nachfüllen. Was kurz vor Ende dann auch vielfach der Fall war und bis auf Alexander und Sophia alle am Heulen waren, weil noch vor der Mama der Hunger wiedergekehrt war. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Zeit, in der ich dann die wöchentlichen Pekiptermine wahrnehmen darf, ich denke dafür werde ich mir noch eine schicke Badehose kaufen müssen oder ein
Wüstenüberlebensset.


Umstellung

Seit dieser Woche ist es soweit, Alexander hat abends eine feste Schlafenszeit und diese ist nicht mehr erst um 23 Uhr. Nach einem Kurztrip zu meinen Eltern war ich so erledigt, dass ich mich um 20 Uhr hingelegt habe. Mehr aus Spaß
habe ich Alexander einfach auch umgezogen und hingelegt, wohl wissend, dass er eigentlich nie vor 22 Uhr einschlafen bzw. durchschlafen würde. Zu meiner völligen Verblüffung schlief der kleine Fratz aber einfach bis morgens um acht! Und seit diesem Tag hat sich das auch nicht mehr geändert.
Um sieben gibt es Abendbrei, gegen halb acht wird er umgezogen und um acht geht es mit einer kleinen Portion Milch ins Bett. Zwar wacht er jetzt nachts ein bis zweimal auf, weil er abends nicht mehr genug gegessen hat - ihm fehlen
ja nun zwei bis drei Stunden - aber endlich hat man einen Teil seines Tages zurück, was ich extrem entspannend empfinde. Nicht, dass ich nicht gerne mit ihm spiele bzw. mich um ihn kümmere, aber diese zwei Stunden einfach wieder
fest planbar für sich zu haben, ist schon schön.
Dass meine Frau dies nicht so stark empfindet, versuche ich noch zu ergründen, glaube aber, nachdem ich ein bisschen Fachliteratur gelesen habe, dass die Bindung zwischen der Mutter und dem Kind einfach stärker ist, sei es durch das
Stillen oder durch Hormone. Was bei mir am Tagesende zu einer gewissen Erschöpfung führt, erfüllt meine Frau mit dem positiven Gefühl, den ganzen Tag gebraucht worden zu sein. Soweit zur geistigen Ebene, körperlich sind wir da schon eher auf dem gleichen Level, denn seit mehreren Wochen schleppen wir nun beide eine Erkältung nach der anderen mit uns rum, was für uns beide, die normalerweise etwa einmal im Jahr krank werden, extrem ungewöhnlich ist, aber wohl ein Zustand, an den wir uns gewöhnen müssen.
Ähnlich unkompliziert wie die Schlafumstellung ging die Einführung des Abendbreis von statten. Alexander verputzt weiterhin alles, was man ihm anbietet, man muss nur abwarten, dass er auch Hunger hat. Aktueller Mittagsfavorit ist die Mischung Kohlrabi, Karotte, Kartoffel und danach ein paar Löffel Birne. Abends gibt es nun Schmelzflocken in Milchaufgelöst mit Banane oder Birne. Sein liebstes Getränk neben Mamas Milch ist übrigens Leitungswasser, Tee findet er irgendwie merkwürdig (wie sein Papa).


Tagesmutter

Kaum bin ich in der Elternzeit angekommen, müssen wir uns darum kümmern, was wir mit Alexander machen, wenn diese vorbei ist. Geplant hatten wir dies bereits vor der Geburt, und nach der Beantragung der jeweiligen Elternzeiten, wäre es auch schwer noch zu ändern, was vor allem meiner Frau nach einigen Monat mit dem Kleinen doch sehr zu schaffen macht.
Nach heutigem Stand halten wir aber dennoch daran fest, dass Alexander nach meiner Elternzeit, also mit etwas mehr als einem Jahr, zu einer Tagesmutter und einen Tag in der Woche zu Oma und Opa kommen wird, und wir beide wieder voll arbeiten gehen werden.
Natürlich beschäftigt uns beide die Frage, ob dies ihm gegenüber egoistisch ist oder wir hier die Prioritäten falsch setzen, nur eine klare Antwort darauf gibt es einfach nicht. Wir beide kommen aus Familien, in denen die Mutter lange für uns Kinder zu Hause geblieben ist, und gerade das macht es noch schwerer, nun diesen völlig unbekannten Weg zu gehen. Aber man muss sagen, die Zeiten sind einfach andere. Wir können uns beide nicht vorstellen, nicht mehr zu arbeiten, unsere Pläne für die Zukunft lassen sich, wie sie heute sind, nur bewältigen, wenn wir beide etwas verdienen, und die Möglichkeiten, kleine Kinder gut unterzubringen, sind, wie wir finden, annehmbar. Warum „nur“ annehmbar? Ich denke, niemand wird bestreiten, dass das Beste für ein so kleines Kind die Liebe und Nähe seiner Eltern ist und das rund um die Uhr und nicht mit einer Unterbrechung von 8 bis 16 Uhr. Vorteile wie der frühe Kontakt mit anderen Kindern gibt es natürlich auch, aber so ganz können wir uns beide nicht einreden, dass es die anderen Dinge aufwiegt.
Die Entscheidung für eine Tagesmutter ist aber dennoch gefallen und die Suche geht los. Da wir sehr früh damit dran sind, was uns etwas überrascht, haben wir fast die freie Auswahl und uns vier Tagesmütter persönlich angesehen, die in die engere Auswahl gekommen waren, drei in der direkten Umgebung und eine ein Stück weit weg, aber mit sehr positiven Bewertungen von einer guten Freundin und zwei Kolleginnen. Und ich muss sagen, gefühlt war alles dabei. Von herzlich bis abgeklärt, von schnieke bis heimelig und von freundlich bis gruselig.
Für mich interessant ist nun, nachdem die Entscheidung gefallen ist, wie stark der Bauch und wie wenig sachliche Gründe hierbei entscheiden. Am Ende war es nicht der Preis, der um gut 100% schwangt, nicht die Entfernung, die uns beide viel Zeit und Nerven kosten wird, nicht die Empfehlungen der Freunde und Kollegen und nicht die eventuelle Ausstattung der jeweiligen Wohnung, sondern es war schlicht und einfach das Gefühl, welcher Person man sein Kind, sein Ein und Alles, anvertrauen kann und möchte. Und nur, weil wir eine solche Person gefunden haben, haben wir die Suche nicht auf zehn weitere Tagesmütter ausgedehnt. Bleibt also zu hoffen, dass uns unser Gefühl nicht täuscht und wir in sieben Monaten oder rückblickend in ein paar Jahren immer noch diese Entscheidung so treffen würden.
PS: Alexander hat, wie auf dem Bild zu sehen, das Babybett nun gegen ein Kinderbettchen getauscht und wir sind gespannt wie lange er noch in die Schalde des Kinderwagens passen wird und hoffen, dass er vorher noch lernt zu sitzen, der kleine Riese.


Elternzeit

Resturlaub verbraucht, Klausurphase vorbei und somit geht es jetzt ganz offiziell los mit der Elternzeit. Der Start ist etwas holprig, denn wir sind alle krank. Schnupfen und Husten haben uns alle drei erwischt und fest im Griff, wobei es Alexander dieses Mal am schlimmsten erwischt hat. Und auch wenn man es nicht so recht glauben möchte, er steckt es einfach schon wieder locker weg. Nase zu, am Husten wie ein Großer, aber direkt danach ein strahlendes Lächeln, als hätte er gerade sein erstes Eis gekauft bekommen.
Apropos Eis, Alexanders Speiseplan unterliegt weiterhin einem stetigen Wandel, von Karotten auf Karotten mit Kartoffeln, dann Pastinaken mit Kartoffeln sind wir jetzt bei Kürbis mit Kartoffeln angelangt. Und dazu gibt es Apfel oder Birne, wobei ich mehr und mehr das Gefühl habe, dass er seine Hauptmahlzeit möglichst früh versucht zu beenden, um direkt an den Nachtisch, das Obst, heranzukommen (ganz der Papa, der fängt beim Buffet auch gerne mal mit dem Nachtisch an).
Bisher kommt alles Essen übrigens aus dem Bioladen bzw. wird von uns direkt aus dem Gemüse/Obst selber gemacht. Dank Dampfgarer und Zauberstab überhaupt kein Problem und super schnell erledigt. Erschreckend ist, dass das meiste fast geschmacklos erscheint, und ich befürchte, dass dies eher ein Mangel an noch funktionierenden Geschmacksnerven (danke ihr Geschmacksverstärker dieser Welt) ist, als dass die Sachen wirklich nach nichts schmecken. Denn wechselt man das Essen, zeigt Alexander sehr wohl an, was er kennt oder mag und was nicht. Am liebsten isst er nach dem Obst übrigens Karotten und nicht Pastinaken, welche eigentlich als bekömmlichstes Babyessen gelten.


Krabbelgruppe

Nun ist es soweit, ich dringe mehr und mehr in die Hauptdomäne der Mütterfraktion ein. Wenn auch noch in Begleitung meiner Frau, erst einmal als Ausnahme und mit ein paar anderen Vätern gleichzeitig, habe ich letzte Woche der wöchentlich stattfindenden Krabbelgruppe beigewohnt. Und so wie ich damals bei meinem Wehrdienst bei der Bundeswehr schnell gemerkt habe, dass es eine klar männerbestimmte bzw. von Männern konstruierte und gelebte Welt ist, so ist es in der Krabbelgruppe eben eine ganz klare Welt für Frauen.
Warum ich das denke? Fangen wir mit einem Blick in die Krabbelgruppe für Kinder ab 12 Monaten an, den ich durch ein Fenster auf dem Weg zu unserer Krabbelgruppe erhaschen konnte. Die Kinder haben hier fast den ganzen Raum mit einigem Spielzeug für sich, flitzen dort herum und spielen. Die Frauen hingegen sitzen an einem großen Tisch trinken lustig Kaffee und Tee, essen Brötchen und, was sicher am wichtigsten ist, tratschen. Die Krabbelgruppe für kleine Kinder ist nun die Vorstufe. Zu Beginn und am Ende wird gemeinsam gesungen, um uns Männer noch weiter abzuschrecken, und sonst wandert man mit seinem Kind von Spielstation zu Spielstation, wo die Kinder immer neue Dinge ausprobieren und erfahren bzw. die Mütter sich bereits in Kleingruppen zusammenfinden und unterhalten können ...
Ich hoffe jedem ist klar, dass hier eine ganze Menge Ironie mitschwingt. Natürlich ist es für alle Kinder ein riesen Spaß, allein schon weil der Kontakt zu anderen Kindern meiner Meinung nach essentiell ist für die soziale Entwicklung. Und Frauen reden eben einfach mehr als Männer, urkundlich bewiesen wird dies spätestens jedes Monatsende, wenn die Telefonrechnung kommt. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich für die Sprachentwicklung von Alexander einen eher kleinen Beitrag leiste, nämlich den der Schimpfwörter und Kraftausdrücke (ja, ich gelobe Besserung).
Alles in allem war es, bis auf das Singen, eine wirklich schöne Erfahrung und ich bin gespannt, wie die anderen Frauen reagieren, wenn ich im Sommer als einziger Mann unter elf Frauen auflaufen werde. Die Pekip-Gruppe hegt schon Pläne, den Kurs auf den Nachmittag zu verlegen, damit auch die dann wieder berufstätigen Frauen noch teilnehmen können und nicht ihre Männer schicken müssen (Spaß).


Norovirus

Die letzte Woche war gut gestartet, wobei der Start relativ kurz war, denn Montagabend hatte es meine Frau umgehauen. Und das so heftig, dass sie gegen Mitternacht von einem Freund (Danke nochmal Robert!!) ins Krankenhaus gefahren werden musste. Alexander war zum Glück bereits am schlafen.
Die Diagnose war relativ schnell klar: Norovirus. Hochgradig ansteckend und laut dem Arzt im Krankenhaus relativ leicht tödlich für kleine Babys. Hierbei eine kurze Bitte an alle Ärzte: "Denkt bitte daran, wie man so eine Nachricht an eine junge Mutter richtet." Der diensthabende Arzt zeigte meiner Frau gegenüber wenig Feingefühl und nachdem er sich beschwert hatte, warum sie wegen so etwas ins Krankenhaus käme, meinte er nur: „Ja, so kleine Babys können da eben dran sterben“ - fertig.
Hätte nicht eine anwesende Schwester meine Frau wieder seelisch aufgebaut, dass das eben selten ist und sich auch nicht jeder ansteckt etc., hätte sie sicher nicht nur wegen des Viruses, sondern auch wegen eines
Kreislaufzusammenbruchs behandelt werden müssen. Fazit war, dass meine Frau nach Infusionen wieder nach Hause durfte und das Thema nach zwei Tagen erledigt war, denn wenn der Norovirus einen Vorteil hat, dann dass er nur ein bis drei Tage dauert. Und weder Alexander noch irgendjemand anderes hat sich angesteckt, also immer ruhig bleiben, ordentlich desinfizieren und abwarten. Und auch wenn die Milchproduktion wegen des Flüssigkeitsmangels etwas gelitten hat, hat es mit einmaligem Ersatzmilcheinsatz geklappt.
Sonst gibt es noch zu berichten, dass Alexander nach einer Woche Karotten, nun ein Karotten-Kartoffel-Gemisch bekomt, was er genauso fleißig verschlingt wie bisher alles, was man ihm anbietet.


Alles neu

Nun ist es also so weit, Papa bleibt zu Hause und das eine Ewigkeit, wenn man dies aus heutiger Sicht betrachtet. Richtig starten wird meine Elternzeit jedoch offiziell erst in zwei Wochen und gefühlt erst in drei. Denn bis dahin steht noch eine Klausurphase in der Fernuni an, was bedeutet, dass ich zwar zu Hause bin, aber eben die meiste Zeit im Arbeitszimmer.
Und ich vermute, dass mir auch danach erst klar wird, dass es eben keine kurze Urlaubsphase oder ähnliches ist. Ich bin nun unumkehrlich für acht Monate zu Hause. Wahnsinn!! Wobei ich mir wenig Sorgen mache, dass mir die Decke auf
den Kopf fallen könnte, eher mache ich mir Sorgen, wie viel Zeit mir Alexander überhaupt lassen wird. Anfängliche Pläne, wie an lang gehegten Projekten zu arbeiten, habe ich bereits verworfen. Mich ärgert dies komischer Weise nicht, sondern ich freue mich einfach auf die Zeit mit meinem Sohnemann.
Heute war außerdem auch für Alexander ein besonderer Tag, denn heute gab es zum ersten Mal „feste“ Nahrung. Schön Möhrchen aus dem Bioladen, gedünstet und dann püriert. Den Essbereich hatten wir vorsorglich weiträumig leergeräumt und Alex ein Vollkörperlätzchen angezogen. Aber getreu seinem Motto „mich schockt hier nichts mehr“, war er absolut entspannt und hat Löffelchen für Löffelchen sauber und ohne zu murren verspeist. Zwischenzeitlich hatte ich mir schon Sorgen gemacht, dass er den Löffel vorne abreißt. Nach ein paar Löffeln Karottenpampe wurde er dann aber doch etwas murrig, bzw. hungrig und wollte wieder seine alt bekannte Milch, die er dann auch bekam. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die nächsten Tage. Wenn Alexander weiter so entspannt und begeistert seine Möhren isst, wird das sicher eine sehr schöne Elternzeit!
PS: Ja auf dem Bild sieht man wie "viel" Möhrenbrei Alexander nur entkommen ist.


Scharlach?

Aufregung bei uns zu Hause, Alexander hatte Schnupfen und einen relativ starken Husten, den er aber mit einer unglaublichen Leichtigkeit weggesteckt hat, was bedeutet, dass er nach etwas Husten und Prusten immer direkt selber
darüber gelacht hat. Ein einfach bezauberndes Bild und ich sag es mal so, sein Papa jammert mehr, wenn er krank ist.
Sorgen hatten wir uns daher keine gemacht, bis eine Freundin anrief, die wenige Tage vorher mit ihrer kleinen zweijährigen Tochter zu Besuch gewesen war, und uns davon unterrichtete, dass die Kleine Scharlach hat und ihr
Kinderarzt empfohlen hat, Alexander ebenfalls untersuchen zu lassen. Also ab zum Kinderarzt, welcher uns aber sofort beruhigte, denn so kleine Babys kriegen noch keinen Scharlach. Und nach einer ausführlichen Untersuchung zum Abgleich dieser Theorie war klar, Alexander hatte eben wirklich nur eine Erkältung, die nach etwa einer Woche nun auch wieder Geschichte ist.
Eine kleine Anekdote zu unserem Arztbesuch: Ich weiß natürlich nicht, wie es bei anderen Kindern ist, wenn sie zum Arzt müssen. Aber Alexander liebt seinen Kinderarzt, oder sollte ich eher sagen Alexander liebt Vollbärte und sein
Kinderarzt trägt genau einen solchen. Was natürlich super für die Untersuchungen ist und hoffentlich lange so bleiben wird.
Sonst feilt Alexander fleißig an seiner Karriere als Geräuschekünstler, wobei er auf einige dieser Töne sicher ein Patent anmelden könnte. Viele davon habe ich auf jeden Fall zum ersten Mal gehört. Schön ist, dass er dabei immer weniger spuckt, was Gespräche mit ihm um einiges trockener bzw. angenehmer macht. Daneben hat er sich, wohl aber mehr durch Zufall, ein einziges Mal selbstständig herumgedreht. Und ab nächster Woche wird er dann das erste Mal etwas anderes zu essen bekommen als Muttermilch. Der Teppich unter unserem Esstisch freut sich bereits auf die Farbkorrekturen.


Endspurt in die Elternzeit

Noch wenige Tage dann ist es so weit und Alexander wird für acht Monate mein alleiniger Chef. Meine Kollegen und Freunde ziehe ich schon mit dem Arbeitstagezähler bis Silvester 2012/13 auf, der bereits bei unter 50 Tagen steht. Doch je näher der Tag rückt, desto mehr mache ich mir Gedanken, ob dieser Schritt der Richtige ist, weniger wegen der Vollzeitbetreuung von Alexander, als mehr der Sorge geschuldet, was aus meinen Aufgaben geworden ist, wenn ich zurück in die Firma komme. Von meinem hart erkämpften Fensterplatz habe ich mich geistig schon verabschiedet. Die Übergabe bzw. Einarbeitung der Kollegen ist bereits gelaufen und die Arbeit ohne mich wird hoffentlich reibungslos funktionieren. Auch wenn im Hinterkopf und in den Worten mancher Kollegen ein leises „Wer soll das denn machen, wenn du weg bist?“ mitschwingt. Was man in der Arbeitswelt aber schnell lernt, ist, dass jeder ersetzbar ist. Das hat Vorteile, wie die Möglichkeit, überhaupt Elternzeit zu nehmen, aber eben auch Nachteile, wie eine ständige Unsicherheit, die ich bisher als Antrieb gesehen habe, in diesem Fall aber als ein unkalkulierbares Risiko wahrnehme, welches ich nichts desto trotz bereit bin einzugehen!
Die Entscheidung für die für einen Mann ungewöhnlich lange Elternzeit habe ich schließlich aus guten Gründen gefällt, die sich seitdem nicht verändert haben und selbst wenn mich dies im Beruf zurückwerfen wird, denke ich die Kraft zu haben, gestärkt mit neuen Erfahrungen und Ansichten frisch durchzustarten und vielleicht meinen „keine Elternzeit Schatten“ zu überholen und abzuhängen. Das aller Wichtigste ist jedoch, ich werde Zeit mit meinem Sohn verbringen können und Erfahrungen machen, die man mit keinem Geld dieser Welt kaufen oder nachholen kann. Und auch wenn es den Anschein haben könnte, dass ich ein Karrieremensch bin, ich arbeite um zu leben, ich lebe nicht um zu arbeiten! Und zum Leben gehört Familie, der ich hiermit den Raum in meinem Leben einräume, der ihr zusteht.
Zum Abschluss dieses Beitrages möchte ich noch zwei Gruppen von Vätern dort draußen grüßen, die, die aus welchen Gründen auch immer nicht die Möglichkeit hatten/haben, Elternzeit in Anspruch zu nehmen: Es ist wie bei der Fußball WM, wer nie spielt, aber immer zu allem bereit auf der Ersatzbank sitzt, ist am Ende trotzdem Weltmeister! Ich weiß meine Möglichkeit, diese Chance in Anspruch zu nehmen, wertzuschätzen, weil es eben keine Selbstverständlichkeit ist und ich ziehe meinen Hut vor denen, die dies nicht können, sei es aus finanziellen oder anderen Gründen. Diese Last, die niemand sieht, zu tragen verdient Respekt!
Und als zweites möchte ich die Väter grüßen, die einfach keine Lust darauf hatten/haben, Elternzeit in Anspruch zu nehmen, oder fadenscheinige, selbst erdachte Gründe suchen: Es wird der Tag kommen, an dem ihr diese Entscheidung bereuen werdet.


Silvester

Der erste Jahreswechsel, den wir zu dritt erleben durften. Eigentlich sollte es eine kleine Runde mit ein paar Freunden werden, am Ende waren wir dann aber ca. 12 Leute. Und nach dem Weihnachtsaufstand von Alexander war ich
gespannt, wie er auf diese erneut sicher spannende bis anstrengende Situation reagieren würde. Doch nach anfänglichem Quengeln hat er sich erstaunlich gut damit arrangiert.
Zwar wollte er nicht so oft bei anderen auf den Arm, wie manche Anwesende (ja, es sind eigentlich immer die Frauen, die den Kleinen betüddeln wollen) es sich gewünscht hätte, aber alles in allem war er super lieb. Durch stetigen
Standortwechsel zwischen Mama und Papa und auch mal ein paar Ruhephasen im Flur bzw. außerhalb des Trubels (siehe Bild) hatten wir gemeinsam mit Alexander und unseren Freunden einen wirklich schönen Abend.
Gegen kurz vor zwölf sind dann alle bis auf uns raus zum Knallern, wir haben uns ein Fenster gesucht und mit Alexander das Spektakel von drinnen genossen. Kurz danach ist Alexander dann eingeschlafen und hat sowohl die Fahrt nach Hause als auch das Umbetten verschlafen. Ich muss sagen, wir sind mit einem absolut pflegeleichten Baby gesegnet, wie man es sich und jedem anderen nur wünschen kann.
Somit wünsche ich allen Lesern ein frohes neues Jahr und mir/uns, dass Alexander weiter so ein lieber Fratz bleibt wie bisher.


Schluss mit der Besinnlichkeit

Wochen bzw. Monate lang konnte ich berichten und genießen, wie lieb Alexander war. Diese Zeiten sind seit dem 1. Weihnachtsfeiertag wohl vorbei. Vier Tage mit insgesamt 500km Autofahrt, etwa vier neuen Wohnungen und sicher 20 neuen Gesichtern und Stimmen haben Alexander gereicht. Gezeigt hat er dies dann zuerst seiner armen und unschuldigen Oma, die ihn eigentlich nur hoch nehmen wollte, was ihm aber wohl nicht Recht war. Die Folge war die erste erlebte, einstündige Schreiattacke Stufe 4. Eltern wissen, was ich damit meine, denn Schreien ist nicht gleich Schreien!
Da gibt es Stufe 1, was eigentlich mehr ein Quengeln ist und nach den ersten Wochen kaum noch eine Reaktion hervorruft, weil es zu 80% von alleine wieder aufhört.
Stufe 2 ist dann schon anders, man liest den Artikel noch zu Ende oder isst den Happs vom Teller noch eben auf, aber dann sollte man den Kleinen ansteuern, denn sonst folgt relativ zeitnah Stufe 3. Beginnend mit kläglichem Schreien
und gefolgt von ein paar Tränchen ist jedem spätestens jetzt klar, dass irgendetwas nicht stimmt und sei es nur ein quersitzender Pups oder dass Mama und Papa zu weit entfernt sind.
Stufe 3 ist bereits so, dass man sofort alles stehen und liegen lässt, um den Kleinen zu beruhigen, Stresslimit zumindest bei mir erreicht, aber noch gedeckt durch die Hoffnung oder Erfahrung, dass es irgendwann aufhören wird.
Stufe 4 ist nun nicht einfach etwas nahe Stufe 3, sondern das Limit, das Ende alles Bekannten und der Horror aller Eltern. Ein Schreien, bei dem mir, kein Scherz, die Ohren klingeln, das Stresslevel überkocht und jegliche andere
gerade bestehende menschliche Interaktion zerschmettert wird. Stufe 4 beendet praktisch alles andere und fokussiert die Umgebung auf das kleine schreiende Bündel, das dem Tod nahe zu sein scheint. Ein Schreien, das einer
Selbstaufgabe gleich kommt. Müsste ich es beschreiben, würde ich es mit einem Teilchen vergleichen, das nur minimal davon entfernt ist, sich in Lichtgeschwindigkeit zu bewegen und somit kurz davor steht, sich in pure Energie zu verwandeln. Ähnlich dem Schreien der Frau bei der Geburt, aber noch eine Nummer extremer. Bei dem kleinen Schreihals führt es dazu, dass er vor Schreien erst einen knallroten Kopf (wie in Stufe 3) und dann fast keine Luft mehr bekommt, eventuell gefolgt von einem Husten, was ins Erbrechen münden kann (das ist uns zum Glück erspart geblieben).
Ein Ende war erst erreicht, als er vor Erschöpfung eingeschlafen ist. Gott sei Dank hatte er beim nächsten Aufwachen wohl vergessen, was ihn so aufgebracht hatte.
Aus Erzählungen alles bekannt, aber vorstellen konnte und wollte man es sich nicht. Am Schlimmsten ist die Hilflosigkeit (ähnlich wie bei der Geburt), die sich dabei in einem ausbreitet und den Stresspegel in noch ungeahnte
Höhen schnellen lässt, was ich auch direkt an meiner Umgebung bzw. meiner Frau und den armen Schwiegereltern ausgelassen habe (Entschuldigung noch einmal dafür). Früher habe ich immer gedacht, Schreikinder, ja, schlimme Sache,
aber Kopfhörer auf und gut. Oh nein, der Lärmpegel ist ein Punkt, aber schlimmer ist die nackte Angst, dass dem Kleinen wirklich die Luft weg bleibt oder irgendetwas passiert. Ähnlich wie wenn er sich an Milch verschluckt und
nicht nach zwei Hustern wieder fröhlich vor sich hin brabbelt. Mein Mitgefühl geht dabei an meine Blogkollegin Tanja, die sich wohl gleich mit zwei Schreikindern „rumschlagen“ muss, Respekt!
Kurzum, andere besteigen den Mount Everest, mir reicht diese Extremerfahrung. Grüßen möchte ich an dieser Stelle meine Patentante, die sowohl drei Kinder großgezogen, als auch letztes Jahr den Everest bezwungen hat.


Greifalarm

Vor einer Woche hatte ich noch berichtet, dass Alexander zwar verstanden hatte mit seinen Armen zu fuchteln, um ein von ihm gewünschtes Ergebnis, wie das Wackeln seines Spielbogenzubehörs, zu erzielen. Heute kann ich stolz berichten, dass Alex in nur wenigen Tagen den Schritt zum gezielten Greifen vollzogen hat. Zwar nur ab und zu, aber er weiß nun, wie er seine Greifringe am Spielbogen erreichen und festhalten kann. Gleiches gilt für Papas Arm und seine
Schnuffeltücher. Es ist das erste Mal, dass ich wirklich überrascht bin, wie schnell der Kleine doch zu lernen scheint. Gestern noch ein Fuchteling, heute schon ein Greifling, würde der Evolutionsforscher  wohl sagen.
Sonst gibt es wenig zu berichten, unser erstes Weihnachten zu dritt steht vor der Tür und alle Omas und Opas freuen sich riesig darauf. Für Alex wohl etwas zu früh, um unvergesslich zu sein, aber gefallen wird es ihm sicher dennoch.
Denn bisher ist er immer begeistert, wenn viele Menschen um ihn herum sind.
Diese Woche waren wir zum Beispiel das erste Mal mit ihm alleine auswärts essen. Und außer, dass ich mit einer Hand essen musste, hat es, obwohl er die ganze Zeit wach war, perfekt funktioniert. Wenn man ihn so auf den Schoß setzt, dass er die gesamte Umgebung bzw. die Leute an den Nachbartischen beobachten kann, ist er rundum zufrieden, solange er nicht selber wieder Hunger bekommt. Somit ist eins klar, sollte sich dies nicht wieder ändern, brauchen wir uns beim zusammen Essengehen nicht weiter einschränken.


Windelwahnsinn

Nach einer Rabattaktion, die einfach zu verlockend war, türmen sich in Alexanders Zimmer nun die Windelpackungen. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn er nicht so extrem schnell wachsen würde, wie er es derzeit tut. Denn passend zu seinen nun 12 Wochen hat er sich dieses Wochenende von Größe 62 verabschiedet und trägt nun Größe 68. Etwas beängstigend, wenn man auf den Schildchen der Klamotten liest, dass 62 ab ca. drei Monaten getragen wird. Alex hat somit jetzt eine ganze Größe Vorsprung und das ja bereits eine Woche, bevor die drei Monate wirklich voll sind. Also Daumen drücken, dass er das Tempo jetzt etwas drosselt und seine Windeln Größe 3 wenigstens annähernd verbraucht. Sonst habe ich die Diskussion, warum ich so viele Windeln auf Vorrat gekauft hätte.
Neben der Größe macht Alexander aber auch weitere Fortschritte. Er greift zwar noch nicht wirklich gezielt nach seinem Spielbogen, aber er fuchtelt bereits so lange mit den Armen herum, bis er etwas erwischt und freut sich dann darüber. Und sobald sich nichts mehr bewegt, geht das Gefuchtel von neuem los. Ein wirklich süßes Schauspiel, was den netten Nebeneffekt hat, dass er sich ab und zu nun auch mit sich selber beschäftigt und Freude dabei hat. Nicht dass ich ihn nicht gerne beschäftige, wenn seine Mama gerade mal etwas anderes machen muss. Aber hin und wieder ist es auch schön, wenn er nicht gerade schläft und trotzdem zufrieden ist, ohne dass wir ihn betüddeln. Und es macht einfach verdammt viel Freude, ihm dabei zuzusehen!


Partytime

Gestern war es nun das erste Mal so weit, Papa und Mama waren auf den 30. Geburtstag eines Freundes eingeladen und wollten natürlich auch beide dort hingehen. Für mich ja kein Problem, nur für meine Frau aufgrund des Stillens eigentlich unmöglich.
Die erfahrenen Mütter werden jetzt sagen, ja, man kann doch abpumpen und dann per Flasche füttern! Richtig könnte man, wollten wir aber noch nicht bzw. hat meine Frau noch nicht, für solche Fälle, mit dem Abpumpen begonnen.
Also musste eine andere Lösung her, die auch relativ pragmatisch war. Der Plan und die spätere Umsetzung sahen so aus, dass meine Frau alleine zur Party gefahren ist und vorab den Kleinen gefüttert hat. Man weiß zwar nie, wie lange er danach zufrieden ist, aber nachdem meine Frau nun schon mehrere Male für anderthalb Stunden aus dem Haus bzw. bei ihrem Rückbildungskurs war, konnte man auf ein gewisses Zeitfenster hoffen. Und so war es dann auch, zwei Stunden war der kleine Fratz mit mir alleine zu Hause und rundum zufrieden. Dann musste ich meine Frau informieren, die im Handumdrehen zu Hause war und den Kleinen wieder füttern konnte. Und dann durfte Papa los auf die Party und feiern gehen. So waren wir beide auf dem 30. Geburtstag unseres Freundes und der Kleine hatte die ganze Zeit Mama oder Papa, die sich um ihn gekümmert haben. Gerne hätte ich auch ein Foto dazu hochgeladen, aber leider liegen die entsprechenden Kameramänner noch im Delirium. 


Erste Geräusche

Nach nun ca. zwei Monaten probt Alexander die ersten Geräusche. Klar, schreien konnte er von Anfang an, aber daneben kommen jetzt immer gezielter Töne wie eine Art Quieken oder Schnaufen. Zudem hat man das Gefühl, er erwarte, dass sich seine Umwelt an dieser ersten Kommunikation beteiligen soll, er freut sich zumindest riesig, wenn es so ist.
Wobei er sich mehr und mehr über alles was irgendwie neu ist freut.
Das Engelslachen, welches bedeutet, dass Babys die ersten Wochen zwar lachen können, dies aber nicht mit Freude etc. verbinden sondern es eher Zufall ist, wird mehr und mehr gezielt und es macht echt Freude, den Kleinen zum Lachen zu bringen. Man könnte glatt süchtig danach werden und ich muss zugeben, es wird nach und nach meine Lieblingsbeschäftigung. Und auch wenn ich gerne ein Bild dazu gepackt hätte, Geräusche lassen sich immer so schlecht
fotografieren.
Sonst gibt es wenig zu berichten, so glatt läuft alles. Alexander schläft weiterhin ca. 7-9 Stunden in der Nacht durch. Tagsüber quengelt er wie gehabt nur wenn er Hunger hat, wobei das auch mal fünf Mal hintereinander sein kann
und meine Frau es nicht mehr glauben mag.
Einzig anstrengend sind die Abende bevor er einschläft, da hat er sich etwas daran gewöhnt, von mir noch ein wenig herumgetragen zu werden und praktisch auf meinem Arm einzuschlafen. Einige werden sagen, selber schuld, aber irgendwie ist es auch eine echt schöne Sache, also nehme ich das gerne in Kauf!


Wonneproppen schläft durch

Kaum zu glauben, aber Alexander hat heute nun die sechste Nacht in Folge durchgeschlafen. Bedeutet, er schläft gegen 23 Uhr ein und bis 9 oder 10 Uhr durch; einfach traumhaft! Aber auch sonst entwickelt er sich extrem schnell, was die aktuelle Klamottengröße 62, Windelgröße 3 und mehr als 6kg Gewicht beweisen. Mit nun 8 Wochen wäre eigentlich alles eine Nummer kleiner normal. Daher sind wir auch froh, dass meine Frau stillt. So ist Überfüttern ausgeschlossen und wir müssen uns diesbezüglich keine Sorgen machen.
Ansonsten ist Alexander ein ganz entspannter kleiner Fratz. Wenn er wach ist, möchte er zwar immer auf den Arm und eben nicht in seinem Stubenwagen liegen, aber ich denke, das ist völlig normal, mir wäre den ganzen Tag im
Stubenwagen auch zu langweilig. Ab und zu merkt man, dass er sich gerne mehr bewegen möchte und wenn er merkt, dass er das nicht kann, wird er ärgerlich. Immer wieder ein interessantes und lustiges Schauspiel, bis er dann vom Quengeln ins Jammern bzw. Schreien übergeht, dann ist es weniger lustig, aber mit ein paar beruhigenden Worten oder Liedstrophen auf dem Arm ist alles wieder gut.
Was ebenfalls schön zu sehen ist, ist, dass er nach und nach seine Umgebung wahrnimmt. Wo er sonst nur wild bzw. leer in der Gegend herum geguckt hat, fixiert er heute schon gezielt Personen oder Gegenstände wie sein Mobile. Ich bin gespannt, wann er anfangen wird, nach Dingen bewusst zu greifen, an den Haaren seiner Mama kann er heute schon ziehen, aber bewusst ist ihm das vermutlich nicht.


Krank

Nein, zum Glück nicht das Baby, sondern ich. Es wäre auch zu schön gewesen, sich völlig ohne diese, für den Menschen doch so wichtige Begebenheit durchs Jahr zu schlagen. Das einzig Gute ist immer, dass krank sein einen daran erinnert, wie gut man es eigentlich hat, wenn man gesund ist. Man schätzt den Normalzustand einfach viel zu wenig wert!
Aber nun Schluss damit, gejammert habe ich heute schon genug. Wichtig ist, Alexander nicht anzustecken. Laut Hebamme besteht eine nur sehr geringe Gefahr und wir hoffen, sie behält Recht. Ich halte mich dennoch so gut es geht von dem Kleinen fern, was wirklich ein bisschen schmerzt. Schon komisch, wie schnell man so einen kleinen Matz nicht nur in sein Herz lässt, nein, man räumt ihm eine ganze Kammer frei, die er sich vermutlich nur noch mit seinen Geschwistern teilen müsste.
Jedenfalls klappt es bisher ganz gut, einen Schnupfen hat er zwar abbekommen, aber Husten, Fieber und Kopfschmerzen scheinen an ihm vorübergegangen zu sein, genau wie an meiner Frau. Ich beneide die beiden! Ansonsten gibt es wenig zu berichten, mit meinen um die 39°C Fieber hat sich mein Sichtfeld bzw. mein Aktionsradius etwas verengt und dafür die Arbeit für meine Frau verdoppelt, denn sie hat jetzt zwei quengelnde Männer zu versorgen.



Schlafenszeit

Vorletzte Woche war ich nun das erste Mal mehrere Tage unterwegs und es ist erstaunlich, wie schnell ein Baby sich entwickelt. Vier Tage weg und Alexander hat sich merklich verändert. Nunmehr fast 6kg schwer, ist er schon ein ordentlicher Brocken und bereitet meiner Frau neben der ganzen Freude über jede neue Regung auch einige Rückenschmerzen. Weiterhin positiv ist jedoch anzumerken, dass er immer noch ein ganz lieber, kleiner Fratz ist und noch immer nur schreit, wenn er Hunger hat. Einige Eltern hatten gewarnt, dass sich das ändern würde, aber noch hält er, Gott sei Dank, durch.
Die nächste Aufgabe, die auf uns zu kommt, ist, den Kleinen nach und nach daran zu gewöhnen, auch alleine einzuschlafen und das Ganze am besten um eine feste Uhrzeit. Derzeit bestimmt Alexander noch alleine, wann wir ins Bett gehen können, also ab 20 Uhr, aber erst wenn er wach ist, damit er umgezogen und gewickelt werden kann. Wecken soll man die Kleinen laut Aussage unserer Hebamme so wenig wie möglich, daher kann es auch mal halb zehn werden. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn er denn sofort nach genannten Versorgungen sicher einschlafen würde. Wer aber nach eventuell langer Schlafphase nun einmal wach ist, der bleibt es dann gerne auch erst einmal für unbestimmte Zeit. Und so ganz eingependelt haben sich die Schlafzeiten nachts auch noch nicht. Manchmal ist er alle zwei Stunden wach, sehr zur Freude meiner Frau, und in anderen Nächten schläft er sechs Stunden am Stück. Aber wie gesagt, wir arbeiten daran und hoffen das Beste.


Papazeit

Elternzeit für Väter ist ein Begriff, der erst nach und nach, aber schneller als erwartet, Einzug in unsere Gesellschaft findet. Und dieses Schneller-als-erwartet sehe ich öfter als gedacht in Gesichtern meiner Gesprächspartner, wenn ich erwähne, dass ich diese Zeit mit meinem Kind für acht Monate in Anspruch nehmen werde.
Elternzeit na klar, aber acht Monate? Gibt es nicht nur für zwei Monate extra Geld, wenn auch der Vater zu Hause bleibt? Ja, und?
Der Gedanke, dass der Mann auch Zeit bzw. für einen gewissen Zeitraum seine ganze Zeit mit seinem Kind verbringen möchte, ist neu. Nicht Geld oder die „freie“ Zeit zu Hause, sondern Erfahrungen und Momente mit meinem Sohn, die mir nur das Leben bieten kann, lassen mich diesen doch sehr gewagten Weg gehen. Denn klar ist, wenn man von Themen wie Frauenquote etc. spricht, spricht man eigentlich von Maßnahmen gegen die Benachteiligung der Personen, die von Unternehmen als potentielle „Teilzeitausfaller“ betrachtet werden. Und nun reihe ich mich also dort ein, wissentlich und ohne Drang, es tun zu müssen. Eine Entscheidung für meinen Sohn und mich. Auch bestärkt durch einige Männer, die sich gewünscht hätten, diese Möglichkeit gehabt zu haben.


Freude überall

Nicht nur, dass meine Frau und ich uns täglich über den kleinen Fratz freuen, auch alle Verwandten, Freunde, Kollegen und Nachbarn sind ganz aus dem Häuschen. Welche Kreise das Ganze zieht, ist schon beeindruckend, denn ein Baby scheint einfach jeden zu berühren.
Ein Beispiel: Auch wenn das Verhältnis zu unseren Nachbarn bzw. in unserer Straße gut ist, waren wir wirklich überrascht, als wir eine Karte der Nachbarn bekommen haben, in der ein Großteil unterschrieben und Geld gesammelt hatte. Und auch auf der Pinkelparty war fast die gesamte Nachbarschaft vertreten und wer nicht da war, hatte sich entschuldigen lassen. Ich muss sagen, es ist ein schönes Gefühl, wenn so viele Menschen so positiv Anteil an einem so wichtigen Moment im eigenen Leben nehmen.
Im Bezug auf die Verwandten ist es für meine Omas und meinen Opa derzeit etwas schwierig, denn sie wohnen ca. 200km weit weg und können den kleinen Fratz nicht einfach besuchen kommen. Da müssen sie sich noch bis Weihnachten gedulden, wenn wir sie das erste Mal besuchen kommen.
Sonst ist der Kleine weiterhin super süß, noch ohne Schnulli meckert er weiterhin nur, wenn er Hunger hat. Wobei er seit zwei Tagen immer abends etwas quengelig wird und ich ihm nicht mehr reiche, da muss Mama her. Das kratzt natürlich etwas an meinem Papa-Ego, aber ist laut der Fachliteratur ganz normal, schließlich ist Mama sieben Tage 24h die Woche für ihn da und Papa eben doch oft weg arbeiten. Aber nachdem ich meine Elternzeit nun offiziell eingereicht habe, ist das auch nur noch eine Frage der Zeit.


Machtwechsel

Zwei Wochen ist Alexander erst alt, aber schon der neue Chef im Haus. Er bestimmt, wann die Dinge des Alltags erledigt werden, bzw. wann nicht, weil die Windel erneuert werden muss oder jemand Hunger hat. Was aber bisher meine bzw. unsere kühnsten Hoffnungen übertrifft, ist, wie lieb dieser kleine Erdenbürger ist. Gejammert wird nur, wenn er Hunger hat oder nicht mehr alleine in seinem Bettchen liegen möchte. Aber von einigen erfahrenen Eltern habe ich bereits gesagt bekommen, dass sich das nach etwa zwei Wochen meist ändert ... warten wir es ab und genießen den aktuellen Zustand.
Da ich nun seit einer Woche wieder arbeiten muss, hat meine Frau den halben Tag Ruhe vor mir, aber dafür den Job der Alleinunterhalterin für Alexander inne. Wie sie sagt ein Job, der voll auslastet, was ich nach meinen Erfahrungen am Abend und der Nacht so auch unterschreiben würde. Und ich möchte an dieser Stelle gar nicht wissen, wie es mit den Sagen umwobenen Schreikindern sein muss. Alexander kennt dreieinhalb Zustände, hier nach Häufigkeit geordnet: Schlafen, mein persönlicher Lieblingszustand, vor allem wenn er etwas träumt und dabei Grimassen zieht. Der zweit häufigste Zustand ist essen, wobei dieser Zustand oft in den zuerst genannten direkt über geht, was dazu führt, dass sich beide mehrfach abwechseln, bis Ersterer am Ende gewinnt. Der dritte Zustand ist wach sein, beliebt vor allem nachts, wenn Papa und Mama schlafen wollen, aber nie wirklich von Dauer und daher nur auf Platz Drei. Der letzte und wohl nur ein halber Zustand, da von einem der anderen Zustände begleitet: Schluckauf! Eine Art Fluch, den Alexander, so wie er immer guckt, als persönlichen Erzfeind betrachtet. Denn was für ein oder zwei Minuten lustig ist, nervt nach etwa vier Minuten extrem, gerade wenn er eigentlich schlafen oder essen möchte. Aber wie der Norddeutsche sagt, watt mutt datt mutt. Das Bild zeigt Alexander übrigens vor seiner ersten Tour zu Oma und Opa.



Alexander ist da

Am letzten Montag war es endlich so weit. Nachts um 3 Uhr sprang meine Frau auf und rannte ins Bad – Blasensprung. Nach dem Duschen und Fertigmachen waren
wir gegen 4 Uhr im Krankenhaus, tierisch gespannt wie es nun weitergehen würde. Die ersten Wehen, die gegen etwa halb 5 einsetzen, waren aber relativ entspannt (aus meiner Sicht) und erst gegen etwa halb 10 Uhr nach der Ultraschalluntersuchung wurde es ungemütlicher.
Meine Frau war sehr tapfer, doch hatte sie - genau wie zuerst die Hebamme - die Geschwindigkeit der Geburt unterschätzt: Nachdem meine Frau das erste Mal
nach Schmerzmitteln fragte und erst einmal die Badewanne helfen sollte, war sie dort nach etwa 30 Minuten wieder raus. Denn was erst geholfen hatte, hatte
die Geburt wohl weiter beschleunigt. Und was der Hebamme zu diesem Zeitpunkt schon klar wurde, wollte meine Frau noch nicht einsehen. Man sollte eben doch
nicht allzu viel lesen, denn wie es scheint, läuft eben doch alles ganz anders als erwartet.
Mir blieb nicht viel über, als mich bei der Diskussion um Schmerzmittel oder nicht herauszuhalten und so ging die Geburt dann ohne jegliche Schmerzmittel
vonstatten. Eine gute Entscheidung, wie ich im Nachhinein sagen muss. Und kurz nachdem meine Frau die Wanne verlassen hatte, kam auch schon der Endspurt. Der Schreipegel wuchs nach und nach ins Unermessliche und der Arzt und die Hebamme wurden auch immer aufgeregter, nachdem vorher oft einer oder auch mal beide den Raum verlassen hatten, um bei den beiden parallel stattfindenden Geburten nach dem Rechten zu sehen.
Für mich überraschend, anders als im Fernsehen, stand ich direkt neben meiner Frau. Kein Sichtschutz, kein „gehen Sie bitte einen Schritt zurück“, nein alles
live in Farbe und 30 cm vor mir. Im Nachhinein aber eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Ich kann sagen, ich war dabei und habe aktiv bei der Geburt
meines Sohnes geholfen. Gut, es war reine Glückssache, dass ich Blut sehen kann (was ich auch jetzt erst sicher sagen kann), aber warum jetzt darüber Gedanken machen, was gewesen wäre wenn nicht.
So war es einfach beeindruckend, wie das Leben sich einen Weg sucht und plötzlich gegen 12:43 Uhr ein neuer Mensch das Licht der Welt erblickte: Alexander, ein kleines Knäuel voller Leben und mit 4320g und 57cm nicht zu wenig davon. Ein unbeschreiblicher Moment, der Papamoment, kein einfaches Individuum mehr,
sondern Papa, einer der beiden wichtigsten Menschen eines neuen Erdenbürgers, gewillt alles zu tun, damit dieser ein genauso schönes Leben haben wird, wie
man selber es genossen hat und immer noch tut. Eine Reise, die nun 9 Monate im Kopf durchgespielt wurde, beginnt und niemand weiß, wo sie hin geht. Ich freue
mich darauf und genieße schon jetzt jeden Moment!


Verspätung

Langsam wird es ein Geduldspiel. Nachdem der Kleine nun fünf Tage über dem Termin ist, ziehen sich die Tage wie Kaugummi. Die zwei Wochen Urlaub, die ich mir genommen habe, um die letzten Tage vor und die ersten Tage nach der Geburt zu Hause zu sein, sind nun zur Hälfte um und waren nicht so wirklich ergiebig. Klar ist die Zeit zu Hause schön, nur sinnvoller wäre es gewesen, wenn ich meine Frau mit dem Baby hätte unterstützen können. Denn trotz der einen Woche über dem Termin und dem immer runder werdenden Bauch schlägt sie sich weiterhin absolut tapfer und braucht eigentlich kaum bis gar keine Hilfe.
Zudem musste ich heute eine Fernuniklausur ausfallen lassen, da ich keine Autostunde weg sein möchte, wenn es denn nun endlich los geht. Der Kleine zeigt also schon vor der Geburt, nach wem sich hier ab sofort alles zu richten hat.
Im Kampf gegen die Langeweile, weil man ja nicht richtig was machen kann, wenn es jeden Moment losgehen kann, haben wir heute einen neuen persönlichen Babymarktrekord aufgestellt: vier Babymärkte und einen Flohmarkt in fünf Stunden, geschätzte 40 neue Babyklamotten und von meiner Seite die Erkenntnis, dass Langeweile teuer werden kann.
Dafür waren die Aktivitäten am Anfang der Woche noch um einiges günstiger. Zum Beispiel freuen sich die Katzen über ein gebasteltes Katzenfummelbrett (siehe Bild), der Keller ist so aufgeräumt wie das letzte Mal beim Einzug und im Arbeitszimmer stehen zwei neue Regale.
Was jedoch auch sicher ist, ist, dass ich spätestens Mitte dieser Woche Papa werde, denn dann wird der Kleine geholt bzw. die Geburt eingeleitet. Und auch wenn meine Frau gerne darauf verzichten möchte und alles seinen natürlichen Lauf lassen will, irgendwann muss der Kleine ja raus. Ich freue mich weiterhin riesig auf den Moment, meinen kleinen Sohnemann im Arm halten zu dürfen und denke, dass dieser Moment alles Vorherige entschädigen wird, egal, was da noch kommen mag.


Orakeln

Nach heutigem Stand macht das Baby keine Anstalten, seine warme und kuschelige Behausung zu verlassen, wer mag ihm das bei diesem Traum von Sommer verübeln … Aber sollte es dann losgehen, wird es sicher so sein, dass ich mächtig Stress machen werde, möglichst bald ins Krankenhaus zu fahren, und meine Frau wird wie bisher behaupten, dass man sich ruhig Zeit lassen kann und die Wehen erst regelmäßiger kommen müssen. Schlussendlich im Krankenhaus angekommen, und heute schon ahnend, dass das die schlimmste Zeit für mich werden wird, beginnt die Warterei.
Nur am Gesichtsausdruck meiner Frau ablesend, wie weit es denn nun wirklich ist, bleibt nichts weiter, als gut zureden und Händchen halten. Und nach mehrfachen Warnungen, dass sich das Wesen einer Frau in dieser Phase völlig verändern kann, werde ich versuchen, so behutsam wie möglich zu sein und meine „Tipps“ weitestgehend für mich behalten.
Riesig freue ich mich auf die sogenannte Bondig-Phase, bei der das Baby den Eltern auf die nackte Brust gelegt wird, um eine erste Bindung aufzubauen, also der erste Kontakt zwischen mir und dem Baby. Sicher ein Moment, der in der Galerie der unvergesslichen Augenblicke einen Platz ganz weit vorne einnehmen wird.
Nicht besonders freue ich mich hingegen auf das Thema Windeln wechseln. Bleibt zu hoffen, dass unsere Kater so schlau sind und nicht wie manch andere Katze mit den Windeln spielen. Aber ich habe mich auf das Abenteuer Baby bewusst und
gewollt eingelassen, also muss ich es nun auch ausbaden, bzw. darf es mit all seinen Facetten genießen. Und das alles nur, damit mich mal irgendwann jemand als alter Mann zu Weihnachten besuchen kommt bzw. es irgendwie Sinn gemacht
hat, den Müll zu trennen, Recyclingpapier zu benutzen, Strom zu sparen etc.


Rückblick

Letztes Jahr um diese Zeit steckten wir voll in den Planungen zu unserem Skiurlaub, zwar mit dem festen Wunsch und der Hoffnung, bald ein Kind zu bekommen, aber unwissend, was dann wirklich auf uns zukommen würde. In besagtem Skiurlaub, zum Glück am Tag der Abreise und somit nachdem meine Frau alle (auch alle schwarzen) Pisten befahren hatte, war der dritte Schwangerschaftstest nach zwei falsch-negativen endlich positiv.
Ein interessantes Gefühl, wobei man es erst nach und nach während der Schwangerschaft realisiert. Ich denke, als Frau ist es ab Tag 1 greifbar, als Mann ist es schwerer, weil man es eben nicht sehen oder fühlen kann. Sobald aber der
Bauch wächst, die ersten Ultraschallbilder gemacht werden oder man gar das Baby strampeln fühlen kann, ist man(n) voll dabei, nie wissend, ob alles, was man so vorbereitet oder plant, wirklich am Ende gebraucht wird oder Sinn macht.
Aber ich vermute, wenn es um Kinder geht, egal wie alt, dann ist eins sicher: So wenig, wie ich mich habe lenken lassen, so wenig wird es mein Kind wohl auch tun. Denn was wir Menschen als unseren größten Vorteil sehen, das selbstständige Denken, werden einige Eltern wohl sicher schon oft verflucht haben. Aber das ist reine Spekulation, so wie alles in diesem Zusammenhang. Würde mich aber jemand an diesem Punkt fragen, ob ich es bereue? Nein, ich bin nach wie vor stolz wie Oskar und will endlich meinen Kleinen in den Arm nehmen und lachen sehen.


Gipsbauch

Außer einem fast Fehlalarm hat sich diese Woche nicht viel getan und auch wenn der errechnete Termin erst in ca. zwei Wochen ist, wird die Ungeduld jeden Tag größer. Wenn man sich nur auf ein einziges Ereignis hin vorbereitet und dieses einfach nicht eintritt, aber es könnte … Ein bisschen, wie wenn man Lotto gespielt hat und die Ziehung beginnt, nur eben die ganze Zeit. Wobei es wohl für meine Frau noch schlimmer ist, weil Sie schon jetzt kaum durchschlafen kann, weil der Kleine nachts regelmäßig aufwacht und dann im Bauch Party macht.
Um diese Zeit ein bisschen festzuhalten, haben wir diese Woche einen Gipsabdruck des Babybauchs gemacht. Ich hätte es mir schwerer vorgestellt, aber es hat super geklappt, bis auf die Tatsache, dass wir zu wenige Gipsrollen gekauft haben, was zeigt, dass man die Größe des Bauches wirklich unterschätzt. Und sollte der Kleine noch ein wenig drin bleiben, werden wir das Ganze noch einmal mit mehr Gips probieren. Tipp: Ich vermute, dass 12m x 10cm für einen Standard Babybauch reichen müssten. Um das ganze stabil zu bekommen braucht man ca. 4 Lagen Gips.


Einfach nur abwarten

Nachdem alles vorbereitet ist, bleibt nichts weiter, als zu warten. Zumal beim letzten Arzttermin herauskam, dass es wohl keine drei oder vier Wochen mehr dauern wird bzw. es jeden Moment so weit sein kann. Nur was kann man jetzt
damit anfangen? Sich den ganzen Tag verrückt zu machen bringt nichts, vorzubereiten gibt es weiter nichts.
Wobei, was noch geplant werden muss, ist die Pinkelparty. Für die, denen das jetzt nichts sagt, diese Feier findet statt, wenn das Baby geboren ist und die Frau mit Baby noch im Krankenhaus weilt. Bedeutet für mich, Getränke holen, was Kleines zum Essen vorbereiten, das aber in Massen, eine Menge Leute einladen, feiern und der nervigste Part, alles innerhalb weniger Stunden wieder aufräumen, weil dann Mutter und Baby nach Hause kommen. Dabei ist derzeit meine größte Sorge, wie ich all den Leuten kurz nach dem Geburtsstress Bescheid geben soll, dass die Pinkelparty stattfindet. Und Rücksicht auf Wochentage wird das Baby ja auch nicht nehmen.
Auf die Geburt selber bin ich auf jeden Fall sehr gespannt. Eine Erfahrung, die man wohl nie vergessen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass es eine positive wird. Da das Thema Geburt unplanbar ist, mache ich mir dabei auch wenige Sorgen, das einzige ist der Weg ins Krankenhaus, je nach Tageszeit wird das sicher etwas Nerven aufreibend, auch wenn meine Frau meint, dass man sich da keinen Stress machen braucht, so schnell ginge das auch wieder nicht. Wir werden sehen!
Nach der Geburt wird es in jedem Fall entspannter. Ein Zimmer für uns drei alleine und das für ca. 3-4 Tage und immer jemanden, den man schnell rufen kann, wenn etwas merkwürdig ist. Und wie ich bei Babys von Freunden gesehen habe, machen sie immer merkwürdige Geräusche oder Bewegungen. Es wird ein riesen Spaß.


Der Countdown läuft

Noch ca. vier Wochen, ganz genau vermag das ja niemand zu sagen. Meine Frau hat bereits die Krankenhaustasche gepackt und sich in beiden in Frage kommenden Krankenhäusern angemeldet bzw. vorgestellt. Mein Urlaub um den errechneten
Termin ist eingereicht und genehmigt. Alle Babyutensilien liegen bereit, die Babyklamotten sind gewaschen und die Bettchen, Stubenwagen etc. sind alle bezogen.
Ein ausstehender Punkt ist noch die ganzen Formulare vorab auszufüllen, bzw. sich überhaupt zu informieren, was alles angemeldet und beantragt werden muss. Natürlich darf man das alles erst machen, wenn das Kind geboren ist und dann
aber am besten sofort. Eine tolle Regelung, da man genau dann natürlich total Lust auf den ganzen Papierkram hat. Aber was so viele vor uns geschafft haben, bekommen wir sicher auch hin. Zur Sicherheit hatten wir uns einen Termin bei der Elterngeldstelle gemacht, nur leider hatte man dort außer zum Thema Elterngeld keinerlei weitere Informationen für uns.
Und nachdem es nun auch jeden Moment so weit sein kann, achtet man bzw. frau natürlich auf jede Besonderheit, was zum Beispiel Übungswehen, die in so einer Zeit ganz normal sind, zu einem stressigen Ereignis machen, weil man eben nie
weiß, ob es jeden Moment losgeht. Alles in allem hält sich meine Frau sehr tapfer, was mir natürlich sehr entgegen kommt. Aber wir werden sehen, ich denke mal die nächsten Wochen wird das nicht immer so bleiben.


Bastelaktion

Nachdem nun auch hier die Sommerferien und damit für meine Frau vier Tage vor dem eigentlichen Mutterschutz die arbeitsfreie Zeit begonnen hat, entwickelt sie sich zur echten Mama. Kaum zu Hause, schon voll ausgestattet mit
Bastelschere, Tonpapier und Buntstiften, wird die Sammlung von gebastelten Wand-, Tür- und Fensterbildern jeden Tag erweitert.
Früher hat meine Frau eigentlich nie gebastelt und ehrlich gesagt hatte ich ihr das auch nicht zugetraut. Umso überraschender, was innerhalb weniger Tage für tolle Sachen entstanden sind. Und nach einem eigenen Bastelversuch, zu dem ich genötigt wurde, geradezu erstaunlich. Ich kann wie eh und je nicht basteln, traurig aber wahr. Männerhände sind eben für Sägen und Bohrmaschinen gemacht, nicht für Bastelscheren und Tonpapier. Desto mehr genieße ich es jeden Tag, die neusten Kunstwerke zu betrachten.
Meine Aufgaben derzeit beschränken sich eher darauf, die gesamten  Babykla-motten durchzuwaschen und die letzten Ausrüstungsgegenstände in ihre endgültige Form und Position zu bringen.
Ein anderes Thema, was mich diese Woche beschäftigt hat, war ein eher Unerfreuliches. Nachdem ich mich durchgesetzt hatte, dass wir auf Grund des Kinderwagentransports und ähnlichem einen Kombi brauchen würden, habe ich diesen direkt in der ersten Woche beim Rausfahren etwas baulich an die Garage angepasst. Und selbst als bekennender Nicht-Autonarr war das ein tiefer Stoß ins Männerherz. Damit liege ich mit 2:0 vorne, das jeweils „neue“ Auto zu verkratzen. Und die Frage „Du willst den Wagen echt in die Garage fahren?“,  die ich damals mit einem süffisanten „Na klar, ist doch kein Problem!“ beantwortet habe, kommt nun etwas unangenehm zu mir zurück …  wobei das Rein nicht das Problem war, sondern das Raus.
Erinnert mich an irgendwas, an dem ich vor ca. 8 Monaten beteiligt war, hoffentlich kommt das ohne Schrammen raus. Ich kann nur froh sein, mit einer Frau verheiratet zu sein, denn außer einer gewissen Schadenfreude gab es weiter keine Kommentare oder Gemecker. Daran sollte ich mir mal ein Beispiel nehmen.


Kinderwagen & Co.

Nach und nach wird es voll in der Wohnung. Dass ein Kind irgendwann ein eigenes Zimmer beanspruchen würde, war mir klar, aber dass es eigentlich schon von Beginn an zusätzlich einen eigenen Abstellraum brauchen würde, ist etwas
beängstigend, oder besser beENGstigend.
Angefangen vom Kinderwagen, der ¼ des Flurs zustellt, über den Stubenwagen, der etwa 2m² im Wohnzimmer verbraucht und die ganze Ordnung dort zerstört, das Beistellbett, welches die Bettseite meiner Frau fast komplett dicht macht, den
Laufstall, der zum Glück noch zusammengeklappt im Keller steht, die Krabbeldecke, bei der man einfach nicht weiß, wohin damit, und eben der ganze Kleinkram, der plötzlich überall auftaucht. HILFE!!! Und jetzt schon die Sorge, wo
der ganze Kram mal hin soll, wenn man ihn nicht mehr braucht.
Da erinnere ich mich an die Werbung für den Bausparer, den man schon für sein Baby abschließen soll. Macht Sinn, denn wenn der Zubehörbedarf weiter so rasant steigt, braucht das Kind mit drei Jahren eine eigene Wohnung bzw. einen Anbau. Und ich glaube, ich komme so langsam dem extremen Preisverfall bei Babyklamotten und Zubehör auf die Schliche, es ist einfach die schiere Angst, in der eigenen Wohnung keine Luft mehr zum Atmen zu haben, wenn man nicht schnell alles wieder los wird. Und die Geschenke der Freunde und Kollegen sind keine Nächstenliebe … nein, das ist Selbstschutz und wird vermutlich danach heimlich mit einem kleinen Fest auf dem zurückeroberten Grund und Boden, der
endlich wieder begehbar ist, gefeiert.
Da hatte man(n) sich gerade daran gewöhnt, von seinem eigenen Kleiderschrank nur noch 1/3 nutzen zu können und im Bad um die letzten Quadratmillimeter zu kämpfen, die man noch nicht irgendeinem Schminktiegel oder Kamm geopfert hat, da kommt der nächste, der einem das Leben eng macht. Bis man am Ende noch zwei Kubikmeter unter der Erde hat, die man sich auch noch mit den Regenwürmern teilen muss, bzw. als treuer Ehemann und liebender Vater sagt man hier natürlich darf.
PS: Hatte ich schon erwähnt, dass der Bastelwahn ausgebrochen ist (siehe Bild). Mehr dazu im nächsten Beitrag.


Geburtsvorbereitungskurs

Der Geburtsvorbereitungskurs oder auch Hechelkurs genannt, bezeichnet den Kurs, den Frauen und auch teilzeitmäßig Männer besuchen, um erste Tipps und Tricks für die Zeit mit dem Baby zu bekommen. Das 1x1 der Babyerstversorgung sozusagen. Eigentlich wollten wir ja den drei Tage Bootcamp Babykurs machen, aber das war aus terminlichen Gründen leider nicht möglich. Verwunderlich ist zudem, dass dieser Kurs, der für Frau und Mann gewesen wäre, nur sehr schwer zustande kommt, da sich fast nie genügend Männer finden. Liebe Mitmänner, wie stellt ihr euch das vor? Fußball spielt der Kleine erst mit frühestens drei Jahren, was macht ihr bis dahin? Ab in den Kurs mit euch!
Die andere Variante, die wie gesagt nur aus terminlichen Gründen nun auf dem Plan steht, geht über mehrere Wochen, wobei die Männer an nur einem einzigen Termin teilnehmen dürfen/müssen (sucht es euch aus). Da saßen wir also, ein
Raum voll mit runden Bäuchen, eben schwangere Frauen und ihre Männer/Freunde. Etwa zehn Paare, alle wild entschlossen, mehr über den Vorgang der Geburt und die Stunden davor bzw. danach zu erfahren. Was mich gewundert hat, war, dass einige Paare nicht das erste Kind erwarten, den Kurs aber dennoch erneut besuchen. Soooo gut war der Kurs jetzt auch nicht, aber alles in allem sehr aufschlussreif.
Mir war zum Beispiel neu, dass das Kind sich während der Geburt mehrfach drehen muss, um überhaupt durch das Becken zu passen. Nun verstehe ich endlich, warum eine Geburt so lange dauert. Auch das Weghecheln von Wehen erschien mir immer als reine Zeit- und Kraftverschwendung, warum nicht sofort loslegen, wenn man könnte? Vielleicht auch ein Grund, warum die Natur Frauen die Kinder kriegen lässt, Männer würden wohl direkt loslegen, ohne Rücksicht auf Verluste, nebenbei noch ein Bier, rundherum die Kumpels, fleißig am Anfeuern und die Stoppuhr im Anschlag.
Und damit uns an den anderen Tagen nicht zu langweilig wird, haben wir direkt noch den Säuglingspflegekurs am Tag danach besucht. Wieder das gleiche Bild, viele Menschen, fast alle mit Bauch. Diesmal standen die Themen Baby hochheben, Baby tragen, Baby ankleiden, Baby wickeln etc. auf der Tagesordnung. Gesehen hatte ich das alles schon, aber die Themen Ankleiden und Wickeln werden glaube ich nicht meine Lieblingsbeschäftigungen. Schon bei den Puppen hatte ich immer Angst, etwas abzureißen oder durchzubrechen. Aber angeblich soll das mit dem echten Baby dann viel einfacher werden, und ehrlich gesagt ist glaube ich auch noch keinem Baby beim Wickeln der Arm abgefallen, zumindest hat die Bild noch nichts darüber geschrieben und die wüssten es wohl zuerst.
Alles in allem muss ich sagen, haben die Kurse mir schon geholfen, viele Dinge nun besser zu verstehen. Ängste abgebaut haben sie jedoch nicht, eher noch ein paar neue unbekannte aufgezeigt, die einem bis dahin noch nicht so wirklich bewusst waren. Empfehlen würde ich die Kurse aber dennoch jedem und insbesondere den Männern. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Teil des Säuglingspflegekurses, der nächste Woche stattfinden wird.


Kreißsaalbesuch und Autounfall

Diese Woche haben wir nun das zweite Krankenhaus besucht, das für die Geburt in Frage kommt, mit angeschlossener Kinderklinik, was die andere nicht hat, und einer höheren Geburtenrate, da direkt in der Stadt gelegen. Wirklich überzeugt hat es uns jedoch beide nicht wirklich. Meine Frau war sehr überrascht, da ich eigentlich immer der Vorsichtige bin und alles 200% abgesichert haben möchte, da wäre eine angeschlossene Kinderklink natürlich ein Muss.
Aber was für mich noch mehr zählt als der Aspekt Sicherheit, ist, dass man sich in einem Krankenhaus wohlfühlen muss. Nur in einer positiven Atmosphäre wird man gesund bzw. entspannt sich so, dass keine negativen psychischen Einflüsse die Lage verschlechtern. Dieses Krankenhaus hat durchaus den Eindruck vermittelt, dass man sich perfekt mit Geburten und dem Drumherum auskennt und dies sicher auch fantastisch macht. Aber die persönliche Ebene hat hier aus meiner Sicht fast überhaupt keinen Platz. Bestes Beispiel ist der Geburtsraum, alle nötigen Vorrichtungen sind da und wurden auch genauestens erklärt, aber die Atmosphäre und das Design haben förmlich nach Krankenhaus geschrien.
Im anderen Krankenhaus herrschte ein familiärer Ton, die Atmosphäre ist eher gemütlich und der Kreißsaal erscheint eher wie ein hübsches Wartezimmer, mit viel Farbe und Komfort. Alles in allem wird es also bei Krankenhaus Nummer Eins bleiben.
Letzten Freitag nun der Schock, auf der Rückfahrt von einer Autobesichtigung fährt uns an einer roten Ampel ein anderer Wagen fast ungebremst ins Heck. Nach dem ersten Schock und der Gewissheit, dass niemandem ernsthaft etwas passiert ist, heißt es erst einmal die Unfallstelle absichern und die Polizei rufen. Das Ganze ist so eindeutig, dass es mit der Versicherung relativ schnell gehen müsste, aber was ist nun wegen des Babys? Zur Sicherheit sind wir also ins Krankenhaus gefahren, ja in das mit der Kinderklink, was auch die richtige Entscheidung war. Denn der Arzt erklärt, dass es nach einem solchen Unfall zur Ablösung der Plazenta kommen kann. Dies passiert unbemerkt und hat schlimme Folgen für das Baby, da es nicht mehr versorgt werden würde. Somit muss meine Frau nach der direkten
Untersuchung für 24 Stunden im Krankenhaus verbringen, bis eindeutig geklärt ist, dass immer noch alles in Ordnung ist. Und nachdem nun zwei Tage danach auch bei uns Erwachsenen endlich das Kopfweh und die Übelkeit weg sind, können
wir den Vorfall erst einmal abhaken, froh, dass bis auf Blechschäden nichts passiert ist.


Babyclubwahnsinn

Der Babyclubwahnsinn ist ausgebrochen. In fast jedem größeren Laden scheint es Bestrebungen zu geben, werdende Eltern in dieser spannenden Phase ihres Lebens zu ködern. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass man gerade in dieser Phase nur das Beste für sein Kind möchte, was wohl auch so bleiben wird, aber eben zu Beginn die eigene Erfahrung noch nicht da ist. Und was macht man, wenn man keine Ahnung hat? Man vertraut Namen und Marken bzw. am Ende vielleicht auch einfach dem Preis. Gute Aussichten für Anbieter von Baby-Pflegeprodukten, wenn man denn den Fuß früh genug in die Tür bekommt.
Also zurück zu den Babyclubs, hier meldet man sich an, um Proben, Babyzeit-schriften und Coupons zu bekommen. Noch ca. zweieinhalb Monate bis das Baby kommt, aber dank einiger Coupons und einer weiteren Babyclub Mitgliedschaft ist der Wickeltisch bereits heute zur Hälfte voll mit Windeln. Für die Leser, die uns persönlich kennen, nichts Neues, die Sparfüchse haben mal wieder zugeschlagen. Aber im Ernst, es macht einfach Spaß auch an dieser Stelle Geld zu sparen und ich kann es jedem werdenden Elternpaar nur empfehlen. Es gibt einem das sichere Gefühl, dass man auf alles vorbereitet ist, wohl ein Irrglaube, aber das Gefühl zählt.
Und neben der Wirtschaft hat wohl auch unser Kater Snowflake entdeckt, dass sich dort im Bauch seines Frauchens neues Leben regt. Zumindest hat er begonnen, sich wenn möglich an den Bauch zu kuscheln oder daran zu lecken. Ein wirklich
sehr schönes Bild und es bleibt zu hoffen, dass die beiden immer so gut miteinander auskommen werden. Bageehra, unser zweiter Kater, hat bisher nur ein inniges Verhältnis zum Babykleiderschrank entwickelt, den er als Aussichtsturm
nutzt, wenn man Sachen ins Babyzimmer bringt, und auch zur Wickeltischauflage, die er bereits als Schlafplatz missbraucht hat, nachdem wir eine Nacht vergessen hatten, das Babyzimmer abzuschließen. Sicher nicht das letzte Mal, dass uns seine Fähigkeit Türen zu öffnen „erfreut“ hat.


Namenswahl

Nachdem das Geschlecht fest steht, ergibt sich neben der Farbwahl beim Klamotten- und Zubehörkauf ein weiteres Thema, der Name. Und wenn man sich bei Klamotten bei Unstimmigkeiten noch darauf einigen kann, einfach beides zu nehmen oder Kompromisse eingeht, da es ja sowieso nur auf absehbare Zeit genutzt wird, verhält es sich mit dem Namen bekanntlich etwas anders. Der bleibt und prägt meiner Meinung nach das ganze Leben. Dazu kommt, dass man eigentlich jeden Namen, den man so kennt mit irgendwem oder irgendetwas verbindet, und ob man das dann auch mit seinem Kind verbinden möchte
… man weiß es nicht. Und so gerne man das vielleicht möchte, einen neuen Namen zu erfinden, halte ich für ein gewagtes Spiel.
Worauf also zurückgreifen? Die mehr als 100 Vornamensbücher, die es bereits gibt? Interessant, dass es davon immer wieder neue gibt, wo 99% der Namen doch über Jahrzehnte die gleichen bleiben. Wobei ich zugeben muss, das Vornamensbuch meiner Eltern von 1978 ist schon etwas verstaubt und die Namen zum Großteil wirklich altmodisch. Aber was heißt altmodisch? Morgen ist Jürgen vielleicht auch wieder modern.
Es ist ein bisschen philosophisch und man selber der Dichter, der DEN Namen sucht, der von heute an über Jahrzehnte konstant dem, der ihn trägt, Freude oder zumindest keine Probleme macht. Und Namen, die als Kind süß sind, werden als
Erwachsener wohl eher zum Fluch. Alles in allem vermute ich, dass es ein Richtig oder Falsch einfach nicht gibt. Es ist ein Kompromiss, der erst einmal zwischen meiner Frau und mir gefunden und dann von unserem Kind ausgebadet werden
muss, so wie es auch bei mir und jedem anderen war.
Und liebe Männer, diesen Prozess in einen Zeitraum zu packen, in dem die Frau UND ihre Entscheidungen beinahe unantastbar geworden sind, halte ich für einen sehr geschickten Schachzug der Gegenseite, so als wenn man eine Partie Schach bereits zwei Züge vor dem Schachmatt beginnen würde und sich mit viel Fingerspitzengefühl vielleicht noch auf ein Unentschieden einigen kann.
Aber rücken wir das Bild über meine Frau mal wieder etwas gerade, sie ist genau wie ich an einem Kompromiss interessiert und ich denke, diesen werden wir auch finden, Auswahl gibt es ja genug. Und da es einen festen Stichtag gibt, gibt es auch keine Alternative.


Der Tag der Tage rückt immer näher ...

und auch wenn es noch ca. 12 Wochen sind, muss man sich langsam Gedanken machen, wo das Ganze denn (soweit planbar) stattfinden soll. Hier im Umkreis gibt es zwei Möglichkeiten, die für uns in Frage kommen, eine Klink mit angeschlossener Kinderklinik und ein Krankenhaus ohne eine solche.
Um sich einen Eindruck zu verschaffen, kann man dort an bestimmten Tagen eine Führung machen, um zu schauen, wie es dort aussieht und in etwa ablaufen würde. Diese Woche waren wir also in der Klink ohne angeschlossene Kinderklink, ein durchaus positives Erlebnis. Die Ärzte, Hebammen und Schwestern scheinen auf einer sehr persönlichen Ebene mit dem Thema umzugehen. Das Wichtigste sei es, den Müttern das Gefühl einer schönen Geburt zu geben bzw. das Ereignis im Nachhinein als solches zu betrachten. Ich glaube, fast keine Frau kann über ihre erste Geburt sagen, dass es durchgehend schön war, also so kommt es zumindest bei mir an. Dadurch, dass es dort keine Kinderklink gibt, können nur Babys ab der 37. Woche dort geboren werden, was einem am Ende natürlich die ganze schöne Planung mit dieser Klink über den Haufen werfen kann. Komplikationen, für die man eine Kinderklink ab der 37. Woche bräuchte, seien sehr, sehr selten, beruhigt der anwesende Arzt. Schwierig, das zu glauben, aber was das Bild über diese Klink positiv prägt, sind die Eltern, die bereits mehrere Kinder hier entbunden haben und dies erneut planen. Außerdem hört man sehr viel Gutes über Freunde von Freunden. Die Entscheidung trägt letztendlich meine Frau, denn sie muss sich wohlfühlen. Ich bin also sehr gespannt, wie der Besuch der anderen Klink wird, der in einigen Wochen geplant ist.


Es wird ein Junge!

Das erste große Geheimnis ist also gelüftet und nachdem ich die Ultraschallbilder gesehen habe, auch eindeutig bewiesen. Ob Junge oder Mädchen war mir immer egal, ich wusste von Anfang an, dass ich mich über beides freuen würde.
Hauptsache, das Baby ist gesund, und danach sieht es bisher aus.
Trotzdem setzt die Erkenntnis einiges in Gang. Nicht nur, dass die Farbwahl der Babyklamotten nun feststeht und damit der Shoppingwahn meiner Frau in noch ungeahnte Dimensionen vordringt, plötzlich erinnert man sich an sein eigenes
Spielzeug, das der Sprössling natürlich unbedingt auch zum Spielen brauchen wird.
Zu etwa 30% zweifle ich zwar daran, dass er irgendwann davon begeistert sein wird, mit dem Spielzeug seines Vaters spielen zu „müssen“, aber 70% in mir sagen „Warum nicht, es ist schon da und ich hatte auch viel Spaß daran“. Zumal
ich als Kind auch wenig anspruchsvoll war und gerne auf Vorhandenes zurückgegriffen habe *räusper*.
Natürlich wird das erste Sortiment an Spielzeug neben dem bereits vorhandenen fein säuberlich per Wunschliste erweitert, damit dem Baby von Anfang an bloß nicht langweilig wird, bzw. weil eben alles so süß/toll/interessant/knuffig ist, dass man es eigentlich selber haben möchte und endlich die passende Begründung auf
dem Weg ist. Ich muss ehrlich sagen, es gibt so super Spielzeug, ich beneide mein Kind jetzt schon …
PS: Beim Klamottenkauf entpuppt es sich als Vorteil, einen Jungen zu bekommen, denn was meine Frau hier ärgert ("Es gibt viel mehr tolle Mädchensachen“) freut mich, denn das schont Portemonaie und Nerven (weniger Auswahl = schnellere
Entscheidungen). 


Babymärkte

Ich hatte es befürchtet und es ist so gekommen, der Babyshoppingwahn beginnt. Absprachen wie „wir kaufen erst einmal nur das Wichtigste“ sind vergessen und alles, was süß ist oder irgendwie nützlich erscheint, wird sich geschnappt. Dazu kommen noch die Leihgaben der Freunde und Verwandten, die bereits Kinder haben. Der Babyklamottenschrank ist bald genauso voll wie der meiner Frau.
Prächtig für solche Shoppingtouren sind neben dem Internet auch so genannte Babymärkte. Auf diesen geht es in etwa so zu wie beim Sommerschlussverkauf. Klamotten auf großen Tischen (bestenfalls sortiert nach Größen, dann ist der Interessentenkreis etwas eingeschränkter) und dann geht das Hauen und Stechen los.
Ich dachte, Mütter würden nur für ihre bereits geborenen Kinder „kämpfen“, aber nein, sie tun es auch für die noch ungeborenen. Ich bin jetzt schon gespannt, wenn ich eines Tages an die Tische mit den Klamotten für etwas ältere Kinder muss, da trifft man dann wohl mehr und mehr auf erfahrene „Gegner“.
Was das ganze so extrem attraktiv macht, sind vor allem die Preise, denn hier werden Babyklamotten, an denen teilweise noch die Preisschilder hängen, zu einem Bruchteil ihres Neuwertes verscherbelt. Ich kann mir dies nur so erklären, dass junge Eltern einfach keine Zeit und Lust haben, sich lange mit dem Abverkauf der alten Klamotten beschäftigen zu müssen und froh sind um alles, was endlich weg ist. Ich bin gespannt, ob mir ein Wertverlust von guten 80% in wenigen Wochen und bei kaum genutzten Dingen auch so wenig ausmacht, wie es den Anschein hat. Bis dahin kaufe ich fröhlich weiter ein und freue mich über jedes Schnäppchen. Ohne einschätzen zu können, wie viele Dinge so ein Baby am Ende wirklich braucht.


Wickelauflage, Stubenwagen & Co.

Das Zimmer ist tapeziert und der Boden neu gemacht, nun geht es darum, die ersten „Ausrüstungsgegenstände“ zu besorgen. Also ab zum Lagerverkauf eines ortsnahen Babyzubehöranbieters. Dort angekommen war ich etwas ernüchtert, der Verkauf war etwas ausgelagert in einer Nebenhalle und auf den ersten Blick etwas unaufgeräumt. Aber nach einer kurzen Orientierung ging die Suche ungebremst los.
Was wollten wir hier eigentlich bzw. was braucht man und was nicht? Zum Glück hatte mein Frau mit Hilfe eines Babybuchs und einer befreundeten Mutter bereits eine kurze Liste erstellt: Wickelauflage, Stubenwagen, Krabbeldecke, Himmel etc. …. Hatte ich kurze Liste gesagt? Ich meinte Liste.
Dazu kam noch die Schwierigkeit, dass ich die meisten Begriffe zwar bereits schon einmal irgendwo gelesen hatte, aber was z.B. ein Mäxchen ist, weiß ich erst jetzt. Und auch dass die Designs nicht alle zueinander passen müssen, sondern nur der Stubenwagen mit der Krabbeldecke und das Bettzeug mit der Wickelauflage harmonieren sollte, war ein etwas längerer Verständnisprozess. Denn liebe Männer, der Stubenwagen, der als Bettchen für tagsüber dient, steht im Wohnzimmer (in der guten Stube), wo auch die Krabbeldecke liegt, und das Bettchen steht im Babyzimmer.
Nach gefühlten fünf Stunden Suchen, Wühlen und Vergleichen hatten wir endlich alles zusammen und ich war abends froh, als der Stubenwagen aufgebaut, der Himmel montiert und somit meine Frau glücklich war.


"Tapsiges" Verhalten

Zwei Wochen Dienstreisen liegen hinter mir und ich muss sagen, es ist erstaunlich, wie schnell so ein Babybauch wachsen kann. Man kann nun auch die ersten Bewegungen von außen sehen, wenn man darauf achtet. Irgendwie irreal sich
vorzustellen, dass man selber auch mal so "in jemandem" gelebt hat. Und es ist schwer, sich vorzustellen, wie man einen solchen "Fremdkörper" in sich empfindet. Er scheint auf jeden Fall enorm abzulenken, denn meine Frau hat einige
blaue Flecke von unvorsichtigen Begegnungen mit Stühlen, Tischen und sonstigen Möbelstücken.
Aber dieses etwas „tapsige“ Verhalten scheint ganz normal zu sein und geht angeblich nach der Schwangerschaft wieder weg - wir werden sehen.
Ansonsten gibt es auf Grund meiner derzeitigen Abwesenheit von zuhause wenig zu berichten. Die Dienstreisen hatte ich extra soweit wie möglich in diesen Zeitraum gelegt, um in der Phase, in der es brenzlig werden könnte, zuhause zu
sein. Es ist noch ca. vier Monate hin, aber bereits jetzt ist alles darauf ausgerichtet.


Vogelmann baut das Nest

Ich würde mich nicht als typischen Mann bezeichnen, weder gucke ich gerne Fußball, noch kenne ich alle aktuellen Automodelle und ihre PS Zahl, noch trinke ich gerne Bier. Umso spannender ist es dann, wenn man plötzlich ganz automatisch in Muster verfällt, die man sonst eher aus dem Tierreich kennt. Der Vogelmann baut das Nest und die Vogelmutter brütet die Eier aus. Gut das mit dem „Brüten“ wäre auch für den noch so untypischsten Mann schwer geworden, aber kaum wird das Thema Baby visuell langsam erfassbar und damit real, beginnt der innere Trieb das Nest, in meinem Fall Kinderzimmer, einzurichten bzw. von Grund auf zu sanieren. Alte Tapeten runter, alter Boden raus, neue Tapeten drauf, neuer Boden rein, Möbel ran holen und am besten sofort alles aufbauen. Übrigens Der Punkt, an dem meine Frau zu mir sagte, dass sie zum ersten Mal gesehen oder echt gefühlt hat, dass ich mich mit dem Thema wirklich auch auseinandersetze. Aber man(n) ist eben erst etwas später soweit, das Ganze zu realisieren. Schließlich ist man zu Beginn eher passiv involviert, Teil des Ganzen, aber eben doch etwas außen vor. Sobald man den Bauch sehen und fühlen kann, ist man aber wieder dabei und das so gut man(n) eben kann.


Willkommen

So interessant wie ich es finde, dass Sie genau meinen Blogeintrag lesen, so interessant ist es für mich zu versuchen, meine Erfahrungen während der Schwangerschaft meiner Frau in Worte zu fassen. Vor ein paar Monaten waren die langfristigsten Hauptsorgen noch, wann man wohin in den Urlaub fährt. Heute weiß man, dass Urlaub ab sofort nicht mehr nach Strandlage und Entfernung zur Partymeile gebucht wird, sondern wenn überhaupt Kidsclub und Babypool ganz oben auf der Liste stehen werden. Die schreienden Kinder,  die man immer versucht hat zu umgehen, bringt man ab sofort selber mit. Wird das eine schöne Zeit...Aber irgendwie ist man(n) schon jetzt unendlich stolz! Weniger über das, was man da geleistet hat, sondern mehr darüber, dass man sich entschieden hat, sein Leben in den Dienst seiner Nachkommen zu stellen und vor allem, sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Denken „nach mir die Sintflut“ hat ab diesem Moment keinen Wert mehr, sondern das, was bleibt, wenn man nicht mehr da ist, und alles zu tun, dass dann noch etwas da ist. Die Entscheidung, obwohl sie bewusst getroffen worden ist, kommt einem vor, wie völlig überstürzt. Mit nun 28 Jahren hat man eigentlich genauso viel Ahnung von dem Thema wie kurz nach der eigenen Geburt. Nach jeder Information und jedem Ratschlag greifend fühlt man sich so unsicher wie am Tag der eigenen Einschulung, man kann es nicht verhindern, es ist irgendwie toll, aber so ganz wohl fühlt man sich dabei nicht. Da helfen die Worte, der anderen jungen Eltern wie „wenn es so weit ist, macht man es einfach so, wie man es selber für richtig hält und dann passt das schon“ auch nicht wirklich weiter. Aber was Milliarden oder Billiarden von Menschen vor uns geschafft haben, werden wir auch irgendwie hinkriegen. Also schauen wir, was dort kommen mag. Erfahrungen der ersten drei Monate: Liebe Männer, gewöhnt euch daran, dass ihr nur „mit“ schwanger seid. Das ist der Preis dafür, dass wir im Stehen pinkeln können; Kinder kriegen werden immer nur die Frauen und spätestens jetzt lassen sie, ja auch die anderen, euch das spüren.


Ich werde Vater

Mein Name ist Jürgen, ich bin 28 Jahre alt und wohne und arbeite als Fachinformatiker im wunderschönen Paderborn. Meine Frau, mit der ich seit 3 Jahre glücklich verheiratet bin, ist ebenfalls 28 Jahre alt und arbeitet als Lehrerin.
Unser erstes Kind soll im September das Licht dieser Welt erblicken und wir sind bereits jetzt riesig gespannt, was alles auf uns zukommen wird. Obwohl es lange geplant war, fühlt es sich so an, als hätte man sich dabei auf etwas eingelassen, dass man nicht wirklich einschätzen kann.
Außer uns freuen sich auch unsere beiden (Haus-)Kater auf den Nachwuchs, wobei sie die ersten Folgen bereits spüren, da sie wegen des Kinderzimmers ihr Zimmer abgeben mussten und nun im Flur schlafen müssen.
Neben meiner Arbeit mache ich ein Fernstudium im Bereich Wirtschaftsinformatik und bin für mehrere Verlage auf Messen und Spieleevents zum Thema Brettspielpromotion unterwegs.
Bisher ist es so geplant, dass ich den zweiten Teil der Elternzeit bzw. 9 Monate zu Hause bleibe und somit aktiv mit eingebunden sein werde. Ich bin schon heute gespannt, wie mein Arbeitgeber reagieren wird.


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