Der Laternenumzug am Martinstag musste dieses Jahr ohne Felix stattfinden. Er hatte nämlich zum zweiten Mal - diesmal richtig heftig – die Windpocken. Im August waren sie offenbar nicht stark genug, um einen ausreichenden Immunschutz aufbauen zu können. Ganz die Mama, denn mir ging es als Kind ebenso.
Glücklicherweise fand er das aber gar nicht schlimm, weil das Wetter an diesem Abend bei uns so ungemütlich war wie es an einem Novemberabend nur sein kann. Sturm, Regen und Kälte sorgten dafür, dass nur sehr wenige Hartgesottene mit ihren Laternen unterwegs waren, die oft recht schnell vom Sturm weggeweht, mindestens aber zerknittert wurden.
Felix war um ein Alternativprogramm nicht verlegen: Er verlegte den Laternenumzug kurzerhand einfach nach drinnen! Als es dann auch noch immer wieder an der Tür klingelte und Martinssänger - oft in Begleitung ihrer Eltern -
Süßigkeiten erbaten und natürlich auch bekamen, war er mit den Umständen vollständig versöhnt. Denn jeder, der sich von unserem an der Tür angebrachten Hinweisschild „Achtung Windpocken“ nicht vom Klingeln abhalten ließ, äußerte sich zitternd und frierend über das üble Wetter, was bei Felix nur ein leicht bedauerndes, aber irgendwie auch triumphierendes Grinsen hervorrief.
Den Abend schlossen wir mit von Mama mundgerecht zugeschnittenen Äpfeln und einer neuen Folge „Yakari“ (Felix’ Lieblingssendung über einen kleinen Indianerjungen und sein Pferd) auf DVD gemeinsam auf dem Sofa ab.