Unleidlich

Die anfängliche Ruhe scheint etwas vorbei zu sein. Marlene ist immer aufgeweckter und erforscht die Gegend mit ihren Augen. Auch Lieblingsplätze hat sie schon auserkoren. Die Wiege z. B. mag sie gar nicht. Hier duldet sie allerhöchstens kurze Verweildauern. Mamis Burst oder Papis Arm sind natürlich erste Wahl.
Da stellt sich mir die Frage, wann verzieht man ein Kind und wann nicht? Auch die Couch in der Nähe unserer Katze ist durch Marlene geduldet. Nur auf den Arm nehmen ist nicht. Momentan ist sie etwas unleidlich und quängelt viel. Wir versuchen immer herauszufinden, was sie möchte.
Einmal landen wir dabei einen Volltreffer, das andere Mal brauchen wir dann doch etwas länger und aus dem Quängeln wird ein Schreien. Um sie zu beruhigen muss ich mit ihr die ganze Wohnung abschreiten,  ihr immer wieder etwas Neues zeigen und erzählen und erzählen. Dies führte schon so weit, dass ich ihr einen Fachartikel über die richtige Anlage in Aktienfonds vorgelesen habe. Naja, wenn man dieses Fachchinesisch dann auch noch richtig betont und aus Börsenabstürzen stimmlich eher ein rasantes Abenteuer macht, kann das durchaus eine Alternative für eine „schlaf jetzt bitte ein“ Geschichte sein.
Am Wochenende waren meine beiden Mädels unterwegs. Um meiner Frau einen schönen Empfang vorzubereiten, habe ich den Kochlöffel geschwungen und etwas Leckeres gezaubert und dann den Tisch mit Kerzen gedeckt. Blöd nur, wenn man nicht das Stillen bedenkt, denn ich habe mit ordentlich Knoblauch gekocht. Schmeckt zwar lecker, aber unsere Maus hat durch den „Tankvorgang“ natürlich auch etwas abbekommen und dadurch etwas Bauchweh bekommen. Man(n) lernt dazu. Das Nächste Mal dann ohne allem was Blähen kann.


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