Ein für mich schwieriges, aber dennoch wichtiges Thema. Dass ich meine Kinder taufen lassen würde, stand für mich immer außer Frage. Denn auch wenn Kirche nicht wirklich eine große Rolle in meinem Leben spielt, gehört sie als fester Bestandteil dazu. Es ist Teil meiner/unserer Kultur und auch wenn die Kirche viele Ecken und Kanten hat, an denen ich mich stoße, ist sie das letzte Bollwerk, das bestimmte Werte und Normen vermittelt, die man nicht einfach beiseitelegen sollte. Wie weit man diesen Vorgaben folgen möchte, sollte jedem selber überlassen sein, aber als Wegweiser haben Gebote wie „Liebe deinen Nächsten“ bei mir eben mehr als Floskel oder Gebetscharakter.
Und genau deswegen möchte ich Alexander mit seiner Taufe diese Wegweiser mit auf den Weg geben. Denn nur wer alles kennengelernt hat, kann entscheiden, was er möchte. Und wie es im Taufheftchen steht, ist es nun meine Aufgabe, Alexander die persönliche Glaubensentscheidung möglich zu machen.
Die Taufe selber war aus meiner Sicht sehr schön, vor allem weil die Stimmung sehr gelöst war und die Kinder durch den einen oder anderen Zwischenruf für Heiterkeit gesorgt haben. Alexander ließ es sich zum Beispiel nicht nehmen, nach den Fürbitten erst einmal für alle gut hörbar tief durchzuatmen, nach dem Motto: „Na endlich seid ihr fertig“. Überraschend war, wie gut alle drei Täuflinge sich benommen haben, denn trotz etwa einer Stunde Gottesdienst waren alle bis zum Ende lieb und ließen sich sogar ohne Geschrei das Wasser über den Kopf gießen.
Ich bin gespannt, wie Alexander seinen Weg in oder mit der Kirche gehen wird, und hoffe, dass ich ihm immer den Freiraum im Glauben genau wie im Leben lassen werde, der mir zu Teil geworden ist.