Nach über einer Woche Krankenhaus melde ich mich wieder zurück. Zwischenzeitlich war Anjas Geburtstag und ich musste erkennen, dass ich nicht nur als Ehemann, sondern auch als Vater denken muss. Klar habe ich an ein Geschenk für meine Frau gedacht. Aber wen hab ich vergessen? Natürlich Marlene sollte ja Mama auch was schenken. Zum Glück gibt’s ja meine Mama. Ich hab ganz schön dumm aus der Wäsche geschaut, als meine Mama neben ihrem Geschenk eine Tasse hervor zauberte, auf der Stand „ Für meine allerbeste Mama“ und diese mit den Worten „das ist von deiner Tochter Marlene“ an Anja übergab. Was soll ich sagen. Meine Mama weiß halt, wie ich bin. Naja, da bin ich mir schon ein wenig blöd vorgekommen. Für die Zukunft merk ich mir das. Also auch für Marlene mitdenken.
Im Krankenhaus wurde mir dann jeden Tag berichtet, was meine Kleine so alles anstellt. Irgendwie vergisst man die Schmerzen sehr schnell, wenn man wieder zurück zu seiner Familie will. Man merkt dann erst, was man vermisst.
Zurück zu Hause habe ich dann meine Kleine auf den Arm genommen und an ihrem Kopf gerochen, um ihren einzigartigen Duft aufzusaugen. Auch wenn sie etwas nach Entenbraten riecht – so zumindest meine Meinung.
Dieses Wochenende war auch endlich mal Vorlesungsfrei von meinem Studium und so konnte ich seit langem mal wieder die Zeit mit meiner Familie genießen. Nach einer Diagnose, die sich zum Glück nicht bestätigt hat, kommt man sehr schnell zum Nachdenken und merkt, wie sinnlos man oft kostbare Zeit verschwendet. Zeit die man eigentlich gar nicht hat. Jede vergangene Minute unwiederbringlich. Ich versuche mich deshalb nun etwas mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren und präge für mich den Satz: La famiglia es primero – die Familie zuerst.