Die erste Hochzeit

Marlene wird immer munterer und wacher. Sie meldet sich jetzt schon in kürzeren Abständen. Meist ist es nur Hunger oder das übliche Tagesgeschäft unserer Kleinen. Ganz schlaflose Nächte sind „NOCH“ selten. Neulich nachts hat sie aber die ganze Zeit durch gequängelt. Der erste Anflug von Ratlosigkeit machte sich bei uns breit. Zum Glück kam am nächsten Tag noch einmal die Hebamme.
Anja rief mich nach dem Besuch der Dame an und sagte zu mir, dass es unglaublich sei, aber wahr ... unsere kleine Maus zahnt bereits mit vier Wochen. Meine Antwort war nur: "Ja, ja … der erste April ist noch weit weg."
Aber es ist tatsächlich so. Zwei Schneidezähne unten schießen in den Kiefer ein. Ich dreh durch. Ein Freund von uns sagte nur: "Was soll das werden? Wenn die bei allem so früh ist, dürft ihr sie wohlmöglich nächstes Jahr einschulen:-)."
Mittlereile kam ich auch dazu, wie es der Brauch so wünscht, meine Kleine „piseln“ zu lassen. Dies bedeutet, mit Freunden und Bekannten auf Marlenes Geburt anzustoßen. Da das im Rahmen eines Junggesellenabschieds war, konnten wir das gehörig genießen. Schön wars.
Am Samstag war Marlene auf der ersten Hochzeit mit dabei. Tapfer hielt sie die Zeremonie durch. Nur zu Anjas geliebten Kuchenbuffet reichte es nicht mehr. Aus Solidarität ging ich natürlich mit zum Wickeln und Stillen. Wir kamen rechtzeitig zur Brautentführung wieder zurück. Die ausgelassene Stimmung nutzte unsere kleine Maus zum Schlafen. Nach dem Abendessen war dann Schluss für Mami und Marlene. Ich fuhr sie heim und kam wieder zurück auf die
Hochzeit. Als alle anfingen zu tanzen überkam mich ein Gefühl der Leere ohne meine Mädels. Nach einem kurzen Telefonat mit Anja stürzte auch ich mich auf die Tanzfläche und kam rechtzeitig zum Stillen um vier Uhr nachts nach Hause mit Kuchen von der Hochzeit im Gepäck, sodass Anja ihren Kuchensplin doch noch ausleben konnte.


Kommentare

Keine Einträge

  • Change language
  • Deutsch
  • English
  • Français
  • Русский