Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Kennen Sie das? Da schmieden sie eifrig Pläne und dann macht ihnen das Leben einen Strich durch die Rechnung. Oder – um es mit John Lennon zu sagen: "Leben ist das, was passiert, während man eifrig dabei ist, andere Pläne zu machen."
Erinnern wir uns: Die Herbstferien haben begonnen und meine beiden Grundschulkinder fuhren glücklich für eine Woche zu Oma und Opa nach Norddeutschland. Der kleine Bruder besucht auch in den Ferien den Kindergarten, sodass ich mich vor allem auf eins freute: viel freie Schreibzeit.
Tja und dann? Dann beschlossen ein paar Grippe-Viren, die sich wohl im Getümmel der Buchmesse bei mir eingenistet hatten, sich bei mir so wohlzufühlen, dass sie mir eine Woche hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und einen bösen Husten bescherten. Nix war es mit ungestört arbeiten und endlich das Manuskript fertig schreiben. Stattdessen lag ich fast zehn Tage teils im Bett, teils auf dem Sofa und saß nur stundenweise, manchmal nur minutenweise am Küchen(schreib)tisch, bis mich der nächste Fieberschub packte.
Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Seit gestern bin ich wieder fit und voller Tatendrang und pünktlich kamen dann auch heute meine Jungs wieder zurück.
Klar, die ganz freie Arbeitszeit ist jetzt wieder knapp. Trotzdem war es schön, die beiden am Bahnhof abzuholen und auch an den Trubel im Haus habe ich mich schon wieder gewöhnt. Beide hatten tolle Ferien, aber beide scheinen sich auch sehr zu freuen, jetzt wieder zu Hause zu sein.
Emil inspizierte sofort sein Zimmer und musste erst ganz schnell ein wenig aufräumen, denn frecherweise hatte sein kleiner Bruder in seiner Abwesenheit dort mit seiner Ritterburg gespielt. Aber nachdem die alte Ordnung wieder hergestellt war, war auch Emil zufrieden und schon jetzt, erst wenige Stunden nach ihrer Ankunft, fühlt es sich an, als seien die Jungs niemals weg gewesen.
Dass ich nicht so viel arbeiten konnte, wie ich eigentlich wollte – was soll’s. Dafür konnte ich mich auskurieren, die beiden konnten ihrer Ferien trotz kranker Mama genießen und jetzt sind wir alle fit, erholt und voller Tatendrang.