Weltraumforscher

Emil tritt in meine Fußstapfen. Ganz eindeutig.Zum Kindergartenabschluss hat er noch eben schnell ein Buch geschrieben und es mir geschenkt.
Genau genommen hat Emil das Buch gebastelt, einzelne Seiten gefaltet und in bester Buchbindermanier gebunden, dann hat er den Text seiner Erzieherin diktiert und anschließend noch illustriert.
Hier ein kleiner Auszug aus Emils Frühwerk:
"Das ist ein Buch über das Weltall. Die Planeten: Uranus, Saturn, Venus, Erde, Mars, Pluto, Sonne, Mond. Wir wohnen auf der Erde. Es gibt viele verschiedene Planeten. Auf der Erde gibt es Tag und Nacht. Auf den anderen Planeten ist es dunkel. Da gibt es nur Nacht. Im Weltall gibt es Meteoriten. Auf der Erde gibt es viele Länder. Auf dem Mars gibt es einen Riss. Die Menschen können zum Mond und vielleicht auch auf andere Planeten fliegen.
Ich möchte auch gerne einmal zu einem anderen Planeten fliegen. Dazu nehme ich wichtige Sachen mit in mein Raumschiff: Ich brauche einen Raumanzug für frische Luft, eine Deutschlandfahne, Wasser, Astronautenessen, Seife, Zahnbürste, Handy, Helm und Spielzeug für Erwachsene. Das Handy brauche ich, wenn ich unterwegs eine Panne habe. So eine Reise kann viele hundert Jahre dauern."
Emils Tendenzen gehen ganz eindeutig zum Sachbuch. Nachdem die Wale ausgiebig erforscht wurden, sind jetzt die Planeten dran. Die Frage, welche Schultüte Emil zu seinem ersten Schultag bekommen soll, ist damit beantwortet. Es muss unbedingt eine mit Planeten sein, da sind sich alle Geschwister einig.
Das Bastelmaterial war schnell gekauft, denn erstens gab es keine „fertige“ Planetentüte und zweitens finden wir eine selbstgebastelte viel schöner.
Heimlich, sodass unser Schulkind es nicht merkt, haben wir gebastelt, ausgeschnitten und geklebt. Oskar, der kleine Bruder, erklärte Emil dann später, dass die Schultüte ein großes Geheimnis sei und dass niemand ihm verraten dürfe, dass die mit Planeten geschmückt ist. Und außerdem könne Emil die Schultüte auch gar nicht finden, weil wir sie nämlich im Kleiderschrank im Keller versteckt hätten. Tj, Emil hörte zum Glück gar nicht richtig hin und machte sich auch nicht auf die Suche, sodass die Schultüte morgen zum ersten Schultag für ihn auf jeden Fall eine Überraschung bleibt.


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