Typisch Sonntag

Mit fünf Kindern kann man bald ein Buch darüber schreiben: Über die Krankheiten, die sich immer am Samstagabend einschleichen, wenn alle Kinderärzte im wohlverdienten Wochenende sind; über die kleineren und größeren Unfälle, die mit Regelmäßigkeit IMMER am Sonntag stattfinden, wenn man eigentlich gerade das Wochenende ausklingen lassen möchte, dann aber statt dessen stundenlang mit einem Kind in der Notfallambulanz sitzen muss.
Mit unseren Jungs wurden diese Besuche inzwischen so zur Regelmäßigkeit, dass uns spaßeshalber in der Ambulanz schon 10er-Kärtchen angeboten worden sind.
Ich bin übrigens jedes Mal wieder sehr dankbar dafür, dass es diese Ärzte und ihre Helfer gibt, die auch am Wochenende und auch mitten in der Nacht Dienst schieben. Da nehmen wir auch die Wartezeiten gerne in Kauf.
Am Sonntag nun war es wieder so weit. Die Familie war schwimmen, Emil tauchte und vergaß beim Auftauchen, dass über dem Nichtschwimmerbecken ein breites gebogenes Edelstahlrohr für eine kräftige Massagedusche sorgt, wenn es angeschaltet ist. Er schoss aus dem Wasser und prallte mit dem Gesicht gegen das Rohr. Ergebnis: Eine schöne Platzwunde direkt neben dem Auge.
Statt zu uns zu laufen, blieb Emil im Wasser, sodass wir das Ergebnis erst einige Zeit später entsetzt sahen. Auf die Frage, warum er denn mit dieser doch recht tiefen Wunde nicht gleich zu uns gekommen sei, bekamen wir zur Antwort, der Paul (sein achtjähriger Bruder) habe gesagt: „Schwimm einfach weiter hin und her, dann sieht man das Blut nicht so.“
Tja. Und das hat das Kind dann gemacht.
Natürlich war wieder einmal ein Besuch in „unserer“ Notaufnahme fällig. Die Wunde wurde geklebt und jetzt ziert ein hübsches kleines Klammerpflaster die Stelle neben dem Auge. Zum Glück ist auch dieser Unfall noch einmal glimpflich abgelaufen. Und auch Emils größte Sorge konnten wir ihm nehmen:
Bis zur Einschulung ist längst alles verheilt.


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