So langsam geht es mit Riesenschritten auf Weihnachten zu. Ich habe mir gestern einmal Emils Ranzen vorgeknöpft, ein bisschen sortiert und vor allem die Mappen und Hefte durchgeguckt. Es war ein schöner Moment. Die Kinder haben in den letzten Wochen unglaublich viel gelernt, sehr große Schritte in Richtung Lesen, Schreiben und Rechnen gemacht. Sind auf den ersten Seiten noch krakelige Schwungübungen und vorsichtiges Zahlenmalen zu sehen sind, kann man jetzt richtige kleine Rechenaufgaben und schon viele selbst geschriebene Wörter finden.
Wir haben Glück, Emil erledigt seine Hausaufgaben noch jeden Nachmittag gern und vor allem weitgehend selbstständig. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, davon kann ich nach drei Geschwister-Schulkindern ein Lied singen. Nur
Ausmalen, das ist ihm nach wie vor viel zu langweilig und ich gestehe, dass ich ihm dann ab und zu helfend unter die Arme greife. Aber das Malen war auch bei meinen anderen Kindern immer recht unbeliebt und ich erinnere mich, dass Jan, Emils ältester Bruder, in der Grundschule einmal einen Hamster malen sollte, nachdem sie in Sachkunde allerlei über diese kleinen Tiere gelernt hatten. Jan konnte Autos, Raketen und Lokomotiven, aber keine Hamster. Also griff ich – maltechnisch vollkommen talentfrei – beherzt zum Stift und zeichnete einen Hamster. Jan zeigte mir am nächsten Tag stolz den kleinen Belohnungsstempel seiner Lehrerin mit dem Zusatztext: Da hast du aber eine sehr schöne Katze gemalt, lieber Jan, malst du mir jetzt noch einen Hamster dazu? Tja. Seitdem versuche ich, meine Kinder zu Eigenkreationen zu überreden, auch wenn die Engel auf den Religionsbildern dann manchmal aussehen wie überdimensionale Mücken oder fliegende Untertassen.
Gestern bestand die Hausaufgabe allerdings lediglich aus „Malen nach Zahlen“ und das war in wunderbarer Gemeinschaftsproduktion möglich. Die Lehrerin möge uns verzeihen.