So lange hatte Emil darauf gewartet, endlich eigene Hausaufgaben zu bekommen.In den letzten Monaten der Kindergartenzeit war er manchmal richtig neidisch auf seinen großen Bruder und bekam dann von mir Vorschulhefte mit kleinen Aufgaben gekauft, damit er sich mit an den Küchentisch setzen und auch etwas arbeiten konnte.
Ich war also richtig erleichtert, als Emil gleich am ersten Schultag mit Hausaufgaben nach Hause kam.
Leider war Emil aber alles andere als glücklich - iIm Gegenteil. Weinend saß er am Küchentisch und weigerte sich standhaft, die Hausaufgaben überhaupt nur auszupacken. Mit viel Überredungskunst gelang es mir dann, herauszufinden, was das Problem war.
Emils Hausaufgabe bestand darin, vorgezeichnete Schultüten farbig auszumalen. „Das sind keine Hausaufgaben, das ist Babykram“, maulte mein Sohn. Auch in der Schule habe man nur „Blabla“ gemacht, nicht eine einzige Zahl habe die Lehrerin an die Tafel geschrieben. Er wolle jetzt endlich das Rechnen und Lesen lernen.
Zum Glück konnte ich Emil beruhigen und gemeinsam haben wir die Schultüten dann doch noch ausgemalt. Und schon am nächsten Tag durfte er die ersten Zahlen in sein Heft malen. Jetzt macht die Schule wieder Spaß.