Blog Schulzeit (Jutta)
Abschied
Als ich irgendwann Mitte des letzten Jahres mit diesem Blog anfing, freute ich mich auf viele viele Blogbeiträge und die Zeit dafür schien mir ewig zu sein. Und jetzt? Das erste Schulhalbjahr hat Emil gut hinter sich gebracht, alles, was vor wenigen Tagen noch so neu und aufregend war, ist inzwischen zur Routine geworden. Emil geht jeden Morgen lachend und winkend aus dem Haus und kommt am Mittag fröhlich und voller neuer Geschichten und Erlebnisse zurück. Ich habe es ja schon ein paar Mal erlebt, aber gerade mit Emil fällt mir wieder auf, wie viel mehr Schule ist, als nur Rechnen, Lesen und Schreiben. Emil ist selbstständiger geworden. Hilfe beim Anziehen braucht er neuerdings nur noch bei ganz verzwickten Kleidungsstücken, er geht ab und zu mit seinem Taschengeld alleine einkaufen, er erobert unser Wohnviertel mit seinem Roller, er hat Freunde, die er am Nachmittag besucht und die Kreise werden immer größer. Schön ist das, denn so soll es ja sein.
Wenn nur die Zeit nicht so verfliegen würde. Emils Schwester, meine älteste Tochter, wird am Sonntag bereits zwanzig. Und ich sitze vor ihren Einschulungsfotos und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Genauso schnell wie Meike wird auch Emil groß werden. Aber davor liegen noch viele spannende Jahre, auf die ich mich riesig freue. Es gibt noch so viel zu lernen und zu entdecken. Nicht immer wird es so glatt laufen, wie jetzt im ersten Halbjahr. Auch diese Erfahrung habe ich schon gemacht und ich weiß, dass wir, Emils Eltern, es dann sein werden, die ihm zur Seite stehen und über so manchen Stolperstein rüber helfen müssen. Aber dafür sind Eltern schließlich da und Emil hat noch das Glück, drei ältere Geschwister zu haben, die ihm ebenfalls helfen können, wenn es mal schwierig wird. Auch wenn mir das alljährliche Laternenbasteln und die immer wiederkehrenden Elternabende manchmal zum Hals raushängen, bin ich doch immer wieder froh über meine Entscheidung zu einer Großfamilie.
Heute will ich mich von Ihnen, meinen Lesern, verabschieden. Sie haben mich und Emil jetzt acht Monate durch diese spannende Zeit begleitet. Dafür möchte ich DANKE sagen. Die ersten Schulhürden sind genommen, der weitere Schulweg von Emil ist für Sie als LeserInnen sicher nicht mehr so interessant.
Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Zeit mit Ihren Kindern und verabschiede mich mit einem Zitat aus einem Brief, den Astrid Lindgren ihrem damals neugeborenen Sohn geschrieben hat:
„Deshalb sage ich dir, mein Sohn, dass die Erde ein guter Ort ist, um dort zu leben, und dass das Leben ein Geschenk ist. Glaub nie denen, die etwas anderes zu sagen versuchen. Gewiss, das Leben kann auch schwer sein, dass will ich dir nicht verhehlen. Du wirst Kummer haben, du wirst weinen. [ … ] Und doch sage ich dir, mein liebes Kind: Die Erde ist die Heimat der Menschen, und sie ist eine wunderbare Heimat. Möge das Leben nie so hart gegen dich sein, dass du es nicht verstehst.“
Ihre
Jutta Wilke
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Halbzeit
Schneller als wir gucken konnten, ist das erste Schulhalbjahr zu Ende gegangen. Heute hat bereits das zweite Halbjahr begonnen. Weil es in der ersten Klasse noch keine Halbjahrszeugnisse gibt, ist Emil am Freitag eigentlich ohne Erwartungen zu einem ganz normalen Schultag aufgebrochen. Umso glücklicher war er, als er dann nach Hause kam. Es gab zwar tatsächlich keine Zeugnisse, aber Emils Lehrerin hat für die Kinder zur Halbzeit Urkunden gefertigt. Ganz stolz hielt Emil mir seine Urkunde unter die Nase. „Urkunde für Emil“ steht darauf und „Emil“ ist sogar mit einem goldenen Stift geschrieben worden. „Du gehst nun schon ein halbes Jahr in die Schule und hast viel erlebt, gespielt und gelernt. Du kennst die Buchstaben und kannst mit der Anlauttabelle viele Wörter oder schon ganze Sätze schreiben. Einige Wörter kannst du auch schon lesen. Unsere Zahlen kennst du gut du kannst mit ihnen rechnen. Das ist toll! Wenn du weiter so fleißig mitarbeitest, kannst du im Sommer kleine Bücher lesen, Geschichten schreiben und bis 20 rechnen. Ich freue mich auf die weitere Zeit mit dir in der Klasse 1c! Deine Klassenlehrerin Frau R.“
Ich war mindestens so stolz wie Emil. Und freue mich darüber, dass gerade jetzt im Februar ein Buch für Erstleser von mir bei Duden erscheint: Klarer Fall für Anna Blum ist gedacht für Kinder, die gerade lesen und schreiben gelernt
haben und jetzt weiß ich: Spätestens im Sommer wird Emil auch meine Geschichten lesen können!
Aller Anfang ist schwer
Emil sitzt an seinen Hausaufgaben. Er soll alle Buchstaben wiederholen, die er bisher gelernt hat. Mit der Zungenspitze zwischen den Lippen malt er hochkonzentriert Ms und Us und Os und natürlich noch viel mehr. Ich staune. In einer Woche ist das erste Halbjahr zu Ende und immer noch malen die Kinder die Buchstaben mehr, als dass sie wirklich schreiben. Nein, es geht mir im Grunde nicht darum, dass mir das Tempo nicht hoch genug ist. Schule wird früh genug anstrengend für die Kinder, da zerbreche ich mir keinen Kopf. Was mich einfach wundert, ist die Methode, lesen und schreiben zu lernen. Emil ist jetzt mein viertes Kind in der Schule und jedes dieser vier Kinder hat nach einer anderen Methode gelernt. Meine Älteste hat vom ersten Tag an mit ganzen Wörtern gearbeitet, die immer ausgeschnitten und dann in einem Kästchen gesammelt werden mussten. Aus diesen Wörtern wurden dann nach und nach immer längere Sätze gelegt. Schreiben haben die Kinder mehr oder weniger nach dem Wortbild gelernt, dass sie dadurch im Kopf hatten. Das nächste Schulkind fing dann ganz klassisch mit einer Fibel an, die meiner eigenen Fibel nicht unähnlich war. I wie Igel und O wie Oma, dazu wurden die Buchstaben gemalt, gebastelt, ausgeschnitten, geknetet und sogar gestickt. Kind Nummer drei lernte eher Silben statt einzelne Buchstaben. Hier wurden wieder Kärtchen ausgeschnitten und diesmal mussten die Silben zu sinnvollen Wörtern ergänzt werden. Außerdem wurden die Worte so geschrieben, wie die Kinder sie hörten und das über mindestens zwei Schuljahre. Könich (König)und Kürche (Kirche) waren dabei durchaus erlaubt und wurden nicht verbessert. Und Emil?
Emil bekam eine sogenannte Anlauttabelle. Er lernt die Buchstaben überwiegend nach dem Gehör. Die Anlauttabelle besteht aus vielen Bildchen, jedes Bild steht für einen Buchstaben, wie z. B. D für Dino und A für Ameise. Unter den einzelnen Bildern steht dann der richtige Anfangsbuchstabe. Am Anfang bekamen die Kinder Zettel mit Bilderfolgen. Diese Bilder mussten auf der Anlauttabelle gesucht, laut ausgesprochen und dann die Buchstaben abgemalt werden. Der Name Emil bestand dann beispielsweise aus einem Elefant, einer Maus, einem Igel und einer Lampe. Umständlich, dafür schulte diese Methode das Buchstabenhören sehr gut. Ich mag heute nicht entscheiden müssen, welche Methode die beste, schnellste oder effektivste war. Meine Kinder kamen mit ihren jeweiligen Methoden gut zurecht. Aber was mich wundert, ist schon, dass innerhalb so weniger Jahre so viele verschiedene Methoden angepriesen und dann auch durchgeführt werden, schließlich bedeutet das ja auch jedes Mal wieder neue Bücher und neues Lehrmaterial für die Schulen und neue Ausbildung für die Grundschullehrer. Vermutlich ist die beste Methode zum Lesen- und Schreibenlernen einfach noch nicht gefunden. Anders kann ich mir dieses Hin- und Herspringen zwischen den Methoden nicht erklären.
Weihnachtsferien
Drei Wochen hatten wir Weihnachtsferien und heute ging es dann endlich wieder los. Und ich muss sagen, nicht nur mir wurden diese drei Wochen lang. Auch die Kinder sind heute überraschend fröhlich und motiviert wieder in die Schule gegangen.
Vom ersten Schultag kann ich noch nicht viel erzählen, ich weiß nur, dass es schön war, dass die Kinder ihre Ferienberichte im Stuhlkreis abgegeben haben und dass die Hausaufgaben sich noch in Grenzen halten.
Diese Stuhlkreise sind eine schöne Sache, um die ich meine Kinder heute beneide. Meine Grundschulzeit liegt ja nun doch schon lange zurück, aber ich kann mich noch gut an sie erinnern und weiß sehr genau, dass es so etwas wie Stuhlkreise bei mir noch nicht gab. Wie läuft so ein Stuhlkreis ab?
Nun, die Kinder schieben die Tische zur Seite und stellen ihre Stühle noch zu Beginn der ersten Stunde im Kreis auf. Dann nehmen sie einen weichen Stoffball und die Lehrerin wirft diesen Ball einem Kind zu. Das darf dann erzählen, wie sein Wochenende war, was es erlebt hat, was es gemacht hat, was es besonders schön fand und was besonders doof. Dann wirft es den Ball einem anderen Kind zu, das dann ebenfalls erzählen darf. Dieser Stuhlkreis findet jeden Montag statt und eben auch an jedem ersten Schultag nach den Ferien. Am letzten Schultag vor den Ferien gibt es regelmäßig ein großes gemeinsames Frühstück in der Klasse, auch das ist eine schöne Einrichtung, die ich so von früher noch nicht kenne.
Jetzt sind es nur noch wenige Wochen und dann ist schon das erste Schulhalbjahr geschafft. Ein Zeugnis gibt es für die Erstklässler ja noch nicht, aber trotzdem ist mit dem ersten Halbjahr schon ein richtiger Schritt mitten ins Schülerleben hinein geschafft. Schön ist für mich, dass es Emil dabei gut gegangen ist, dass er nach wie vor sehr gerne in die Schule geht und sich wirklich auch heute richtig darauf gefreut hat.
Vom ersten Schultag kann ich noch nicht viel erzählen, ich weiß nur, dass es schön war, dass die Kinder ihre Ferienberichte im Stuhlkreis abgegeben haben und dass die Hausaufgaben sich noch in Grenzen halten.
Diese Stuhlkreise sind eine schöne Sache, um die ich meine Kinder heute beneide. Meine Grundschulzeit liegt ja nun doch schon lange zurück, aber ich kann mich noch gut an sie erinnern und weiß sehr genau, dass es so etwas wie Stuhlkreise bei mir noch nicht gab. Wie läuft so ein Stuhlkreis ab?
Nun, die Kinder schieben die Tische zur Seite und stellen ihre Stühle noch zu Beginn der ersten Stunde im Kreis auf. Dann nehmen sie einen weichen Stoffball und die Lehrerin wirft diesen Ball einem Kind zu. Das darf dann erzählen, wie sein Wochenende war, was es erlebt hat, was es gemacht hat, was es besonders schön fand und was besonders doof. Dann wirft es den Ball einem anderen Kind zu, das dann ebenfalls erzählen darf. Dieser Stuhlkreis findet jeden Montag statt und eben auch an jedem ersten Schultag nach den Ferien. Am letzten Schultag vor den Ferien gibt es regelmäßig ein großes gemeinsames Frühstück in der Klasse, auch das ist eine schöne Einrichtung, die ich so von früher noch nicht kenne.
Jetzt sind es nur noch wenige Wochen und dann ist schon das erste Schulhalbjahr geschafft. Ein Zeugnis gibt es für die Erstklässler ja noch nicht, aber trotzdem ist mit dem ersten Halbjahr schon ein richtiger Schritt mitten ins Schülerleben hinein geschafft. Schön ist für mich, dass es Emil dabei gut gegangen ist, dass er nach wie vor sehr gerne in die Schule geht und sich wirklich auch heute richtig darauf gefreut hat.
Wunschzettel
Vier Monate ist es erst her, dass Emil mit seiner großen Schultüte stolz zum ersten Schultag aufgebrochen ist und inzwischen kann er schon so gut schreiben, dass es für den ersten „richtigen“ Wunschzettel reicht. Emils
Grundschullehrerin hat sich aber auch etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um den Eifer der Kinder beim Schreiben lernen noch etwas mehr anzustacheln.
Vergangene Woche brachte sie einen großen weihnachtlich geschmückten Kasten mit einem Schlitz mit in die Schule. Sie erzählte der Klasse, dieser Kasten habe am frühen Morgen bei ihr vor der Haustür gelegen, zusammen mit einem Brief, in dem Folgendes stand: „Liebe Kinder, das ist ein Briefkasten des Weihnachtsmannes. Wenn ihr heute eure Wunschzettel in der Schule schreibt und sie anschließend in diesem Briefkasten werft, sagt eurer Lehrerin, sie soll den Kasten nur am Abend wieder vor ihre Haustür legen. Meine Weihnachtselfen holen ihn dann in der Nacht wieder ab.“
Ich glaube, so eifrig wurde von kleinen Schreibanfängern noch niemals an einem Wunschzettel geschrieben und gemalt. Nach dem Unterricht durfte jedes Kind seinen Wunschzettel in den Weihnachtsmann-Briefkasten werfen und die Lehrerin versprach hoch und heilig, ihn am Abend auch wirklich wieder rauszulegen, damit die Helfer des Weihnachtsmanns die Wunschzettel alle abholen können. Ob es geklappt hat? Ich denke, das werden wir spätestens an Weihnachten merken.
Ich wünsche meinen Bloglesern von Herzen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Neue Jahr! Pünktlich Anfang 2011 melde ich mich dann zurück und erzähle euch mehr von Emil und seinem ersten Schuljahr.
Grundschullehrerin hat sich aber auch etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um den Eifer der Kinder beim Schreiben lernen noch etwas mehr anzustacheln.
Vergangene Woche brachte sie einen großen weihnachtlich geschmückten Kasten mit einem Schlitz mit in die Schule. Sie erzählte der Klasse, dieser Kasten habe am frühen Morgen bei ihr vor der Haustür gelegen, zusammen mit einem Brief, in dem Folgendes stand: „Liebe Kinder, das ist ein Briefkasten des Weihnachtsmannes. Wenn ihr heute eure Wunschzettel in der Schule schreibt und sie anschließend in diesem Briefkasten werft, sagt eurer Lehrerin, sie soll den Kasten nur am Abend wieder vor ihre Haustür legen. Meine Weihnachtselfen holen ihn dann in der Nacht wieder ab.“
Ich glaube, so eifrig wurde von kleinen Schreibanfängern noch niemals an einem Wunschzettel geschrieben und gemalt. Nach dem Unterricht durfte jedes Kind seinen Wunschzettel in den Weihnachtsmann-Briefkasten werfen und die Lehrerin versprach hoch und heilig, ihn am Abend auch wirklich wieder rauszulegen, damit die Helfer des Weihnachtsmanns die Wunschzettel alle abholen können. Ob es geklappt hat? Ich denke, das werden wir spätestens an Weihnachten merken.
Ich wünsche meinen Bloglesern von Herzen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das Neue Jahr! Pünktlich Anfang 2011 melde ich mich dann zurück und erzähle euch mehr von Emil und seinem ersten Schuljahr.
Musik
Ich bin in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Blockflöte, Klavierunterricht, Kinderchor, das war bei uns zu Hause eigentlich ganz normal. Alle meine Versuche, die Musik meinen Kindern ein bisschen näher zu bringen, verliefen relativ erfolglos im Sand. Nur mein Sohn Jan, heute 16, hat ein paar Jahre lang Schlagzeugunterricht genommen und danach sogar noch für einige Zeit Gitarre gespielt. Heute nimmt er keinen Unterricht mehr, klimpert aber ab und zu in seinem Zimmer auf der Gitarre. Als Jan noch Schlagzeug spielte, war Emil sein größter Fan. Auf dem Foto ist er zwei, höchstens drei Jahre alt und restlos vom Können seines großen Bruders begeistert. Das Schlagzeug wanderte dann irgendwann zu einem Schulfreund von Jan i die Nachbarschaft, zusammen mit meinem alten Keyboard, als die Jungen dort eine Band gründeten. Seit ein paar Monaten steht es ungenutzt in dem Band-Schuppen, die Band hat sich aufgelöst, die Pubertät kam ihr in die Quere und hat die ganz große Karriere verhindert.Gestern kam Emil zu mir: „Mama, ich möchte so so so gerne Schlagzeug spielen lernen. Und am liebsten auch das Klavierspielen. Ich fragte Jan, ob es möglich sei, das Schlagzeug zurück zu uns ins Haus zu holen und auch Jan war sofort Feuer und Flamme. Schlagzeugunterricht? Würde ich selbst gerne wieder nehmen. Ich kann dem Emil ja auch erstmal ganz viel zeigen. Und ich? Ich betrachtete mein uraltes Klavier, das auch schon viel zu lange ungenutzt unser Wohnzimmer verschönert und griff zum Telefon. Die Telefonnummer des Klavierstimmers hängt bestimmt schon seit zwei Jahren an meiner Pinnwand. Jetzt war ich froh, dass ich sie noch nicht weggeworfen hatte. Morgen kommt der Mann und dann gibt unser Klavier hoffentlich bald wieder glasklare Töne von sich. Und ich muss mal ausprobieren, ob die Weihnachtslieder noch sitzen. Vielleicht wird es in diesem Jahr ja doch noch was mit dem Hausmusikabend unter dem Weihnachtsbaum. Schlagzeug und Klavier ist zwar in der Zusammensetzung etwas ungewöhnlich, aber vor allem soll Musik uns ja eins machen: Viel Spaß!
Malen nach Zahlen
So langsam geht es mit Riesenschritten auf Weihnachten zu. Ich habe mir gestern einmal Emils Ranzen vorgeknöpft, ein bisschen sortiert und vor allem die Mappen und Hefte durchgeguckt. Es war ein schöner Moment. Die Kinder haben in den letzten Wochen unglaublich viel gelernt, sehr große Schritte in Richtung Lesen, Schreiben und Rechnen gemacht. Sind auf den ersten Seiten noch krakelige Schwungübungen und vorsichtiges Zahlenmalen zu sehen sind, kann man jetzt richtige kleine Rechenaufgaben und schon viele selbst geschriebene Wörter finden.
Wir haben Glück, Emil erledigt seine Hausaufgaben noch jeden Nachmittag gern und vor allem weitgehend selbstständig. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, davon kann ich nach drei Geschwister-Schulkindern ein Lied singen. Nur
Ausmalen, das ist ihm nach wie vor viel zu langweilig und ich gestehe, dass ich ihm dann ab und zu helfend unter die Arme greife. Aber das Malen war auch bei meinen anderen Kindern immer recht unbeliebt und ich erinnere mich, dass Jan, Emils ältester Bruder, in der Grundschule einmal einen Hamster malen sollte, nachdem sie in Sachkunde allerlei über diese kleinen Tiere gelernt hatten. Jan konnte Autos, Raketen und Lokomotiven, aber keine Hamster. Also griff ich – maltechnisch vollkommen talentfrei – beherzt zum Stift und zeichnete einen Hamster. Jan zeigte mir am nächsten Tag stolz den kleinen Belohnungsstempel seiner Lehrerin mit dem Zusatztext: Da hast du aber eine sehr schöne Katze gemalt, lieber Jan, malst du mir jetzt noch einen Hamster dazu? Tja. Seitdem versuche ich, meine Kinder zu Eigenkreationen zu überreden, auch wenn die Engel auf den Religionsbildern dann manchmal aussehen wie überdimensionale Mücken oder fliegende Untertassen.
Gestern bestand die Hausaufgabe allerdings lediglich aus „Malen nach Zahlen“ und das war in wunderbarer Gemeinschaftsproduktion möglich. Die Lehrerin möge uns verzeihen.
Wir haben Glück, Emil erledigt seine Hausaufgaben noch jeden Nachmittag gern und vor allem weitgehend selbstständig. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, davon kann ich nach drei Geschwister-Schulkindern ein Lied singen. Nur
Ausmalen, das ist ihm nach wie vor viel zu langweilig und ich gestehe, dass ich ihm dann ab und zu helfend unter die Arme greife. Aber das Malen war auch bei meinen anderen Kindern immer recht unbeliebt und ich erinnere mich, dass Jan, Emils ältester Bruder, in der Grundschule einmal einen Hamster malen sollte, nachdem sie in Sachkunde allerlei über diese kleinen Tiere gelernt hatten. Jan konnte Autos, Raketen und Lokomotiven, aber keine Hamster. Also griff ich – maltechnisch vollkommen talentfrei – beherzt zum Stift und zeichnete einen Hamster. Jan zeigte mir am nächsten Tag stolz den kleinen Belohnungsstempel seiner Lehrerin mit dem Zusatztext: Da hast du aber eine sehr schöne Katze gemalt, lieber Jan, malst du mir jetzt noch einen Hamster dazu? Tja. Seitdem versuche ich, meine Kinder zu Eigenkreationen zu überreden, auch wenn die Engel auf den Religionsbildern dann manchmal aussehen wie überdimensionale Mücken oder fliegende Untertassen.
Gestern bestand die Hausaufgabe allerdings lediglich aus „Malen nach Zahlen“ und das war in wunderbarer Gemeinschaftsproduktion möglich. Die Lehrerin möge uns verzeihen.
Projektwoche
Alle Jahre wieder findet in unserer Grundschule die sogenannte Projektwoche statt. Ab heute ist es wieder so weit. In dieser Woche haben alle Schüler nicht nach Stundenplan Unterricht, sondern beschäftigen sich klassen- oder auch mal
gruppenweise mit ein und demselben Projekt. Täglich von 8:30 bis 12:00 Uhr. Für uns als Familie bedeutet das zunächst einmal, dass unsere beiden Grundschulkinder eine dreiviertel Stunde länger Zeit zum Wachwerden und Frühstücken haben. So hat unsere neue Woche heute schon sehr entspannt und mit viel weniger Hektik angefangen, als das üblicherweise der Fall ist.
In diesem Jahr hat sich die Schule ein Projekt vorgenommen, das so richtig nach meinem Herzen ist. Das Projekt heißt: Buchwoche. Die Kinder werden sich eine Woche lang mit allem beschäftigen, was es so zum Thema Buch gibt. In der
Klasse von Emils Bruder Paul (3. Klasse) wird die erste richtige Lektüre gelesen. Gemeinsam mit Pauls Lehrerin habe ich dazu „Es ist ein Elch entsprungen“ von Andreas Steinhöfel ausgewählt. In Emils Klasse wird viel vorgelesen und
dann mit den Texten gearbeitet werden. Außerdem wollen die Kinder darüber sprechen, wie ein Buch überhaupt entsteht, wer alles an einem Buch mitarbeitet und wie viele Bücher es überhaupt so gibt auf der Welt. Dieses Thema darf ich mit ihnen erarbeiten, weil sich dazu ein bereits vorbereiteter und erprobter Vortrag in meinem Koffer für Lesungen befindet, den ich schon öfter mal in Grundschulen gehalten habe. Dazu zeige ich den Kindern immer gerne auch einmal die Texte, die ich nach den Korrekturen aus dem Lektorat zurück erhalte. Die Kinder sind jedes Mal sehr am staunen, wie viele „Fehler“ die Lektorin mir so anstreicht und wie viel ich oft verbessern oder noch mal umschreiben muss. Es
tut ihnen immer wieder gut zu sehen, dass auch Profis Fehler machen oder Texte gar noch einmal ganz neu schreiben müssen. Ich freue mich schon sehr darauf, auch Emils Klasse einmal zu besuchen. Ansonsten werden die Kinder in ihrer Projektwoche auch eigene Geschichten schreiben bzw. malen und eigene kleine Bücher herstellen. Die dürfen wir Eltern dann am Samstag, dem Tag der offenen Tür, in der Schule bewundern. Alles in allem eine Projektwoche, die sich er viel Gesprächsstoff für unserem Familienküchentisch bietet.
gruppenweise mit ein und demselben Projekt. Täglich von 8:30 bis 12:00 Uhr. Für uns als Familie bedeutet das zunächst einmal, dass unsere beiden Grundschulkinder eine dreiviertel Stunde länger Zeit zum Wachwerden und Frühstücken haben. So hat unsere neue Woche heute schon sehr entspannt und mit viel weniger Hektik angefangen, als das üblicherweise der Fall ist.
In diesem Jahr hat sich die Schule ein Projekt vorgenommen, das so richtig nach meinem Herzen ist. Das Projekt heißt: Buchwoche. Die Kinder werden sich eine Woche lang mit allem beschäftigen, was es so zum Thema Buch gibt. In der
Klasse von Emils Bruder Paul (3. Klasse) wird die erste richtige Lektüre gelesen. Gemeinsam mit Pauls Lehrerin habe ich dazu „Es ist ein Elch entsprungen“ von Andreas Steinhöfel ausgewählt. In Emils Klasse wird viel vorgelesen und
dann mit den Texten gearbeitet werden. Außerdem wollen die Kinder darüber sprechen, wie ein Buch überhaupt entsteht, wer alles an einem Buch mitarbeitet und wie viele Bücher es überhaupt so gibt auf der Welt. Dieses Thema darf ich mit ihnen erarbeiten, weil sich dazu ein bereits vorbereiteter und erprobter Vortrag in meinem Koffer für Lesungen befindet, den ich schon öfter mal in Grundschulen gehalten habe. Dazu zeige ich den Kindern immer gerne auch einmal die Texte, die ich nach den Korrekturen aus dem Lektorat zurück erhalte. Die Kinder sind jedes Mal sehr am staunen, wie viele „Fehler“ die Lektorin mir so anstreicht und wie viel ich oft verbessern oder noch mal umschreiben muss. Es
tut ihnen immer wieder gut zu sehen, dass auch Profis Fehler machen oder Texte gar noch einmal ganz neu schreiben müssen. Ich freue mich schon sehr darauf, auch Emils Klasse einmal zu besuchen. Ansonsten werden die Kinder in ihrer Projektwoche auch eigene Geschichten schreiben bzw. malen und eigene kleine Bücher herstellen. Die dürfen wir Eltern dann am Samstag, dem Tag der offenen Tür, in der Schule bewundern. Alles in allem eine Projektwoche, die sich er viel Gesprächsstoff für unserem Familienküchentisch bietet.
Anti-Kika-Programm
Wenn es nach Emil ginge, würde er sofort nach dem Heimkommen vor den Kinderkanal sinken. Am besten noch in Schuhen und Anorak. Und noch besser: ausgerüstet mit Keksen und einem Kakao. Natürlich gucken wir hier auch Kinderkanal. Ab und zu. Aber Emil würde gerne IMMER Kinderkanal um sich haben. Die Angst etwas zu verpassen ist riesengroß. Da bin ich gefragt. Und ich sitze oft am Küchentisch und arbeite, muss noch einen Text fertig schreiben oder auch zur Abwechslung mal den Haushalt schmeißen.Mir ist aufgefallen, dass meine Kinder – Emil ist da ja gar keine Ausnahme – ganz oft die Kurve nicht kriegen vom „Programm Schule oder Kindergarten“ hin zum „jetzt beschäftigt euch mal selbst“. Vorschläge wie „bau doch was Schönes
mit deinen Bausteinen“ oder „spielt mal wieder mit der Eisenbahn“ werden oft mit viel Gemaule abgelehnt: Zu langweilig, was für Babys, zu uncool. Zum Glück werden die Kinder langsam älter und so kann ich ganz allmählich das mit ihnen machen, was meine Mama schon sehr früh mit mir machen konnte – damals vor rund 40 Jahren auf dem Land.
Nach dem Mittagessen und den Hausaufgaben hieß es Anorak anziehen und draußen spielen bis es dunkel wird. Inzwischen schaffen es Emil und sein Bruder Paul immerhin schon, zwei bis drei Stunden an der frischen Luft zu erschwinden. Sie schnappen ihre Roller und fahren zum nahegelegenen Park mit Spiel- und Bolzplatz. Dort treffen sie meistens zahlreiche Freunde aus der Schule und dann ist der Kinderkanal ganz schnell vergessen. Wenn die Lust der beiden mal gar nicht ausreicht oder das Wetter besonders schön ist, dann klappe ich auch schon mal den Rechner zu, packe Tee und Kekse ein und wir fahren alle zusammen in unsere Fasanerie oder auf einen größeren Spielplatz. Und wenn dann vor dem Abend noch ein bisschen Kinderkanal angesagt ist, kann sogar ich damit leben.
Waldtag
Ab und zu machen die Schulen ja einen Wandertag. Diese Wandertage werden angekündigt, die Kinder entsprechend angezogen und ausgerüstet mit allerlei Verpflegung, Matschhosen oder Sonnenmützen, je nach Jahreszeit. Gestern kam Emil strahlend aus der Schule, ohne Hausaufgaben und ohne Denkknoten im Kopf. Denn gestern war er mit seiner Klasse sehr spontan im Wald. Kein angekündigter Wandertag, sondern ein spontaner Waldvormittag, weil die Lehrerin das schöne goldene Herbstwetter viel zu schade fand, um den Tag im Klassenraum zu verbringen. Emil erzählte begeistert von verschiedenen Hölzern, von blauen schillernden Käfern und etlichen Nacktschnecken, die ihnen unterwegs begegnet sind. Hauptsächlich waren die Kinder wohl in den Wald gezogen, um von dort bunte Blätter und herbstliche Früchte, wie z. B. Hagebutten zu sammeln. Damit wird jetzt in den kommenden trüberen Novembertagen in der Schule geklebt und gebastelt und eine große Collage hergestellt.
Überhaupt hat jetzt die Bastelzeit wieder begonnen. Ganz oben auf der Liste stehen die Laternen, Sankt Martin steht schließlich schon vor der Tür. Danach kommt der Weihnachtsschmuck für das Klassenzimmer an die Reihe und die
Dekoration für die Weihnachtsfeier. Als fünffache Mutter habe ich inzwischen eine Bastelstundenallergie und versuche, mich so oft es geht zu drücken. Auf niedrigen Kinderstühlchen mit Kinderscheren Sterne oder krakelig vorgezeichnete Schneemänner auszuschneiden, begeistert mich nach vielen Jahren Bastelstunde nicht mehr so wirklich. Trotzdem siegt meistens das schlechte Gewissen und ich nehme dann an den verordneten Bastel-nachmittagen doch teil. Und spätestens, wenn die Kinder mit fröhlichen Gesichtern und leuchtenden Augen ihre Laternen vor sich her tragen, bin ich auch wieder versöhnt mit den Basteleien.
Auch wenn mich im letzten Jahr anlässlich des Sankt-Martin-Umzuges eine Mutter etwas erstaunt ansah und meinte: „Sie können ja die ganzen Laternenlieder auswendig!“ Vermutlich glaubt jene Mutter, dass ich eine besonders eifrige Verfechterin unserer Traditionen bin. In Wirklichkeit ist es nur so, dass ich meine Kinder jetzt seit fast 19 Jahren in wechselnder Zusammensetzung auf Laternenumzüge begleite. Da bleibt dann doch der eine oder andere Text hängen.
Herbst
Gestern gingen die Herbstferien zu Ende. Weil es trotz Kälte herrlich sonnig war und die Jungs dringend frische Luft und Bewegung brauchten, sind wir mit ihnen in unseren Lieblingspark gefahren. Dort war es nicht mehr zu übersehen: Der Herbst ist da.
Auch heute Morgen, am ersten Schultag nach den Ferien, war einiges anders. Es war noch dunkel draußen, als wir am Frühstückstisch saßen. Und es war kalt. Sehr kalt. Die Dächer waren gefroren, Emil zog freiwillig zum ersten Mal seine dicke Jacke an und wollte sogar eine Mütze haben.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Jungs schimpfen und maulen, weil die Ferien zu Ende sind. Zu meiner großen Überraschung haben sie alle das Haus eher vorfreudig erregt verlassen. Emil hat seinen Ranzen gestern schon freiwillig und ohne Aufforderung gepackt und überprüft, sogar noch ein Bild fertig gemalt, für das er noch fast eine Woche Zeit gehabt hätte. Zum ersten Mal hat er seine Hausaufgaben nicht am Küchentisch gemacht, sondern in seinem Zimmer. Hier haben wir nämlich in den Ferien eine Tischplatte besorgt und ihm einen kleinen einfachen ersten Schreib- und Arbeitsplatz gebaut. Es ist noch kein richtiger Schreibtisch. Aber es ist genu Platz zum Malen und Schreiben und das in einer vernünftigen Tischhöhe. Als Stuhl muss noch Emils Kinderhochstuhl herhalten. Irgendwann in der nächsten Zeit werden wir den Grundschulkindern auch richtige Schreibtische und dazu passende Stühle kaufen. Noch ist es zu früh. Meine Erfahrung mit den großen Geschwistern hat gezeigt, dass die Kinder ihre Hausaufgaben sehr gerne so lange wie möglich bei mir am Küchentisch erledigen. Das wundert mich kein bisschen. Schließlich schreibe ich ganze Bücher am Küchentisch. Die großen Geschwister haben ihre ersten richtigen Schreibtische erst mit Eintritt in das Gymnasium gebraucht. Und auch da nicht von Anfang an genutzt. Trotzdem ist Emil natürlich sehr stolz auf seine erste richtige Arbeitsplatte mit Stiftebecher und Schreibtischlampe. Wenn er Spaß daran findet, werden wir uns dann wohl mal hier bei Paidi umsehen und einen richtig tollen Schreibtisch für ihn aussuchen.
Auch heute Morgen, am ersten Schultag nach den Ferien, war einiges anders. Es war noch dunkel draußen, als wir am Frühstückstisch saßen. Und es war kalt. Sehr kalt. Die Dächer waren gefroren, Emil zog freiwillig zum ersten Mal seine dicke Jacke an und wollte sogar eine Mütze haben.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Jungs schimpfen und maulen, weil die Ferien zu Ende sind. Zu meiner großen Überraschung haben sie alle das Haus eher vorfreudig erregt verlassen. Emil hat seinen Ranzen gestern schon freiwillig und ohne Aufforderung gepackt und überprüft, sogar noch ein Bild fertig gemalt, für das er noch fast eine Woche Zeit gehabt hätte. Zum ersten Mal hat er seine Hausaufgaben nicht am Küchentisch gemacht, sondern in seinem Zimmer. Hier haben wir nämlich in den Ferien eine Tischplatte besorgt und ihm einen kleinen einfachen ersten Schreib- und Arbeitsplatz gebaut. Es ist noch kein richtiger Schreibtisch. Aber es ist genu Platz zum Malen und Schreiben und das in einer vernünftigen Tischhöhe. Als Stuhl muss noch Emils Kinderhochstuhl herhalten. Irgendwann in der nächsten Zeit werden wir den Grundschulkindern auch richtige Schreibtische und dazu passende Stühle kaufen. Noch ist es zu früh. Meine Erfahrung mit den großen Geschwistern hat gezeigt, dass die Kinder ihre Hausaufgaben sehr gerne so lange wie möglich bei mir am Küchentisch erledigen. Das wundert mich kein bisschen. Schließlich schreibe ich ganze Bücher am Küchentisch. Die großen Geschwister haben ihre ersten richtigen Schreibtische erst mit Eintritt in das Gymnasium gebraucht. Und auch da nicht von Anfang an genutzt. Trotzdem ist Emil natürlich sehr stolz auf seine erste richtige Arbeitsplatte mit Stiftebecher und Schreibtischlampe. Wenn er Spaß daran findet, werden wir uns dann wohl mal hier bei Paidi umsehen und einen richtig tollen Schreibtisch für ihn aussuchen.
Wieder da
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Kennen Sie das? Da schmieden sie eifrig Pläne und dann macht ihnen das Leben einen Strich durch die Rechnung. Oder – um es mit John Lennon zu sagen: "Leben ist das, was passiert, während man eifrig dabei ist, andere Pläne zu machen."
Erinnern wir uns: Die Herbstferien haben begonnen und meine beiden Grundschulkinder fuhren glücklich für eine Woche zu Oma und Opa nach Norddeutschland. Der kleine Bruder besucht auch in den Ferien den Kindergarten, sodass ich mich vor allem auf eins freute: viel freie Schreibzeit.
Tja und dann? Dann beschlossen ein paar Grippe-Viren, die sich wohl im Getümmel der Buchmesse bei mir eingenistet hatten, sich bei mir so wohlzufühlen, dass sie mir eine Woche hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und einen bösen Husten bescherten. Nix war es mit ungestört arbeiten und endlich das Manuskript fertig schreiben. Stattdessen lag ich fast zehn Tage teils im Bett, teils auf dem Sofa und saß nur stundenweise, manchmal nur minutenweise am Küchen(schreib)tisch, bis mich der nächste Fieberschub packte.
Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Seit gestern bin ich wieder fit und voller Tatendrang und pünktlich kamen dann auch heute meine Jungs wieder zurück.
Klar, die ganz freie Arbeitszeit ist jetzt wieder knapp. Trotzdem war es schön, die beiden am Bahnhof abzuholen und auch an den Trubel im Haus habe ich mich schon wieder gewöhnt. Beide hatten tolle Ferien, aber beide scheinen sich auch sehr zu freuen, jetzt wieder zu Hause zu sein.
Emil inspizierte sofort sein Zimmer und musste erst ganz schnell ein wenig aufräumen, denn frecherweise hatte sein kleiner Bruder in seiner Abwesenheit dort mit seiner Ritterburg gespielt. Aber nachdem die alte Ordnung wieder hergestellt war, war auch Emil zufrieden und schon jetzt, erst wenige Stunden nach ihrer Ankunft, fühlt es sich an, als seien die Jungs niemals weg gewesen.
Dass ich nicht so viel arbeiten konnte, wie ich eigentlich wollte – was soll’s. Dafür konnte ich mich auskurieren, die beiden konnten ihrer Ferien trotz kranker Mama genießen und jetzt sind wir alle fit, erholt und voller Tatendrang.
Erinnern wir uns: Die Herbstferien haben begonnen und meine beiden Grundschulkinder fuhren glücklich für eine Woche zu Oma und Opa nach Norddeutschland. Der kleine Bruder besucht auch in den Ferien den Kindergarten, sodass ich mich vor allem auf eins freute: viel freie Schreibzeit.
Tja und dann? Dann beschlossen ein paar Grippe-Viren, die sich wohl im Getümmel der Buchmesse bei mir eingenistet hatten, sich bei mir so wohlzufühlen, dass sie mir eine Woche hohes Fieber, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und einen bösen Husten bescherten. Nix war es mit ungestört arbeiten und endlich das Manuskript fertig schreiben. Stattdessen lag ich fast zehn Tage teils im Bett, teils auf dem Sofa und saß nur stundenweise, manchmal nur minutenweise am Küchen(schreib)tisch, bis mich der nächste Fieberschub packte.
Ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Seit gestern bin ich wieder fit und voller Tatendrang und pünktlich kamen dann auch heute meine Jungs wieder zurück.
Klar, die ganz freie Arbeitszeit ist jetzt wieder knapp. Trotzdem war es schön, die beiden am Bahnhof abzuholen und auch an den Trubel im Haus habe ich mich schon wieder gewöhnt. Beide hatten tolle Ferien, aber beide scheinen sich auch sehr zu freuen, jetzt wieder zu Hause zu sein.
Emil inspizierte sofort sein Zimmer und musste erst ganz schnell ein wenig aufräumen, denn frecherweise hatte sein kleiner Bruder in seiner Abwesenheit dort mit seiner Ritterburg gespielt. Aber nachdem die alte Ordnung wieder hergestellt war, war auch Emil zufrieden und schon jetzt, erst wenige Stunden nach ihrer Ankunft, fühlt es sich an, als seien die Jungs niemals weg gewesen.
Dass ich nicht so viel arbeiten konnte, wie ich eigentlich wollte – was soll’s. Dafür konnte ich mich auskurieren, die beiden konnten ihrer Ferien trotz kranker Mama genießen und jetzt sind wir alle fit, erholt und voller Tatendrang.
Herbstferien
„Wie oft noch schlafen, bis ich Ferien habe?“, war eine der häufigsten Fragen von Emil in den letzten Tagen. Ich glaube, es ging dabei gar nicht so sehr darum, dass er nicht gerne in die Schule geht. Nein, wichtiger war wohl, dass er jetzt endlich etwas hat, was vorher nur seine großen Brüder hatten: Herbstferien.
Emils Lehrerin hatte sich für den letzten Schultag etwas Besonderes einfallen lassen. Jedes Kind musste Geschirr, Besteck und eine Kleinigkeit zu Essen mitbringen, was das sein sollte, hatte die Lehrerin vorher festgelegt. Auf Emils Zettel standen Tomaten, also haben wir am letzten Schultag morgens kein Frühstücksbrot für die Schule geschmiert, sondern Tomaten geschnitten. Der Ranzen durfte zu Hause bleiben, ein Rucksack sollte reichen. Und dann ging Emils ganze Klasse in die angegliederte Realschule, die sich ein paar Straßen weiter in einem anderen Gebäude befindet. Dort wartete schon eine fünfte Klasse auf die „Kleinen“ aus der Grundschule. Man traf sich zu einem gemeinsamen Frühstück.
Die Idee war deshalb so schön, weil es sich bei der fünften Klasse um die ehemalige Klasse von Emils Lehrerin im letzten Jahr gehandelt hat. So konnten die Großen sich erinnern, wie klein sie als Erstklässler einmal waren und die Kleinen sich drauf freuen, wie groß sie bald sein würden. Laut Emil war das Frühstück sehr lustig, weil vor allem die großen Jungs viel Quatsch gemacht haben.
Nach der dritten Schulstunde fingen die Ferien an und Emil räumte seinen Schulranzen ganz stolz für die nächsten zwei Wochen in sein Zimmer. Am Wochenende ließ er sich dann zusammen mit seinem großen Bruder Paul in Deutschlands Norden zu Oma und Opa fahren. Eine Woche nur spielen und toben (Oma hat ein Trampolin im Garten) und verwöhnt werden – das reinste Paradies. Nicht nur für die beiden Jungs, auch für mich.
Ich bin voller Eindrücke und auch mit neuen Aufträgen von der Buchmesse zurückgekommen und werde die nächste Woche vor allem zum Schreiben nutzen. Da hilft es mir sehr, wenn ich weiß, dass meine Ferienkinder gut untergebracht sind.
Emils Lehrerin hatte sich für den letzten Schultag etwas Besonderes einfallen lassen. Jedes Kind musste Geschirr, Besteck und eine Kleinigkeit zu Essen mitbringen, was das sein sollte, hatte die Lehrerin vorher festgelegt. Auf Emils Zettel standen Tomaten, also haben wir am letzten Schultag morgens kein Frühstücksbrot für die Schule geschmiert, sondern Tomaten geschnitten. Der Ranzen durfte zu Hause bleiben, ein Rucksack sollte reichen. Und dann ging Emils ganze Klasse in die angegliederte Realschule, die sich ein paar Straßen weiter in einem anderen Gebäude befindet. Dort wartete schon eine fünfte Klasse auf die „Kleinen“ aus der Grundschule. Man traf sich zu einem gemeinsamen Frühstück.
Die Idee war deshalb so schön, weil es sich bei der fünften Klasse um die ehemalige Klasse von Emils Lehrerin im letzten Jahr gehandelt hat. So konnten die Großen sich erinnern, wie klein sie als Erstklässler einmal waren und die Kleinen sich drauf freuen, wie groß sie bald sein würden. Laut Emil war das Frühstück sehr lustig, weil vor allem die großen Jungs viel Quatsch gemacht haben.
Nach der dritten Schulstunde fingen die Ferien an und Emil räumte seinen Schulranzen ganz stolz für die nächsten zwei Wochen in sein Zimmer. Am Wochenende ließ er sich dann zusammen mit seinem großen Bruder Paul in Deutschlands Norden zu Oma und Opa fahren. Eine Woche nur spielen und toben (Oma hat ein Trampolin im Garten) und verwöhnt werden – das reinste Paradies. Nicht nur für die beiden Jungs, auch für mich.
Ich bin voller Eindrücke und auch mit neuen Aufträgen von der Buchmesse zurückgekommen und werde die nächste Woche vor allem zum Schreiben nutzen. Da hilft es mir sehr, wenn ich weiß, dass meine Ferienkinder gut untergebracht sind.
April April!
Im letzten Jahr zu Weihnachten bekam Emil von der Oma einen großen Wandkalender mit schönen Janosch-Bildern für sein Kinderzimmer geschenkt. Anfangs blätterten wir noch regelmäßig um, aber da Emil natürlich einen Kalender noch nicht wirklich benutzt, ging es dabei mehr um die dekorativen Bilder als um die Monate. Gestern Abend, alle Kinder waren bereits auf ihre Betten verteilt, die Gutenacht-Geschichte vorgelesen und die Gutenacht-Küsse geküsst, tappste auf einmal ein Schlafanzugkind barfuss die Treppe hinunter in unsere Küche. Emil stand in der Tür und war sehr aufgeregt. Er hatte seinen Kalender betrachtet. Und dabei etwas entdeckt. Er bat uns, sofort mit in sein Zimmer zu kommen, was wir natürlich auch taten.
In seinem Zimmer zeigte Emil ziemlich entrüstet auf den Kalender. „Papa, da steht doch April oder?“ Papa staunte. Und bestätigte diese Entdeckung. Da hatten wir wohl ziemlich lange nicht mehr umgeblättert. Die Antwort auf die Frage, woher Emil das denn wisse, kam prompt: „Ich habe in der Schule schon das A und auch das P gelernt. Das R habe ich auch erkannt und dann habe ich gesehen, dass die zwei letzten Buchstaben aussehen, wie in meinem Namen: EMIL. Ich habe alle Buchstaben ganz oft hintereinander gesprochen und dann habe ich gemerkt, dass dort APRIL steht.“
Was für ein Erlebnis! Wir machen uns das so selten bewusst, wie lange der Weg vom ersten Buchstaben zum Lesen ist. Wir haben uns dann überlegt, wie wir uns wohl in China oder Russland fühlen würden. Wenn alle Zeitungen, alle Schilder, jede Werbetafel mit Zeichen bestückt wären, die uns gar nichts sagen. Und wie es wohl sein muss, wenn man plötzlich bestimmte dieser Zeichen wiedererkennt und die Schilder oder Tafeln lesen kann, wenn sie plötzlich einen Sinn ergeben. So muss Emil sich gestern gefühlt haben. Zusammen haben wir dann noch den richtigen Monat SEPTEMBER auf seinem Kalender gesucht und dann konnte Emil endlich beruhigt und sehr zufrieden einschlafen.
In seinem Zimmer zeigte Emil ziemlich entrüstet auf den Kalender. „Papa, da steht doch April oder?“ Papa staunte. Und bestätigte diese Entdeckung. Da hatten wir wohl ziemlich lange nicht mehr umgeblättert. Die Antwort auf die Frage, woher Emil das denn wisse, kam prompt: „Ich habe in der Schule schon das A und auch das P gelernt. Das R habe ich auch erkannt und dann habe ich gesehen, dass die zwei letzten Buchstaben aussehen, wie in meinem Namen: EMIL. Ich habe alle Buchstaben ganz oft hintereinander gesprochen und dann habe ich gemerkt, dass dort APRIL steht.“
Was für ein Erlebnis! Wir machen uns das so selten bewusst, wie lange der Weg vom ersten Buchstaben zum Lesen ist. Wir haben uns dann überlegt, wie wir uns wohl in China oder Russland fühlen würden. Wenn alle Zeitungen, alle Schilder, jede Werbetafel mit Zeichen bestückt wären, die uns gar nichts sagen. Und wie es wohl sein muss, wenn man plötzlich bestimmte dieser Zeichen wiedererkennt und die Schilder oder Tafeln lesen kann, wenn sie plötzlich einen Sinn ergeben. So muss Emil sich gestern gefühlt haben. Zusammen haben wir dann noch den richtigen Monat SEPTEMBER auf seinem Kalender gesucht und dann konnte Emil endlich beruhigt und sehr zufrieden einschlafen.
Kinder brauchen Bücher
Als Autorin ist das natürlich MEIN Thema: Bücher. Welche Bücher bekommen die Kinder im ersten Schuljahr, welche Bücher stehen ihnen in der Schulbibliothek zur Verfügung, was sind das für Bücher, die da im Klassenraum im untersten Regal ein so trauriges Dasein fristen?
Die Antwort auf dem letzten Elternabend fiel erschreckend knapp aus: Schulbibliothek? So etwas gibt es hier gar nicht. Die Bücher im Klassenzimmer sind der Versuch der Lehrerin, wenigstens eine kleine Klasseneigene Bibliothek aufzubauen – aus privaten Mitteln – wobei sie zugab, dass die im Moment vorhandenen Bücher die Restbestände ihrer letzten vierten Klasse sind. Mit anderen Worten: Für Leseanfänger sind diese Bücher viel zu schwer und deshalb noch uninteressant.
Ich war einigermaßen geschockt. Eine fast funkelnagelneue Grundschule (der Umzug fand erst vor wenigen Jahren statt) und es wurde keine Bibliothek eingeplant? Da ich durch meinen Beruf ja guten Kontakt zu zahlreichen Kinder- und Jugendbuchautoren habe, bot ich gleich an, eine Bibliothek mit aufzubauen. Aber: Es gibt keinen einzigen freien Raum in diesem Schulgebäude. So jedenfalls die Auskunft von Emils Lehrerin. Ich werde das so nicht hinnehmen und die Sache weiter verfolgen. Bis dahin will ich versuchen, wenigstens das Klassenzimmer-Bücherregal ein wenig sinnvoller zu bestücken. Wozu hat Emil schließlich eine Mutter, die unter anderem für Leseanfänger schreibt?
Die ersten Bücher habe ich ihm schon mitgegeben, heute will ich in meinem Verlag nachfragen, ob ich von dort mit ein bisschen Unterstützung rechnen kann. Kinder brauchen Bücher. Ich finde es traurig, dass Schulen erst Eltern brauchen, die ihnen das sagen.
Die Antwort auf dem letzten Elternabend fiel erschreckend knapp aus: Schulbibliothek? So etwas gibt es hier gar nicht. Die Bücher im Klassenzimmer sind der Versuch der Lehrerin, wenigstens eine kleine Klasseneigene Bibliothek aufzubauen – aus privaten Mitteln – wobei sie zugab, dass die im Moment vorhandenen Bücher die Restbestände ihrer letzten vierten Klasse sind. Mit anderen Worten: Für Leseanfänger sind diese Bücher viel zu schwer und deshalb noch uninteressant.
Ich war einigermaßen geschockt. Eine fast funkelnagelneue Grundschule (der Umzug fand erst vor wenigen Jahren statt) und es wurde keine Bibliothek eingeplant? Da ich durch meinen Beruf ja guten Kontakt zu zahlreichen Kinder- und Jugendbuchautoren habe, bot ich gleich an, eine Bibliothek mit aufzubauen. Aber: Es gibt keinen einzigen freien Raum in diesem Schulgebäude. So jedenfalls die Auskunft von Emils Lehrerin. Ich werde das so nicht hinnehmen und die Sache weiter verfolgen. Bis dahin will ich versuchen, wenigstens das Klassenzimmer-Bücherregal ein wenig sinnvoller zu bestücken. Wozu hat Emil schließlich eine Mutter, die unter anderem für Leseanfänger schreibt?
Die ersten Bücher habe ich ihm schon mitgegeben, heute will ich in meinem Verlag nachfragen, ob ich von dort mit ein bisschen Unterstützung rechnen kann. Kinder brauchen Bücher. Ich finde es traurig, dass Schulen erst Eltern brauchen, die ihnen das sagen.
Alle werden gefahren
Montags hat Emil erst zur zweiten Stunde Schule. Da sich mein Arbeitsplatz als Autorin zu Hause befindet, kann Emil diesen späteren Schulanfang auch zu Hause genießen. Fröhlich winkt er seinen Geschwistern hinterher, wenn diese das Haus verlassen und macht es sich dann noch einmal richtig gemütlich. Als ich ihn dann heute bat, sich jetzt fertig anzuziehen und seine Sachen zusammenzupacken, bettelte er: „Kannst du mich fahren?“
Davon abgesehen, dass ich schon am Schreibtisch saß und arbeitete, könnte ich ihn natürlich fahren. Ich bin ja da, das Auto steht vor der Tür, ich wäre in zehn Minuten wieder am Schreibtisch. Aber genau das ist der Haken: Der Fußweg
zur Schule ist maximal fünf Minuten lang und führt fast ausschließlich durch eine gemütliche Spielstraße. Es ist also absolut unnötig, diesen Weg mit dem Auto zurückzulegen. Emil jammerte: „Aber alle werden gefahren, nur ich muss immer
laufen.“
Das stimmt so natürlich nicht. In einem Punkt hat er allerdings recht: Viele Kinder werden gefahren. Zu viele. Und das, obwohl fast alle Kinder diesen ungefährlichen recht kurzen Fußweg haben. Und viele andere Kinder werden auch heute noch, einen Monat nach der Einschulung, von ihren Müttern zu Fuß zur Schule gebracht und wieder abgeholt. Und das ist noch nicht alles: Wenn ich zufällig wegen anderer Termine an der Schule vorbeifahren muss am Vormittag, dann kann ich beobachten, dass zahlreiche Mütter ihre Kinder auch noch während der großen Pausen besuchen, grüppchenweise stehen sie dann am Zaun und beobachten ihre Kinder beim Spielen und Frühstücken.
Mir tun diese Kinder eigentlich leid. Ich finde, ein Schulkind sollte in der Lage sein, seinen Schulweg alleine zurückzulegen. Ein Schulweg ist ein kleines bisschen zusätzliche Bewegung, von der unsere Kids sowieso viel zu wenig
haben heute, ein kleines bisschen zusätzliche frische Luft. Man kann unterwegs Kastanien finden, Hunde am Zaun begrüßen, Katzen streicheln oder Freunde treffen. Ein Schulweg ist immer auch ein kleines Stückchen Abenteuer und das
sollten wir unseren Kindern nicht wegnehmen.
Gleiches gilt in meinen Augen für die große Pause. In der großen Pause wird gespielt und getobt, gekichert oder auch mal gebalgt. Wer möchte denn dabei ständig von seiner Mama beobachtet werden? Deshalb ist dieser Blogbeitrag heute ein Plädoyer für das Loslassen. Kinder können das alleine. Und es tut ihnen gut, das auch alleine zu dürfen. Emil ist dann letztendlich auch wieder zu Fuß losgezogen. Etwas maulend zwar, aber schon an der nächsten Ecke steht der erste Kastanienbaum. Und ich bin mir sicher, dass er mir einige Kastanien heute Mittag mitbringen wird.
Davon abgesehen, dass ich schon am Schreibtisch saß und arbeitete, könnte ich ihn natürlich fahren. Ich bin ja da, das Auto steht vor der Tür, ich wäre in zehn Minuten wieder am Schreibtisch. Aber genau das ist der Haken: Der Fußweg
zur Schule ist maximal fünf Minuten lang und führt fast ausschließlich durch eine gemütliche Spielstraße. Es ist also absolut unnötig, diesen Weg mit dem Auto zurückzulegen. Emil jammerte: „Aber alle werden gefahren, nur ich muss immer
laufen.“
Das stimmt so natürlich nicht. In einem Punkt hat er allerdings recht: Viele Kinder werden gefahren. Zu viele. Und das, obwohl fast alle Kinder diesen ungefährlichen recht kurzen Fußweg haben. Und viele andere Kinder werden auch heute noch, einen Monat nach der Einschulung, von ihren Müttern zu Fuß zur Schule gebracht und wieder abgeholt. Und das ist noch nicht alles: Wenn ich zufällig wegen anderer Termine an der Schule vorbeifahren muss am Vormittag, dann kann ich beobachten, dass zahlreiche Mütter ihre Kinder auch noch während der großen Pausen besuchen, grüppchenweise stehen sie dann am Zaun und beobachten ihre Kinder beim Spielen und Frühstücken.
Mir tun diese Kinder eigentlich leid. Ich finde, ein Schulkind sollte in der Lage sein, seinen Schulweg alleine zurückzulegen. Ein Schulweg ist ein kleines bisschen zusätzliche Bewegung, von der unsere Kids sowieso viel zu wenig
haben heute, ein kleines bisschen zusätzliche frische Luft. Man kann unterwegs Kastanien finden, Hunde am Zaun begrüßen, Katzen streicheln oder Freunde treffen. Ein Schulweg ist immer auch ein kleines Stückchen Abenteuer und das
sollten wir unseren Kindern nicht wegnehmen.
Gleiches gilt in meinen Augen für die große Pause. In der großen Pause wird gespielt und getobt, gekichert oder auch mal gebalgt. Wer möchte denn dabei ständig von seiner Mama beobachtet werden? Deshalb ist dieser Blogbeitrag heute ein Plädoyer für das Loslassen. Kinder können das alleine. Und es tut ihnen gut, das auch alleine zu dürfen. Emil ist dann letztendlich auch wieder zu Fuß losgezogen. Etwas maulend zwar, aber schon an der nächsten Ecke steht der erste Kastanienbaum. Und ich bin mir sicher, dass er mir einige Kastanien heute Mittag mitbringen wird.
Geheimnisse
So langsam kehrt eine gewisse Routine ein im Schulalltag von Emil. Einerseits tut ihm das gut, weil er dann nicht mehr jeden Tag so schrecklich aufgeregt ist, andererseits ist es auch fast schade, zu sehen, wie schnell etwas zur Routine werden kann.
Zu den Routinen gehört unter anderem der tägliche Sitzkreis im Klassenzimmer. Bevor die Klasse mit dem „richtigen“ Unterricht beginnt, stellen alle Kinder ihre Stühle im Kreis auf, setzen sich zusammen und jeder darf erzählen, was er am Tag zuvor noch so gemacht oder erlebt hat. Da werden Spielsachen mitgebracht und herumgereicht, Spielplatzabenteuer berichtet und Erlebnisse mit den Haustieren mitgeteilt. Manchmal stellt die Lehrerin auch Fragen, die dann reihum von allen Kindern beantwortet werden und sicher dazu dienen sollen, dass die Kinder einander besser kennenlernen. Die Kinder werden nach ihrem Lieblingsessen, ihrer Lieblingsfarbe oder auch ihrem Lieblingsbuch befragt.
Wie wir jetzt herausfanden, ist Emil mit dieser „Gruppenbefragung“ alles andere als einverstanden. So soll er es strikt verweigert haben, der Gruppe die Frage nach seiner Lieblingszahl zu beantworten. Seine Begründung: „Meine
Lieblingszahl ist ein Geheimnis, das nicht jeder wissen muss.“ Emils Lehrerin konnte ihn dann wohl mit Engelszungen noch dazu überreden, wenigstens ihr seine Geheimnisse anzuvertrauen, sodass Emil ihr letztendlich seine Lieblingszahl ins Ohr geflüstert hat. Trockener Kommentar der großen Schwester zu Emils Verhalten: „Ich hatte auch nie Lust, meine Geheimnisse mit den Lehrern zu teilen, deshalb war ich ja immer so still im Mündlichen.“ Ich hoffe allerdings, dass sich Emil diese Scheibe von seiner großen Schwester NICHT abschneidet ;-)
Zu den Routinen gehört unter anderem der tägliche Sitzkreis im Klassenzimmer. Bevor die Klasse mit dem „richtigen“ Unterricht beginnt, stellen alle Kinder ihre Stühle im Kreis auf, setzen sich zusammen und jeder darf erzählen, was er am Tag zuvor noch so gemacht oder erlebt hat. Da werden Spielsachen mitgebracht und herumgereicht, Spielplatzabenteuer berichtet und Erlebnisse mit den Haustieren mitgeteilt. Manchmal stellt die Lehrerin auch Fragen, die dann reihum von allen Kindern beantwortet werden und sicher dazu dienen sollen, dass die Kinder einander besser kennenlernen. Die Kinder werden nach ihrem Lieblingsessen, ihrer Lieblingsfarbe oder auch ihrem Lieblingsbuch befragt.
Wie wir jetzt herausfanden, ist Emil mit dieser „Gruppenbefragung“ alles andere als einverstanden. So soll er es strikt verweigert haben, der Gruppe die Frage nach seiner Lieblingszahl zu beantworten. Seine Begründung: „Meine
Lieblingszahl ist ein Geheimnis, das nicht jeder wissen muss.“ Emils Lehrerin konnte ihn dann wohl mit Engelszungen noch dazu überreden, wenigstens ihr seine Geheimnisse anzuvertrauen, sodass Emil ihr letztendlich seine Lieblingszahl ins Ohr geflüstert hat. Trockener Kommentar der großen Schwester zu Emils Verhalten: „Ich hatte auch nie Lust, meine Geheimnisse mit den Lehrern zu teilen, deshalb war ich ja immer so still im Mündlichen.“ Ich hoffe allerdings, dass sich Emil diese Scheibe von seiner großen Schwester NICHT abschneidet ;-)
Hausaufgaben
So lange hatte Emil darauf gewartet, endlich eigene Hausaufgaben zu bekommen.In den letzten Monaten der Kindergartenzeit war er manchmal richtig neidisch auf seinen großen Bruder und bekam dann von mir Vorschulhefte mit kleinen Aufgaben gekauft, damit er sich mit an den Küchentisch setzen und auch etwas arbeiten konnte.
Ich war also richtig erleichtert, als Emil gleich am ersten Schultag mit Hausaufgaben nach Hause kam.
Leider war Emil aber alles andere als glücklich - iIm Gegenteil. Weinend saß er am Küchentisch und weigerte sich standhaft, die Hausaufgaben überhaupt nur auszupacken. Mit viel Überredungskunst gelang es mir dann, herauszufinden, was das Problem war.
Emils Hausaufgabe bestand darin, vorgezeichnete Schultüten farbig auszumalen. „Das sind keine Hausaufgaben, das ist Babykram“, maulte mein Sohn. Auch in der Schule habe man nur „Blabla“ gemacht, nicht eine einzige Zahl habe die Lehrerin an die Tafel geschrieben. Er wolle jetzt endlich das Rechnen und Lesen lernen.
Zum Glück konnte ich Emil beruhigen und gemeinsam haben wir die Schultüten dann doch noch ausgemalt. Und schon am nächsten Tag durfte er die ersten Zahlen in sein Heft malen. Jetzt macht die Schule wieder Spaß.
Ich war also richtig erleichtert, als Emil gleich am ersten Schultag mit Hausaufgaben nach Hause kam.
Leider war Emil aber alles andere als glücklich - iIm Gegenteil. Weinend saß er am Küchentisch und weigerte sich standhaft, die Hausaufgaben überhaupt nur auszupacken. Mit viel Überredungskunst gelang es mir dann, herauszufinden, was das Problem war.
Emils Hausaufgabe bestand darin, vorgezeichnete Schultüten farbig auszumalen. „Das sind keine Hausaufgaben, das ist Babykram“, maulte mein Sohn. Auch in der Schule habe man nur „Blabla“ gemacht, nicht eine einzige Zahl habe die Lehrerin an die Tafel geschrieben. Er wolle jetzt endlich das Rechnen und Lesen lernen.
Zum Glück konnte ich Emil beruhigen und gemeinsam haben wir die Schultüten dann doch noch ausgemalt. Und schon am nächsten Tag durfte er die ersten Zahlen in sein Heft malen. Jetzt macht die Schule wieder Spaß.
Erster Schultag
Am vergangenen Dienstag war es soweit. Emils großer Tag war da!Auf dem mit Kerzen und Luftballons dekorierten Frühstückstisch lag die große Schultüte und daneben vier winzige Geschwistertüten. Emil hat sich riesig über
seine Planetentüte gefreut und wollte sie auch partout nicht sofort auspacken, sondern bis nach der Einschulungsfeier warten.
Um 9.00 Uhr ging es dann zu unserer Kirche, in der ein Einschulungs-gottesdienst für die protestantischen Kinder stattfand. Da wir in einer sehr multikulturellen Gegend wohnen, waren nur wenige Schulkinder in diesem Gottesdienst. Eigentlich schade. Eine gemeinsame kurze Andacht für die Kinder aller Konfessionen und Religionen hätte mir sehr viel besser gefallen. Warum müssen gleich am ersten Schultag solche Gräben aufgetan werden?
Nach dem Gottesdienst ging es zur Turnhalle. Hier trafen sich dann endlich alle neuen Schulkinder mit den Eltern, Großeltern und vor allem den Lehrerinnen.
Viele Kinder kannten sich noch aus dem Kindergarten, da wurden begeistert Schulranzen und Schultüten verglichen und Ferienerlebnisse ausgetauscht. Es gab ein paar Vorführungen der älteren Kinder, eine kurze Ansprache der Direktorin und dann wurden auch schon die Klassen eingeteilt. In der Kirche war Emil noch sehr schüchtern und auch ängstlich und wollte am liebsten gar nicht von Papas Schoß runter. Aber als er seine neue sehr junge und wirklich sehr nette Lehrerin sah, war die Aufregung wie weggeblasen und stolz marschierte er dann mit den anderen Kindern aus der Turnhalle hinaus zu seiner Grund-schule. Unterwegs bekamen die Kinder noch schöne gelbe Schulanfänger-mützen auf den Kopf gesetzt und eine dicke Schulbrezel um den Hals gehängt.
Dann hieß es Abschied nehmen von den Mamas und Papas und die Kinder gingen mit ihren Lehrerinnen in ihre Klassenzimmer. Die erste Schulstunde hatte begonnen.
Für uns Eltern gab es in der Zwischenzeit Kaffee und Kuchen, der in unserer Schule traditionsgemäß immer von den zweiten Klassen gespendet wird.
Nach einer Dreiviertelstunde stürmte Emil mit den anderen Kindern wieder auf den Schulhof. In der Hand schwenkte er seinen Stundenplan und erzählte stolz,
dass er bereits Hausaufgaben auf hat.
Jetzt ist Emil endgültig ein richtiges Schulkind.
Weltraumforscher
Emil tritt in meine Fußstapfen. Ganz eindeutig.Zum Kindergartenabschluss hat er noch eben schnell ein Buch geschrieben und es mir geschenkt.Genau genommen hat Emil das Buch gebastelt, einzelne Seiten gefaltet und in bester Buchbindermanier gebunden, dann hat er den Text seiner Erzieherin diktiert und anschließend noch illustriert.
Hier ein kleiner Auszug aus Emils Frühwerk:
"Das ist ein Buch über das Weltall. Die Planeten: Uranus, Saturn, Venus, Erde, Mars, Pluto, Sonne, Mond. Wir wohnen auf der Erde. Es gibt viele verschiedene Planeten. Auf der Erde gibt es Tag und Nacht. Auf den anderen Planeten ist es dunkel. Da gibt es nur Nacht. Im Weltall gibt es Meteoriten. Auf der Erde gibt es viele Länder. Auf dem Mars gibt es einen Riss. Die Menschen können zum Mond und vielleicht auch auf andere Planeten fliegen.
Ich möchte auch gerne einmal zu einem anderen Planeten fliegen. Dazu nehme ich wichtige Sachen mit in mein Raumschiff: Ich brauche einen Raumanzug für frische Luft, eine Deutschlandfahne, Wasser, Astronautenessen, Seife, Zahnbürste, Handy, Helm und Spielzeug für Erwachsene. Das Handy brauche ich, wenn ich unterwegs eine Panne habe. So eine Reise kann viele hundert Jahre dauern."
Emils Tendenzen gehen ganz eindeutig zum Sachbuch. Nachdem die Wale ausgiebig erforscht wurden, sind jetzt die Planeten dran. Die Frage, welche Schultüte Emil zu seinem ersten Schultag bekommen soll, ist damit beantwortet. Es muss unbedingt eine mit Planeten sein, da sind sich alle Geschwister einig.
Das Bastelmaterial war schnell gekauft, denn erstens gab es keine „fertige“ Planetentüte und zweitens finden wir eine selbstgebastelte viel schöner.
Heimlich, sodass unser Schulkind es nicht merkt, haben wir gebastelt, ausgeschnitten und geklebt. Oskar, der kleine Bruder, erklärte Emil dann später, dass die Schultüte ein großes Geheimnis sei und dass niemand ihm verraten dürfe, dass die mit Planeten geschmückt ist. Und außerdem könne Emil die Schultüte auch gar nicht finden, weil wir sie nämlich im Kleiderschrank im Keller versteckt hätten. Tj, Emil hörte zum Glück gar nicht richtig hin und machte sich auch nicht auf die Suche, sodass die Schultüte morgen zum ersten Schultag für ihn auf jeden Fall eine Überraschung bleibt.
Einschulung Teil 1
Nein, Emil wurde noch nicht eingeschult.Wir haben noch eine gute Woche Sommerferien vor uns.
Trotzdem konnten wir am Wochenende schon ein wenig Schulluft schnuppern, allerdings in einem anderen Bundesland: In Niedersachsen gingen die großen Ferien zu Ende und so feierte Emils Kusine ihren ersten Schultag zusammen mit Eltern, Großeltern und Paten. Natürlich war Emil superneugierig, wie wohl Ranzen und Schultüte seiner Kusine aussehen würden. Rein vorsorglich haben wir ihn darauf vorbereitet, dass Mädchen oft einen ganz anderen Geschmack haben als Jungs, und wir rechneten selbst mit rosa Einhörnern oder Pferdchen.
Aber die Kusine hat die kritische Prüfung Emils bestens bestanden. Ein Ranzen im „Meer-Design“ und eine Schultüte mit großen Fischen darauf waren ganz nach seinem Geschmack. Nach Gottesdienst und kleiner Feier mit einigen Theatervorführungen der größeren Schulkinder ging es dann nach Hause in den sommerlich dekorierten Garten. Die Einschulung als großes Familienfest zu feiern, das war für uns eine ganz neue Erfahrung. Gottesdienst und Schulfeier haben wir hier zwar auch, aber danach findet dann in der Regel kein Fest im privaten Kreis mehr statt, maximal noch ein Kaffeetrinken mit den Großeltern. Der Grund liegt auf der Hand. Die Einschulung in Niedersachsen fand an einem Samstag statt, der erste Schultag war dann der gestrige Montag.
In Hessen finden die Einschulungen immer am zweiten Schultag statt, in der Regel also an einem Dienstag. Zumindest bei meinen bisherigen Schulkindern war das so und bei Emil wird das wieder so sein. An einem ganz normalen Dienstag müssen sich die meisten Väter (und viele Mütter natürlich auch) extra Urlaub nehmen, um ihre Schulkinder zu begleiten und nicht überall ist das so einfach möglich.
Die Samstags-Einschulung mit viel Zeit für alle hat mir gefallen. Schade, dass das in unserem Bundesland nicht genauso gehandhabt wird. Aber Emil freut sich trotzdem schon auf seinen großen Tag. Und ich muss mich jetzt dringend um den Inhalt für seinen Ranzen kümmern und vor allem um die Schultüte!
Trotzdem konnten wir am Wochenende schon ein wenig Schulluft schnuppern, allerdings in einem anderen Bundesland: In Niedersachsen gingen die großen Ferien zu Ende und so feierte Emils Kusine ihren ersten Schultag zusammen mit Eltern, Großeltern und Paten. Natürlich war Emil superneugierig, wie wohl Ranzen und Schultüte seiner Kusine aussehen würden. Rein vorsorglich haben wir ihn darauf vorbereitet, dass Mädchen oft einen ganz anderen Geschmack haben als Jungs, und wir rechneten selbst mit rosa Einhörnern oder Pferdchen.
Aber die Kusine hat die kritische Prüfung Emils bestens bestanden. Ein Ranzen im „Meer-Design“ und eine Schultüte mit großen Fischen darauf waren ganz nach seinem Geschmack. Nach Gottesdienst und kleiner Feier mit einigen Theatervorführungen der größeren Schulkinder ging es dann nach Hause in den sommerlich dekorierten Garten. Die Einschulung als großes Familienfest zu feiern, das war für uns eine ganz neue Erfahrung. Gottesdienst und Schulfeier haben wir hier zwar auch, aber danach findet dann in der Regel kein Fest im privaten Kreis mehr statt, maximal noch ein Kaffeetrinken mit den Großeltern. Der Grund liegt auf der Hand. Die Einschulung in Niedersachsen fand an einem Samstag statt, der erste Schultag war dann der gestrige Montag.
In Hessen finden die Einschulungen immer am zweiten Schultag statt, in der Regel also an einem Dienstag. Zumindest bei meinen bisherigen Schulkindern war das so und bei Emil wird das wieder so sein. An einem ganz normalen Dienstag müssen sich die meisten Väter (und viele Mütter natürlich auch) extra Urlaub nehmen, um ihre Schulkinder zu begleiten und nicht überall ist das so einfach möglich.
Die Samstags-Einschulung mit viel Zeit für alle hat mir gefallen. Schade, dass das in unserem Bundesland nicht genauso gehandhabt wird. Aber Emil freut sich trotzdem schon auf seinen großen Tag. Und ich muss mich jetzt dringend um den Inhalt für seinen Ranzen kümmern und vor allem um die Schultüte!
Hausaufgaben
Von den Schulkindern in unserer Familie gehasst, von Emil heiß herbeigesehnt: Hausaufgaben.
Der große Bruder will in den Sommerferien seine Lateinrückstände aufarbeiten, die Klasse unseres Achtjährigen wurde von der Lehrerin mit Ferienarbeitsblättern ausgerüstet, damit nicht der komplette Stoff in den ersten Schulwochen nach den Sommerferien wiederholt werden muss.
Während Paul maulend über seinen Arbeitsblättern hängt, sitzt Emil neidisch daneben und wünscht sich nichts sehnlicher als endlich Hausaufgaben machen zu dürfen.
Als hätte die Grundschule das geahnt, flattert uns mitten in den Ferien ein Brief ins Haus. Für die Eltern befindet sich in dem Umschlag die lange Liste der Dinge, die für den Schulstart noch besorgt werden müssen und für Emil findet sich darin tatsächlich ein Hausaufgabenblatt. Die Freude ist riesig!
Auf dem Din A4 großen Blatt befindet sich ein noch leerer Steckbrief, mit Fragen zum Beantworten und Platz für Fotos und eigene Zeichnungen.
Bis zum ersten Schultag soll Emil dieses Blatt ausgefüllt und ausgemalt haben. Außerdem befinden sich unter dem Steckbrief sechs kleine Sonnen, für jede Woche der Sommerferien eine.
Emils zukünftige Lehrerin weiß offensichtlich, wie lang die Sommerferien sein können, wenn man sich auf den ersten Schultag freut und deshalb schlägt sie in ihrem Brief vor, Emil könne nach jeder Woche Sommerferien eine der Sonnen ausmalen, um zu sehen, wie lange es bis zu seinem großen Tag noch dauert.
Mit Feuereifer ist Emil bei der Sache. Er trägt – die Zunge zwischen die Lippen geklemmt – sein Alter und seinen Namen ein, beantwortet die Frage nach seiner Lieblingszahl und seiner Lieblingsfarbe. Er klebt ein kleines Foto von sich in das dafür vorgesehene Feld und malt seine Familie und seine Hobbys. Und heute darf er schon die vierte Sonne ausmalen, dem Regen vor unsere Haustür zum Trotz. Lange dauert es jetzt nicht mehr, bis er seinen Schulranzen packen und losziehen darf. Und dann endlich richtige Hausaufgaben bekommt.
Der große Bruder will in den Sommerferien seine Lateinrückstände aufarbeiten, die Klasse unseres Achtjährigen wurde von der Lehrerin mit Ferienarbeitsblättern ausgerüstet, damit nicht der komplette Stoff in den ersten Schulwochen nach den Sommerferien wiederholt werden muss.
Während Paul maulend über seinen Arbeitsblättern hängt, sitzt Emil neidisch daneben und wünscht sich nichts sehnlicher als endlich Hausaufgaben machen zu dürfen.
Als hätte die Grundschule das geahnt, flattert uns mitten in den Ferien ein Brief ins Haus. Für die Eltern befindet sich in dem Umschlag die lange Liste der Dinge, die für den Schulstart noch besorgt werden müssen und für Emil findet sich darin tatsächlich ein Hausaufgabenblatt. Die Freude ist riesig!
Auf dem Din A4 großen Blatt befindet sich ein noch leerer Steckbrief, mit Fragen zum Beantworten und Platz für Fotos und eigene Zeichnungen.
Bis zum ersten Schultag soll Emil dieses Blatt ausgefüllt und ausgemalt haben. Außerdem befinden sich unter dem Steckbrief sechs kleine Sonnen, für jede Woche der Sommerferien eine.
Emils zukünftige Lehrerin weiß offensichtlich, wie lang die Sommerferien sein können, wenn man sich auf den ersten Schultag freut und deshalb schlägt sie in ihrem Brief vor, Emil könne nach jeder Woche Sommerferien eine der Sonnen ausmalen, um zu sehen, wie lange es bis zu seinem großen Tag noch dauert.
Mit Feuereifer ist Emil bei der Sache. Er trägt – die Zunge zwischen die Lippen geklemmt – sein Alter und seinen Namen ein, beantwortet die Frage nach seiner Lieblingszahl und seiner Lieblingsfarbe. Er klebt ein kleines Foto von sich in das dafür vorgesehene Feld und malt seine Familie und seine Hobbys. Und heute darf er schon die vierte Sonne ausmalen, dem Regen vor unsere Haustür zum Trotz. Lange dauert es jetzt nicht mehr, bis er seinen Schulranzen packen und losziehen darf. Und dann endlich richtige Hausaufgaben bekommt.
Ferienspiele
Wir stecken ja zurzeit mitten in den Sommerferien und die bringen für Emil noch einige Veränderungen mit sich, die uns vorher noch gar nicht so bewusst waren.Ab sofort muss Emil eine Fahrkarte kaufen, wenn er Bus fahren will, ab sofort ist Emil kein Kindergartenkind mehr und ab sofort darf er in den Sommerferien, so wie seine älteren Geschwister vor ihm, an den Ferienspielen in unserer Stadt teilnehmen.
Ferienspiele sind aufregend. Sie finden in einem großen Wald- und Parkgelände statt, die Kinder werden dort in kleinen Gruppen zwei Wochen lang betreut, es gibt Frühstück, Mittagessen, jede Menge Spiele, Ausflüge, Abenteuer und mit Sicherheit ganz viel Spaß!
Am spannendsten für Emil (und auch für den Papa) ist aber die Busfahrt zu den Ferienspielen. Für Emil ist es spannend, weil er zum ersten Mal alleine mit einem öffentlichen Bus durch die Stadt fahren darf, am Busbahnhof sogar umsteigen muss und dann weiter zum Ferienspielpark fährt. Ziemlich stolz hängt er sich jeden Morgen sein Buskärtchen um den Hals und lässt sich von mir oder Papa zur Haltestelle bringen. Beruhigend für die Eltern ist, dass der große Bruder (8) auch mitfährt und dass an der Bushaltestelle noch einige Kinder stehen, die die gleiche Strecke zurücklegen. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl, wenn der kleine Kerl ganz alleine in den großen Bus steigt. Wird das Umsteigen klappen? Wird Emil auch am Busbahnhof in den richtigen Bus steigen? Wird die Heimfahrt reibungslos verlaufen? Besonders der Papa schaut am Nachmittag wieder und wieder auf die Uhr und rechnet nach, wann die Kinder ungefähr wieder zu Hause aufschlagen müssten.
Pünktlich um 17.00 klingelt es und zwei komplett dreckige, leicht regennasse und strahlende Kinder stehen vor der Tür. Die Ferienspiele waren toll und die Busfahrt noch viel toller. Traditionsgemäß – das war wirklich schon zur Ferienspielzeit der großen Schwester (19) so – brüllen die Ferienspielkinder am großen Kreisel außerhalb der Stadt im Chor: „Ehrenrunde! Ehrenrunde!“ und die meist gutmütigen Busfahrer drehen diese Ehrenrunde um den Kreisel ohne Rücksicht auf Fahrplan und andere Fahrgäste, bevor sie die nächste Haltestelle anfahren.
Unser Papa ist riesig stolz auf seine Jungs, dass sie auch dieses Abenteuer alleine bewältigt haben und Emil ist dadurch noch mal ein ganzes Stück „gewachsen“. Und morgen geht es wieder mit dem Bus zu Abenteuer, Lagerfeuer und Ehrenrunde!
Typisch Sonntag
Mit fünf Kindern kann man bald ein Buch darüber schreiben: Über die Krankheiten, die sich immer am Samstagabend einschleichen, wenn alle Kinderärzte im wohlverdienten Wochenende sind; über die kleineren und größeren Unfälle, die mit Regelmäßigkeit IMMER am Sonntag stattfinden, wenn man eigentlich gerade das Wochenende ausklingen lassen möchte, dann aber statt dessen stundenlang mit einem Kind in der Notfallambulanz sitzen muss.
Mit unseren Jungs wurden diese Besuche inzwischen so zur Regelmäßigkeit, dass uns spaßeshalber in der Ambulanz schon 10er-Kärtchen angeboten worden sind.
Ich bin übrigens jedes Mal wieder sehr dankbar dafür, dass es diese Ärzte und ihre Helfer gibt, die auch am Wochenende und auch mitten in der Nacht Dienst schieben. Da nehmen wir auch die Wartezeiten gerne in Kauf.
Am Sonntag nun war es wieder so weit. Die Familie war schwimmen, Emil tauchte und vergaß beim Auftauchen, dass über dem Nichtschwimmerbecken ein breites gebogenes Edelstahlrohr für eine kräftige Massagedusche sorgt, wenn es angeschaltet ist. Er schoss aus dem Wasser und prallte mit dem Gesicht gegen das Rohr. Ergebnis: Eine schöne Platzwunde direkt neben dem Auge.
Statt zu uns zu laufen, blieb Emil im Wasser, sodass wir das Ergebnis erst einige Zeit später entsetzt sahen. Auf die Frage, warum er denn mit dieser doch recht tiefen Wunde nicht gleich zu uns gekommen sei, bekamen wir zur Antwort, der Paul (sein achtjähriger Bruder) habe gesagt: „Schwimm einfach weiter hin und her, dann sieht man das Blut nicht so.“
Tja. Und das hat das Kind dann gemacht.
Natürlich war wieder einmal ein Besuch in „unserer“ Notaufnahme fällig. Die Wunde wurde geklebt und jetzt ziert ein hübsches kleines Klammerpflaster die Stelle neben dem Auge. Zum Glück ist auch dieser Unfall noch einmal glimpflich abgelaufen. Und auch Emils größte Sorge konnten wir ihm nehmen:
Bis zur Einschulung ist längst alles verheilt.
Mit unseren Jungs wurden diese Besuche inzwischen so zur Regelmäßigkeit, dass uns spaßeshalber in der Ambulanz schon 10er-Kärtchen angeboten worden sind.
Ich bin übrigens jedes Mal wieder sehr dankbar dafür, dass es diese Ärzte und ihre Helfer gibt, die auch am Wochenende und auch mitten in der Nacht Dienst schieben. Da nehmen wir auch die Wartezeiten gerne in Kauf.
Am Sonntag nun war es wieder so weit. Die Familie war schwimmen, Emil tauchte und vergaß beim Auftauchen, dass über dem Nichtschwimmerbecken ein breites gebogenes Edelstahlrohr für eine kräftige Massagedusche sorgt, wenn es angeschaltet ist. Er schoss aus dem Wasser und prallte mit dem Gesicht gegen das Rohr. Ergebnis: Eine schöne Platzwunde direkt neben dem Auge.
Statt zu uns zu laufen, blieb Emil im Wasser, sodass wir das Ergebnis erst einige Zeit später entsetzt sahen. Auf die Frage, warum er denn mit dieser doch recht tiefen Wunde nicht gleich zu uns gekommen sei, bekamen wir zur Antwort, der Paul (sein achtjähriger Bruder) habe gesagt: „Schwimm einfach weiter hin und her, dann sieht man das Blut nicht so.“
Tja. Und das hat das Kind dann gemacht.
Natürlich war wieder einmal ein Besuch in „unserer“ Notaufnahme fällig. Die Wunde wurde geklebt und jetzt ziert ein hübsches kleines Klammerpflaster die Stelle neben dem Auge. Zum Glück ist auch dieser Unfall noch einmal glimpflich abgelaufen. Und auch Emils größte Sorge konnten wir ihm nehmen:
Bis zur Einschulung ist längst alles verheilt.
Schularzt
Ich weiß gar nicht, ob das überall noch so üblich ist. Bei uns müssen die Vorschulkinder irgendwann im Rahmen ihrer Schulanmeldung auch zur schulärztlichen Untersuchung. Auf mich wirkt das Ganze immer ein wenig vorsintflutlich, einfach weil die Kinder ja auch alle die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt durchlaufen und eigentlich jedes Wehwehchen seit der Geburt katalogisiert worden ist.Trotzdem kommt auch Emil um diesen Termin nicht herum und so stehen wir dann eines Vormittags mit dem gelben U-Heft, Impfausweis und in Turnsachen in der Aula unserer Grundschule. Emil ist mächtig gespannt, was da alles von ihm verlangt wird, aber viel ist es – zu seiner Enttäuschung – eigentlich nicht.
Die (sehr nette) Ärztin blättert die Unterlagen durch und stellt dann ein paar Fragen zu Emils Entwicklung, dann darf Emil zeigen, dass er ein paar Zahlen und Farben kennt und auf einem Bein hüpfen kann. Er wird noch vermessen und gewogen, dann soll er sich eigentlich schon wieder anziehen. Eigentlich.
Aber Emil erscheint das dann doch zu wenig. Wie bitte will die Ärztin so erkennen, was für ein sportlicher, drahtiger Typ er ist.
Mit einem „ich kann aber noch mehr“ wirft er sich deshalb auf den Boden und führt der erstaunten Ärztin einige formvollendete Liegestütze vor. Dann springt er auf und demonstriert seine Muskeln, in dem er ihr die Ärmchen hinhält und sie versuchsweise anspannt. Die Ärztin gibt sich sehr beeindruckt und versichert ihm, dass er auf jeden Fall in die Schule kommen kann.
Auf dem Heimweg ist Emil sehr beruhigt: „Gut, dass ich ihr das noch gezeigt habe. Sonst hätte das am Ende nicht geklappt!“
Urlaub ohne Ferien
Spätestens mit der Einschulung geht ein Stückchen Freiheit verloren, das man vorher gar nicht so wirklich zu schätzen wusste. Die Freiheit nämlich, mit den Kindern immer und zu jeder Zeit wegfahren zu können, Urlaube außerhalb der (oft überteuerten) Saison zu buchen oder einfach mal spontan ein verlängertes Wochenende einzulegen.Natürlich sind wir mit unserer Großfamilie jetzt schon seit Jahren urlaubstechnisch auf die Schulferien fixiert.
Trotzdem will ich mir mit Emil vor dem ersten Schultag noch ein paar Tage frei von solchen Einschränkungen gönnen. Lange würden wir nicht wegfahren, aber vier oder fünf Tage sollten zu Hause auch einmal ohne mich funktionieren und so buche ich ein schönes Doppelzimmer auf meiner Lieblingsinsel Sylt, kaufe eine Bahnkarte und packe die Koffer.
Emil ist begeistert. Alleine die Aussicht mehrere Stunden mit dem ICE fahren zu dürfen, lässt ihn vor Vorfreude schon kaum noch schlafen. Als er dann von dem netten Zugbegleiter im ICE eine eigene Kinderkarte ausgestellt bekommt, ist sein Glück schon fast perfekt.
Auf Sylt genießt er es sichtlich, mich einmal ganz alleine zu haben. Wir planschen im Meer, suchen Muscheln, fahren mit dem Schiff zu den Seehundbänken, mieten uns ein Tandem und radeln über die Insel, essen Crêpes im Strandkorb, besichtigen das Aquarium und toben durchs Wellenbad. Schön ist das. Und wenn wir an die Daheimgebliebenen denken, die ja weiter zu Kindergarten und Schule oder ins Büro gehen müssen, empfinden wir unseren Kurzurlaub zu zweit wirklich wie ein Stück geschenkte Zeit. Aber der Abschied von der Insel fällt uns trotzdem nicht schwer, weil der ganze Sommer ja noch vor uns liegt. Und mit ihm die Sommerferien und die Vorfreude auf den ersten Schultag.
Chinesisch oder Türkisch?
Welche Stationen ein Kind vor seiner Einschulung durchlaufen muss, ist sicher von Schule zu Schule unterschiedlich. Zwei Stationen werden aber überall dazu gehören: Das Einschulungsgespräch und die amtsärztliche Untersuchung.
Es war endlich so weit. Zusammen mit Emil sollte ich um 10.00 Uhr im Schulsekretariat erscheinen und ihn offiziell anmelden. Emil war mächtig aufgeregt, sollte es doch endlich Ernst werden und er zum ersten Mal seine zukünftige Schule von innen sehen.
Schon im Warteraum war er ganz zappelig und fragte mich Löcher in den Bauch. Als wir dann endlich an der Reihe waren, spazierte Emil in das Zimmer, ging direkt auf die Direktorin der Schule zu und fragte: „Kann man hier auch Chinesisch lernen?“ Die Dame wirkte etwas belustigt und wollte wissen, ob er nicht lieber erstmal Rechnen, Lesen und Schreiben lernen möchte. Da erklärte Emil ihr, dass es heute viel wichtiger sei, Chinesisch zu lernen. Das sind die Momente, in denen mir als Mutter bewusst wird, dass die Kinder von den Erwachsenengesprächen bereits viel mehr verstehen und mitbekommen, als uns manchmal lieb ist.
Die Direktorin erklärte Emil dann, dass man Chinesisch erst lernen könne, wenn man auf einer höheren Schule sei, dass in seiner Grundschule aber später Englisch und sogar Türkisch angeboten werde. Dass Türkisch nur für die türkischen Kinder unterrichtet wird, ließ sie dabei netterweise außen vor, um meinen Sohn nicht restlos zu frustrieren. „Türkisch kann ich schon!“, platzte es aus Emil heraus und er belegte diese Behauptung gleich mit einem Schwall türkischer Schimpfwörter. Tja – das sind die durchaus fruchtbaren Ergebnisse eines multikulturellen Kindergartens. Und ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass ich nicht so genau verstand, was mein Sohn da eigentlich zu seiner Gesprächspartnerin sagte. Die schmunzelte nur und meinte, es sei ja wirklich allerhöchste Zeit, dass Emil in die Schule komme. Und Emil war sehr enttäuscht, dass er nicht gleich da bleiben durfte.
Es war endlich so weit. Zusammen mit Emil sollte ich um 10.00 Uhr im Schulsekretariat erscheinen und ihn offiziell anmelden. Emil war mächtig aufgeregt, sollte es doch endlich Ernst werden und er zum ersten Mal seine zukünftige Schule von innen sehen.
Schon im Warteraum war er ganz zappelig und fragte mich Löcher in den Bauch. Als wir dann endlich an der Reihe waren, spazierte Emil in das Zimmer, ging direkt auf die Direktorin der Schule zu und fragte: „Kann man hier auch Chinesisch lernen?“ Die Dame wirkte etwas belustigt und wollte wissen, ob er nicht lieber erstmal Rechnen, Lesen und Schreiben lernen möchte. Da erklärte Emil ihr, dass es heute viel wichtiger sei, Chinesisch zu lernen. Das sind die Momente, in denen mir als Mutter bewusst wird, dass die Kinder von den Erwachsenengesprächen bereits viel mehr verstehen und mitbekommen, als uns manchmal lieb ist.
Die Direktorin erklärte Emil dann, dass man Chinesisch erst lernen könne, wenn man auf einer höheren Schule sei, dass in seiner Grundschule aber später Englisch und sogar Türkisch angeboten werde. Dass Türkisch nur für die türkischen Kinder unterrichtet wird, ließ sie dabei netterweise außen vor, um meinen Sohn nicht restlos zu frustrieren. „Türkisch kann ich schon!“, platzte es aus Emil heraus und er belegte diese Behauptung gleich mit einem Schwall türkischer Schimpfwörter. Tja – das sind die durchaus fruchtbaren Ergebnisse eines multikulturellen Kindergartens. Und ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass ich nicht so genau verstand, was mein Sohn da eigentlich zu seiner Gesprächspartnerin sagte. Die schmunzelte nur und meinte, es sei ja wirklich allerhöchste Zeit, dass Emil in die Schule komme. Und Emil war sehr enttäuscht, dass er nicht gleich da bleiben durfte.
Qual der Wa(h)l
Endlich. Der sechste Geburtstag steht vor der Tür und bei uns ist es schon Tradition: Zum sechsten Geburtstag gibt es den begehrten Schulranzen.Ein wenig wehmütig denke ich an meinen eigenen Ranzen zurück. Braun war er, klein, kompakt und aus Leder. Er hat mich durch die komplette Grundschulzeit begleitet, erst auf dem Gymnasium gab es einen neuen Ranzen, bis der dann irgendwann von dem obligatorischen Rucksack abgelöst wurde. Zum Studium habe ich den alten Lederranzen wieder ausgegraben und ihn stolz mit in die Uni geschleppt.
So „gesund“ und „praktisch“ die heutigen Ranzen auch sein mögen, ein solches Schicksal ist ihnen wohl nicht mehr beschieden. Dazu sind sie viel zu bunt, viel zu sehr auf bestimmte (kindliche) Themen festgelegt. Was schade ist, denn von meinen anderen Schulkindern weiß ich, dass sie spätestens ab der dritten Klasse ihre Ranzen langweilig und viel zu kitschig fanden.
Trotzdem darf natürlich auch Emil sich seinen ersten Schulranzen selbst aussuchen, schließlich soll er sich ja auf die Schule freuen. Thematisch ist das gar nicht so einfach. Emil steht nicht auf Rennautos, Ritter oder Piraten und ist auch aus der Dinophase schon lange rausgewachsen. Planeten – die würden ihm gefallen. Es gibt zwar ein Design mit Raumschiffen, aber einfach nur Sonnensysteme und Planeten gibt es leider nicht. Doch dann werden wir doch noch fündig, zwar nicht bei der Marke, die fast alle kaufen, aber unter den obigen Gesichtspunkten finde ich es gar nicht so schlimm, wenn der erste Ranzen ein bisschen günstiger ausfällt. Wale sind Emils zweite große Leidenschaft nach dem Weltraum und wir finden einen wirklich schönen Ranzen mit großen und kleinen Walen und mit viel Platz für alle Bücher und Hefte. Der sechste Geburtstag ist somit gerettet und den ersten Schultag kann Emil jetzt kaum noch erwarten.
Hallo
Mein Name ist Jutta Wilke, ich bin 47 Jahre alt und lebe inmitten einer wunderbar chaotischen Großfamilie.Ursprünglich habe ich einmal Jura studiert und auch 12 Jahre lang als Rechtsanwältin gearbeitet, aber nach der Geburt meines vierten Kindes habe ich die Robe endgültig an den Nagel gehängt. Inzwischen arbeite ich als freie Autorin für verschiedene Magazine und schreibe Kinder- und Jugendbücher.
In diesem Blog geht es aber nicht um meine Schreiberei, sondern um ein Thema, von dem manche meinen, dass es mich doch inzwischen völlig kalt lassen müsste: Die Einschulung.
Aber so ist das nicht. Auch als Mutter von inzwischen fünf Kindern im Alter von 19, 15, 8, 6 und 4 Jahren ist die bevorstehende Einschulung immer wieder ein ganz besonderes Ereignis.
In diesem Jahr ist es unser sechsjähriger Emil, der die Kindergartenzeit hinter sich lassen will und sich riesig auf die Schule freut. Diese Vorfreude ist für ein Kind, das bereits drei Schulkinder als Geschwister hat, sicher nicht selbstverständlich. Schließlich hat Emil bei seinen älteren Geschwistern auch schon jede Menge „Schulstress“ und „Schulfrust“ miterlebt. Trotzdem kann er es nicht abwarten, endlich auch seinen Ranzen packen und jeden Morgen zur Schule gehen zu dürfen.
Und obwohl es für mich bereits die vierte Einschulung ist, bin ich genauso vorfreudig erregt wie unser kleiner Schulanfänger auch.
Aber bevor es mit der Schule richtig losgeht, ist ja noch einiges zu erledigen: Die Vorschule im Kindergarten, die Schulanmeldung, der Kauf des Schulranzens, die Schnuppertage in der Grundschule und – ganz wichtig – das Besorgen der allerschönsten Schultüte!
Emils Weg zum ersten Schultag ist genauso spannend wie bei seinen großen Geschwistern auch. Ich freue mich darauf, wenn Sie uns auf diesem Weg ein Stück weit begleiten.
Ihre
Jutta Wilke
