Schulkind (Elke)

Start geschafft

Ich kann es kaum glauben – es ist Zeit Abschied zu nehmen - hier im Blog. Unser Max ist jetzt tatsächlich schon über ein halbes Jahr in der Schule und es hat sich mittlerweile eine gewisse Routine eingespielt. Unser Sohn hat sich gut in der Schule eingewöhnt, mag seinen Lehrer sehr gerne, hat alte Freunde behalten und ein paar neue hinzugewonnen. Mittlerweile liest er schon so gut, dass er mir abends oft etwas vorliest. (Ich habe ja die Hoffnung, dass der große Bruder bei der kleinen ISchwester in Zukunft gelegentlich den Vorlesejob übernehmen kann!). Der Zahlenraum bis 20 ist kein Problem und eigene Geschichten schreibt er auch schon. Also alles in allem sind wir sehr zufrieden und stolz auf unseren Max – das hat er bis hierhin wirklich gut gemeistert.
Rückblickend würden wir uns was den Einschulungzeitpunkt angeht auch wieder so entscheiden – da sind mein Mann und ich uns einig. Max ist Oktoberkind und hätte bereits ein Jahr vorher eingeschult werden können. Wir hatten uns aber dagegen entschieden und so wurde er eben erst kurz vor seinem siebten Geburtstag zum Schulkind. Unserer Meinung nach, hatte er dadurch ein Jahr länger „Kindsein dürfen“ gewonnen und konnte so noch viele Freiheiten genießen. Angefangen von den Schlafenszeiten – vor allem im Sommer – bis hin zu unserer Urlaubsplanung oder auch mal ganz spontan einen Ausflug unter der Woche unternehmen.
Wir wissen auch – das ist jetzt erst der Anfang einer vielleicht langen Schullaufbahn und es erwarten uns sicher noch viele Herausforderungen – aber wir freuen uns jetzt erst einmal über Max' guten Start.
Die nächste Aufregung steht uns im nächsten Jahr dann wieder von ganz anderer Seite bevor: Unsere kleine Annika kommt in den Kindergarten! Was sie natürlich kaum erwarten kann und mich schon wieder ganz wehmütig werden lässt, wenn ich daran denke!



Das erste Zeugnis

Endlich ist es soweit: Heute gibt es Zeugnisse – Max' erstes Zeugnis. Voller Spannung wird es vor allem von Max erwartet. Insgeheim muss ich schmunzeln und frage mich, wie lange das wohl so bleibt. Denn Frank und ich können uns dunkel daran erinnern, dass das bei uns selbst nicht immer so war. Aber, das allererste Zeugnis im Leben eines Kindes ist natürlich etwas Besonderes. Am Nachmittag werden dann auch die Großeltern erwartet, um diesen denkwürdigen Tag gebührend zu würdigen. Als ich es nach der Schule dann zu lesen bekommen, muss ich  feststellen: Neuigkeiten erfährt man darin nicht,
vor allem wenn man mit dem Klassenlehrer schon das ein oder andere Gespräch geführt hat. Denn da hatte man ja schon viel über Stärken, Schwächen, Schwierigkeiten, positiven Eigenschaften usw. des Kindes gesprochen. Außerdem ist Max unser erstes Kind in der Schule und da will man ja auch immer auf dem Laufenden sein. Ich gebe zu, manchmal sehr zum Leidwesen von Max. 
Zuerst einmal habe ich das Zeugnis Max vorgelesen, denn für einen Erstklässler sind 1 ½ DinA4 Seiten nicht wirklich leicht zu lesen und vor allem zu verstehen. Klar möchte unser Sohn zunächst mal selbst wissen, was so über ihn geschrieben wurde, ehe es dann in der Familie herumgereicht wird. Nachdem er
den Inhalt nun kennt, ist unser Sohn stolz und glücklich über sein erstes, tolles Zeugnis und wir natürlich mit ihm!
Obwohl, so ganz zufrieden ist Max nicht, eigentlich ist er schon ziemlich enttäuscht, dass es in seinem Zeugnis keine Noten gibt und er somit auch kein Geld oder Geschenke (das kennt er von seinen älteren Freunden und Cousins) für die Note 1 oder 2 abkassieren kann.


Gute Freunde

An meinem arbeitsfreien Tag „langweile“ ich mich oftmals, deshalb ermuntere ich meinen Sohn Max, an solchen Tagen einen Freund mit nach Hause zu bringen. Letzte Woche mittwochs war es wieder soweit: ca. eine Stunde, nachdem der Unterricht beendet war, kamen Max und sein Freund Philipp doch tatsächlich zuhause bei mir an. Ich war froh, dass unsere Annika noch friedlich schlafend im Bett lag, so konnte ich mich ganz den beiden Jungs widmen. Die beiden sollten sich noch 10 Minuten ruhig – so ruhig wie eben möglich – im Wohnzimmer beschäftigen, bis ich das Mittagessen fertig hatte. Ein paar Minuten später hörte ich schon einen Aufschrei von beiden. Ich rannte sofort zu den Jungs: Beide saßen kreidebleich am Boden  - jeder das Ende des Filzseiles, mit dem sie wohl bis kurz vorher noch Seilziehen gespielt hatten, vor sich am Boden liegend. Und da sah ich es schon: Aus Max Mund tropfte das Blut!!!! Im ersten Moment war ich schon etwas erschrocken – genauso wie die Kinder. Dann bat ich Max den Mund zu öffnen und da fiel auch schon ein Zahn raus. Es gab allerdings zwei blutende Stellen: die jetzige Zahnlücke und ein anderer Zahn wackelte auch sehr stark während es noch nachblutete. Ich konnte nun auch nachvollziehen, was passiert war:Ddas Seilziehen veranstalteten die Jungs mit dem Mund! Was bei Wackelzahnkindern dann ja durchaus einmal zu dem ein oder anderen Zahnverlust führen kann! Nach den ersten Schrecksekunden fanden die zwei Freunde das alles auch gar nicht mehr so schlimm – im Gegenteil: ich hatte sogar das Gefühl, sie waren ein bisschen stolz darauf. Philipp meinte dann auch zu mir: „Naja, wir sind eben wirklich richtig gute Kumpels – jetzt kommt zu Max wenigstens mal wieder die Zahnfee!“


Die Wahl

Vor ein paar Tagen holte ich Max gemeinsam mit seinem Freund und Klassenkameraden von der Schule ab. Mit stolzgeschwellter Brust kam er mir entgegen und verkündete: „Ich bin Klassensprecher!“ Ich war ganz erstaunt und erkundigte mich bei den beiden, wie dieser denn gewählt wurde. Die Jungs konnten mir die Wahl ganz genau erklären: Es gab zwei Wahlgänge und diese liefen vollkommen demokratisch und geheim ab. Das Ergebnis war dann eben, dass Max am Ende die meisten Stimmen hatte. Darauf war er jetzt auch mächtig stolz und sein Freund erkannte das auch neidlos an und freute sich mit ihm. Als wir unsere Kinder abends ins Bett brachten, meinte Max zu uns, dass er schon ganz gespannt auf morgen wäre: Was er da wohl alles für Aufgaben hätte an seinem ersten Tag als Klassensprecher. Er konnte den nächsten Morgen kaum erwarten. Nachmittags kam er dann etwas enttäuscht nach Hause, da ihm heute keine einzige Aufgabe in seiner neuen Funktion zuteil wurde. So geht das jetzt schon seit einer Woche: Jeden Abend löchert uns Max und möchte von uns wissen, was er denn nun zu tun hätte. Da unsere Erklärungsversuche über die Funktion des Klassensprechers unserem Sohn scheinbar nicht genügen, haben wir ihm nun geraten, sich doch mal an seinen Lehrer zu wenden. Wir sind alle schon sehr gespannt, auf dessen Erklärung und hoffen, dass unser Max sich dann mal wieder anderen Gesprächsthemen widmet!


Ganz andere Seiten

Max war glücklich. Die dummen Erkältungen waren vorbei und in der Schule läuft auch alles bestens. Keine Streitereien oder Machtkämpfe mit Mama - ein rundum perfekter Mutter-Sohn - Tag.  Max durfte noch ein wenig mit seinen Freunden spielen, danach ging er freiwillig ins Haus. „Mama, Du musst doch auch noch was arbeiten, oder? Ich will was aufschreiben, o.k., Du darfst mich aber nicht stören.“ - „Aber Max, Du hast doch die Hausaufgaben schon gemacht, oder hast Du etwas vergessen?“, fragte ich ihn. „Nein, ich will nur noch schnell was schreiben.“  Ich wunderte mich ein wenig, aber welche Mutter würde in dieser Situation „nein“ sagen. Max holte seinen Schulranzen, setzte sich an unseren Küchentisch und bereitete alles vor. Ich ging in mein Büro und arbeitete weiter. Nach über einen halben Stunde kam Max zu mir herein und strahlte über das ganze Gesicht. „Hier Mama ich habe eine tolle Geschichte geschrieben, bitte lese sie mal ganz laut vor“ bat er mich.

Di Zauber Blume

Es war Montak Tom seine Schunle war aus heute hate Tom seine Mama Geborztak Tom kaufte eineblume : fur seine Mama Tom ging nach Hause da gab Tom di Blume di Mama früte sich am neksten Tak hadti Blume eine antre Fabe das war di Geschichte fon der Zauber Blume

Ich muss schon zugeben, ich war erst mal ziemlich baff. Mein kleiner Max, der normalerweise keinen Buchstaben zuviel bei seinen Hausaufgaben schreibt, macht sich einfach mal so nebenbei solch eine Mühe. Was ihn dazu veranlasst hat, werde ich wahrscheinlich nie erfahren, ist aber auch egal, Hauptsache er macht weiter so.


Man muss ja auch nicht jeden Tag fernsehen …

Max ist wieder gesund, die Schule läuft bisher super, Hausaufgaben werden mehr oder weniger freiwillig erledigt. Soweit die guten Nachrichten. Meine Schwiegermutter  hat mir einmal erzählt, dass die Lebensjahre sechs bis sieben meines Mannes ihre schwierigste Zeit mit Frank war: rotzfrech, superschlau, diskussionsfreudig und permanent auf der Suche nach der Grenze. Letzte Woche hat mein Sohn diese Grenze gefunden. Den ganzen Tag schon schlecht gelaunt, nörgeln und nicht hören. Ein wirklich toller Tag mit Max. Es war in der Zwischenzeit schon 16.00 Uhr, die Hausaufgaben immer noch nicht erledigt und Max will sofort und unbedingt mit seiner besten Freundin spielen. Dies wäre auch kein Problem, wenn die Hausaufgaben vorher brav erledigt worden wären. Doch anstatt mit mir normal zu reden, hat es Max wieder einmal vorgezogen auf Durchzug zu schalten und mich einfach nicht zu beachten.
„Ich will jetzt zur Jule“
„Nein, erst wenn die Hausaufgaben erledigt sind.“
"Ich will jetzt sofort zur Jule."
“Nein“.
"Dann geh ich eben einfach."
"Nein. Max, wenn Du jetzt gehst, schaust du die komplette Woche keine Kinderstunde im Fernsehen."
Mit einem „Mir egal“ verließ Max unser Haus, um im Nachbarhaus mit seiner besten Freundin zu spielen. Ich dachte, ich höre nicht recht, als die Tür ins Schloss fiel. So, nun war ich gefordert. Wenn ich jetzt nicht handeln würde, hab' ich diesen „Kampf“ verloren. Kleines Kind auf dem Arm, rüber zur Nachbarin und mit einem heulenden, wütenden Siebenjährigen wieder nach Hause. Als Frank abends nach Hause kam, saß Max völlig cool über seinen Hausaufgaben. Auf die Frage, ob es heute etwas Besonderes gab, antwortete er nur lässig: „Nee, eigentlich nicht und man muss ja auch nicht unbedingt jeden Tag fernsehen.“ Frank schaute mich verdutzt an und  ich konnte mir mein Grinsen kaum noch verkneifen. Innerlich dachte ich aber: "Ja - diese Runde ging an mich.“


Organisation ist alles – oder?!

Ich hatte ja letzte Woche erzählt, dass Max krank geworden war. Leider ist er bis zum heutigen Tag nicht wieder so auf den Beinen, dass ich ihn zur Schule schicken könnte. Im Klartext heißt das, für meinen Sohn gingen die Weihnachtsferien direkt in die Krankheit über und er konnte seit Ende der Ferien noch an keinem einzigen Tag die Schule besuchen. Für mich als Mutter ist das natürlich wesentlich stressiger, als wenn alles seinen geregelten Gang geht. Es fängt damit an, dass ich zunächst einmal morgens in der Schule anrufen muss, um Max krank zu melden. Als nächstes informiere ich seinen Freund, dass der gemeinsame Schulweg entfallen muss und bitte diesen gleichzeitig darum, für Max doch alle nötigen Unterlagen zur Erledigung der täglichen Hausaufgaben mitzubringen. Diese Unterlagen zusammen mit der Hausaufgabenliste hole ich dann mittags bei seinem Freund ab, im Anschluss sitze ich mit Max am Tisch – vorausgesetzt unsere Tochter schläft, denn sobald unsere kleine Annika ihre Akkus aufgeladen hat, ist an Ruhe nicht mehr zu denken. Ach ja, zwischen der Schulorganisation, versuche ich - erfolgreich - einen Kinderarzttermin zu bekommen und packe anschließend meine Tochter und meinen Sohn ins Auto, um dann die nächste Stunde im Wartezimmer zu verbringen. Kaum sind wir wieder zuhause ist mein Sohn soweit genesen, dass er sich nur langweilt und eigentlich einen persönlichen Daueranimateur nötig hätte (Freunde können natürlich nicht zu Besuch kommen – Ansteckungsgefahr). Habe ich eigentlich erwähnt, dass ich nebenbei noch arbeite und irgendwie meine Termine wahrnehmen muss? Das versuche ich jetzt eben am Abend, sobald meine beiden süßen Kinder im Bett sind und hoffentlich nicht noch Durst haben, auf Klo müssen, schlecht träumen und was sonst noch so alles passieren kann.


Auch Schulkinder werden einmal krank

Die Weihnachtsferien neigen sich dem Ende und die Mehrzahl der Eltern in unserem Freundeskreis sind nicht mal ganz so traurig darüber. Obwohl wir in den Ferien wirklich sehr viel unternommen haben und uns teilweise schon wie Kinderanimateure in einer Freizeitanlage gefühlt haben, kam dennoch dieser eine Satz immer öfter: „Mama, mir ist langweilig, was kann ich denn machen.“ Woher Kinder diesen unbeschreiblichen Tatendrang haben, ist manchmal wirklich nicht nachvollziehbar. Also gut, letzter Ferientag, unserem Kind ist es langweilig, vor der Tür herrschen in der Zwischenzeit – 18 Grad und wir gehen Schlittschuhlaufen. Max ist total aus dem Häuschen. Neue Schlittschuhe, einfach super. Warum der Parkplatz an dem kleinen See so leer war, konnten wir nur erahnen – es war einfach vormittags noch zu kalt. Keine Sonne am Himmel – richtig ungemütliches Wetter. Unser Max war dennoch glücklich.  Frank hat sich um unsere schreiende Tochter gekümmert und ging nach einer halben Stunde wieder ins Auto und ich zog meine Schlittschuhe an, um mit Max zu üben. Nach einer Stunde war dann Schluss mit lustig. Auch wir zogen uns wieder in das warme Auto zurück und tranken zuhause erst mal Tee. Vorbei war der Tatendrang unseres Sohnes. Er wurde immer blasser und innerhalb von nur 1 Stunde lag er mit Fieber im Bett. Zusammen mit dem Fieber mussten wir nun mit ansehen, wie sich unser Sohn immer mehr Sorgen darüber machte, dass doch morgen wieder Schule sei. Alle würden von Ihren Abenteuern in den Ferien erzählen, nur er nicht. Max war total am Ende und vergoss einige Tränen. Die Nacht war entsprechend. Als ich am nächsten Morgen die Mutter seines Klassenfreundes anrief, um ihr davon zu erzählen, war der Schulbanknachbar und Freund von Max am Telefon. Als ich ihm mitteilte, dass Max heute nicht kommen kann, erwiderte er: „ Ihr ward  gestern bestimmt bei  diesem Wetter draußen, oder? Das ist ja dann ganz klar.“ Super, musste ein 7-Jähriger Racker mich darauf hinweisen, was man bei diesen Temperaturen lieber nicht machen sollte?!


Die Sache mit dem Schneemann

Mittlerweile lässt sich der Winter nicht mehr verleugnen: Zu der morgendlichen Kälte hat es zu allem Überfluss auch noch geschneit. Die Abneigung gegenüber der weißen Pracht habe allerdings nur ich als Mami. Kinder anziehen, morgens rein ins Auto, Scheiben kratzen, Schnee entfernen und irgendwie, ganz vorsichtig unseren Berg runterfahren. Unserem Sohn gefällt das natürlich. Der erste richtige Schnee in diesem Jahr. Anstatt aber mit seiner Freundin einen riesigen Schneemann bauen zu können, muss er nun in die Schule. Ins Trockene, wo man nur langweilig am Tisch sitzt. Also kamen diesmal zu den üblichen Diskussionen über die Schule auch noch die Auswirkungen des ersten richtigen Schneefalls: „Mama, ich will nicht in die Schule, ich will einen Schneemann bauen.“ - „Aber das kannst du doch heute Mittag auch noch.“ - „ Nein, da ist der ganze Schnee bestimmt schon wieder weg.“  - „Nein, der hält sicher bis dahin.“  Na ja, so ganz sicher war ich mir selbst bei der Antwort auch nicht. Mein Sohn hat sich aber Gott sein Dank vertrösten lassen und freut sich nun riesig auf seinen ersten Schneemann in diesem Winter. Im Laufe des Vormittags wurde ich immer nervöser. Der Schnee begann zu schmelzen. In unserem Garten wurden immer mehr grüne Stellen sichtbar, an welchen der Rasen durchschimmerte. Was für eine Katastrophe! Wenn Max sich aber etwas in den Kopf gesetzt hat, dann wird dies auch gemacht. Die Stimmung des Nachmittags war vorhersehbar. Es gab also nur eine Chance: Ich musste den Schnee für den Schneemann in Sicherheit bringen. Als ob ich nun wirklich nichts Besseres zu tun hätte, nahm ich unseren Schneeschieber und nach einer halben Stunde hatte ich einen großen Haufen zusammen. Dieser hielt noch bis Mittag und hat auch noch für den Bau eines kleinen Schneemannes gereicht. Unser Sohn war glücklich – na ja nicht ganz. Normalerweise rollt man die Kugeln bis Sie immer größer werden, dies war diesmal leider nicht möglich. Aber hierfür hatte er dann freundlicherweise Verständnis.


Nur brave Kinder schwimmen

In unserer Schule ist ein Hallenbad. Super. Viele andere Kinder in anderen Ortschaften haben diesen Luxus leider nicht. In der ersten Klasse teilen sich die drei ersten Klassen das Hallenbad für ein Schuljahr. Momentan ist die Klasse von Max an der Reihe. Eigentlich kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie es der Klassenlehrer jedes Mal schafft, diese Horde unter Kontrolle zu bringen. Gemeinsam hinlaufen, aufteilen auf die Umkleidekabinen, ausziehen, duschen, schwimmen, jedes Kind dazu bringen, dass es wieder seine Sachen anzieht und auch nichts liegen lässt und das alles in 90 Minuten. Fast ein Wunder. Je öfter der Schwimmunterricht nun war, desto besser gefällt es unserem Sohn. Ganz stolz hat er neulich erzählt, dass er beim Flossenschwimmen erster geworden ist. Leider gibt es aber auch Kinder, die nicht brav sind – und die durften bis dahin auch immer mit schwimmen gehen. Dies ist ungerecht. Wenn sie nicht wollen, sollen sie doch im Klassenzimmer bleiben. Nicht nur unser Sohn ist dieser Meinung – auch für den Lehrer wurde es immer anstrengender. Beim letzten Schwimmen kam also die Drohung – wer nicht brav ist, der bleibt von einem anderen Lehrer beaufsichtigt im Klassenzimmer und muss zwei Seiten schreiben. Unser Sohn sollte seinen Lehrer daran erinnern, dass er dies vor dem nächsten Schwimmen noch mal in der Klasse sagt. Als mein Mann am Vorabend nach Hause kam und unseren Sohn einen gute Nacht wünschen wollte, bat Max ihn: „ Papa, bitte schreib mir einen Zettel mit großen Buchstaben „BRAVE DÜRFEN SCHWIMMEN“. Mein Mann kam verdutzt die Treppe herunter, schaut mich fragend an und ich hab ihm erst einmal die Geschichte erzählt. Nur die braven Kinder dürfen mit ins Schwimmbad.
Als Frank unseren Sohn am Abend fragte, wer denn alles beim Schwimmen gefehlt hat, antwortete dieser „keiner“. Dies war nämlich das allerletzte Schwimmen für diese erste Klasse und da dürfen immer alle, die Braven und die Frechen mit ins Schwimmbad. So richtig glücklich war er mit der Entscheidung nicht. 


Der Nikolaus kommt in die Schule

achdem Max noch immer am Rätseln ist, wer denn nun der Nikolaus bei unserer Feier war, hat er sich schon einen neuen Plan zurechtgelegt, um dies herauszufinden. Der Nikolaus kommt nämlich noch einmal - und zwar (wie bereits erwähnt) in seine Schule. Max ist schon Tage vorher total aufgeregt. Ich bin mir nicht ganz sicher warum. Ob es daran liegt, dass er doch ein wenig ein schlechtes Gewissen hat, oder weil er im erneuten Besuch des Nikolauses seine Chance sieht, endlich zu erkennen wer sich hinter dem Nikolaus denn tatsächlich verbirgt. Schuld an dieser Neugierde ist übrigens ein guter Freund von uns, der leider letztes Jahr etwas unvorsichtig als Nikolaus aufgetreten war. Unser Max bildet sich heute noch ein, dass der Nikolaus komischerweise die gleichen Schuhe trug wie Klaus. Dieser war zu allem Überfluss auch nicht mehr im Zimmer, als der Nikolaus kam. Es war soweit, der Tag war gekommen und Max durfte auf den Nikolaus in der Schulturnhalle warten. 24 Kinder saßen im Stuhlkreis und besangen den Nikolaus. Als Max wieder zuhause war, war er ziemlich enttäuscht. Ich habe ihn gefragt, ob er sich über das kleine  Geschenk denn nicht gefreut habe? Doch schon, aber ich wollte doch unbedingt wissen, wer der Nikolaus ist, hat er mir geantwortet. Enttäuscht erzählter er, dass er ihn wieder nicht erkennen konnte. Als wir gemeinsam beim Abendessen saßen, hat Papa Frank noch einen draufsetzen müssen. „Und war es schön heute, die ganze Klasse war ja ganz lieb im Stuhlkreis gesessen und hat gewartet. Ihr habt ja auch ganz toll eine kleine Lücke gelassen, damit der Nikolaus in die Mitte kommen kann“, fragte Frank nach. Max wurde immer unsicherer und fragt seinen Papa woher er das alles wüsste. Doch der macht einfach weiter. „Waren in eurem Säckchen auch Nüsse, Mandarinen, Kinderschokolade und Äpfel?“ Max fing plötzlich an zu grinsen. Sein Rätsel war für ihn gelöst: "Papa, du bist der Nikolaus." Frank ließ seinen Sohn in dem Glauben. Er muss ja nicht unbedingt wissen, dass sein Papi als Mitglied der Elternbeirats die Stühle aufgestellt und die Säckchen mit befüllt hat.


Vorweihnachtszeit in der Schule

Vom Kindergarten ist man ja gewohnt, dass die weihnachtliche Stimmung nahtlos mit dem Ende des Martinsumzuges beginnt. Zugegeben, solange wir noch dem Kindergarten angehörten, war mir das manchmal schon ein bisschen zu früh und zu viel. Aber irgendwie ist es dann doch wieder nett, dass die Kinder allen möglichen Weihnachtsschmuck anfertigen, jeden Tag den gruppeneigenen Adventskalender öffnen dürfen, freiwillige Mamis zum Plätzchenbacken mit den Kleinen gesucht werden, ein Adventsbasar veranstaltet und vor allem alljährlich eine Nikolausfeier für die ganze Familie organisiert wird. Aber da unsere kleine Annika ja noch nicht kindergartentauglich ist, haben wir noch die nächsten 1-2 Jahre Pause. Und da werde ich dann doch ein bisschen wehmütig und sehne mich dann nach der guten, alten Kindergartenzeit – natürlich nur für meine Kinder. Doch in diesem Jahr hilft alles nichts: Damit unsere Kleinen nicht auf  die lieb gewonnene Tradition verzichten mussten, war unser Einsatz gefragt. Also haben wir am 6. Dezember mit einigen Freunden selbst eine Nikolausfeier auf die Beine gestellt. Ausgerüstet mit Glühwein und Plätzchen sind wir in einem Fackelzug zu einer nahe gelegenen Waldhütte gewandert. Im Kerzenschein und Weihnachtslieder singend haben wir dann gemeinsam mit unserem Nachwuchs den Nikolaus erwartet. Der kam dann glücklicherweise auch und übergab jedem Kind ein kleines Päckchen, nicht ohne vorher ein paar persönliche Eigenschaften des Kindes zu verraten. Unsere Kinder waren glücklich und natürlich auch uns Eltern hat das viel Spaß gemacht! Ich glaube, wir haben eine neue Tradition gefunden – solange unsere Kinder uns noch die Freude machen und an den Nikolaus glauben! Übrigens: letzte Woche habe ich erfahren, dass für alle Kinder der 1. Klasse der Nikolaus in die Schule kommt!


Wöchentliche Suchaktion

Irgendwie habe ich zurzeit das Gefühl, mein 7-jähriger Sohn hat jetzt schon das Gedächtnis eines 70-jährigen. Jeden Morgen packe ich ihn bei der Kälte schön ein: Mütze, Schal, Handschuhe. Der Regenschirm befindet sich in seiner Schultasche, die Turnhose und – schuhe in der Sporttasche und Badehose, Schwimmbrille und Badeschuhe im Schwimmbeutel. Naja – ich packe die Sachen zumindest dahin und wenn Max das Haus morgens verlässt, sind diese auch noch da. Kommt er aber nach Hause sieht das schon anders aus: Irgendetwas fehlt immer! Eine Mütze ist unauffindbar, den Schal hatte ich doch heute gar nicht dabei Mama (aha!) und überhaupt, warum hast Du mir heute bei der Kälte keine Handschuhe mitgegeben? Vor dem nächsten Schwimmen muss natürlich der Schwimmbeutel wieder komplett neu von mir gepackt werden – und dabei fällt auf: auch hier fehlt natürlich etwas: die Schwimmbrille ist verschollen. Frage ich meinen Sohn, hat er selbstverständlich keine Ahnung – aber beim nächsten Unterricht muss auf jeden Fall wieder eine drin sein – woher diese dann kommt ist Max egal. Seit einigen Tagen fehlt jetzt sogar das Lesebuch von Max – es ist einfach nicht an dem dafür vorgesehenen Platz im Klassenzimmer auch sein Banknachbar hat es nicht versehentlich eingepackt – behaupten zumindest beide.
Jetzt bin ich dazu übergangen einmal wöchentlich  - am besten am Ende der Schulwoche Max direkt vom Klassezimmer abzuholen. Bei dieser Gelegenheit durchwühle ich dort alles systematisch. Und ab und zu konnte ich auch schon kleine Erfolge verbuchen: Handschuhe und Schal sind wieder da. Am Lesebuch und der Schwimmbrille bin ich noch dran! Ich habe mich jetzt mit den anderen Müttern abgesprochen – auch sie gehen wöchentlich auf  Suche und werden manchmal fündig: mit Dingen die sie selbst gar nicht gesucht haben. So tauschen wir jetzt regelmäßig Turnschuhe gegen Mütze oder Bleistift gegen Badeschuhe!


Gesundheitstag oder wie auch immer!

Zum ersten Mal kamen wir jetzt also auch in den Genuss eines Feriennachholtages. Denn in Bayern ist es so, dass unsere Kinder einen Ferientag, um den die Herbstferien verlängert wurden, nachholen müssen. Und das ist eben irgendein Samstag zwischen Herbst- und Weihnachtsferien. Für viele Eltern stellt das natürlich eine Herausforderung dar: Denn alles, was vom gut organisierten Alltag abweicht, ist immer etwas schwieriger zu organisieren. Wir wurden über den Samstagstermin gerade mal eine Woche vorher informiert und bei unerfahrenen Neu-Schulkind-Eltern kann es schon vorkommen, dass man zufällig an diesem Wochenende etwas anderes geplant hat. Sei es ein Kurzurlaub oder nur ein Tagesausflug – aber Schule geht natürlich vor. Ein Bekannter hat zu seiner Tochter gesagt: „Wir machen so einen Quatsch nicht mit, da bleibst Du einfach daheim!“ Und seine pflichtbewusste Tochter hat – zur Freude und Erleichterung ihrer Mutter - darauf geantwortet: „Also Papa, das geht doch nicht – das ist Schule und wenn Schule ist, dann muss jedes Kind dahin.“
Bei uns begeisterten Erstklasseltern geht das sogar soweit, dass so mancher selbst mit von der Partie war. Denn dieser Nachholtermin sollte ja für alle Schulen ein Gesundheitstag werden: Angefangen von Bewegung über eine Zuckerausstellung und es sollte ein gemeinsames schmackhaftes und vor allem gesundes Frühstück vorbereitet und dann natürlich auch gemeinsam verzehrt werden. Man kann sich vorstellen, dass gerade die Erstklasslehrer über Unterstützung seitens der Eltern sehr dankbar waren. Wir wurden zumindest vorher gefragt, ob wir bereit wären mitzuhelfen! Und für die neugierigen Mamis, die sowieso schon immer mal gerne Mäuschen in der Schule ihrer Kleinen spielen wollten, kam diese Gelegenheit natürlich gerade recht. Also erschienen wir am Samstag mit allerlei gesunden Lebensmitteln ausgerüstet in der Schule und bereiteten mit unseren Kindern Obstsalat, Gemüsesticks und Dips, Müslitheken und Vollkornbrote vor. Das machte wirklich Spaß – aber am Ende dieses Vormittags waren wir dann doch froh, dass wir nur eines der sehr lebhaften Kinder mit nach hause nehmen mussten und wir bis zum nächsten Einsatz ja mindesten ein Jahr Verschnaufpause haben.


Auch noch nach der Schule in die Schule?

Hatte ich eigentlich erzählt, dass ich Max für zwei Tage die Woche in der Mittagsbetreuung angemeldet habe. Diese Entscheidung fiel natürlich schon vor seinem ersten Schultag – denn dort muss ja auch geplant werden können, wie viele Kinder wann anwesend sind. Aber ich wollte uns allen noch etwas Schonfrist geben. Mein Sohn sollte sich erst einmal an die neue Situation „Schule“ gewöhnen können und dann nach circa zwei Monaten die Mittagsbetreuung besuchen.
Jetzt ist der Tag also gekommen: Max soll zum ersten Mal nach der Schule auch in der Schule bleiben. Klar, dass Max das nicht so einfach hinnimmt. Mein diskussionsfreudiges Kind findet natürlich tausende von Gegenargumenten und möchte alle Eventualitäten im Voraus abgesichert haben. Klar habe ich versucht, die neue Situation gut vorzubereiten und ihm das schmackhaft zu machen. Ich war dort schon 2-3 Mal gemeinsam mit ihm zu Besuch, um die Räumlichkeiten und vor allem das Betreuungspersonal (von dem ich übrigens nur Gutes gehört hatte) kennen zu lernen. Außerdem hatten die Mama seines Freundes Alexander und ich uns abgesprochen und die gleichen Betreuungstage gewählt. Alexander geht schon seit einem Monat dorthin und ist total begeistert. Und zusätzlich sind mindesten noch weitere 5-6 Kinder dort, die mein Sohn bereits sehr gut kennt und teilweise sogar mit diesen befreundet ist. Doch so leicht lässt mein Kind sich natürlich nicht überzeugen!
Zu seiner ersten Mittagsbetreuung habe ich extra einen Babysitter für Annika organisiert, damit ich meinen Sohn nach der Schule persönlich dort „übergeben“ und ihm natürlich auch seelisch beistehen kann. Ich machte mich schon auf das Schlimmste gefasst! Doch es kam mal wieder alles anders als gedacht! Diesmal zur Abwechslung im positiven Sinn. In Begleitung seiner Schulkameraden kamen wir in den Räumen an, und sofort nahmen seine Freunde ihn in Beschlag: „Max nimm Dir schnell die Legoautos, wir bauen dort auf dem Teppich! Max dort können wir kickern! Und in dem Nebenraum dürfen wir Höhlen bauen!“ Naja, was soll ich sagen – mein Sohn hatte natürlich keine Zeit mehr, sich von mir zu verabschieden und als ich ihn abholen wollte, war er immer noch oder schon wieder ins Spiel vertieft!


Ferien!!!

Juhu – endlich Ferien! Max konnte den Beginn seiner ersten Ferien (also den der Schulferien – denn Kindergartenferien hatte er ja schon des Öfteren) kaum erwarten. Ganz wichtig dabei: Im Kindergarten durften keine Ferien sein. Denn irgendeinen Vorteil musste die Schule ja haben. Und in Max' Augen war das eben das Mehr an Ferien. Am Freitag kam er hochzufrieden nach Hause und teilte sofort mit, dass seine Klasse heute einmal keine Hausaufgaben aufhatte. Obwohl Max' Klasse bisher, im Vergleich zu anderen Klassen, nicht stundenlang mit Hausaufgaben beschäftigt war, ist dieses Thema für ihn enorm wichtig.
Also, jetzt war es natürlich an mir, die ersten Herbstferien abwechslungsreich für meinen 7-Jährigen zu gestalten. Ich konnte es zum Glück so einrichten, dass ich in der Woche der Herbstferien nicht arbeiten musste und stand somit meinen Kindern voll und ganz zur Verfügung. Wir trafen uns mit Freunden, machten einen Schwimmbadausflug, sammelten Kastanien, besuchten die Bücherei und und und. Aber eigentlich braucht Max auch kein Programm – er kann wunderbar jeden Tag mit seiner besten Freundin spielen und einfach einmal keine Verpflichtungen haben. Aber auch für Annika (Max' kleiner Schwester) und mich sind die ersten (Schul-)Ferien sehr entspannend. Endlich morgens mal nicht drängeln und hetzen – sondern in aller Ruhe frühstücken während die Kinder im Schlafanzug spielen dürfen - (fast) solange sie wollen. Und abends nicht ständig auf die Uhr schauen, damit Max und Annika rechtzeitig ins Bett kommen, um morgens um 7 Uhr wieder fit zu sein. Annika hat sich in der einen Woche schon zu einem richtigen Langschläfer entwickelt – sie wacht fast keinen Tag vor 8 Uhr auf. Im Gegensatz zu Max, der steht jeden Morgen schon um 7 Uhr auf der Matte, um keine Minute seiner Ferien zu verschenken! Mal sehen wie wir die ersten Tage nach den Ferien organisiert bekommen?!  Noch genießen wir das Lotterleben – ach ja, ich muss ja dann auch wieder Geld verdienen – das könnte man fast vergessen bei soviel Abwechslung!


Der Schulweg

Vergangene Woche am Oma-Tag: Max hatte laut Stundenplan um 11:45 Unterrichtsende – ein schöner Tag für ihn, da er nur 4 Unterrichtsstunden hat. Er unterscheidet nämlich zwischen schönen und schlechten Tagen, die schlechten haben 5 Unterrichtsstunden. Das heißt, normalerweise kann Max es an schönen Tagen kaum erwarten, so schnell wie möglich nach hause zu kommen. Der Fußweg zu seiner Oma ist normalerweise für ihn leicht und locker in 10 Minuten zu bewältigen. Um ca. 12:25 rief meine Mutter mich im Büro an, um mir mitzuteilen, dass Max immer noch nicht da wäre und um nachzufragen, ob das Unterrichtsende sich evtl. geändert hätte. Nachdem ich das verneint hatte, beschlossen wir, dass Oma den Schulweg doch einmal ablaufen sollte. 10 Minuten später rief sie mich an: Max war wohlbehalten angekommen – nach über 45 Minuten!Folgendes war passiert: Er hatte endlich einmal mit seinem sehr guten Freund Luis, der leider nicht in seiner Klasse war, gemeinsam Schulschluss. Und wenn Max bei Oma ist, haben die beiden auch fast den gleichen Schulweg. Freudestrahlend traten die beiden an diesem Tag also ihren Nachhauseweg an. Und für zwei 7-jährige Jungs ist dieser der reinste Erlebnisweg: Zunächst einmal kamen die beiden am Bach vorbei, an dem es natürlich viel Interessantes zu sehen und auszuprobieren gab. Dann liegt auf dem Weg im Moment auch noch eine Baustelle, die für Jungs ja immer viel zu bieten hat und das Highlight an diesem Tag war für die beiden – man glaubt es kaum: ein Kaugummiautomat! Ja genau, diese alten Plastikkästen, deren Inhalt wahrscheinlich noch aus meiner Kindheit stammt. Sie hatten sich in den Kopf gesetzt, dass sie da unbedingt etwas rausholen mussten, die Frage war nur wie?! Aber für zwei clevere Erstklässer ist das kein Problem. Glücklicherweise hatte Luis an diesem Tag von seiner Mama Geld mitbekommen, um Schulmaterialien zu zahlen und glücklicherweise hatte er nun noch einen 5-Euro-Schein übrig. Nur, mit einem Schein bekommt man natürlich nichts aus dem Automaten. Also gingen die beiden in das nächstliegende Geschäft und ließen sich den Schein in Münzen wechseln. Und schon wurde das Geld unter die Leute bzw. in den Automaten gebracht. Voller Stolz brachten sie ihre Schätze nach hause, grinsten über das ganze Gesicht und konnten letztendlich die „schlechte Laune“ von Mami und Oma überhaupt nicht verstehen.


Ein ganz normaler Morgen

Ab jetzt haben mein Mann und ich unsere Morgenlektüre (Tageszeitung) nicht mehr für uns allein. Jede Überschrift versucht Max zu entziffern – was nicht immer einfach ist. Bevor Max in die Schule kam, ist mir das gar nicht so bewusst aufgefallen: Aber gerade die Überschriften sind nicht immer in „normalen“ Druckbuchstaben geschrieben und in dieser Schreibweise haben unsere Erstklasskinder die Buchstaben natürlich nicht gelernt. Was mir jetzt aber noch viel deutlicher auffällt:  Fast jeder Artikel ist mit eingedeutschten oder auch nicht eingedeutschten, englischstämmigen oder sonstigen unverständlichen Wörtern gespickt.
Ein Beispiel aus unserer Tageszeitung, Autobeilage: „Dynamisches Design und neue Technologien.“ So, und ich soll das nun meinem wissbegierigen Schulkind erklären. Das erste Wort „D-y-n-a-m-i-s-c-h-e-s“ ist an sich ja schon sehr lang und dann auch noch mit diversen Schwierigkeiten wie zum Beispiel „y“ (kennt Max noch nicht und kann er auch überhaupt nicht verstehen, warum man y schreiben muss, obwohl es doch wie „ü“ gesprochen wird). Dann auch noch das „sch“, da muss er sich mit meiner Erklärung zufrieden geben, dass man das nun mal so spricht, wenn diese 3 Buchstaben nacheinander stehen und er das auf jeden Fall bald auch in der Schule lernen wird. Juhu – wir haben das 1. Wort doch tatsächlich nach 5 Minuten geschafft! Jetzt versucht Max das 2. „Design“ zu lesen. Geht natürlich nicht – denn im Englischen spricht man ja alles anders aus und Englisch kann er noch nicht lesen. Sehr zu seinem Unmut sage ich ihm das Wort und muss ihm natürlich sofort erklären, warum die das in der Zeitung nicht gleich deutsch schreiben?! Endlich 2 deutsche Wörter: „und neue“ - die mein Sohn dann auch sehr schnell liest, um auch schon zur nächsten Hürde zu kommen: „T-e-ch-n-o-l-o-g-ie“. Ok, die Buchstaben sind alle bekannt – nur auf die Besonderheit mit „ch“ und „ie“ muss ich ihn hinweisen. Gelesen ist das Wort – die Erklärung muss ich natürlich wieder liefern und danach gleich noch die gesamte Überschrift für Max verständlich machen.
So unsere Frühstückszeit ist um, ohne dass mein Sohn oder ich auch nur einen Bissen gegessen haben. Ich denke, in Zukunft lese ich die Zeitung erst, wenn Max in der Schule ist!


Hausaufgaben sind toll

Es ist immer noch anstrengend Abend für Abend mit Max zu diskutieren, warum er am nächsten Tag 5 Stunden in der Schule bleiben soll. Doch die letzten Tage musste ich mich zumindest morgens nicht mehr von meinem weinenden Sohn verabschieden. Ich hoffe das 1. große Tief ist bald überwunden – denn einen erkennbaren Grund für Max Unlust die Schule tagtäglich zu besuchen gibt es scheinbar nicht (Ich hatte vor einigen Tagen ein ausführliches Gespräch mit seinem sehr netten Klassenlehrer und das hat etwas zu meiner Beruhigung beigetragen). Max brachte jetzt auch schon Freunde (natürlich nach Absprache mit deren Eltern) direkt nach der Schule mit nachhause und war auch selbst schon bei Freunden. Also nicht, dass das Treffen mit Freunden ungewöhnlich für meinen Sohn wäre – aber dass die Freunde dann bei dem jeweils anderen Mittag essen und dann auch gleich dort gemeinsam ihre Hausaufgaben erledigen, ist schon etwas Neues. Wir 1.-Klass-Mütter waren anfangs zugegebenermaßen etwas skeptisch, ob und wie das denn funktionieren würde. Doch es gibt keinen Grund zur Beschwerde. Im Gegenteil, ich habe fast das Gefühl, die Jungs spornen sich gegenseitig an und es macht ihnen richtig Spaß, in Gesellschaft am Schreibtisch zu arbeiten. Es ist sogar so, dass sie gar nicht genug von den Hausaufgaben bekommen können (mal sehen wie lange das noch anhält!) „Bitte, bitte schreib` uns jeden ein ganzes Blatt mit Rechenaufgaben auf und Du musst es dann korrigieren.“ forderten sie von mir. So hab` ich mir das eigentlich nicht vorgestellt, dass ich dabei mehr gefordert
bin als Max. Aber ich will mich ja nicht beschweren, es werden wahrscheinlich noch Zeiten kommen, in welchen ich mich danach zurücksehne, dass er sich mehr Hausaufgaben wünscht!


Muss man jeden Tag zur Schule?

Habe ich letzte Woche hier an dieser Stelle erzählt – die Umstellung meines Sohnes vom Kindergarten- zum Schulkind verläuft völlig problemlos? Damit ist es seit einigen Tagen erst mal vorbei. Ich wurde angerufen – und zwar von der Schule, dass es Max nicht gut gehe und ich ihn bitte abholen sollte – jetzt gleich. Was für ein Glück, dass ich gerade keinen Arbeitstag hatte – ich packte also unsere kleine Annika ins Auto und machte mich auf den Weg. Ein etwas blasser Max wartete schon in seinem Klassenzimmer auf mich. Zuhause angekommen, hatte mein Sohn erstmal Hunger, dann ruhte er sich auf dem Sofa aus und nach ca. 2 Stunden hatte er wohl seinen Akku wieder aufgeladen. Ihm ging es dem Anschein nach wieder blendend. Am Abend ging es dann los – er diskutierte, ob er denn jetzt immer in die Schule müsse, dass er das aber nicht wolle und dass Schule auch irgendwie gar nicht so schön wie Kindergarten wäre. Ich fragte ihn, ob er auch einmal selbst lesen wollte, rechnen, schreiben usw. Aber irgendwie interessierte ihn das nicht wirklich. Am nächsten Abend hatte er das Argument, dass er ja in der Schule nicht früher nachhause gehen könne sondern immer bis zum Ende bleiben muss. Tja – was sollte ich darauf erwidern? Am darauf folgenden Tag war es die Luft im Klassenzimmer, die zu schlecht sei. Und so müssen wir uns im Moment jeden Abend auf neue Diskussionen und Argumente unseres Sohnes einstellen.
Ich denke, Max wird jetzt bewusst, dass ist sein neuer Alltag: jeden morgen aufstehen und jeden Vormittag in der Schule sitzen(!).Wahrscheinlich ist das sein erstes Tief, durch das er einfach durch muss. Und jedem Tief folgt ja bekanntlich ein Hoch – wir freuen uns schon darauf!


Der neue Alltag

Die ersten Wochen als Schulkind hat Max schon hinter sich und irgendwie erträgt er das alles erstaunlich gelassen. Also im Vergleich zur Mama ist bei ihm die Aufregung deutlich geringer. Nach dem ersten Wochenende als Schulkind habe ich ihn gefragt, ob er sich denn schon wieder auf Montag freue. Da blickte er mich fragend an und meinte „Auf was denn?“ Ich antwortete: „ Na auf die Schule.“ Er darauf: „Also irgendwie ist es da ganz schön langweilig – wir reden ja die ganze Zeit nur.“ Auch die Klassenkameraden von Max müssen sich erst an den geänderten Tagesablauf gewöhnen. Eine Mitschülerin meines Sohnes verkündete beispielsweise nach der 4. Unterrichtsstunde, dass sie jetzt sehr müde sei und deshalb nachhause gehen würde. Anderen wird von der Klassenzimmerluft schlecht und sie müssen dann dringend frische Luft schnappen. Aber alles in allem hat Max sich bisher ganz gut umgestellt. Er steht glücklicherweise morgens gut auf und auch das mit dem Anziehen und fertigmachen klappt besser als gedacht. Er mag seinen Klassenlehrer wirklich gerne und nach der 1. Woche ist es auch nicht mehr langweilig, denn jetzt lernt er ja Buchstaben und Zahlen – naja bis auf Religion, da hat er sich erst beschwert, dass er immer nur Bilder malen soll. Solche Unterrichtsstunden wird er später sicher noch zu schätzen wissen!
Natürlich sind wir – vor allem natürlich ich – noch dabei uns neu zu sortieren und eine gewisse Routine in den geänderten Alltag zu bringen: Kann ich meine alten Arbeitstage beibehalten oder sind andere Wochentage doch günstiger, an welchen Tagen sind die Freizeittermine meines Sohnes noch unterzubringen, wann sollte er die Mittagsbetreuung besuchen und und und? Außerdem wäre da ja immer noch unsere kleine Annika, die an meinen Arbeitstagen - natürlich zeitgleich mit Max - unterzubringen wäre, was dann wieder mit Omas Terminkalender abzustimmen ist. Aber irgendwie werden wir das schon hinbekommen, oder?! Ich bin da ganz zuversichtlich.


Endlich Schulkind!

Seit fast einer Woche ist Max jetzt ein Schulkind und der 1. Schultag war schon besonders aufregend – wobei mein Mann meinte - wohl noch etwas mehr für die Mütter als für die Neu-Schulkinder. Am 1. Tag sollten sich die Kinder samt Erziehungsberechtigten in der Aula unserer Grundschule einfinden. Der Raum war mehr als gut gefüllt – da ja auch viele Omas, Opas und sonstige Angehörige dabei sein durften. Unsere Grundschule zelebriert diesen Schuleintritt richtiggehend. Der Schulchor hatte Lieder vorbereitet, der Rektor sprach ein paar Begrüßungsworte und je 2 Kinder jeder höheren Grundschulklasse übergaben an jede 1. Klasse ein kleines Geschenk. Das war wirklich sehr nett gemacht – nur dauerte das ganze fast eine Stunde. So wurden wir bis zuletzt auf die Folter gespannt, denn wir hatten ja keine Ahnung wie die Klasseneinteilungen aussehen würden. Dass heißt wir wussten nicht wer der erste Lehrer unseres Sohnes werden wird, noch mit welchen Kindern Max sein 1. Schuljahr verbringen wird. Aber dann war es endlich soweit: Die zukünftigen 1.-Klasslehrer – 3 an der Zahl – traten endlich auf die Bühne. Der 1. Lehrer begann seine Liste vorzulesen und mein Sohn sprang auf – denn er war von allen zukünftigen Schulkindern  tatsächlich der Erstgenannte. Danach wurde auch schon sein Freund aufgerufen – die beiden Jungs strahlten und klatschten sich glücklich ab. Kinder und Eltern wurden dann gleich in die entsprechenden Klassenzimmer gelotst, dort bekamen wir dann noch einige Informationen und die Eltern wurden dann für 1 Schulstunde weggeschickt.Auf Wunsch von Max gingen wir dann noch mit der Familie Essen und auch sonst verlief der Tag so ganz nach seinen Wünschen.Max hatte auf jeden Fall einen tollen Tag und trägt das alles mit einer gewissen Gelassenheit.  Und ich - bin wirklich froh, dass das Warten jetzt endlich ein Ende hat. Aber im Grunde geht ja alles jetzt erst richtig los, oder?!


Der große Rausschmiss

So das war’s – Max ist kein Kindergartenkind mehr. Heute ist er aus seinem Kindergarten geflogen. Die Kinder fieberten diesem Ereignis natürlich voller Erwartung entgegen. Ich belauschte ein Gespräch meines Sohnes mit seinem Freund: „Was meinst Du? Fliege ich bis in die Schule oder sogar noch weiter?“ Heute war es also soweit. Mit Video- und Digitalkameras bewaffnet erschienen wir – die Eltern, Geschwister, Omas, Opas und wer sonst noch an dem Ereignis teilhaben wollte – also zu der festgelegten Uhrzeit. Trampolin und Matten waren schon vor der Eingangstür vorbereitet und dann kamen die Hauptpersonen. Unsere Erzieher nahmen sich das erste Kind in die Mitte und wussten zu jedem etwas Besonderes zu berichten. Danach flog das Kind durch die Luft und landete mit lautstarker Unterstützung auf der Matte. Dann kam endlich Max an die Reihe – ich konnte ihm seine Vorfreude richtig ansehen und alle riefen „mit Saus und Braus fliegt Max aus dem Kindergarten raus“.
Und für die, die sich so gar nicht vom Kindergarten trennen wollten – gab es danach noch ein gemütliches Beisammensein in der jeweiligen Gruppe. Jeder hatte was Leckeres mitgebracht, wir, die Eltern, übergaben unser Abschiedsgeschenk an die Erzieher und räumten die Fächer unserer Kinder während sie noch mal so richtig durch ihren Garten tobten, Spaß hatten und zum Glück so gar nicht die Wehmut ihrer Mütter. Jetzt ist einfach nur Vorfreude auf das nächste große Ereignis angesagt: Der 1. Schultag!


Aufregende Zeiten

So – jetzt ist es offensichtlich: die Tage meines Sohnes als Kindergartenkind sind gezählt. Was der Mama die eine oder andere Träne in die Augen treibt – macht Max stolz. Natürlich, denn schließlich hat er ja lange genug den anderen Kindern (den Großen) beim Kindergartenabschied zugesehen und vor allem bei all den tollen Dingen, die diese als Vorschulkinder unternehmen durften.
Und endlich ist er einer der Großen, die von den Kleinen beneidet werden. Gerade habe ich ihn vom zweitägigen Vorschulausflug – Übernachtung inklusive – abholen dürfen. Die Mamas, Papas, Omas, Opas und sonstigen Familienangehörigen warteten gespannt auf ihre Kinder. Endlich ging die Tür des Kindergartens auf und sie kamen aufgeregt mit strahlenden, vielleicht etwas müden Augen, nach draußen. Sie hatten noch eine Überraschung für uns vorbereitet: aus voller Kehle sangen sie von „allen Kindern, die endlich lesen lernten“ – und da war es schon wieder um mich geschehen. Aber nachdem ich verstohlen in die Runde blickte, bemerkte ich auch bei anderen feuchte Augen (zugegeben hauptsächlich beim weiblichen Geschlecht). Endlich stürmten unsere Kinder zu uns, freudestrahlend und glücklich erzählten sie von den aufregenden Tagen. Und natürlich macht auch mich das glücklich und dankbar – mein Kind kann diesen wichtigen Schritt voller Freude, gut vorbereitet und gemeinsam mit Freunden tun: bald ist er ein Schulkind! Noch bleiben mir ein paar Tage Schonfrist – aber dann ist es endgültig: mein Sohn wird aus dem Kindergarten „geworfen“. Max kann es kaum noch erwarten!


Hallo …

… darf ich vorstellen: Wir sind die Neuen hier im Paidi-Blog. Wir, das sind zunächst einmal die Hauptperson Max, um den sich zumindest hier im Blog das meiste drehen wird. Er ist sechs Jahre, Bald-Schulkind und im Moment noch Vorschulkind im Kindergarten; seine kleine Schwester Annika eineinhalb Jahre, mit ihr muss sich Max zu Hause den Platz der Hauptperson immer öfter teilen; und dann noch Mama Elke und Papa Frank.
Papa Frank ist in der IT-Branche tätig und seit ich mit Max schwanger war, bin ich als Betriebswirtin selbstständig. Ich arbeite hauptsächlich von zu Hause aus – dadurch kann ich Beruf und Kinder einigermaßen unter einen Hut bringen. Das heißt, zwei Tage die Woche ist Omatag und den Rest versuche ich abends wegzuarbeiten oder ich kann früh den Vormittagsschlaf meiner Tochter nutzen. Max ist ja im Kindergarten - noch.
Seit vier Jahren wohnen wir in unserem Haus auf dem Land – wir haben einen schönen Garten zum Toben und Wohlfühlen und viele Kinder zum Spielen in der Nachbarschaft. Im Sommer treibt sich Max fast nur auf der Straße oder im Garten herum – das ist wirklich toll für ihn. Und bis jetzt kann er ja auch nach Herzenslust spielen.
Die nächsten Wochen werden für uns alle, besonders aber für unseren Sohn, noch sehr aufregend. Max kann es eigentlich kaum noch erwarten und wir alle sind schon ganz gespannt, welchen Lehrer er bekommen wird und welcher seiner Freunde mit ihm in die Klasse kommen wird. Wir sehen den Ereignissen auf jeden Fall voller Spannung entgegen!


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