Schulkind (Antje S.)
Die drei großen Fs einer glücklichen Jugend!
Was in einem Jahr so alles passieren kann! Was man beziehungsweise Kind in einem Jahr soalles lernen und erleben kann! Angefangen hat alles mit der Frage: "Soll Merle als sogenanntes Kann-Kind eingeschult werden oder nicht?"
Wir haben uns dafür entschieden und eigentlich auch nicht bereut wenigstens meistens nicht.
Das frühe Aufstehen, den (viel zu) schweren Tornister schleppen, Hausaufgaben machen, alles Dinge an die Merle sich noch immer nicht so richtig gewöhnt hat. Noch immer ist Merles liebste "Unterrichtsstunde" die Betreuung, noch immer hat sie mit dem Lesen Probleme, noch immer malt sie lieber statt zu schreiben, noch immer findet sie Rechnen nicht so spannend wie die Pausenhofspiele.
Und ab der 2. Klasse geht es dann auch schon mit dem "Förderwahnsinn" los. Alles blickt ab Klasse 2. auf das erste Zeugnis und auf erste Hinweise zu welcher weiterführenden Schule der Weg führen wird. Und dann geht es erst richtig los: 31 Stunden in der Woche Unterricht + 10 Stunden für Hausaufgaben und Üben = macht in der Regel 41 Stunden. So viel "dürfen" wir Erwachsenen noch nicht einmal schuften!
Neulich habe ich beim Bäcker auf dem Tresen eine große deutsche Tageszeitung entdeckt, die ich normalerweise weder kaufen geschweige denn lesen würde.Doch die fette Schlagzeile ließ mich eine Ausnahme machen.
Wie die Schule unsere Kinder krank macht!
Der Bericht war etwas einseitig. Dennoch entsprach einiges der Wahrheit beziehungsweise "meiner" Wahrheit. Das Beste daran war jedoch ein Satz der von dem Fernsehmoderator Reinhold Beckmann stammt und den ich voll und ganz unterstreichen möchte:
Kinder brauchen auch Zeit für die drei großen Fs einer glücklichen Jugend: Freunde, Freizeit, Faulenzen. Kinder müssen Interessen entdecken und sich selbst entwickeln können.
In diesem Sinne möchten Merle und ich uns verabschieden und einfach mal auf das Beste hoffen.
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Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf ...
Nun ist Merle bereits seit einem halben Jahr "Schulkind". Es macht ihr noch immer Spaß - was nicht unbedingt selbstverständlich ist, es eigentlich aber sein sollte. Das Einzige was Merle absolut "doof" findet, ist das frühe Aufstehen. Sie sieht allerdings inzwischen ein, dass das frühe Aufstehen auch Vorteile mit sich bringt; desto früher die Schule anfängt, umso früher ist sie auch wieder zu Ende. Na ja, und die Sache mit den Hausaufgaben ist auch nicht unbedingt "Merles Ding". "Wofür sitze ich den ganzen Morgen in der Schule, wenn ich am Nachmittag dann immer noch lernen muss?", fragt sie sich und natürlich auch mich. Merle erinnert mich sehr an mich selbst - also an das Schulkind Antje. Ich bin auch gerne zur Schule gegangen, noch lieber habe ich allerdings draußen mit unserem Hund gespielt und die Nachmittage mit meiner Freundin im Pferdestall verbracht. Hausaufgaben hielt ich auch für völlig überflüssig und erledigte sie nur mit absoluten Missgefallen. Doch ich kann mich erinnern, dass ich eine ähnlich nette Lehrerin wie Merle in der Grundschule hatte.
Dieser Lehrerin war es gelungen, dass ich einen guten Start hatte und somit ein gesundes Verhältnis zum Lernen und der Schule entwickeln konnte. Damit war der Grundstein für erfolgreiches Lernen - also Lernen mit Spaß und Lust, statt Kummer und Frust - bei mir gelegt. Und genauso ist es bei
Merle. Sie hat richtig viel Glück mit ihrer Lehrerin. Und ich wünsche ihr, dass diese junge Lehrerin ihren Elan, Motivation und Spaß an diesem Job noch lange behält.
Das ist nicht einfach - das ist wirklich nicht einfach. Ja, ich muss es einfach mal so sagen; die Lehrer haben es wirklich nicht immer einfach!
In Zeiten, in denen viele Eltern es nicht mehr als ihre Aufgabe und Verantwortung ansehen, ihre Kinder zu erziehen, ihnen Werte und Umgangsformen zu vermitteln - ihnen vor allen Dingen Werte und Umgangsformen vorzuleben.
In Zeiten, in denen kaum noch die emotionale Intelligenz geschult und gefordert und der Umgangston immer rauer und härter wird.
In Zeiten, in denen Kids schon mit 7 Jahren keinen Respekt mehr vor Erwachsenen haben und der Computer, TV, Playstation und Co. das gemeinsame Gespräch verdrängt hat.
In Zeiten, in denen Kids Konflikte nur mit Gewalt und selten mit Verstand lösen können und es genauso von ihren Eltern vorgelebt bekommen.
In Zeiten, in denen ...
Keine Angst; ich fordere nicht, dass die Frauen zurück an Heim und Herd sollen (wie eine bekannte Ex-Tagesschausprecherin). Ganz bestimmt nicht - ich bin ja selbst EINE VON DENEN, die versucht alles unter einen Hut zu bringen.
Ich wünsche mir einfach nur, dass Eltern sich ihrer Verantwortung wieder bewusst werden.
Und nicht nur Eltern ...
Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.
Dieser Lehrerin war es gelungen, dass ich einen guten Start hatte und somit ein gesundes Verhältnis zum Lernen und der Schule entwickeln konnte. Damit war der Grundstein für erfolgreiches Lernen - also Lernen mit Spaß und Lust, statt Kummer und Frust - bei mir gelegt. Und genauso ist es bei
Merle. Sie hat richtig viel Glück mit ihrer Lehrerin. Und ich wünsche ihr, dass diese junge Lehrerin ihren Elan, Motivation und Spaß an diesem Job noch lange behält.
Das ist nicht einfach - das ist wirklich nicht einfach. Ja, ich muss es einfach mal so sagen; die Lehrer haben es wirklich nicht immer einfach!
In Zeiten, in denen viele Eltern es nicht mehr als ihre Aufgabe und Verantwortung ansehen, ihre Kinder zu erziehen, ihnen Werte und Umgangsformen zu vermitteln - ihnen vor allen Dingen Werte und Umgangsformen vorzuleben.
In Zeiten, in denen kaum noch die emotionale Intelligenz geschult und gefordert und der Umgangston immer rauer und härter wird.
In Zeiten, in denen Kids schon mit 7 Jahren keinen Respekt mehr vor Erwachsenen haben und der Computer, TV, Playstation und Co. das gemeinsame Gespräch verdrängt hat.
In Zeiten, in denen Kids Konflikte nur mit Gewalt und selten mit Verstand lösen können und es genauso von ihren Eltern vorgelebt bekommen.
In Zeiten, in denen ...
Keine Angst; ich fordere nicht, dass die Frauen zurück an Heim und Herd sollen (wie eine bekannte Ex-Tagesschausprecherin). Ganz bestimmt nicht - ich bin ja selbst EINE VON DENEN, die versucht alles unter einen Hut zu bringen.
Ich wünsche mir einfach nur, dass Eltern sich ihrer Verantwortung wieder bewusst werden.
Und nicht nur Eltern ...
Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.
Und plötzlich machte es PIEP!
Es war kurz vor Geschäftsschluss - kurz vorm Wochenende - kurz vorm gemütlichen Familien-Fernseh-Abend. Plötzlich fiel dem Herrn Göttergatte ein, dass er vergessen hatte, Getränke einzukaufen. "Kannst du nicht schnell noch mal fahren ...?", versuchte er mich mit Honig-Stimme zu überreden. "Ich will mit!", rief Merle sofort, als wäre es schon beschlossene Sache, dass ich noch einmal losfahren würde.
"Was soll`s ...", gab ich schließlich nach und stand nur wenige Minuten später in Begleitung von Merle im Lebensmittelgroßmarkt in der - trotz der schon recht späten Uhrzeit - ewig langen Schlange an einer der Kassen. Hatte ich einen Feiertag vergessen? schoss es mir durch den Kopf.
Nein, ich hatte keinen Feiertag vergessen. Die waren alle nur gekommen, damit sie "Zeuge" des lauten PIEP würden - das war schon mal ganz sicher! Endlich durfte ich meine Apfelsaft-Wasser-Sprudelflaschen auf das Kassenband packen und somit schnell dem hektischen kurz-vor-Geschäftsschluss-Supermarkt-Trubel entfliehen. Doch nachdem ich bezahlt hatte, alles in den Einkaufswagen zurückgelegt hatte, gerade durch die Kassenzone weitergehen wollte machte es laut: P I E P!
O weh, obwohl ich mir ganz sicher war, nicht im nächsten Moment als Ladendiebin überführt zu werden und außerdem fest davon überzeugt war, dass ich keine Ladendiebin bin, war und werden würde, bekam ich eine Glühbirne, dass neben mir jede echte Glühbirne vor Neid erblassen würde.
"Kommen Sie bitte zurück!", forderte mich die komischerweise ebenso rotwangige Kassiererin auf.
"Na ... tür ... lich ...", stammelte ich verlegen, denn inzwischen richteten sich unzählige sensationslüsternde Augenpaare auf meine schamrote Wenigkeit. Also schlich ich wieder zurück, dicht gefolgt von der ebenso dunkelrot glühenden Merle. Nach Aufforderung ging ich wieder durch den "Kassensicherheits-PIEP-Bereich" und diesmal - dem lieben Herrgott sei es gedankt - war kein PIEP zu hören.
"Komisch ...", säuselte ich gerade vor Erleichterung schlagartig erblasst, als es wieder ganz laut und schrill P I E P! machte und mein kleines, inzwischen purpurrotes Merle-Mädchen, das Heulen begann. Zögerlich zog sie unter ihrer Jacke die Ursache für das laute und schrille P I E P hervor. Eine, in dicker Folie eingeschweißte Prepaid Karte! "Ich dachte ... ich dachte ... ich dachte ...die ...", stammelte sie von einer lauten Heulattacke geschüttelt. Die Kassiererin reagierte souverän und meinte: "Hängen Sie die Karte einfach wieder zurück und damit ist der Fall erledigt."
"Danke", meinte ich, doch für mich war der Fall noch lange nicht erledigt.Merle weinte die nächste Stunde ohne Unterbrechung. Obwohl sie uns - inzwischen auch glaubhaft - erklärt hatte, dass sie wirklich nicht wusste, dass man dafür etwas bezahlen musste und das "komische" Paket nur unter ihrer Jacke verborgen hatte, weil Mama ja immer sagte, sie soll nicht ständig "Reklamezettel" einstecken, die dann nur zu Hause rumfliegen und schließlich unseren Müllberg noch mehr anwachsen ließen, konnte sie sich einfach nicht beruhigen. Aus dem gemütlichen Familien-Fernseh-Abend wurde nichts. Dafür bin ich mir ganz sicher, dass Merle nie wieder ein lautes, schrilles P I E P verursachen wird.
"Was soll`s ...", gab ich schließlich nach und stand nur wenige Minuten später in Begleitung von Merle im Lebensmittelgroßmarkt in der - trotz der schon recht späten Uhrzeit - ewig langen Schlange an einer der Kassen. Hatte ich einen Feiertag vergessen? schoss es mir durch den Kopf.
Nein, ich hatte keinen Feiertag vergessen. Die waren alle nur gekommen, damit sie "Zeuge" des lauten PIEP würden - das war schon mal ganz sicher! Endlich durfte ich meine Apfelsaft-Wasser-Sprudelflaschen auf das Kassenband packen und somit schnell dem hektischen kurz-vor-Geschäftsschluss-Supermarkt-Trubel entfliehen. Doch nachdem ich bezahlt hatte, alles in den Einkaufswagen zurückgelegt hatte, gerade durch die Kassenzone weitergehen wollte machte es laut: P I E P!
O weh, obwohl ich mir ganz sicher war, nicht im nächsten Moment als Ladendiebin überführt zu werden und außerdem fest davon überzeugt war, dass ich keine Ladendiebin bin, war und werden würde, bekam ich eine Glühbirne, dass neben mir jede echte Glühbirne vor Neid erblassen würde.
"Kommen Sie bitte zurück!", forderte mich die komischerweise ebenso rotwangige Kassiererin auf.
"Na ... tür ... lich ...", stammelte ich verlegen, denn inzwischen richteten sich unzählige sensationslüsternde Augenpaare auf meine schamrote Wenigkeit. Also schlich ich wieder zurück, dicht gefolgt von der ebenso dunkelrot glühenden Merle. Nach Aufforderung ging ich wieder durch den "Kassensicherheits-PIEP-Bereich" und diesmal - dem lieben Herrgott sei es gedankt - war kein PIEP zu hören.
"Komisch ...", säuselte ich gerade vor Erleichterung schlagartig erblasst, als es wieder ganz laut und schrill P I E P! machte und mein kleines, inzwischen purpurrotes Merle-Mädchen, das Heulen begann. Zögerlich zog sie unter ihrer Jacke die Ursache für das laute und schrille P I E P hervor. Eine, in dicker Folie eingeschweißte Prepaid Karte! "Ich dachte ... ich dachte ... ich dachte ...die ...", stammelte sie von einer lauten Heulattacke geschüttelt. Die Kassiererin reagierte souverän und meinte: "Hängen Sie die Karte einfach wieder zurück und damit ist der Fall erledigt."
"Danke", meinte ich, doch für mich war der Fall noch lange nicht erledigt.Merle weinte die nächste Stunde ohne Unterbrechung. Obwohl sie uns - inzwischen auch glaubhaft - erklärt hatte, dass sie wirklich nicht wusste, dass man dafür etwas bezahlen musste und das "komische" Paket nur unter ihrer Jacke verborgen hatte, weil Mama ja immer sagte, sie soll nicht ständig "Reklamezettel" einstecken, die dann nur zu Hause rumfliegen und schließlich unseren Müllberg noch mehr anwachsen ließen, konnte sie sich einfach nicht beruhigen. Aus dem gemütlichen Familien-Fernseh-Abend wurde nichts. Dafür bin ich mir ganz sicher, dass Merle nie wieder ein lautes, schrilles P I E P verursachen wird.
Küsse von Merle
Es war um die Mittagszeit. Ich saß am Schreibtisch und machte eine Pause. Starrte einfach nur zum Fenster raus und dachte nach. Ich dachte nach und nach ... und war einfach nicht in der Lage, auch nur eine Zeile zu schreiben. Völlig lust- und antriebslos hockte ich da und starrte vor mich hin.
Und plötzlich hörte ich meine innerliche Stimme flüstern: "Du brauchst einen Trainer!" Stimmt! Besonders an diesen bestimmten Tagen. An denen einfach überhaupt nichts geht. Ich sitze, nein, ich hänge dann an meinem Schreibtisch, starre auf meinen PC, glotze und schiele hinein, als wäre mein Bildschirm ein tiefer Abgrund, dessen Dunkelheit mich jeden Moment verschlingen wollte.
Hat das überhaupt alles einen Sinn, frage ich mich dann verzweifelt, während meine Kinder in Begleitung von mindestens vier weiteren Kindern durchs Haus toben und das "Bitte-nicht stören"-Schild an meiner Tür völlig ignorieren. Während im Garten unser Hund kläfft, als ob eine Großfamilie Katzen sich dort nieder gelassen hätte. Während mein Mann alle zwei bis höchstens vier Minuten in mein Arbeitszimmer stürmt, um mich zu fragen, wo seine Socken, Brille, Zucker, Kaffee, Toilettenpapier und natürlich sein Kopf sich gerade befinden. Ich fühle mich dann so schwach und hilflos und sehne mich nach meinem Bett - und vor allen Dingen nach meiner Bettdecke. Aber bevor ich sie mir über den Kopf ziehen könnte, öffnete sich die Tür und er käme herein.
"Na, na, was ist denn hier los?", riefe er mir mit fester Stimme zu.
"Jetzt machen wir erst einmal das und dann dieses und später noch jenes und dann auf jeden Fall noch einiges. Danach geht es dir gleich viel besser!", würde er hinzu fügen. Und zu meinen Kindern würde er sagen: "Und ihr lasst die Mama mal ein bisschen ungestört schreiben!" Anschließend würde er sich meinen Mann vorknöpfen und ihm charmant, aber
mit Nachdruck sagen: "Und du hilfst deiner Frau beim Haushalt und suchst deine Sachen gefälligst selbst zusammen!"
Nachdem er mir den verspannten Nacken massiert hätte, hockte er sich neben mich und sagte: "Nun schreiben wir. Los fang an! Bring den Satz zu Ende. Ja super, der Absatz ist richtig gut! Mach weiter so. Mehr Verben, weniger Bandwurmsätze. Nein, nicht diesen Begriff. Ja, so ist es besser.
Bleib sitzen, lass die Kinder streiten.
Du brauchst jetzt keinen Kaffee und erst recht keinen Kuchen, denk an deine Hüften.
Schreib weiter, nur nicht ablenken lassen.
Lass den Hund kläffen, der Postbote kann sich selbst helfen.
Ignoriere das Telefon, es ist sowieso für die Kinder.
Bleib dran, alles andere ist unwichtig.
Nur noch ein paar Zeilen. Ja, gleich hast du es geschafft.
Mach weiter so. Glaub an dich. Du schaffst es, gib bloß nicht auf!
Jetzt, ja, jetzt hast du es geschafft. Ich bin stolz auf dich!"
Dann brächte er mir ein kühles Getränk, tupfte mir den Schweiß von der Stirn, verhandelte mit dem Verlag und lobte mich ausgiebig. Und sollte das alles natürlich nicht den gewünschten Erfolg bringen, dann würde ich ihn einfach entlassen und mir einen neuen Trainer suchen ...
Und gerade als ich bitter feststellen musste, dass eben nicht dieser Traummann von einem Trainer in mein Büro geschwebt kommen würde, öffnete sich trotzdem die Tür und ein sechsjähriges Mädchen mit Namen Merle und einer unglaublichen Zahnlücke trat ein und lächelte mich an. Sie gab ihrer Mama ein dicken Kuss und schon verschwendete ich nicht einen Gedanken mehr an irgendwelche Trainer, die genau so etwas verhindern würden. Wäre doch auch echt blöd, wenn mir dieser zuckersüße Kuss durch die Lappen gegangen wäre. Oder?
Und plötzlich hörte ich meine innerliche Stimme flüstern: "Du brauchst einen Trainer!" Stimmt! Besonders an diesen bestimmten Tagen. An denen einfach überhaupt nichts geht. Ich sitze, nein, ich hänge dann an meinem Schreibtisch, starre auf meinen PC, glotze und schiele hinein, als wäre mein Bildschirm ein tiefer Abgrund, dessen Dunkelheit mich jeden Moment verschlingen wollte.
Hat das überhaupt alles einen Sinn, frage ich mich dann verzweifelt, während meine Kinder in Begleitung von mindestens vier weiteren Kindern durchs Haus toben und das "Bitte-nicht stören"-Schild an meiner Tür völlig ignorieren. Während im Garten unser Hund kläfft, als ob eine Großfamilie Katzen sich dort nieder gelassen hätte. Während mein Mann alle zwei bis höchstens vier Minuten in mein Arbeitszimmer stürmt, um mich zu fragen, wo seine Socken, Brille, Zucker, Kaffee, Toilettenpapier und natürlich sein Kopf sich gerade befinden. Ich fühle mich dann so schwach und hilflos und sehne mich nach meinem Bett - und vor allen Dingen nach meiner Bettdecke. Aber bevor ich sie mir über den Kopf ziehen könnte, öffnete sich die Tür und er käme herein.
"Na, na, was ist denn hier los?", riefe er mir mit fester Stimme zu.
"Jetzt machen wir erst einmal das und dann dieses und später noch jenes und dann auf jeden Fall noch einiges. Danach geht es dir gleich viel besser!", würde er hinzu fügen. Und zu meinen Kindern würde er sagen: "Und ihr lasst die Mama mal ein bisschen ungestört schreiben!" Anschließend würde er sich meinen Mann vorknöpfen und ihm charmant, aber
mit Nachdruck sagen: "Und du hilfst deiner Frau beim Haushalt und suchst deine Sachen gefälligst selbst zusammen!"
Nachdem er mir den verspannten Nacken massiert hätte, hockte er sich neben mich und sagte: "Nun schreiben wir. Los fang an! Bring den Satz zu Ende. Ja super, der Absatz ist richtig gut! Mach weiter so. Mehr Verben, weniger Bandwurmsätze. Nein, nicht diesen Begriff. Ja, so ist es besser.
Bleib sitzen, lass die Kinder streiten.
Du brauchst jetzt keinen Kaffee und erst recht keinen Kuchen, denk an deine Hüften.
Schreib weiter, nur nicht ablenken lassen.
Lass den Hund kläffen, der Postbote kann sich selbst helfen.
Ignoriere das Telefon, es ist sowieso für die Kinder.
Bleib dran, alles andere ist unwichtig.
Nur noch ein paar Zeilen. Ja, gleich hast du es geschafft.
Mach weiter so. Glaub an dich. Du schaffst es, gib bloß nicht auf!
Jetzt, ja, jetzt hast du es geschafft. Ich bin stolz auf dich!"
Dann brächte er mir ein kühles Getränk, tupfte mir den Schweiß von der Stirn, verhandelte mit dem Verlag und lobte mich ausgiebig. Und sollte das alles natürlich nicht den gewünschten Erfolg bringen, dann würde ich ihn einfach entlassen und mir einen neuen Trainer suchen ...
Und gerade als ich bitter feststellen musste, dass eben nicht dieser Traummann von einem Trainer in mein Büro geschwebt kommen würde, öffnete sich trotzdem die Tür und ein sechsjähriges Mädchen mit Namen Merle und einer unglaublichen Zahnlücke trat ein und lächelte mich an. Sie gab ihrer Mama ein dicken Kuss und schon verschwendete ich nicht einen Gedanken mehr an irgendwelche Trainer, die genau so etwas verhindern würden. Wäre doch auch echt blöd, wenn mir dieser zuckersüße Kuss durch die Lappen gegangen wäre. Oder?
Hm ... lecker Kekse!
Liebe Mütter und vielleicht auch Väter, haben Sie schon einmal an der vorweihnachtlichen Kekse Backen-Stunde in der Schule teilgenommen? Wer diese Frage mit Ja beantworten kann, weiß vielleicht worauf ich hinaus will.
Für die anderen Kandidaten kommt hier ein kurzer Einblick und eine Warnung vorweg: Machen Sie es nicht!
Wenn sie jemals wieder voller Appetit in einen Keks beißen möchten, dann weigern sie sich an diesem Termin teilzunehmen. Trotz meiner zwei älteren Schulkinder, hatte ich mich bislang erfolgreich um dieses wunderbare Ereignis drücken können - bis Merle an der Reihe war.
"Mama, du musst!", erklärte sie mir mit Nachdruck.
Alles klar - weigern war unmöglich!, kombinierte ich haarscharf. Ich wurde in die zweite "Müttergruppe" (obwohl tatsächlich ein Vater anwesend war) eingeteilt und sollte pünktlich zur dritten Unterrichtsstunde in der Schulküche erscheinen. Schon von draußen hörte ich die herzerweichenden Klänge von "In der Weihnachtsbäckerei". Ich öffnete fröhlich die Tür und trat ein. Einige Kinder (unter ihnen auch Merle) waren bereits fleißig dabei, den (von den Müttern mitgebrachten) Teig auszurollen oder Kekse auszustechen oder die bereits fertig gebackenen Kekse mit Glasur und Streuseln zu verzieren. Ich gesellte mich zu Merle, die am "Ausstechtisch" stand. Neben ihr ein Junge mit unglaublich schmutzigen Händen. Ich übersah sie und beschloss genau darauf zu achten, welche Kekse er angefasst hatte. Ich überlegte mir sogar, ob ich die Kekse nicht irgendwie markieren könnte, verwarf diesen Gedanken aber schnell wieder, weil ich gerade ein Mädchen beobachtete, die voller Elan in der Nase popelte und anschließend ... ich kann es einfach nicht aussprechen (schreiben). Doch während ich mich noch mächtig ekelte, fiel dem Jungen daneben, ein bisschen Teig auf den Boden. Der Boden war ziemlich dreckig (zahlreiche Kinderschuhabdrücke ... ist doch wohl klar und auch völlig okay). Er hob ihn wieder auf und mischte ihn unter den anderen Teig. Ich spürte ein Würgen in der Kehle und drehte mich deshalb ein bisschen zur Seite. Aber nur, um ein süßes, blondes Mädchen mit Namen Merle dabei zu beobachten, wie sie sich die Finger ableckte, (und zwar richtig) um anschließend damit, (mit den ordentlich abgeschleckten Fingern) den Teig durchzukneten. Eine Mutter kam vorbei und steckte sich einen Keks genussvoll in den Mund - mir wurde schlecht. "Möchtest du auch einen Keks?", meinte sie und hielt mir die Keksdose hin. Ich lehnte dankend ab und begründete meinen rundlichen Po mit zu vielen Keksen und das sich dieser Zustand unbedingt ändern müsste. Wir lachten gemeinsam und sie steckte sich einen weiteren Keks, aus dem eindeutig ein langes Haar hervorstand, in den Mund. Ich verabschiedete mich kurz auf`s WC und spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht. Als ich in den Raum zurückkehrte, trafen gerade die nächsten Backkinder in der Schulküche ein. Merle war schon verschwunden - zurück in den Unterricht. Ich beneidete sie. "Antje, Merle hat ihre Kekstüte vergessen. Nimmst du sie bitte mit!", sprach mich die "Oberbackmutter" an und übergab mir eine prallgefüllte Tüte, in der sich die selbsthergestellten Kekse befanden. Ich nickte.
"Wenn du möchtest, kannst du gerne noch mehr mitnehmen. Wir haben diesmal
echt viel zu viel gebacken."
"Ach ... nee ... lass mal ...", stotterte ich und schnappte mir ein Geschirrtuch. Die restlichen Minuten verbrachte ich am Waschbecken mit Spülen und Abtrocknen. Dann durfte ich gehen - die nächste "Mütterrunde" war an der Reihe.
Ich ging zum Parkplatz. Direkt neben meinem Auto befand sich ein Mülleimer - ich schämte mich kurz und warf die Tüte mit den Keksen hinein. Dann fiel mir ein, was ich meinen Kindern immer predigte und holte die Tüte wieder heraus. Ich fuhr los und landete am Ententeich. Die Enten dankten es mit mit lauten Schmatzgeräuschen und ich verabschiedet mich
wieder. Kurze Zeit später kam Merle von der Schule.
"Wo sind die Kekse?", wollte sie sofort von mir erfahren.
"Oh, Merle", log ich ohne rot zu werden, "die habe ich alle aufgegessen. Entschuldige bitte. Ich kaufe später neue Kekse, ja?"
Sie schaute mich kurz prüfend an. Dann lächelte sie und wühlte in ihrem Tornister herum.
"Macht nichts. Ich habe noch zwei Tüten mitgebracht. Hier", sie hielt mir eine der Tüten hin, "die ist nur für dich. Iss doch gleich mal einen Keks."
"Ich bin sooo satt", log ich und schämte mich mächtig. Merle legte die Kekstüten auf den Tisch, wo sie später - aus unerklärlichen Gründen - einfach zu Boden fielen und unserer lieben Labradorhündin Lisa zum Opfer wurden.
Guten Appetit!
Für die anderen Kandidaten kommt hier ein kurzer Einblick und eine Warnung vorweg: Machen Sie es nicht!
Wenn sie jemals wieder voller Appetit in einen Keks beißen möchten, dann weigern sie sich an diesem Termin teilzunehmen. Trotz meiner zwei älteren Schulkinder, hatte ich mich bislang erfolgreich um dieses wunderbare Ereignis drücken können - bis Merle an der Reihe war.
"Mama, du musst!", erklärte sie mir mit Nachdruck.
Alles klar - weigern war unmöglich!, kombinierte ich haarscharf. Ich wurde in die zweite "Müttergruppe" (obwohl tatsächlich ein Vater anwesend war) eingeteilt und sollte pünktlich zur dritten Unterrichtsstunde in der Schulküche erscheinen. Schon von draußen hörte ich die herzerweichenden Klänge von "In der Weihnachtsbäckerei". Ich öffnete fröhlich die Tür und trat ein. Einige Kinder (unter ihnen auch Merle) waren bereits fleißig dabei, den (von den Müttern mitgebrachten) Teig auszurollen oder Kekse auszustechen oder die bereits fertig gebackenen Kekse mit Glasur und Streuseln zu verzieren. Ich gesellte mich zu Merle, die am "Ausstechtisch" stand. Neben ihr ein Junge mit unglaublich schmutzigen Händen. Ich übersah sie und beschloss genau darauf zu achten, welche Kekse er angefasst hatte. Ich überlegte mir sogar, ob ich die Kekse nicht irgendwie markieren könnte, verwarf diesen Gedanken aber schnell wieder, weil ich gerade ein Mädchen beobachtete, die voller Elan in der Nase popelte und anschließend ... ich kann es einfach nicht aussprechen (schreiben). Doch während ich mich noch mächtig ekelte, fiel dem Jungen daneben, ein bisschen Teig auf den Boden. Der Boden war ziemlich dreckig (zahlreiche Kinderschuhabdrücke ... ist doch wohl klar und auch völlig okay). Er hob ihn wieder auf und mischte ihn unter den anderen Teig. Ich spürte ein Würgen in der Kehle und drehte mich deshalb ein bisschen zur Seite. Aber nur, um ein süßes, blondes Mädchen mit Namen Merle dabei zu beobachten, wie sie sich die Finger ableckte, (und zwar richtig) um anschließend damit, (mit den ordentlich abgeschleckten Fingern) den Teig durchzukneten. Eine Mutter kam vorbei und steckte sich einen Keks genussvoll in den Mund - mir wurde schlecht. "Möchtest du auch einen Keks?", meinte sie und hielt mir die Keksdose hin. Ich lehnte dankend ab und begründete meinen rundlichen Po mit zu vielen Keksen und das sich dieser Zustand unbedingt ändern müsste. Wir lachten gemeinsam und sie steckte sich einen weiteren Keks, aus dem eindeutig ein langes Haar hervorstand, in den Mund. Ich verabschiedete mich kurz auf`s WC und spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht. Als ich in den Raum zurückkehrte, trafen gerade die nächsten Backkinder in der Schulküche ein. Merle war schon verschwunden - zurück in den Unterricht. Ich beneidete sie. "Antje, Merle hat ihre Kekstüte vergessen. Nimmst du sie bitte mit!", sprach mich die "Oberbackmutter" an und übergab mir eine prallgefüllte Tüte, in der sich die selbsthergestellten Kekse befanden. Ich nickte.
"Wenn du möchtest, kannst du gerne noch mehr mitnehmen. Wir haben diesmal
echt viel zu viel gebacken."
"Ach ... nee ... lass mal ...", stotterte ich und schnappte mir ein Geschirrtuch. Die restlichen Minuten verbrachte ich am Waschbecken mit Spülen und Abtrocknen. Dann durfte ich gehen - die nächste "Mütterrunde" war an der Reihe.
Ich ging zum Parkplatz. Direkt neben meinem Auto befand sich ein Mülleimer - ich schämte mich kurz und warf die Tüte mit den Keksen hinein. Dann fiel mir ein, was ich meinen Kindern immer predigte und holte die Tüte wieder heraus. Ich fuhr los und landete am Ententeich. Die Enten dankten es mit mit lauten Schmatzgeräuschen und ich verabschiedet mich
wieder. Kurze Zeit später kam Merle von der Schule.
"Wo sind die Kekse?", wollte sie sofort von mir erfahren.
"Oh, Merle", log ich ohne rot zu werden, "die habe ich alle aufgegessen. Entschuldige bitte. Ich kaufe später neue Kekse, ja?"
Sie schaute mich kurz prüfend an. Dann lächelte sie und wühlte in ihrem Tornister herum.
"Macht nichts. Ich habe noch zwei Tüten mitgebracht. Hier", sie hielt mir eine der Tüten hin, "die ist nur für dich. Iss doch gleich mal einen Keks."
"Ich bin sooo satt", log ich und schämte mich mächtig. Merle legte die Kekstüten auf den Tisch, wo sie später - aus unerklärlichen Gründen - einfach zu Boden fielen und unserer lieben Labradorhündin Lisa zum Opfer wurden.
Guten Appetit!
Weil...
"Ich möchte einen Nintendo für die Hand und so ein Spiel mit Hunden!", erklärte mir Merle.
"Warum wünscht du dir ein Spiel mit Hunden, wenn wir doch einen echten und sehr netten Hund unseren eigenen nennen können?", möchte ich von Merle erfahren.
"Weil ..."
Weil ... ist Merles momentane absolute Lieblingsantwort.
"Merle, warum hast du dein Zimmer nicht aufgeräumt?"
"Weil ..."
"Merle, warum möchtest du keine Kartoffeln essen?"
"Weil ..."
Und so weiter. Weil ... und das wars. Mehr Informationen gibt’s von ihr nicht. Damit müssen wir uns schlicht und ergreifend zufrieden geben. Wobei "Weil ..." noch nicht einmal eine schlechte Antwort ist. Schließlich lässt sie viel Platz für eigene Gedanken.
Neulich las ich, dass man Kindern nicht immer alle Antworten auf die Fragen des Lebens präsentieren sollte. Sie verlernen sonst selbst nach Antworten zu forschen und zu suchen - und somit entwickeln sie keine eigenen Gedanken und Ideen. Sie verlernen einfach das Philosophieren, wenn wir ihnen alles beantworten und vorgeben. Es bleibt kein Platz für
Fantasie.Wenn ich also mit diesem Wissen gespickt Merles "Weil ..." genauer betrachte, dann ist diese Antwort doch echt nett von ihr. Sie lässt uns damit viel Platz für eigene Gedanken und Antworten. Sie verhilft uns damit zum Philosophieren. Gibt es vielleicht einen tieferen Grund warum Merle nicht aufräumen möchte? Warum muss man überhaupt aufräumen? Sollten Kinder im Alter von sechs Jahren aufräumen? Warum müssen Mütter aufräumen? Warum muss ich aufräumen? Was hat das Aufräumen überhaupt für einen Sinn? Ja, ich frage nach dem Sinn! Warum aufräumen, wenn im nächsten Moment sowieso wieder alles unordentlich ist?
Ja, ja, von unseren Kindern können wir lernen. Warum? Weil ...
"Warum wünscht du dir ein Spiel mit Hunden, wenn wir doch einen echten und sehr netten Hund unseren eigenen nennen können?", möchte ich von Merle erfahren.
"Weil ..."
Weil ... ist Merles momentane absolute Lieblingsantwort.
"Merle, warum hast du dein Zimmer nicht aufgeräumt?"
"Weil ..."
"Merle, warum möchtest du keine Kartoffeln essen?"
"Weil ..."
Und so weiter. Weil ... und das wars. Mehr Informationen gibt’s von ihr nicht. Damit müssen wir uns schlicht und ergreifend zufrieden geben. Wobei "Weil ..." noch nicht einmal eine schlechte Antwort ist. Schließlich lässt sie viel Platz für eigene Gedanken.
Neulich las ich, dass man Kindern nicht immer alle Antworten auf die Fragen des Lebens präsentieren sollte. Sie verlernen sonst selbst nach Antworten zu forschen und zu suchen - und somit entwickeln sie keine eigenen Gedanken und Ideen. Sie verlernen einfach das Philosophieren, wenn wir ihnen alles beantworten und vorgeben. Es bleibt kein Platz für
Fantasie.Wenn ich also mit diesem Wissen gespickt Merles "Weil ..." genauer betrachte, dann ist diese Antwort doch echt nett von ihr. Sie lässt uns damit viel Platz für eigene Gedanken und Antworten. Sie verhilft uns damit zum Philosophieren. Gibt es vielleicht einen tieferen Grund warum Merle nicht aufräumen möchte? Warum muss man überhaupt aufräumen? Sollten Kinder im Alter von sechs Jahren aufräumen? Warum müssen Mütter aufräumen? Warum muss ich aufräumen? Was hat das Aufräumen überhaupt für einen Sinn? Ja, ich frage nach dem Sinn! Warum aufräumen, wenn im nächsten Moment sowieso wieder alles unordentlich ist?
Ja, ja, von unseren Kindern können wir lernen. Warum? Weil ...
Ein Haus voller berühmter Autoren!
In der Nacht von Samstag auf Sonntag konnte Merle nicht schlafen. Immer wieder wurde sie wach und hoffte, dass es bereits morgens sein würde. Und jedes Mal wenn sie wach wurde, kam sie an unser Bett getapert und stellte die Frage: "Mama, bist du wach?"
"Nein", erwiderte ich dann jedes Mal mürrisch und hoffte, dass sie mir glaubten würde.
"Wie lange dauert es noch?", fuhr sie dennoch fort.
"Sie kommen erst am Nachmittag. Geh jetzt wieder in dein Bett, Merle."
Schließlich gelang es uns (vor allem Merle) die Nacht irgendwie hinter uns
zu bringen.Doch der Vormittag, Mittag und frühe Nachmittag zog sich wie Kaugummi hin und Merle wurde langsam aber sicher immer unzufriedener.
"Wann kommen sie?", stellte sie gegen drei Uhr zum wiederholten Male diese Frage und diesmal klang ihre Stimme fast ein bisschen hysterisch dabei. Mir blieb eine Antwort erspart, denn genau in diesem Moment kam ein Wagen in unsere Einfahrt gefahren und heraus stieg er: Stefan! Kurze Zeit später kam sie: Kathrin! Und dann saßen wir alle zusammen am Tisch, zündeten die erste Adventskerze an und quatschten und lachten was das Zeug hielt. Wir unterhielten uns über unsere aktuellen Buchprojekte und Stefan erzählte ausführlich von seiner Lesereise, auf der er sich gerade befand und die ihn in unsere Nähe gebracht hatte. Während Merles großen Geschwister sich ihre Autogrammwünsche erfüllen ließen und Stefan sogar zu einer kurzen Lesung überreden konnten, saß Merle einfach nur da und sah die beiden berühmten Autoren an. Ihre Wangen glühten vor Aufregung, ihre dunklen Kulleraugen glänzten und ihre kleinen Finger schienen sogar ein wenig zu zittern. Immer wieder stellten Stefan und auch Kathrin Merle Fragen oder versuchten ein Gespräch mit ihr anzufangen. Doch Merle schwieg beharrlich. Selbst als Merle am Abend zu Bett ging und Stefan sie fragte, ob er sie am nächsten Morgen noch sehen würde, um sich von ihr zu verabschieden,
antworte Merle nicht. Am nächsten Morgen weigerte sie sich dann sogar runter zu kommen und gemeinsam mit Stefan und uns zu frühstücken. Erst als Stefan sich gegen 7:00 Uhr morgens auf den Weg machte, um im nahegelegenen Göttingen seine Lesereise fortzusetzen, fand Merle ihre Stimme wieder.
"Merle, warum hast du denn mit Stefan und Kathrin nicht gesprochen?", wollte mein Mann von ihr erfahren.
"Aber Papa", meinte sie mit völlig entrüstetem Gesichtsausdruck, "das waren doch berühmte Autoren. Mit denen spricht man doch nicht!"
"Nein", erwiderte ich dann jedes Mal mürrisch und hoffte, dass sie mir glaubten würde.
"Wie lange dauert es noch?", fuhr sie dennoch fort.
"Sie kommen erst am Nachmittag. Geh jetzt wieder in dein Bett, Merle."
Schließlich gelang es uns (vor allem Merle) die Nacht irgendwie hinter uns
zu bringen.Doch der Vormittag, Mittag und frühe Nachmittag zog sich wie Kaugummi hin und Merle wurde langsam aber sicher immer unzufriedener.
"Wann kommen sie?", stellte sie gegen drei Uhr zum wiederholten Male diese Frage und diesmal klang ihre Stimme fast ein bisschen hysterisch dabei. Mir blieb eine Antwort erspart, denn genau in diesem Moment kam ein Wagen in unsere Einfahrt gefahren und heraus stieg er: Stefan! Kurze Zeit später kam sie: Kathrin! Und dann saßen wir alle zusammen am Tisch, zündeten die erste Adventskerze an und quatschten und lachten was das Zeug hielt. Wir unterhielten uns über unsere aktuellen Buchprojekte und Stefan erzählte ausführlich von seiner Lesereise, auf der er sich gerade befand und die ihn in unsere Nähe gebracht hatte. Während Merles großen Geschwister sich ihre Autogrammwünsche erfüllen ließen und Stefan sogar zu einer kurzen Lesung überreden konnten, saß Merle einfach nur da und sah die beiden berühmten Autoren an. Ihre Wangen glühten vor Aufregung, ihre dunklen Kulleraugen glänzten und ihre kleinen Finger schienen sogar ein wenig zu zittern. Immer wieder stellten Stefan und auch Kathrin Merle Fragen oder versuchten ein Gespräch mit ihr anzufangen. Doch Merle schwieg beharrlich. Selbst als Merle am Abend zu Bett ging und Stefan sie fragte, ob er sie am nächsten Morgen noch sehen würde, um sich von ihr zu verabschieden,
antworte Merle nicht. Am nächsten Morgen weigerte sie sich dann sogar runter zu kommen und gemeinsam mit Stefan und uns zu frühstücken. Erst als Stefan sich gegen 7:00 Uhr morgens auf den Weg machte, um im nahegelegenen Göttingen seine Lesereise fortzusetzen, fand Merle ihre Stimme wieder.
"Merle, warum hast du denn mit Stefan und Kathrin nicht gesprochen?", wollte mein Mann von ihr erfahren.
"Aber Papa", meinte sie mit völlig entrüstetem Gesichtsausdruck, "das waren doch berühmte Autoren. Mit denen spricht man doch nicht!"
ABC
wer hat`s erfunden?
Neulich überraschte mich Merle mal wieder mit einer ganz besonderen Frage.
"Mama, wer hat eigentlich das ABC erfunden?"
"Hm lass mich mal nachdenken. Die Griechen haben dem Alpabeth seinen Namen gegeben. Im Griechischen heißen nämlich die ersten beiden Buchstaben alpha und beta und daraus entstand dann der Name Alpabeth. Aber entstanden ist es vor etwa 3600 Jahren im nahen Osten. Durch seefahrende Kaufleute erfuhren dann auch andere Völker von dieser tollen Erfindung. Damals waren es übrigens nur 22 Buchstaben. Heute sind es 26."
"Und welchen Buchstaben brauchen wir am meisten?", wollte Merle ebenfalls
wissen.
"Oh, da muss ich selbst erstmal nachdenken sicherlich ist es nicht das Q und garantiert nicht das X. Y kommt auch eher selten vor."
"Aber welcher Buchstabe kann es dann wohl sein?"
"Jetzt fällt es mir wieder ein. Es ist das E!"
"Hm ", Merle schaute mich nachdenklich an. Ihrem Gesicht war eindeutig abzulesen, dass die fröhliche Fragestunde noch lange kein Ende haben würde.
"Kannst du das beweisen?"
"Was?"
"Das es das E ist!"
"Wenn du schon sehr gut schreiben und lesen könntest, dann könnte ich es
dir beweisen."
"Wie denn?", Merles hatte inzwischen ihren "Ich glaube dir kein Wort" Blick aufgesetzt.
"Wenn du schon gut lesen könntest, dann würde dir auffallen, dass es kaum einen Satz gibt, der ohne E auskommt."
"Ach na ja, wenn ich erst einmal gut lesen und schreiben kann, dann werde ich das überprüfen", meinte sie misstrauisch.
"Mach das."
Merle verließ das Zimmer und ich versuchte mich wieder auf meine Arbeit zu konzentrieren.
Allerdings stand sie Sekunden später wieder vor meinem Schreibtisch und präsentierte mir eine erneute Frage zu dem Thema, das sie momentan
scheinbar brennend interessierte.
"Und warum gibt es große und kleine Buchstaben?"
Uff, machte ich innerlich.
"Puh", sagte ich laut.
"Das erleichtert das Lesen. Deshalb werden auch am Satzanfang die Wörter immer groß geschrieben. Dadurch sieht man dann sofort, dass ein neuer Satz anfängt und man auf die Betonung achten muss. Und außerdem werden natürlich durch die Großschreibung bestimmte Wörter gekennzeichnet, zum Beispiel Nomen."
Ich war mir sicher, dass sie diese Antwort keinesfalls zufrieden stellen würde - zumal Merle noch nicht einmal wusste, dass es Nomen gab. Schließlich geht sie erst seit einem halben Jahr zur Schule. Doch zu meiner Überraschung meinte sie: "Ach so", und ging tatsächlich in ihr Zimmer. Ich blieb zurück - mit der schrecklichen Angst im Nacken - sie könnte zurück kommen und mir ähnliche Fragen zum Thema Mathematik stellen.
Dann würde mir nur noch die Flucht bleiben!
"Mama, wer hat eigentlich das ABC erfunden?"
"Hm lass mich mal nachdenken. Die Griechen haben dem Alpabeth seinen Namen gegeben. Im Griechischen heißen nämlich die ersten beiden Buchstaben alpha und beta und daraus entstand dann der Name Alpabeth. Aber entstanden ist es vor etwa 3600 Jahren im nahen Osten. Durch seefahrende Kaufleute erfuhren dann auch andere Völker von dieser tollen Erfindung. Damals waren es übrigens nur 22 Buchstaben. Heute sind es 26."
"Und welchen Buchstaben brauchen wir am meisten?", wollte Merle ebenfalls
wissen.
"Oh, da muss ich selbst erstmal nachdenken sicherlich ist es nicht das Q und garantiert nicht das X. Y kommt auch eher selten vor."
"Aber welcher Buchstabe kann es dann wohl sein?"
"Jetzt fällt es mir wieder ein. Es ist das E!"
"Hm ", Merle schaute mich nachdenklich an. Ihrem Gesicht war eindeutig abzulesen, dass die fröhliche Fragestunde noch lange kein Ende haben würde.
"Kannst du das beweisen?"
"Was?"
"Das es das E ist!"
"Wenn du schon sehr gut schreiben und lesen könntest, dann könnte ich es
dir beweisen."
"Wie denn?", Merles hatte inzwischen ihren "Ich glaube dir kein Wort" Blick aufgesetzt.
"Wenn du schon gut lesen könntest, dann würde dir auffallen, dass es kaum einen Satz gibt, der ohne E auskommt."
"Ach na ja, wenn ich erst einmal gut lesen und schreiben kann, dann werde ich das überprüfen", meinte sie misstrauisch.
"Mach das."
Merle verließ das Zimmer und ich versuchte mich wieder auf meine Arbeit zu konzentrieren.
Allerdings stand sie Sekunden später wieder vor meinem Schreibtisch und präsentierte mir eine erneute Frage zu dem Thema, das sie momentan
scheinbar brennend interessierte.
"Und warum gibt es große und kleine Buchstaben?"
Uff, machte ich innerlich.
"Puh", sagte ich laut.
"Das erleichtert das Lesen. Deshalb werden auch am Satzanfang die Wörter immer groß geschrieben. Dadurch sieht man dann sofort, dass ein neuer Satz anfängt und man auf die Betonung achten muss. Und außerdem werden natürlich durch die Großschreibung bestimmte Wörter gekennzeichnet, zum Beispiel Nomen."
Ich war mir sicher, dass sie diese Antwort keinesfalls zufrieden stellen würde - zumal Merle noch nicht einmal wusste, dass es Nomen gab. Schließlich geht sie erst seit einem halben Jahr zur Schule. Doch zu meiner Überraschung meinte sie: "Ach so", und ging tatsächlich in ihr Zimmer. Ich blieb zurück - mit der schrecklichen Angst im Nacken - sie könnte zurück kommen und mir ähnliche Fragen zum Thema Mathematik stellen.
Dann würde mir nur noch die Flucht bleiben!
Oh je, Elternsprechtag!
Der erste Elternsprechtag liegt hinter uns - Merle und mir! Ich war auf einiges gefasst und alles vorbereitet. Heraus gekommen ist eine große Überraschung und ein blaues Kinn.
Bitte nicht erschrecken, natürlich habe ich mit Merles blauem Kinn nichts zu tun. Schuld war der Stuhl, der einfach beim Kippeln nach hinten weggerutscht ist und somit Merles Kinn auf die Tischkante aufschlagen ließ.
Hm ... nicht nur Merles ständige Kippeln hatte mich in den letzten Tagen ziemlich nachdenklich gestimmt - manchmal kam mir Merle etwas "schulunreif" vor. Besonders dann, wenn es um das Thema Hausaufgaben ging. Umso näher also der erste Elternsprechtag rückte, umso unsicherer wurde ich und stellte mir immer öfter die Frage: War die Entscheidung richtig, Merle so früh einschulen zu lassen?
Pünktlich um 15:50 stand ich dann vor der Klassenzimmertür und wartete geduldig bis ich endlich an der Reihe war. Merles Lehrerin begrüßte mich freundlich und erwähnte ganz nebenbei, ob ich sehr erschrocken über Merles lädiertes Kinn gewesen wäre. Oh Schreck! Welches lädierte Kinn? Mir Rabenmutter war doch wirklich und wahrhaftig kein Wehwehchen an meiner temperamentvollen Tochter aufgefallen. Doch lange Zeit zum "peinlich berührt" sein blieb mir nicht, denn schon startete die liebe "Merle Lehrerin" einen weiteren Angriff auf mein sensibles Mutterseelchen. Sie kramte einen Zettel hervor, welchen sie mir prompt unter die Nase hielt. Dort standen Zahlen zwischen 1 und 10. Eindeutig waren diese Zahlen Merles kreativen Ader entsprungen, denn einige von ihnen waren falsch herum geschrieben.Doch eh ich zu einer langen und entschuldigenden Erklärung ansetzen konnte, legte die nette Merle Lehrerin einen weiteren Zettel auf den Tisch. Auch wieder Merles Schrift. Drei kurze Sätze standen darauf. Alle drei stammten eindeutig von Merle, alle drei waren völlig fehlerfrei und alle drei hatte sie gestern in der Schule (ihre erstes Diktat) geschrieben. "Ist das nicht toll? Merle hat als einziges Kind alle drei Sätze fehlerfrei geschrieben!", strahle mich die noch viel nettere Merle Lehrerin an. Mein stolzes Mutterherz wollte fast aus meiner Brust springen. Ich strahlte zurück, was das Zeug hielt, bis ein kurzer erneuter Blick meinerseits auf das Zahlenblatt mich plötzlich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holte. "Und die Zahlen ...?", mehr brachte ich nicht hervor. "Kein Grund zur Sorge. Das lernt sie auch noch. Freuen sie sich doch einfach über das, was Merle schon kann und bei den anderen Sachen wird der berühmte "Groschen" auch noch fallen!" Hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Merle Lehrerin unglaublich gerne mag? Ach, ich wünsche einfach allen Kindern eine solche Lehrerin. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich dann meinen Job als Lerntherapeutin bald an den Nagel hängen könnte - der Bedarf würde sicherlich um ein Großteil zurückgehen.
In diesem Sinne, liebe Eltern und vor allen Dingen LehrerInnen:
Ein Test (in welcher Art auch immer) soll den Kindern zeigen, was sie schon alles können und nicht, was sie nicht können! Lernen ist am besten mit positiven Emotionen und Gedanken möglich - Lernen ist und soll ein Geschenk sein und keine Strafe.
Bitte nicht erschrecken, natürlich habe ich mit Merles blauem Kinn nichts zu tun. Schuld war der Stuhl, der einfach beim Kippeln nach hinten weggerutscht ist und somit Merles Kinn auf die Tischkante aufschlagen ließ.
Hm ... nicht nur Merles ständige Kippeln hatte mich in den letzten Tagen ziemlich nachdenklich gestimmt - manchmal kam mir Merle etwas "schulunreif" vor. Besonders dann, wenn es um das Thema Hausaufgaben ging. Umso näher also der erste Elternsprechtag rückte, umso unsicherer wurde ich und stellte mir immer öfter die Frage: War die Entscheidung richtig, Merle so früh einschulen zu lassen?
Pünktlich um 15:50 stand ich dann vor der Klassenzimmertür und wartete geduldig bis ich endlich an der Reihe war. Merles Lehrerin begrüßte mich freundlich und erwähnte ganz nebenbei, ob ich sehr erschrocken über Merles lädiertes Kinn gewesen wäre. Oh Schreck! Welches lädierte Kinn? Mir Rabenmutter war doch wirklich und wahrhaftig kein Wehwehchen an meiner temperamentvollen Tochter aufgefallen. Doch lange Zeit zum "peinlich berührt" sein blieb mir nicht, denn schon startete die liebe "Merle Lehrerin" einen weiteren Angriff auf mein sensibles Mutterseelchen. Sie kramte einen Zettel hervor, welchen sie mir prompt unter die Nase hielt. Dort standen Zahlen zwischen 1 und 10. Eindeutig waren diese Zahlen Merles kreativen Ader entsprungen, denn einige von ihnen waren falsch herum geschrieben.Doch eh ich zu einer langen und entschuldigenden Erklärung ansetzen konnte, legte die nette Merle Lehrerin einen weiteren Zettel auf den Tisch. Auch wieder Merles Schrift. Drei kurze Sätze standen darauf. Alle drei stammten eindeutig von Merle, alle drei waren völlig fehlerfrei und alle drei hatte sie gestern in der Schule (ihre erstes Diktat) geschrieben. "Ist das nicht toll? Merle hat als einziges Kind alle drei Sätze fehlerfrei geschrieben!", strahle mich die noch viel nettere Merle Lehrerin an. Mein stolzes Mutterherz wollte fast aus meiner Brust springen. Ich strahlte zurück, was das Zeug hielt, bis ein kurzer erneuter Blick meinerseits auf das Zahlenblatt mich plötzlich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holte. "Und die Zahlen ...?", mehr brachte ich nicht hervor. "Kein Grund zur Sorge. Das lernt sie auch noch. Freuen sie sich doch einfach über das, was Merle schon kann und bei den anderen Sachen wird der berühmte "Groschen" auch noch fallen!" Hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Merle Lehrerin unglaublich gerne mag? Ach, ich wünsche einfach allen Kindern eine solche Lehrerin. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich dann meinen Job als Lerntherapeutin bald an den Nagel hängen könnte - der Bedarf würde sicherlich um ein Großteil zurückgehen.
In diesem Sinne, liebe Eltern und vor allen Dingen LehrerInnen:
Ein Test (in welcher Art auch immer) soll den Kindern zeigen, was sie schon alles können und nicht, was sie nicht können! Lernen ist am besten mit positiven Emotionen und Gedanken möglich - Lernen ist und soll ein Geschenk sein und keine Strafe.
Schnupfen, Husten, Heiserkeit ...
hat Einzug in unsere Kinderzimmer und somit in unsere gesamte Familie gehalten. Es fing ganz harmlos an; am Abend klagte Merle über leichte Bauchschmerzen und wollte (außer Pfefferminztee) absolut nichts Ess- oder Trinkbares zu sich nehmen. Ein bisschen Schnupfen, Husten und Heiserkeit kam auch noch dazu, also schnell ins kuschelige Bettchen, Pippi Langstrumpf in den Arm gekuschelt, Rücken und Brust mit Wick eingerieben, Wärmflasche (auch in Pippi-Design) mit unter die Decke genommen und schon schlief Merle tief und fest bis, ja bis zum Schnupfen, Husten, Heiserkeit die Übelkeit dazu kam. Um genau 22:30 Uhr überkam sie Merle in Form eines gewaltigen Schwalles, der sich flächendeckend über Merles Schlafanzug, Bettdecke, Kissen, Pippi, und sogar auf dem Laken ausbreitete. Nachdem es mir gelungen war Merles verzweifelte Tränen zu trocknen, sie von den beschmierten Klamotten zu befreien, von oben bis unten abzuwaschen, neu einzukleiden, wieder zu trösten, ihr zu versichern, dass alles nicht so schlimm sei und Pippi nach dem Waschmaschinenbesuch wieder ganz "die Alte" sein würde, Bettzeug auszutauschen, alles runter in die Waschküche zu schleppen und Merle noch schnell eine kleine "Gute-Nacht-Geschichte" vorzulesen, rief Merles großer Bruder aus dem Nebenzimmer nach seiner Mutter. Was nicht ganz richtig war er würgte nach mir. Um die Nacht perfekt zu machen, beschloss auch Merles große Schwester ins allgemeine Würgen und sich übergeben einzustimmen.
Die Nacht wurde lang, schlaflos, tränen- und wäschereich ... und alles nur wegen "des bisschen" Schnupfen, Husten und Heiserkeit, meinte Merle am nächsten Morgen - kurz bevor sie die Übelkeit erneut überkam ... direkt in Mamas bis dahin sauberes Bett.
Die Nacht wurde lang, schlaflos, tränen- und wäschereich ... und alles nur wegen "des bisschen" Schnupfen, Husten und Heiserkeit, meinte Merle am nächsten Morgen - kurz bevor sie die Übelkeit erneut überkam ... direkt in Mamas bis dahin sauberes Bett.
Die wichtigen Fragen des Lebens!
Bis vor kurzem war ich der Ansicht, ich sei durchaus in der Lage, Merles vielfältigen Fragen ohne großes Nachrecherchieren beantworten zu können. Ich war auch voller Hoffnung, dass dies noch eine Weile so bleiben würde. Was für ein trügerischer Gedanke, denn ich bin bereits jetzt mit meinem Latein am Ende - und das, obwohl Merle in der ersten Klasse noch nicht einmal mit dem Latein angefangen hat.
Ich weiß zwar, was der Unterschied zwischen einem Adverb und einem Adjektiv ist, ich kenne mich auch ganz gut aus mit den unterschiedlichsten Lernmethoden und einigen anderen pädagogisch wertvollen Dingen, ich hab nur leider das Gefühl, ich hab von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens nicht den geringsten Schimmer! Ich weiß nämlich nicht, warum die Autos auf unserer Straße bei regnerischem Wetter mehr stinken als sonst. Ich weiß auch nicht, warum gerade unser Hund sterben musste und wie es zu erklären ist, dass unsere Spülmaschine ständig kaputt ist - von der geheimnisvollen Waschmaschine, die nur jeweils wieder eine Socke ausspukt, möchte ich gar nicht weiter erzählen.
Nur, all das (und noch vieles mehr) möchte Merle unbedingt wissen ...
Am besten wird es wohl sein, wenn ich einen Fortbildungskurs mit dem Titel: Die wichtigen Fragen des Lebens, belege.
Ich weiß zwar, was der Unterschied zwischen einem Adverb und einem Adjektiv ist, ich kenne mich auch ganz gut aus mit den unterschiedlichsten Lernmethoden und einigen anderen pädagogisch wertvollen Dingen, ich hab nur leider das Gefühl, ich hab von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens nicht den geringsten Schimmer! Ich weiß nämlich nicht, warum die Autos auf unserer Straße bei regnerischem Wetter mehr stinken als sonst. Ich weiß auch nicht, warum gerade unser Hund sterben musste und wie es zu erklären ist, dass unsere Spülmaschine ständig kaputt ist - von der geheimnisvollen Waschmaschine, die nur jeweils wieder eine Socke ausspukt, möchte ich gar nicht weiter erzählen.
Nur, all das (und noch vieles mehr) möchte Merle unbedingt wissen ...
Am besten wird es wohl sein, wenn ich einen Fortbildungskurs mit dem Titel: Die wichtigen Fragen des Lebens, belege.
Wenn nur das Aufstehen nicht wäre ...
Der letzte Ferientag neigt sich dem Ende zu. Die Freude darüber hält sich bei Merle in Grenzen. Auf der einen Seite freut sie sich sehr darauf ihre Freundinnen zu sehen. Und sie ist auch schon ganz aus dem Häuschen, wenn sie an die liebe Frau Dreyer denkt. Die letzte Stunde im Schulclub bei Frau Dreyer ist für Merle das absolute Highlight eines jeden Schultages. Na ja, und der Gedanke an ihre Lehrerinnen ist auch recht positiv. Doch es gibt da ein echtes Problem - etwas, was Merle mächtig zu schaffen macht. Das morgendliche Aufstehen!
Oh, wie sie das hasst. Wie sie sich windet und dreht und um jede noch so kleine Minute kämpft, die sie im Bett liegen bleiben kann. Wenn sie sich dann endlich - nach mindestens 20 Aufforderungen - aus dem Bett erhebt, sich ins Badezimmer schleppt, auf dem Klosett fast wieder einschläft, sich weigert den gelben Pullover anzuziehen, keinen Hunger hat, weil es ja noch sooo früh ist - viel zuuu früh zum Essen - kurz überlegt, ob sie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Wadenkrämpfe vortäuschen soll und einfach nur unglaublich schlecht gelaunt ist, dann frage ich mich Morgen für Morgen "Wie soll das Kind in diesem Gemütszustand eigentlich Lernen?" Schließlich lernt man am besten mit positiven Gefühlen. Negative Gedanken oder sogar Angst blockiert unser Gehirn, lähmt es und macht es nicht aufnahmefähig. Wie soll also Fräulein Merle so auch nur ein Wort lesen oder schreiben lernen?
Die Antwort bekomme ich ebenfalls Morgen für Morgen, immer dann, wenn sie sich an der Haustür von mir verabschiedet und zum Schulbus schlendert. Ein weiteres absolutes Highlight des Tages ist für Merle nämlich "Schulbus fahren". Und der Gedanke an die bevorstehende Fahrt im Bus erfüllt Merle mit so vielen positiven Gedanken, dass ich mir spätestens dann keine Sorgen mehr um Merles "Lernfähigkeit" machen muss.
Oh, wie sie das hasst. Wie sie sich windet und dreht und um jede noch so kleine Minute kämpft, die sie im Bett liegen bleiben kann. Wenn sie sich dann endlich - nach mindestens 20 Aufforderungen - aus dem Bett erhebt, sich ins Badezimmer schleppt, auf dem Klosett fast wieder einschläft, sich weigert den gelben Pullover anzuziehen, keinen Hunger hat, weil es ja noch sooo früh ist - viel zuuu früh zum Essen - kurz überlegt, ob sie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Wadenkrämpfe vortäuschen soll und einfach nur unglaublich schlecht gelaunt ist, dann frage ich mich Morgen für Morgen "Wie soll das Kind in diesem Gemütszustand eigentlich Lernen?" Schließlich lernt man am besten mit positiven Gefühlen. Negative Gedanken oder sogar Angst blockiert unser Gehirn, lähmt es und macht es nicht aufnahmefähig. Wie soll also Fräulein Merle so auch nur ein Wort lesen oder schreiben lernen?
Die Antwort bekomme ich ebenfalls Morgen für Morgen, immer dann, wenn sie sich an der Haustür von mir verabschiedet und zum Schulbus schlendert. Ein weiteres absolutes Highlight des Tages ist für Merle nämlich "Schulbus fahren". Und der Gedanke an die bevorstehende Fahrt im Bus erfüllt Merle mit so vielen positiven Gedanken, dass ich mir spätestens dann keine Sorgen mehr um Merles "Lernfähigkeit" machen muss.
Papa, oh mein Papa!
Mein Papa spielt Fußball und das, obwohl er sogar schon bei den Alt-Alt Herren spielen muss. Der ist nämlich schon 43 Jahre alt. Mein Papa denkt aber immer er wäre erst 23 Jahre alt, das behauptet meine Mama jedenfalls immer. Aber ich glaube auch, dass das stimmt.Denn Papa hat sich schon ein paar Mal richtig doll verletzt. Der geht immer in den Zweikampf (das sagt mein Bruder) als ob er um den Weltmeisterschaftstitel kämpfen würde.
So war es dann auch wieder am vergangenen Freitag. Dem Freitag vor dem Samstag an dem wir in den Urlaub fahren wollten.Papa hatte ein Spiel gegen andere Uralt-Herren. Wir wollten uns einen gemütlichen Abend machen, weil wir schon am Nachmittag alles gepackt hatten. Doch gerade als Mama Knabberzeug auf den Tisch gestellt und "Die wilden Hühner und die Liebe" in den DVD-Player eingesteckt hatte, klingelte es an der Tür und Papas Freund stand dort. Mit noch einem anderen Mann vom Fußball. Beide guckten ganz traurig und auch ein bisschen ängstlich. Wir bekamen einen Schreck, denn die sahen so aus, als ob sie uns etwas Schlimmes sagen wollten.
Mama war aber recht ruhig und schickte uns zurück ins Wohnzimmer. Ich wollte nicht, doch Mama meinte, sie würde uns gleich alles erzählen.Na ja, das machte sie dann auch. Mein Papa hatte mal wieder um den Weltmeisterschaftstitel gekämpft. Doch der andere Mann hatte das wohl auch gedacht. Beide haben nach dem Ball getreten und Papa sein Bein war wohl eindeutig dünner. Deshalb hatte der andere Mann Papa das Schienbein und das Wadenbein gebrochen und Papa musste mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren werden.
Oh weh, ich musste schrecklich Weinen, weil ich mir solche Sorgen um meinen Papa gemacht habe. Doch Mama hat mich getröstet und gesagt, dass alles wieder gut wird und ich nicht traurig sein muss.
So ganz habe ich ihr das aber erst am nächsten Tag geglaubt, als ich Papa im Krankenhaus besuchen durfte. Da hat er mir dann nämlich versprochen, dass er in Zukunft nicht mehr um den Weltmeisterschaftstitel kämpft.
Eure Merle
So war es dann auch wieder am vergangenen Freitag. Dem Freitag vor dem Samstag an dem wir in den Urlaub fahren wollten.Papa hatte ein Spiel gegen andere Uralt-Herren. Wir wollten uns einen gemütlichen Abend machen, weil wir schon am Nachmittag alles gepackt hatten. Doch gerade als Mama Knabberzeug auf den Tisch gestellt und "Die wilden Hühner und die Liebe" in den DVD-Player eingesteckt hatte, klingelte es an der Tür und Papas Freund stand dort. Mit noch einem anderen Mann vom Fußball. Beide guckten ganz traurig und auch ein bisschen ängstlich. Wir bekamen einen Schreck, denn die sahen so aus, als ob sie uns etwas Schlimmes sagen wollten.
Mama war aber recht ruhig und schickte uns zurück ins Wohnzimmer. Ich wollte nicht, doch Mama meinte, sie würde uns gleich alles erzählen.Na ja, das machte sie dann auch. Mein Papa hatte mal wieder um den Weltmeisterschaftstitel gekämpft. Doch der andere Mann hatte das wohl auch gedacht. Beide haben nach dem Ball getreten und Papa sein Bein war wohl eindeutig dünner. Deshalb hatte der andere Mann Papa das Schienbein und das Wadenbein gebrochen und Papa musste mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren werden.
Oh weh, ich musste schrecklich Weinen, weil ich mir solche Sorgen um meinen Papa gemacht habe. Doch Mama hat mich getröstet und gesagt, dass alles wieder gut wird und ich nicht traurig sein muss.
So ganz habe ich ihr das aber erst am nächsten Tag geglaubt, als ich Papa im Krankenhaus besuchen durfte. Da hat er mir dann nämlich versprochen, dass er in Zukunft nicht mehr um den Weltmeisterschaftstitel kämpft.
Eure Merle
Schon wieder Ferien
Sechs Wochen Schule - Zahlen im Zahlenraum bis 10 kennengelernt - Mo, Mu, Mi, Li, La, Lu ... und schon sind wieder Ferien. Merle kann es auch noch nicht so richtig fassen und weiß noch nicht einmal, ob sie die Ferien nun gut finden oder darüber traurig sein soll. Schließlich hat sie doch gerade so viele neue Freundinnen gefunden und sich ziemlich gut an das frühe Aufstehen gewöhnt. Nun ist gleich wieder Ausschlafen und anschließende Langeweile angesagt.
Doch bevor es soweit ist, steht noch Merles großer Auftritt an. Ganz alleine darf sie auf der Bühne ihrer Schule stehen und das gemeinsame Lied der Klasse 1b ansagen. Mit Knien so weich wie Wackelpudding, schleppt sie sich auf die Bühne. Ihre Gesichtszüge scheinen jeden Moment völlig zu entgleisen, doch tapfer schaut sie ins Publikum.
Die Klassenlehrerin reicht ihr das Mikrofon und lächelt ihr aufmunternd zu. Dann versucht Merle zu sprechen. "Jetzt ... jetzt ... jetzt ...singt die Klasse 1 b, das Lied "Es war eine Sau ...", und los geht es.
Es war eine Sau, eine ganz liebe Sau und zehn rosa Ferkel noch dazu.
Und die Alte machte nur rrrrgh, rrrgh, rrrgh und die Ferkel wieh, wieh, wieh.
Doch eins war dabei, dem gefiehl das nicht, den ganzen Tag nur Gequiek,
wann machen wir endlich mal rrrgh, rrrgh, rrrgh
und nicht immer nur wieh, wieh, wieh.
Da übten sie alle das rrrgh, rrrgh, rrrgh und was war nach einem Vierteljahr,
da konnte sie alle das rrrgh, rrrgh, rrrgh - ganz wunder, wunderbar.
Ganz wunderbar und alle Eltern sind völlig aus dem Häuschen. Merle kann inzwischen auch wieder lächeln und ich bin natürlich die stolzeste Mutter weit und breit.
Ab in die Ferien ...
Doch bevor es soweit ist, steht noch Merles großer Auftritt an. Ganz alleine darf sie auf der Bühne ihrer Schule stehen und das gemeinsame Lied der Klasse 1b ansagen. Mit Knien so weich wie Wackelpudding, schleppt sie sich auf die Bühne. Ihre Gesichtszüge scheinen jeden Moment völlig zu entgleisen, doch tapfer schaut sie ins Publikum.
Die Klassenlehrerin reicht ihr das Mikrofon und lächelt ihr aufmunternd zu. Dann versucht Merle zu sprechen. "Jetzt ... jetzt ... jetzt ...singt die Klasse 1 b, das Lied "Es war eine Sau ...", und los geht es.
Es war eine Sau, eine ganz liebe Sau und zehn rosa Ferkel noch dazu.
Und die Alte machte nur rrrrgh, rrrgh, rrrgh und die Ferkel wieh, wieh, wieh.
Doch eins war dabei, dem gefiehl das nicht, den ganzen Tag nur Gequiek,
wann machen wir endlich mal rrrgh, rrrgh, rrrgh
und nicht immer nur wieh, wieh, wieh.
Da übten sie alle das rrrgh, rrrgh, rrrgh und was war nach einem Vierteljahr,
da konnte sie alle das rrrgh, rrrgh, rrrgh - ganz wunder, wunderbar.
Ganz wunderbar und alle Eltern sind völlig aus dem Häuschen. Merle kann inzwischen auch wieder lächeln und ich bin natürlich die stolzeste Mutter weit und breit.
Ab in die Ferien ...
MI ... MU ... MO ... MA ...
Merles ersten Schulwochen liegen nun hinter uns. Sie fühlt sich richtig wohl und alle Bedenken, die wir zuvor hatten, haben sich in Luft aufgelöst. Merle und somit auch ihre ganze Familie, haben großes Glück gehabt - die Lehrerin ist einfach nur klasse! Wirklich! Wir sind rundum glücklich mit ihr und die Kinder lieben sie heiß und innig. Wie wichtig gerade die erste Lehrerin für den Lernerfolg und die Lernmotivation und somit sogar für die Einstellung zum Lernen für das ganze Leben ist, das weiß sicherlich inzwischen jeder, der sich einmal mit diesem Thema beschäftigt hat. Leider ist aber bei vielen Lehrern diese Erkenntnis noch nicht angekommen - bei Merles Lehrerin sehr wohl.
Mit einer Engelsgeduld und sehr, sehr individuell bringt sie den kleinen Schreiber- und Leserlehrlingen die ersten Silben bei: MA ... MO ... MI ... MU ... und im handumdrehen kann Merle erste Wörter lesen und schreiben: Mama, Momo, Mimi ...
Sie ist stolz wie Oscar und ganz wild darauf noch viel mehr zu lernen. Merle geht richtig gerne in die Schule und ist sogar ein kleines bisschen traurig, dass bald schon wieder Herbstferien sind. Da ich ja inzwischen eine sehr erfahrene und leider auch sehr oft geplagte "Schulkindmutter" bin, weiß ich diese Schullust und Freude von Merle sehr zu schätzen. Als vor gut sechs Jahren Merles großer Bruder eingeschult wurde, war es der sogenannten "Pädagogin" schon nach zwei Wochen gelungen, ihm jede Lust auf Schule und Lernen zu rauben. Noch heute frage ich mich, warum wir diesen entsetzlichen Zustand damals zugelassen haben - wir waren einfach noch zu unerfahren, dachten wohl es muss so sein. Nein, Kinder haben ein Recht darauf zu lernen - in einem angstfreien und motivierenden Umfeld.
Zum Glück hat Merles Lehrerin das begriffen.
Mit einer Engelsgeduld und sehr, sehr individuell bringt sie den kleinen Schreiber- und Leserlehrlingen die ersten Silben bei: MA ... MO ... MI ... MU ... und im handumdrehen kann Merle erste Wörter lesen und schreiben: Mama, Momo, Mimi ...
Sie ist stolz wie Oscar und ganz wild darauf noch viel mehr zu lernen. Merle geht richtig gerne in die Schule und ist sogar ein kleines bisschen traurig, dass bald schon wieder Herbstferien sind. Da ich ja inzwischen eine sehr erfahrene und leider auch sehr oft geplagte "Schulkindmutter" bin, weiß ich diese Schullust und Freude von Merle sehr zu schätzen. Als vor gut sechs Jahren Merles großer Bruder eingeschult wurde, war es der sogenannten "Pädagogin" schon nach zwei Wochen gelungen, ihm jede Lust auf Schule und Lernen zu rauben. Noch heute frage ich mich, warum wir diesen entsetzlichen Zustand damals zugelassen haben - wir waren einfach noch zu unerfahren, dachten wohl es muss so sein. Nein, Kinder haben ein Recht darauf zu lernen - in einem angstfreien und motivierenden Umfeld.
Zum Glück hat Merles Lehrerin das begriffen.
Krabbeltieralarm in der Schule!
Das Thema Läuse ist mir nicht ganz unbekannt - mehr als einmal habe ich locker und flockig zu Papier gebracht, was Eltern zu beachten haben, wenn es auf dem Kopf des Nachwuchses plötzlich kribbelt und krabbelt
Theoretisch alles ganz easy, doch letzte Woche katapultierte mich ein Anruf von Merles Klassenlehrerin mit voller Wucht in die Praxis ...
Da war das Mädchen doch tatsächlich auf die Laus gekommen oder besser gesagt umgekehrt: die Laus war - wie auch immer - auf den Kopf des Mädchens gekommen!
Oh Schreck, und ich dachte immer, mit Beendigung der Kindergartenzeit, hätten wir auch die "Läusezeit" hinter uns gebracht.
Doch darf ich mich eigentlich nicht beklagen, denn schließlich hat uns "die Laus" in all den Jahren noch nie erwischt ...
Also, nicht lange jammern - lieber schnell handeln.
Das Mädchen sofort aus der Schule holen, Kinderarzt aufsuchen, Mittelchen verschreiben lassen, Mittelchen aus der Apotheke holen, Gebrauchsanweisung studieren, Mittelchen anwenden, der gesamten Familie den Kopf waschen, alle Betten neu beziehen, sämtliche gebrauchten Klamotten waschen, Stofftiere und alles Wollige in Säcke verpacken und auf dem Balkon lagern. Waschmaschine anschmeißen, kurz heulen, mit der Entlausung beginnen. Ausgerechnet die Tochter mit der langen Mähne und dem feinen Haar muss mit der Laus nach Hause kommen! Die Waschmaschine dröhnt, der Trockner röhrt ...
Das Telefon klingelt - eine Leidensgenossin rät mir tunlichst dazu, alle Bürsten einzufrieren, ein weiteres Läuseshampoo zu besorgen und die Wohnung mit Hochdruckreiniger zu desinfizieren. Wie von der Tarantel geschossen geht´ s weiter: Die bereits am Vortag gründlich gereinigten 200 Quadratmeter nochmals von oben bis unten schrubben, um den Krabbelkram auch wirklich Beine zu machen. Zwischendurch wieder eine Maschine anschmeißen und die Kinder trösten, denn Verabredungen und sonstige Aktivitäten sind vorerst natürlich gestrichen.
Und das alles wegen einer Laus!
Nachdem die Kinder dann irgendwann im Bett sind und ich es mir nach einer weiteren Ladung Wäsche auf dem Sofa gemütlich machen möchte, fühle ich mich irgendwie beobachtet. Und was ist, wenn Läuse doch hüpfen können?
Bestimmt hat sich das Biest rechzeitig verdünnisiert, lacht sich jetzt ins Fäustchen und morgen geht alles von vorne los ...
Theoretisch alles ganz easy, doch letzte Woche katapultierte mich ein Anruf von Merles Klassenlehrerin mit voller Wucht in die Praxis ...
Da war das Mädchen doch tatsächlich auf die Laus gekommen oder besser gesagt umgekehrt: die Laus war - wie auch immer - auf den Kopf des Mädchens gekommen!
Oh Schreck, und ich dachte immer, mit Beendigung der Kindergartenzeit, hätten wir auch die "Läusezeit" hinter uns gebracht.
Doch darf ich mich eigentlich nicht beklagen, denn schließlich hat uns "die Laus" in all den Jahren noch nie erwischt ...
Also, nicht lange jammern - lieber schnell handeln.
Das Mädchen sofort aus der Schule holen, Kinderarzt aufsuchen, Mittelchen verschreiben lassen, Mittelchen aus der Apotheke holen, Gebrauchsanweisung studieren, Mittelchen anwenden, der gesamten Familie den Kopf waschen, alle Betten neu beziehen, sämtliche gebrauchten Klamotten waschen, Stofftiere und alles Wollige in Säcke verpacken und auf dem Balkon lagern. Waschmaschine anschmeißen, kurz heulen, mit der Entlausung beginnen. Ausgerechnet die Tochter mit der langen Mähne und dem feinen Haar muss mit der Laus nach Hause kommen! Die Waschmaschine dröhnt, der Trockner röhrt ...
Das Telefon klingelt - eine Leidensgenossin rät mir tunlichst dazu, alle Bürsten einzufrieren, ein weiteres Läuseshampoo zu besorgen und die Wohnung mit Hochdruckreiniger zu desinfizieren. Wie von der Tarantel geschossen geht´ s weiter: Die bereits am Vortag gründlich gereinigten 200 Quadratmeter nochmals von oben bis unten schrubben, um den Krabbelkram auch wirklich Beine zu machen. Zwischendurch wieder eine Maschine anschmeißen und die Kinder trösten, denn Verabredungen und sonstige Aktivitäten sind vorerst natürlich gestrichen.
Und das alles wegen einer Laus!
Nachdem die Kinder dann irgendwann im Bett sind und ich es mir nach einer weiteren Ladung Wäsche auf dem Sofa gemütlich machen möchte, fühle ich mich irgendwie beobachtet. Und was ist, wenn Läuse doch hüpfen können?
Bestimmt hat sich das Biest rechzeitig verdünnisiert, lacht sich jetzt ins Fäustchen und morgen geht alles von vorne los ...
Elternabend – nur was für starke Nerven!
Neulich hörte ich eine Radioreportage, in der sich der Moderator über seinen ersten Elternabend als Vater ausließ. Er begann mit dem Satz "Wenn ich damals gewusst hätte, dass ich Jahre später mit anderen Erwachsenen stundenlang auf viel zu kleinen Stühlen hocken würde, dann hätte ich es mir wohl anders überlegt
" Was er sich dann wohl anders überlegt hätte, ließ er allerdings offen. Nicht zu überhören war jedoch seine "Betroffenheit" über das Erlebte und sein fester Wille (selbst auf die Gefahr hin, dass seine Frau ihn mit wochenlanger Nichtachtung strafen würde) sich standhaft zu weigern, jemals wieder an einem Elternabend teilzunehmen. "Nee, nie wieder! Die wenigen Väter die da hocken, schweigen beharrlich vor sich hin, starren betont interessiert auf die Lehrerin, schreiben gewissenhaft jedes ihrer Worte mit (ob nun wichtig oder nicht) und wünschen sich insgeheim, dass endlich alles vorbei ist. Doch die Mütter, dessen Kinder mindestens drei Vornamen haben, machen ihnen einen ordentlichen Strich durch die heimliche Rechnung. Denen fällt selbst noch nach drei Stunden ein Thema ein, das unbedingt noch angesprochen werden muss.", endete sein äußerst amüsanten "Erfahrungsbericht". Ich gebe zu (auch wenn ich eine Frau und Mutter bin) der Mann hat Recht. Seit Jahren hocke ich in Klassenzimmern auf (auch mir) viel zu kleinen Stühlen herum. Ich lausche den Worten einer Mutter, die sich lautstark und sichtlich entsetzt darüber erregt, dass der Michael letzte Woche ein Nutellabrot mit in der Schule hatte und nun unbedingt eine Abstimmung über ein generelles Nutellabrotverbot durchsetzen möchte. Ich versuche mich unsichtbar zu machen (wie so ziemlich alle Anwesenden) wenn es um die Wahl der Elternvertreter geht - bis sich dann schließlich die Mutter von Jan Oliver Ole "opfert" und sofort damit beginnt, diverse Listen einzuführen und in einem umfangreichen Protokoll die spannenden Geschehnisse des Elternabends festzuhalten. Ich stimme mit ab, ob beim Ausflug, Klassenfest, Spielenachmittag, Elternstammtisch, Frühlings-, Sommer-, Herbst-, Winterfest Kuchen gebacken werden soll und trage gewissenhaft - in eine der zahlreichen Listen, die Jan Oliver Oles Mutter in einer beneidenswert schnellen Zeit angelegt hat ein, welchen Kucken ich backen werde (oder kaufen!!!). Ich hoffe inständig, dass nach zwei Stunden des sich vorstellen, in Listen eintragen, nicht wählen lassen, völlig überflüssigen Diskutionen lauschen, auf dem kleinen Stuhl hin und her rutschen, abstimmen, wieder abstimmen, noch mal abstimmen
endlich alles vorbei ist und keiner Mutter (dessen Kind mindestens drei Vornamen hat) noch ein Thema einfällt, welches noch unbedingt besprochen werden müsste. (Sollen wir für das Frühlingsfest rote oder gelbe Tischdecken nehmen? Ach, lasst uns doch schnell mal darüber abstimmen
) Wenn ich mich dann endlich nach drei Stunden aus dem Klassenzimmer schleppe, mit brennenden Augen und Schmerzen im Rücken (und in den Ohren) schwöre ich mir jedes Mal: NIE WIEDER! Und diesmal werde ich meinen Mann schicken
Hausaufgaben sind doof!
Merles erste Schulwoche liegt hinter uns.Ohne Probleme ist sie morgens aufgestanden, ohne zu jammern ist sie in den Schulbus gestiegen, ohne zu rebellieren nach vier Unterrichtsstunden in die Betreuung marschiert und ohne Stress ist sie anschließend mit dem Schulbus wieder nach Hause kutschiert. Alles ganz easy und locker - ich bin mächtig stolz auf mein "Merlekind"! Wenn da nicht diese klitzekleine Kleinigkeit mit den Hausaufgaben wäre ...
Beim Mittagessen ist sie noch gut drauf, erzählt fröhlich von den täglichen Schulereignissen und den vielen neuen Freundinnen, die sie kennengelernt hat. Doch dann ist langsam Schluss mit lustig, denn dann heißt es für Merle Hausaufgaben machen.
Am ersten Tag fand sie es noch spannend und war extrem stolz darauf, mit Brüderchen und Schwesterchen am großen Tisch gemeinsam über den Hausaufgaben zu hocken.
Am zweiten Tag ließ die Begeisterung schon etwas nach.
Am dritten Tag musste ich bereits mit Engelsgeduld und motivierenden Worten auf die Erledigung der Aufgaben drängen. Am vierten Tag gab es die ersten Tränen bei Merle und am fünften Tag maulte sie lauthals: "Hausaufgaben sind doof!"
Dann kam zum Glück das Wochenende. Durchatmen - ausschlafen - und vor allen Dingen keine Hausaufgaben. Am Samstag haben wir nur gegammelt und einfach in den Tag hinein gelebt.
Der Sonntag hat mit einem lustigen Familienfrühstück (bestehend aus Keksen und Milch für die Kids und Keksen und Kaffee für die Eltern) im Elternbett mit einem tollen Buch von Isabel Abedi begonnen. Danach ging es ab in den Wald und anschließend haben wir uns bei unserer Lieblingsoma zum Mittag-Abendbrot-Kombi-Essen eingeladen.
Als Merle dann endlich im Bett lag und ich mit der Gutenachtgeschichte vorlesen (schon wieder von Isabel Abedi, weil die im Moment unsere absolute Lieblingsautorin ist) fertig war, meinte sie:
"Mama, wenn ich das gewusst hätte, dann wäre ich lieber im Kindergarten geblieben!"
"Was? Ich dachte es gefällt dir so gut in der Schule?"
"In der Schule gefällt es mir ja auch gut. Nur die Lehrer sind ein bisschen faul"
"Wie kommst du denn darauf?"
"Na ja, nur weil die es nicht schaffen, uns in der Schule alles beizubringen, müssen wir noch den halben Nachmittag Hausaufgaben machen."
Was sollte ich ihr antworten?
Einschulung
Heute ist Merles großer Tag - heute wird Merle endlich eingeschult. Total nervös und schneeweiß wie Schneewittchen, steht sie in der Kirche. Wir sitzen in Reihe 233 (gefühlte Reihe, weil die Kirche so übervoll ist) und hoffen, dass sie nicht gleich in Tränen ausbricht. Doch natürlich ist diese Sorge völlig unbegründet, Merle meistert die
Kirche, die Schulfeier und die anschließende Schnupperstunde mit Leichtigkeit und zunehmender Fröhlichkeit.
Noch ein paar Fotos mit der Familie, der neuen Klasse und natürlich von dem stolzen Schulkind ganz alleine und ab geht es Richtung Heimat. Der erste Schultag hat ihr gut gefallen, die anschließende Feier im Kreise ihrer Familie auch, ob sie allerdings nun Tag für Tag in die Schule gehen möchte, da ist sich Merle noch nicht ganz sicher ...
Schaun wir mal!
Der Ernst des Lebens!
In wenigen Tagen kommt Merle in die Schule und dann beginnt "Der Ernst des Lebens für sie!"Im Laufe eines Menschenlebens hören wir diesen Satz diverse Male.
Der erste Tag im Kindergarten wird von nervösen Muttis und zu Tränen gerührten Omis gerne mit "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" begleitet.
Kaum drei Jahre später versprechen wir den jungen ABC Schützen schon wieder "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" Weiterführende Schulen; klar doch "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!"
Praktikum, Ausbildung oder Studium; natürlich "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!"
Der erste Job wird natürlich nicht nur mit den besten Wünschen sondern auch mit dem Satz "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" angetreten. Verliebt, verlobt, verheiratet; ganz klar "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!"
Die Geburt des ersten Kindes; herzlichen Glückwunsch und "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" Und so geht es dann fröhlich weiter. Zu jedem Anlass wird er uns versprochen "Der Ernst des Lebens!"Und wenn wir dann endlich den Ruhestand erreicht haben, wird uns schon wieder prophezeit "Nun beginnt der Ernst des Lebens!".Dann schließt sich der Kreislauf und unser Leben ist beendet - beginnt nun der wahre Ernst des Lebens?Wie auch immer, bei allem "Ernst des Lebens" sollten wir unbedingt darauf achten, nicht alles so Ernst zu nehmen.Ich werde Merle auf jeden Fall am Samstag nicht "Den Ernst des Lebens" verkünden und voraussagen. Ich werde ihr Glück und Spaß und Freude am Leben und Lernen wünschen ... und ich werde für Lehrer beten, die das ähnlich sehen.Der Ernst des Lebens - was ist das überhaupt!
Der erste Tag im Kindergarten wird von nervösen Muttis und zu Tränen gerührten Omis gerne mit "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" begleitet.
Kaum drei Jahre später versprechen wir den jungen ABC Schützen schon wieder "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" Weiterführende Schulen; klar doch "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!"
Praktikum, Ausbildung oder Studium; natürlich "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!"
Der erste Job wird natürlich nicht nur mit den besten Wünschen sondern auch mit dem Satz "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" angetreten. Verliebt, verlobt, verheiratet; ganz klar "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!"
Die Geburt des ersten Kindes; herzlichen Glückwunsch und "Nun beginnt der Ernst des Lebens für dich!" Und so geht es dann fröhlich weiter. Zu jedem Anlass wird er uns versprochen "Der Ernst des Lebens!"Und wenn wir dann endlich den Ruhestand erreicht haben, wird uns schon wieder prophezeit "Nun beginnt der Ernst des Lebens!".Dann schließt sich der Kreislauf und unser Leben ist beendet - beginnt nun der wahre Ernst des Lebens?Wie auch immer, bei allem "Ernst des Lebens" sollten wir unbedingt darauf achten, nicht alles so Ernst zu nehmen.Ich werde Merle auf jeden Fall am Samstag nicht "Den Ernst des Lebens" verkünden und voraussagen. Ich werde ihr Glück und Spaß und Freude am Leben und Lernen wünschen ... und ich werde für Lehrer beten, die das ähnlich sehen.Der Ernst des Lebens - was ist das überhaupt!
Ich bin Merle!
Ich heiße Merle. Ich bin ein Mädchen. Mein Name ist ein französischer Name und bedeutet "Die Amsel". Ich bin fünf Jahre alt und werde bald sechs. Und außerdem komme ich in die Schule. Manchmal sagt Mama: "Merle, du bist ja mein großes Mädchen, du kommst bald in die Schule." Dann freue ich mich, denn ich möchte gerne in die Schule gehen. Aber manchmal sagt Mama: "Merle, du bist ja bald ein Schulkind, du kannst mir also bei der Hausarbeit helfen." Dann freue ich mich überhaupt nicht, denn ich finde Hausarbeit machen doof.Mein Bruder der heißt Jamie, und meine Schwester heißt Darleen und unser kleiner Bruder der heißt Marlon. Der ist erst zwei Jahre alt und als er in Mamas Bauch war, da haben wir darüber abgestimmt wie er heißen soll. Und weil Jamie gerade die "wilden Fußballkerle" gelesen hat, ist dann aus dem kleinen Marlon der "wilde Fußballkerl Marlon" geworden. Wir wohnen in einem großen gelben Haus und haben einen Hund und Fische im Teich und früher hatten wir auch ein Pferd.
In den Ferien fahren wir immer nach Usedom in die Ferienwohnung von Oma und Opa. Aber diesmal wollten wir gar nicht weg fahren, weil Mama und Papa so viel arbeiten mussten. Aber dann sind wir doch noch gefahren. Und da die Wohnung auf Usedom nicht frei war, sind wir dann nach Grömitz gefahren. Erst habe ich gedacht, dass ich den Urlaub verschlafen hätte. Aber zum Glück habe ich das nur geträumt. Die Wohnung war schön, aber nicht so schön wie die von Oma und Opa - da dürfen wir nämlich alles machen. Unser liebstes Spiel haben wir von "Pippi, Tommy und Annika" abgeguckt. Es heißt "Nicht den Fußboden berühren". Aber in der fremden Ferienwohnung hat Mama gesagt, sollten wir das lieber nicht spielen. Wir haben es dann aber doch gemacht - als Mama zum Joggen war. Dann sind wir zum Strand gegangen. Der war schön. Aber nicht so schön, wie der Strand auf Usedom. Und es waren auch gar nicht so viele gute Verstecke da. Denn unser zweites Lieblingsspiel ist nämlich Verstecken spielen. Ich bin die Allerbeste in Verstecken spielen. Einmal habe ich mich so gut versteckt, dass selbst Mama und Papa mich nicht gefunden haben. Ich bin in eine alte Tonne gekrochen. Da hat es schlimm drin gestunken. Aber es war ein tolles Versteck. Mama hat gesagt, sie hätten über eine Stunde nach mir gesucht und dabei hat sie ein bisschen geweint. Wohl vor Freude darüber, das nun sie sich verstecken durfte, weil sie mich ja gefunden hat. Der Urlaub in Grömitz war schön, aber nicht so schön wie unsere Urlaube auf Usedom. Wir haben im Meer gebadet und Muscheln gesucht und haben gespielt, dass wir Seeräuber sind und nach einem Schatz suchen. Am Abend sind wir in ein Restaurant gegangen und haben gegessen. Mama und Papa wollten immer Fisch essen, weil wir ja an der See sind. Aber wir mögen überhaupt keinen Fisch und dann haben wir lieber Pizza und Nudeln gegessen. Mein Geschwister und ich haben alle zusammen in einem großen Bett geschlafen. Das war super. Erst hat Mama was vorgelesen und dann haben wir noch im Bett gespielt. Wir haben Schattenraten und Stille Post und Trampolin springen gespielt. Nur der Marlon, der ist noch ein bisschen dumm, denn der kann noch nicht so richtig sprechen und hat dann immer was ganz falsches weitergesagt.Eigentlich war der Urlaub schön. Aber ich freue mich schon auf die Herbstferien, denn dann fahren wir wieder nach Usedom. Und dann werden wir wieder spielen, spielen, spielen ...
Verschlafen!
Urlaub ist schön. Urlaub ist wichtig. Doch Urlaub ist auch sehr anstrengend.
Besonders dann, wenn man praktisch "über Nacht" losdüst. Nachdem wir in Windeseile die Klamotten in die Reisetaschen geworfen hatten, das Auto bis unters Dach zugestopft wurde, Brote für die Fahrt geschmiert waren, der Hund bei den Nachbarn unter gebracht war, sausten wir Richtung Grömitz los. Merle schlief sofort ein und erwachte erst wieder, als wir direkt vor der Ferienwohnung in Grömitz parkten. "Wann sind wir endlich daaaaa?", nöllte sie sofort verschlafen los. "Wir sind schon da, Merle!", verkündete ich ihr fröhlich die gute Nachricht. "Menooooo...", maulte sie weiter. "Warum? Sei doch froh, dass du von der Fahrt nichts mitbekommen hast.", wunderte sich ihre ältere Schwester Darleen, der fast drei Stunden lang "dauerübel" gewesen war. "Ich wollte aber die Kühe sehen und das Meer und den Sand und Muscheln wollte ich auch suchen." Ihre Stimme hörte sich schon wieder verdächtig nach einem Heulanfall an. "Das kannst du doch alles machen.", wunderte sich nun auch Merles Papa. "Und Oma habe ich versprochen, dass ich ihr eine Karte schreibe und für meine Lehrerin wollte ich doch ein Bild malen und außerdem wollte ich doch Fische fangen und im Meer baden..." Merles Gesicht verfärbte sich dunkelrot. "Das kannst du doch noch alles maaaaachen!", mischte sich nun auch ihre großer Bruder entnervt ein. Völlig sinnlos, denn im nächsten Moment fing Merle herzerweichend an zu heulen. Sie war einfach nicht zu beruhigen. Egal was wir sagten, taten oder vorschlugen. Doch als wir schließlich anfingen das Auto zu entladen und sämtliche Sachen in die Wohnung zu schleppen, wurde Merles Jammern immer leiser, bis sie schließlich völlig ruhig im Auto sass und uns erstaunt aus rotgeweinten Augen anschaute.
"Mama!", murmelte sie leise. "Hab ich denn gar nicht den ganzen Urlaub verschlafen?"
Merle hatte wirklich geglaubt, dass sie den Urlaub verschlafen hatte ...
Besonders dann, wenn man praktisch "über Nacht" losdüst. Nachdem wir in Windeseile die Klamotten in die Reisetaschen geworfen hatten, das Auto bis unters Dach zugestopft wurde, Brote für die Fahrt geschmiert waren, der Hund bei den Nachbarn unter gebracht war, sausten wir Richtung Grömitz los. Merle schlief sofort ein und erwachte erst wieder, als wir direkt vor der Ferienwohnung in Grömitz parkten. "Wann sind wir endlich daaaaa?", nöllte sie sofort verschlafen los. "Wir sind schon da, Merle!", verkündete ich ihr fröhlich die gute Nachricht. "Menooooo...", maulte sie weiter. "Warum? Sei doch froh, dass du von der Fahrt nichts mitbekommen hast.", wunderte sich ihre ältere Schwester Darleen, der fast drei Stunden lang "dauerübel" gewesen war. "Ich wollte aber die Kühe sehen und das Meer und den Sand und Muscheln wollte ich auch suchen." Ihre Stimme hörte sich schon wieder verdächtig nach einem Heulanfall an. "Das kannst du doch alles machen.", wunderte sich nun auch Merles Papa. "Und Oma habe ich versprochen, dass ich ihr eine Karte schreibe und für meine Lehrerin wollte ich doch ein Bild malen und außerdem wollte ich doch Fische fangen und im Meer baden..." Merles Gesicht verfärbte sich dunkelrot. "Das kannst du doch noch alles maaaaachen!", mischte sich nun auch ihre großer Bruder entnervt ein. Völlig sinnlos, denn im nächsten Moment fing Merle herzerweichend an zu heulen. Sie war einfach nicht zu beruhigen. Egal was wir sagten, taten oder vorschlugen. Doch als wir schließlich anfingen das Auto zu entladen und sämtliche Sachen in die Wohnung zu schleppen, wurde Merles Jammern immer leiser, bis sie schließlich völlig ruhig im Auto sass und uns erstaunt aus rotgeweinten Augen anschaute.
"Mama!", murmelte sie leise. "Hab ich denn gar nicht den ganzen Urlaub verschlafen?"
Merle hatte wirklich geglaubt, dass sie den Urlaub verschlafen hatte ...
Endlich Ferien!
Endlich ist es so weit. Die schönsten Wochen des Jahres liegen vor uns. Die Großen müssen nicht in die Schule, Merle nicht mehr in den Kindergarten, ich nehme eine Auszeit von Lerntherapie und Schreibtisch und das selbst ernannte Oberhaupt unserer Familie hat auch drei lange Wochen frei. Alles ist perfekt, wenn da nicht dieser kleine Haken an der süßen Vollkommenheit wäre. Das Wetter spielt nicht mit und zu allem Überfluss haben wir beschlossen (schon vor etlichen Wochen) diesmal nicht zu verreisen und stattdessen, das Geld in längst fällig gewordene Renovierungsarbeiten im Haus, Carport und Garten zu investieren. Urlaub im trauten Heim, im idyllischen Garten, in der "Batze" um die Ecke oder am Baggersee mit Hund, Picknickkorb und Sonnencreme. War wohl nichts! Auch egal, soll es doch regen und stürmen, wir sitzen sowieso im Haus, tapezieren, streichen, rücken Möbel, räumen um, entrümpeln, und liegen spätestens um acht völlig erschlagen im Bett. Ein paar Seiten noch lesen und ruckizucki ab ins Schlaraffenland. Doch nach einer Woche fängt Merle an zu rebellieren. "Blöde Ferien!", mault sie, während ich mit einem neuen Regal fürs Wohnzimmer kämpfe und einfach nicht dahinter komme, was mir die angeblich kinderleicht verständliche Aufbauanleitung mitteilen möchte. "Merle, bitte jetzt nicht!", murmele ich genervt. "Sagt Papa auch!", meckert sie weiter."Wo steckt der eigentlich?", will ich noch genervter von Merle erfahren. "Auf dem Dach und schimpft!"
Ich werfe einen Blick zum Fenster hinaus und entdecke meinen Mann auf dem Carportdach, wie er bei strömenden Regen verzweifelt versucht einige Dachschindeln auszutauschen. Sein Gesichtsausdruck verrät einiges über seine Laune. "Mama!", bringt sich Merle wieder in Erinnerung. "Immer arbeitet ihr. Nie habt ihr Zeit für uns." Ihre Stimme klingt verdächtig nach Tränen. "Aber Merle, das stimmt aber wirklich nicht.", erwidere ich erschrocken. Da ist es wieder - das schlechte Gewissen, weil ich als vierfache Mutter, Ehefrau, Eigenheimpflegerin, mittelmäßige Köchin, Hundefrauchen, leidenschaftliche Joggerin, engagierte Nachbarin und ehrenamtliche Lese- und Schreibclubleiterin nicht auf die Ausübung meines geliebten Berufes verzichten möchte. Bevor ich Merle näher erklären kann, warum ich über dem duseligen Regal hocke und ihr Vater auf dem Carportdach, obwohl wir unsere Zeit doch viel, viel lieber mit unseren tollen Kindern verbringen würden, kommt mein Mann schnaufend ins Wohnzimmer getrampelt. "Nee, bin ich bedient. Was für`n blöder Urlaub!", meckert er. "Find ich auch!", meint Merle und ist den Tränen noch ein Stückchen näher gerückt. "Zum Wochenende soll das Wetter besser werden.", versuche ich Tränen und schlechte Laune zu vertreiben, obwohl mir eigentlich selbst nach beiden zumute ist. "Na prima, dann macht das Tapezieren noch viel mehr Spaß. Oder was stehen sonst noch für weitere dringenden Renovierungsarbeiten auf deinem Plan?" Seine Stimme trieft vor Ironie.
Das ist ja mal wieder typisch, schuld bin immer ich. Garantiert habe ich nächtelang die tollsten Regentänze im Garten aufgeführt, jede einzelne Dachschindel mit einem "Werde locker und brüchig-Hexspruch" besprochen und aus reiner Boshaftigkeit sämtliche Tapeten mit Filzstiften bemalt.
Nee, meine Lieben, nicht mit mir. Diesmal nicht! Ich lass unaufgebautes Regal, das selbige bleiben, schnappe mir mein Laptop, google Last Minute Reisen und habe wenig später etwas nettes an der Ostsee gefunden. Eine Woche Grömitz, Abfahrt in genau 4 Tagen, familienfreundliches Ferienhaus, Hund erlaubt, nur 5 Gehminuten zum Strand und das Wetter soll auch wesentlich besser werden.
Also, Sachen gepackt und ab in den Urlaub!
Zimmer wechsel dich!
"Mama!" sagt Merle.
"Ja!", sage ich.
"Ich wünsche mir zum Geburtstag ein neues Zimmer."
Was für ein bescheidener Wunsch meiner fast sechsjährigen Tochter.
"Aber du hast doch ein schönes Zimmer!", gebe ich zu bedenken.
"Das kann Marlon haben.", beschließt sie großzügig.
"Und was gefällt dir an deinem Zimmer nicht mehr?"
Ich bete insgeheim, dass es sich nur um die rosa gestreifte Gardine handeln möge.
"Alles!" Ich hab`s befürchtet.
"Ich bin jetzt ein Schulkind und deshalb kann ich auch nicht mehr in einem Kindergartenkindzimmer wohnen!"
"Ach so!" "Ich möchte gerne einen Schreibtisch und ein weißes Bett und einen weißen Schrank und ein weißes Regal und die Wände sollen nicht mehr rosa sein und die Gardine finde ich auch voll Baby!"
Wie bescheiden meine Merle doch ist! "Du bekommst ein neues Zimmer. Aber erst zu Weihnachten und kein weißes Zimmer, Merle!", verspreche ich. "Und warum kein weißes Zimmer? Darleen hat auch ein weißes Zimmer und die ist auch ein Schulkind und ich bin auch ein Schulkind und deswegen möchte ich auch ein weißes Zimmer!"
"Wir können ja eine weiße Tapete nehmen", schlage ich vor.
"Nein! Die Tapete soll gelb sein. So wie bei Darleen."
"Dein Zimmer soll also genauso aussehen wie Darleens Zimmer?"
"Ja!"
Merle strahlt übers ganze Gesicht.
"Das passt ja prima.", ruft Merles ältere Schwester Darleen.
Sie ist unbemerkt ins Zimmer gekommen und strahlt genauso wie Merle.
"Warum!", frage ich sie verblüfft. Normalerweise regt sich Darleen immer furchtbar darüber auf, dass Merle ihr immer alles nachmachen" will.
"Dann kann sie gleich mein Zimmer haben. Ich komme doch jetzt zum Gymnasium und da brauche ich doch unbedingt ein neues Zimmer. Weiße Möbel und gelbe Wände sehen doch echt nach Grundschulkind aus.", erklärt sie mir.
"Super!", mischt sich nun auch mein Sohn ein.
"Und ich bin jetzt ein Teenager. Deswegen brauche ich unbedingt ein neues Zimmer."
Ist ja wohl voll logisch! Oder?
"Ja!", sage ich.
"Ich wünsche mir zum Geburtstag ein neues Zimmer."
Was für ein bescheidener Wunsch meiner fast sechsjährigen Tochter.
"Aber du hast doch ein schönes Zimmer!", gebe ich zu bedenken.
"Das kann Marlon haben.", beschließt sie großzügig.
"Und was gefällt dir an deinem Zimmer nicht mehr?"
Ich bete insgeheim, dass es sich nur um die rosa gestreifte Gardine handeln möge.
"Alles!" Ich hab`s befürchtet.
"Ich bin jetzt ein Schulkind und deshalb kann ich auch nicht mehr in einem Kindergartenkindzimmer wohnen!"
"Ach so!" "Ich möchte gerne einen Schreibtisch und ein weißes Bett und einen weißen Schrank und ein weißes Regal und die Wände sollen nicht mehr rosa sein und die Gardine finde ich auch voll Baby!"
Wie bescheiden meine Merle doch ist! "Du bekommst ein neues Zimmer. Aber erst zu Weihnachten und kein weißes Zimmer, Merle!", verspreche ich. "Und warum kein weißes Zimmer? Darleen hat auch ein weißes Zimmer und die ist auch ein Schulkind und ich bin auch ein Schulkind und deswegen möchte ich auch ein weißes Zimmer!"
"Wir können ja eine weiße Tapete nehmen", schlage ich vor.
"Nein! Die Tapete soll gelb sein. So wie bei Darleen."
"Dein Zimmer soll also genauso aussehen wie Darleens Zimmer?"
"Ja!"
Merle strahlt übers ganze Gesicht.
"Das passt ja prima.", ruft Merles ältere Schwester Darleen.
Sie ist unbemerkt ins Zimmer gekommen und strahlt genauso wie Merle.
"Warum!", frage ich sie verblüfft. Normalerweise regt sich Darleen immer furchtbar darüber auf, dass Merle ihr immer alles nachmachen" will.
"Dann kann sie gleich mein Zimmer haben. Ich komme doch jetzt zum Gymnasium und da brauche ich doch unbedingt ein neues Zimmer. Weiße Möbel und gelbe Wände sehen doch echt nach Grundschulkind aus.", erklärt sie mir.
"Super!", mischt sich nun auch mein Sohn ein.
"Und ich bin jetzt ein Teenager. Deswegen brauche ich unbedingt ein neues Zimmer."
Ist ja wohl voll logisch! Oder?
Das verflixte Dreieck Teil 2
Und nun? Wird Merle nun wegen eines Dreieckes, dass sie nicht formvollendet zeichnen kann, nicht eingeschult? War der stressige Tornisterkauf verfrüht? Habe ich versagt, weil ich nicht auf das perfekte Zeichnen von Dreiecken geachtet habe? Haben wir unsere Zeit mit "zu viel Vorlesen" verschwendet? Hätte ich, statt mit Merle Buch über Buch und noch viel mehr Bücher lesen, erleben und lieben sollen -- lieber stundenlang Dreiecke und Häusern mit dreieckigen Dächern zeichnen üben sollen? Die Gedanken schossen wie wild gewordene Feuerpfeile durch meinen Kopf. Der Blick, den ich der mir zuvor noch so sympathischen Schulärztin zuwarf, erstreckte sich über eine Bandbreite von Fassungslosigkeit, Empörung und Schuldbewusstsein. Sie schien es nicht zu bemerken, räusperte sich geräuschvoll, schrieb schweigend etwas in ihre Unterlagen, wiederholte das Räuspern und blickte mich schließlich nachdenklich an. "Ich denke, Sie sollten mit Merle in den nächsten Wochen fleißig Dreiecke zeichnen üben und sie dann am 01. September einschulen lassen!" Ich nickte, war erleichtert und zugleich traurig. Schon wieder geht ein Lebensabschnitt vorbei - aus meiner kleinen Merle wird am 01. September ein Schulkind. Das verflixte Dreieck Teil 1
Wie manche Tage so beginnen, echt unglaublich?! Halb acht Uhr morgens. Ich habe Merle frühzeitig geweckt und ausgiebig mit ihr gefrühstückt. Dann haben wir gemeinsam ihre Garderobe für den großen Tag ausgewählt, kurz darüber gestritten, schnell versöhnt, lange blonde Haare zu witzigen Zöpfen geflochten, uns dann aber doch für eine andere Frisur entschieden. Anschließend sind wir überpünktlich losgefahren.
Trotzdem hat sie schon auf uns gewartet. Sofort spüre ich wieder das schlechte Gewissen in mir aufsteigen -- nie schaffe ich es pünktlich zu sein. Ich kann noch so früh losfahren, trotzdem komme ich immer und überall auf den letzten Drücker an. Jetzt nur keine Panik, denke ich mir und lächele Merle zuversichtlich zu. Schließlich ist heute ihr großer Tag -- nicht meiner!
Merle ist aufgeregt, doch ich bin ein nervliches Wrack dagegen. Zuerst kleines Vorgeplänkel. Merle macht das ganz locker -- ich vertiefe mich unterdessen in den Elternfragebogen, den mir die Assistentin der Schulärztin rüber reicht. Als ich alle Fragen gewissenhaft und zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet habe, ist Merle gerade dabei ein Bild zu malen. Natürlich malt sie ihr Lieblingsmotiv: Eine Prinzessin mit langen goldenen Haaren, in ein rosafarbenes Kleid gehüllt, umgeben von Blumen und Bäumen. Am Himmel lacht die Sonne und ein bunter Vogel schwebt glücklich durch die Lüfte. Ich bin stolz auf meine kreative Merle. "Oh, wie schön, Merle!" Die Assistentin ist mächtig beeindruckt von Merles künstlerischen Ader. Ich bin noch stolzer. "Manche Kinder wissen überhaupt nicht, was sie malen sollen.", klärt mich die freundliche Assistentin auf. Das kann Merle nicht passieren. Dann sind wir entlassen und dürfen einen Raum weiter zu der sympathisch rüberkommenden Schulärztin wandern. "Oh, Merle. Das ist ja wirklich ein sehr schönes Bild. Das hast du ganz toll gemacht." Hatte ich schon erwähnt, dass ich sehr stolz auf meine begabte Tochter bin? "Sie müssen wissen", wendet sich die nette Ärztin an mich," viele Kinder wissen einfach nicht, was sie malen sollen!" "Wirklich?", heuchle ich Ahnungslosigkeit vor. Sie beginnt mit Merle eine Reihe von spielerischen Test durchzuführen. Merle ist total entspannt und macht alles richtig. Langsam löst sich auch meine Anspannung. Schließlich soll Merle drei Zeichnungen machen -- einen Kreis, ein Kreuz und ein Dreieck. Also malt Merle einen Kreis, ein Kreuz und kein Dreieck! Noch mal. Merle malt einen Kreis, ein Kreuz und etwas, dass so ähnlich aussieht wie ein Dreieck. Die Ärztin schaut mich verwundert an. "Das hätte ich jetzt aber nicht erwartet!", meint sie mit ernster Stimme. Dann lächelt sie Merle an und sagt freundlich: "Merle, male bitte mal ein Haus!" Merle malt ein Haus ohne Dach oder besser gesagt mit einem flachen Dach -- eben kein dreieckiges Dach. Aber mal ganz im Vertrauen; müssen Häuser denn unbedingt immer dreieckige Dächer haben? Das ist doch total langweilig. Oder? "Malt Merle oft Häuser?", will nun die nette Ärztin von mir wissen. "Eigentlich nicht!", gebe ich kleinlaut zu. "Das habe ich mir gedacht. Merle malt keine Häuser, weil sie keine Dreiecke malen kann!"
Ach so. "Und nun?", frage ich mit zaghafter Stimme.
FORTSETZUNG FOLGT!
Trotzdem hat sie schon auf uns gewartet. Sofort spüre ich wieder das schlechte Gewissen in mir aufsteigen -- nie schaffe ich es pünktlich zu sein. Ich kann noch so früh losfahren, trotzdem komme ich immer und überall auf den letzten Drücker an. Jetzt nur keine Panik, denke ich mir und lächele Merle zuversichtlich zu. Schließlich ist heute ihr großer Tag -- nicht meiner!
Merle ist aufgeregt, doch ich bin ein nervliches Wrack dagegen. Zuerst kleines Vorgeplänkel. Merle macht das ganz locker -- ich vertiefe mich unterdessen in den Elternfragebogen, den mir die Assistentin der Schulärztin rüber reicht. Als ich alle Fragen gewissenhaft und zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet habe, ist Merle gerade dabei ein Bild zu malen. Natürlich malt sie ihr Lieblingsmotiv: Eine Prinzessin mit langen goldenen Haaren, in ein rosafarbenes Kleid gehüllt, umgeben von Blumen und Bäumen. Am Himmel lacht die Sonne und ein bunter Vogel schwebt glücklich durch die Lüfte. Ich bin stolz auf meine kreative Merle. "Oh, wie schön, Merle!" Die Assistentin ist mächtig beeindruckt von Merles künstlerischen Ader. Ich bin noch stolzer. "Manche Kinder wissen überhaupt nicht, was sie malen sollen.", klärt mich die freundliche Assistentin auf. Das kann Merle nicht passieren. Dann sind wir entlassen und dürfen einen Raum weiter zu der sympathisch rüberkommenden Schulärztin wandern. "Oh, Merle. Das ist ja wirklich ein sehr schönes Bild. Das hast du ganz toll gemacht." Hatte ich schon erwähnt, dass ich sehr stolz auf meine begabte Tochter bin? "Sie müssen wissen", wendet sich die nette Ärztin an mich," viele Kinder wissen einfach nicht, was sie malen sollen!" "Wirklich?", heuchle ich Ahnungslosigkeit vor. Sie beginnt mit Merle eine Reihe von spielerischen Test durchzuführen. Merle ist total entspannt und macht alles richtig. Langsam löst sich auch meine Anspannung. Schließlich soll Merle drei Zeichnungen machen -- einen Kreis, ein Kreuz und ein Dreieck. Also malt Merle einen Kreis, ein Kreuz und kein Dreieck! Noch mal. Merle malt einen Kreis, ein Kreuz und etwas, dass so ähnlich aussieht wie ein Dreieck. Die Ärztin schaut mich verwundert an. "Das hätte ich jetzt aber nicht erwartet!", meint sie mit ernster Stimme. Dann lächelt sie Merle an und sagt freundlich: "Merle, male bitte mal ein Haus!" Merle malt ein Haus ohne Dach oder besser gesagt mit einem flachen Dach -- eben kein dreieckiges Dach. Aber mal ganz im Vertrauen; müssen Häuser denn unbedingt immer dreieckige Dächer haben? Das ist doch total langweilig. Oder? "Malt Merle oft Häuser?", will nun die nette Ärztin von mir wissen. "Eigentlich nicht!", gebe ich kleinlaut zu. "Das habe ich mir gedacht. Merle malt keine Häuser, weil sie keine Dreiecke malen kann!"
Ach so. "Und nun?", frage ich mit zaghafter Stimme.
FORTSETZUNG FOLGT!
Von Pippi und Tornistern
"Also, wir haben es hier nun mit einer äußerst höflichen fast Sechsjährigen zu tun, welche dann aber scheinbar, ohne es wirklich zu wollen, in die Pippi Langstrumpf-Verbrüderungs bzw. schwesterungsphase geraten ist."Liebe Merle, welchen Tornister hättest du denn gerne?", frage ich. "Sehr gerne den Pinken mit den Pferden!", sagt Merle. "Möchtest du nicht lieber den hübschen Blauen?" "Nein, lieber nicht!"
"Aber wie wäre es denn mit dem Orangen?", wage ich einen weiteren Versuch.
"Leider nein!" "Ja, aber du kannst doch nicht wirklich diesen Tornister gut finden?"
"Leider doch!"
Ein wirklich höfliches Mädchen: Sie bedauert sehr, dass sie ihrer Mutter solche Unannehmlichkeiten bereiten muss, doch sie steht nun mal auf den Pinken mit den Pferden, da kann man nichts machen. Doch die Zeit vergeht und es liegt in der Natur von fast sechsjährigen Damen, die auf die Farbe Pink stehen, dass sich ihr Widerstand mit der plötzlichen Heftigkeit eines Orkanes entwickelt. Mit einem Schlag ist sämtliche Höflichkeit weggefegt und der blanke Trotz ist auf ihren zarten Gesichtern zu erkennen. "Ich will den Pinken mit den Pferden drauf!"
"Merle, in ein paar Monaten findest du den sicher nicht mehr schön!",
starte ich einen allerletzten Versuch.
"ICH WILL DEN PINKEN!"
Ich schaue um Hilfe bittend in das verständnisvolle Gesicht der Tornisterfachverkäuferin.
"Wenn er ihr doch nun mal so gut gefällt!", fällt sie mir schamlos in den Rücken.
Ich schaue Merle an. Ihr Mund bildet einen dünnen Strich. Sie schenkt mir einen Blick aus grün funkelnden Augen und sagt mit fester Stimme: "Wenn ich den Pinken mit den Pferden drauf nicht haben kann, dann mache ich es eben so wie Pippi Langstrumpf. Ich gehe überhaupt nicht zur Schule!"
Und damit ist das Thema durch und der Pinke mit den Pferden drauf gekauft.
Elternabend!
Der erste Elternabend! Der Abend an dem endlich Klarheit und Klartext verkündet und gesprochen werden soll.Wochenlang haben wir uns im Tal der Spekulationen befunden. Psst, wir sprechen über die zukünftige Klassenlehrerin von Merle.Psst, nur damit es auch jeder weiß, dass ist bis zum letzten Moment ein streng geheimes Supergeheimnis der Schulleiterin.Selbst die zukünftigen Klassenlehrerinnen erfahren es erst in der allerletzten Minute.Und nun endlich ist es soweit. Zusammen mit geschätzten achtzig anderen nervös dreinblickenden Eltern, habe ich mich auf die schmalen Holzbänke, die in der Schulaula extra zu diesem Zwecke aufgestellt wurden, gequetscht. Die Schulleiterin begrüßt uns, die Spannung steigt. Ich schaue mich um. Entdecke hier und da ein bekanntes Gesicht. Nicke freundlich nach links und nicht weniger freundlich nach rechts. Versuche cool und gelassen zu bleiben. Doch in meinem Hirn überschlagen sich die Gedanken. Neben der Schulleiterin stehen drei Lehrerinnen. Haarscharf kombiniere ich warum diese drei motiviert dreinblickenden Damen dort oben stehen. Es besteht kein Zweifel; eine von denen da oben wird es werden. Die nächsten vier Jahre werde ich einen dieser Namen jeden Tag zu hören bekommen."Frau X hat gesagt....", oder "Frau Y meint aber..." und manchmal auch "Frau Z ist so fies..."Ich schicke ein schnelles Stoßgebet in Richtung Himmel. Bitte, lass es nicht die Wackerwahn werden.Die hat schon meinem Sohn, in seinen ersten zwei Schuljahren, jede Lust und Motivation am Lernen geraubt. Zum Glück hat er dann in der dritten Klasse eine andere Lehrerin bekommen. Doch die steht leider nicht zur Wahl. Die Schulleiterin verteilt die Klassenlisten an die drei Lehrerinnen.Die erste Dame - leider nicht Frau Wackerwahn, dann hätte das bange Warten wenigstens ein schnelles Ende - beginnt die zukünftigen Schüler und Schülerinnen der 1a vom Zettel laut abzulesen.Frau Schnickschnack scheint eine beliebte Lehrerin zu sein, denn die zu den Namen verkündeten dazugehörigen Eltern, brechen in wahre Jubelschreie aus. Am Ende meiner Bank entdecke ich sogar zwei Mütter die sich glücklich in den Armen liegen. Als die Liste zu Ende gelesen ist, sitze ich immer noch auf der schmalen Holzbank, während 26 strahlende Eltern hinter Frau Schnickschnack fröhlich im zukünftigen Klassenzimmer der 1a verschwinden.
Nun kommt Frau Käsebier an die Reihe. Ich habe mir schnell von meiner Nachbarin zu links anvertrauen lassen, dass sie wohl das kleinere Übel im Vergleich zu Frau Wackerwahn sein soll. Also drücke ich die Daumen, bis meine Fingerkuppen ganz weiß sind.
Es nützt nichts. Auch diese Liste ist leer gelesen und ich sitze noch immer auf der Bank. Vorsichtig schaue ich mich unter den Zurückgeblieben um. Auf ihren Gesichtern erkenne ich die gleiche Verzweifelung und Ratlosigkeit die sich gerade in mir breit macht. Die Wackerwahn beginnt vor zu lesen - schon diese Stimme lässt mich innerlich zusammen zucken.
Warum liest die eigentlich die Namen noch vor? Es ist doch alles klar. Jede oder Jeder der noch immer hier auf diesen harten Holzbänken hockt, weiß doch ganz genau, dass wir gerade den absoluten Hauptgewinn gezogen haben.
Sie liest und liest und liest und dann hat sie alle Namen vorgelesen und ich sitze immer noch auf der Bank. Mensch, ist das hier die versteckte Kamera oder was? Langsam komme ich mir etwas veralbert vor. Ich schaue mich wieder um. Außer mir sitzen noch drei weitere Eltern ratlos da. "Und nun?", will ich von der Schulleiterin wissen.Sie schaut mich verwundert an. "Frau Szillat, nein, Sie brauchten doch heute noch nicht zu kommen. Merle hat doch erst im Juli die Schuluntersuchung. Und solange wir nicht wissen, ob sie eingeschult werden kann, teilen wir sie auch noch keiner Klasse zu."
Ist doch Logisch! Oder nicht?
Ich freue mich schon auf den nächsten Elternabend.
Nun kommt Frau Käsebier an die Reihe. Ich habe mir schnell von meiner Nachbarin zu links anvertrauen lassen, dass sie wohl das kleinere Übel im Vergleich zu Frau Wackerwahn sein soll. Also drücke ich die Daumen, bis meine Fingerkuppen ganz weiß sind.
Es nützt nichts. Auch diese Liste ist leer gelesen und ich sitze noch immer auf der Bank. Vorsichtig schaue ich mich unter den Zurückgeblieben um. Auf ihren Gesichtern erkenne ich die gleiche Verzweifelung und Ratlosigkeit die sich gerade in mir breit macht. Die Wackerwahn beginnt vor zu lesen - schon diese Stimme lässt mich innerlich zusammen zucken.
Warum liest die eigentlich die Namen noch vor? Es ist doch alles klar. Jede oder Jeder der noch immer hier auf diesen harten Holzbänken hockt, weiß doch ganz genau, dass wir gerade den absoluten Hauptgewinn gezogen haben.
Sie liest und liest und liest und dann hat sie alle Namen vorgelesen und ich sitze immer noch auf der Bank. Mensch, ist das hier die versteckte Kamera oder was? Langsam komme ich mir etwas veralbert vor. Ich schaue mich wieder um. Außer mir sitzen noch drei weitere Eltern ratlos da. "Und nun?", will ich von der Schulleiterin wissen.Sie schaut mich verwundert an. "Frau Szillat, nein, Sie brauchten doch heute noch nicht zu kommen. Merle hat doch erst im Juli die Schuluntersuchung. Und solange wir nicht wissen, ob sie eingeschult werden kann, teilen wir sie auch noch keiner Klasse zu."
Ist doch Logisch! Oder nicht?
Ich freue mich schon auf den nächsten Elternabend.
Voll doof!
Halb acht Uhr morgens. Merle hat in der Nacht einen bösen Traum gehabt. Ich habe sie eine Stunde lang getröstet und dann selbst nicht mehr einschlafen können. Nun liegt sie noch im Bett und schläft tief und fest - alle anderen sind schon aus dem Haus. Aber ich habe um halb neun einen wichtigen Termin und muss Merle vorher in den Kindergarten bringen. Also versuche ich sie zu wecken. Merle ist müde und weigert sich ihr warmes Bett zu verlassen. Endlich kann ich sie überreden. Doch sie trödelt, zieht sich nicht an, isst ihren Toast nicht, lässt die Milch stehen und ist unglaublich bockig.
"Beeile dich doch bitte, Merle!", fordere ich sie auf.
"Nö!", ruft sie.
"Was heißt Nö?", rufe ich.
"Ich will nicht!", schreit sie.
"Warum nicht?", frage ich nervös.
"Im Kindergarten sind nur Kindergartenkinder!", meckert sie.
"Und was bist du?", will ich mit hektischem Blick auf die Uhr erfahren.
"Ein Schulkind!", sagt sie.
"Ach! Wenn du ein Schulkind wärst, dann würde genau in diesem Moment der
Unterricht beginnen.", erkläre ich ihr.
"Stimmt gar nicht!", brüllt sie mich an.
"Merle!", sage ich. "Ich habe keine Zeit für solche Diskussionen mit dir.
Ich muss zu einem Termin!" Sie schaut mich einen Augenblick lang unbeirrt an.
Dann sagt sie mit leiser Stimme: "Mama, du bist voll doof!"
Oh weh, was habe ich falsch gemacht? Merle ist fast sechs und findet, dass ihre Mutter voll doof ist. Ich habe einfach keine Zeit. Endlich sitzt sie im Auto und ich schnalle sie an. Sie wirft mir einen bösen Blick zu. Ich blicke ebenso böse zurück.
"Das klären wir später.", verspreche ich ihr wütend.
"Pah!", meint sie und schenkt mir einen Blick wie eine, die nichts bereut.
Ich fahre los. In meinem Kopf tanzen die Gedanken Foxtrott. Was denkt sich dieses Früchtchen bloß dabei? Wo hat sie nur diese Ausdrücke her? Wie kann sie nur so respektlos sein? Direkt vor dem Kindergarten fahre ich beinahe meinem Vordermann in die Stoßstange, weil der plötzlich und ohne ersichtlichen Grund eine Vollbremsung vollführt.
"Der ist ja wohl voll doof!", schimpfe ich lauthals.
Dann parke ich meinen Wagen, helfe Merle beim Aussteigen, gebe ihr einen Kuss und frage sie, ob wir uns wieder vertragen wollen. Sie nickt, küsst zurück und gemeinsam ärgern wir uns über den voll doofen Autofahrer.
"Beeile dich doch bitte, Merle!", fordere ich sie auf.
"Nö!", ruft sie.
"Was heißt Nö?", rufe ich.
"Ich will nicht!", schreit sie.
"Warum nicht?", frage ich nervös.
"Im Kindergarten sind nur Kindergartenkinder!", meckert sie.
"Und was bist du?", will ich mit hektischem Blick auf die Uhr erfahren.
"Ein Schulkind!", sagt sie.
"Ach! Wenn du ein Schulkind wärst, dann würde genau in diesem Moment der
Unterricht beginnen.", erkläre ich ihr.
"Stimmt gar nicht!", brüllt sie mich an.
"Merle!", sage ich. "Ich habe keine Zeit für solche Diskussionen mit dir.
Ich muss zu einem Termin!" Sie schaut mich einen Augenblick lang unbeirrt an.
Dann sagt sie mit leiser Stimme: "Mama, du bist voll doof!"
Oh weh, was habe ich falsch gemacht? Merle ist fast sechs und findet, dass ihre Mutter voll doof ist. Ich habe einfach keine Zeit. Endlich sitzt sie im Auto und ich schnalle sie an. Sie wirft mir einen bösen Blick zu. Ich blicke ebenso böse zurück.
"Das klären wir später.", verspreche ich ihr wütend.
"Pah!", meint sie und schenkt mir einen Blick wie eine, die nichts bereut.
Ich fahre los. In meinem Kopf tanzen die Gedanken Foxtrott. Was denkt sich dieses Früchtchen bloß dabei? Wo hat sie nur diese Ausdrücke her? Wie kann sie nur so respektlos sein? Direkt vor dem Kindergarten fahre ich beinahe meinem Vordermann in die Stoßstange, weil der plötzlich und ohne ersichtlichen Grund eine Vollbremsung vollführt.
"Der ist ja wohl voll doof!", schimpfe ich lauthals.
Dann parke ich meinen Wagen, helfe Merle beim Aussteigen, gebe ihr einen Kuss und frage sie, ob wir uns wieder vertragen wollen. Sie nickt, küsst zurück und gemeinsam ärgern wir uns über den voll doofen Autofahrer.
Der Wackelzahn!
Neulich Morgen kam Merle in die Küche gerannt und schrie: "Jipi! Jipi! Endlich habe ich einen Wackelzahn!" Stolz zeigte sie mir das kleine wackelnde Wunder, indem sie ihre Zunge im gleichmäßigen Rhythmus von hinten dagegen schob und sich dadurch der losen Zahn hin und her bewegte. Ich bewunderte ausgiebig Merles Zahnwackelkünste und erzählte ihr schließlich: "Genau wie bei deinen Geschwistern. Die haben auch ihren ersten Zahn verloren, kurz bevor sie in die Schule gekommen sind!"
Merle platzte fast vor stolz. Am Abend wollte sie dann unbedingt die Geschichte von der Zahnfee hören. "Und was legt die Zahnfee mir dann zum Tausch unter`s Kopfkissen?", fragte sie neugierig. "Das weiß nur die Zahnfee höchstpersönlich!", antwortete ich mit geheimnisvoller Stimme. In der Nacht konnte Merle nicht schlafen. Sie hatte furchtbare Zahnschmerzen. Als sie es nicht mehr aushalten konnte, rief sie nach mir. Ich blickte in ihr kleines verheultes Gesicht und wollte wissen, warum sie mich nicht schon vorher gerufen hatte."Wegen der Schule!", schluchzte sie. "Was hat denn die Schule damit zu tun?" Irgendwie stand ich auf dem Schlauch. "Auch ein bisschen wegen der Zahnfee!", jammerte sie weiter. "Ach, du hast wohl Angst vor der Zahnfee?", kombinierte ich. "Nö! Aber wenn der Zahn jetzt wieder fest wachsen will, dann komme ich nicht in die Schule und die Zahnfee kommt auch nicht!"
Merle platzte fast vor stolz. Am Abend wollte sie dann unbedingt die Geschichte von der Zahnfee hören. "Und was legt die Zahnfee mir dann zum Tausch unter`s Kopfkissen?", fragte sie neugierig. "Das weiß nur die Zahnfee höchstpersönlich!", antwortete ich mit geheimnisvoller Stimme. In der Nacht konnte Merle nicht schlafen. Sie hatte furchtbare Zahnschmerzen. Als sie es nicht mehr aushalten konnte, rief sie nach mir. Ich blickte in ihr kleines verheultes Gesicht und wollte wissen, warum sie mich nicht schon vorher gerufen hatte."Wegen der Schule!", schluchzte sie. "Was hat denn die Schule damit zu tun?" Irgendwie stand ich auf dem Schlauch. "Auch ein bisschen wegen der Zahnfee!", jammerte sie weiter. "Ach, du hast wohl Angst vor der Zahnfee?", kombinierte ich. "Nö! Aber wenn der Zahn jetzt wieder fest wachsen will, dann komme ich nicht in die Schule und die Zahnfee kommt auch nicht!"
„Mama, wo kommen eigentlich die Buchstaben her?“
Es ist ein paar Tage her, da "überraschte" mich meine Tochter Merle mit der Frage: "Mama, wo kommen eigentlich die Buchstaben her?"
Ihr müsst wissen, dass sie mir diese Frage mindestens schon siebenundsiebzig Mal gestellt hat, seitdem sich der Rest ihrer Familie mit der Frage "Einschulung dieses Jahr - ja oder nein" herum quält. Ich habe es ihr erklärt - wirklich! Doch keine meiner wahrheitsgetreuen Erklärungen, entsprachen den Ansprüchen und Erwartungen meiner Tochter Merle. Sie wollte eine Geschichte, also sollte sie auch eine Geschichte bekommen!
Und so erzählte ich Merle meine Version vom Ursprung der Buchstaben:
Die Buchstabenpflanze Früher waren die Menschen sehr sehr arm. Doch es fehlte ihnen nicht nur an Kleidung und Essen, nein, das Schlimmste war der Buchstabenmangel. In manchen Familien hatte man so wenig Buchstaben zur Verfügung, dass fast kein Wort miteinander gesprochen wurde. Die Leute hatten einfach keine Buchstaben, um Wörter oder sogar ganze Sätze daraus bilden zu können. Zweimal im Jahr wurden sämtliche Buchstabenvorräte zusammengekratzt, um sich wenigstens "Frohe Ostern" und "Frohe Weihnachten" zu wünschen. Natürlich führte dieser Buchstabenmangel zu vielen Problemen, weil die Menschen einfach keine Worte hatten, um ganz alltägliche Dinge friedlich miteinander regeln und bewältigen zu können. Das war wirklich schlimm, denn so entstanden viele Streitereien, Missverständnisse und Ärgernisse. Doch eines Tages entdeckte ein Bauer auf einem seiner Felder, eine eigenartige Pflanze - die Halme waren spindeldürr und die Ähren darauf, sahen ziemlich sonderbar aus. Der Bauer wollte sofort alle Pflanzen vernichten, weil er sie für Unkraut hielt, doch immer, wenn er eine Pflanze aus dem Boden gerissen hatte, wuchs in Windeseile eine neue nach. Er ging nach Hause, um ein starkes Unkrautgift zu holen - eine der sonderbaren Pflanzen, nahm er jedoch mit, um sie seiner Frau zu zeigen.Die Bäuerin war eine kluge Frau, die sehr unter der Buchstabenarmut litt. Sie schaute sich die Pflanze ganz genau an und erkannte, dass es sich bei den Ähren um Buchstabenähren handelte. Sofort rannte sie ihrem Mann aufs Feld hinterher - noch rechtzeitig, um das Schlimmste zu verhindern, denn der wollte gerade sämtliche Buchstabenpflanzen mit dem Gift besprühen. Bald gehörten die Bäuerin und ihr Mann zu den reichsten und klügsten Menschen weit und breit - schließlich hatten sie mittlerweile das komplette Alphabet auf ihren Feldern angesät und bereits eine hervorragende Ernte einfahren können. Doch die Bäuerin war nicht nur eine kluge, sondern auch ein gute Frau. Und so verteilte sie an die Menschen in ihrem Dorf körbeweise Buchstaben. Schon bald hatte sich die Nachricht von der guten Buchstabenbäuerin im ganzen Lande herumgesprochen und die Leute kamen von nah und fern angereist, um sich große Säcke prallgefüllt mit Buchstaben zu holen. Noch heute kann man ganz genau beobachten, wenn die Buchstabenernte einmal nicht so gut ausgefallen ist - immer dann, wenn das Klima im Lande kalt und eisig ist, fehlen den Menschen die nötigen Buchstaben, um mit ihren Worten und Sätzen für ein warmes, friedliches und reiches Leben sorgen zu können.
Ihr müsst wissen, dass sie mir diese Frage mindestens schon siebenundsiebzig Mal gestellt hat, seitdem sich der Rest ihrer Familie mit der Frage "Einschulung dieses Jahr - ja oder nein" herum quält. Ich habe es ihr erklärt - wirklich! Doch keine meiner wahrheitsgetreuen Erklärungen, entsprachen den Ansprüchen und Erwartungen meiner Tochter Merle. Sie wollte eine Geschichte, also sollte sie auch eine Geschichte bekommen!
Und so erzählte ich Merle meine Version vom Ursprung der Buchstaben:
Die Buchstabenpflanze Früher waren die Menschen sehr sehr arm. Doch es fehlte ihnen nicht nur an Kleidung und Essen, nein, das Schlimmste war der Buchstabenmangel. In manchen Familien hatte man so wenig Buchstaben zur Verfügung, dass fast kein Wort miteinander gesprochen wurde. Die Leute hatten einfach keine Buchstaben, um Wörter oder sogar ganze Sätze daraus bilden zu können. Zweimal im Jahr wurden sämtliche Buchstabenvorräte zusammengekratzt, um sich wenigstens "Frohe Ostern" und "Frohe Weihnachten" zu wünschen. Natürlich führte dieser Buchstabenmangel zu vielen Problemen, weil die Menschen einfach keine Worte hatten, um ganz alltägliche Dinge friedlich miteinander regeln und bewältigen zu können. Das war wirklich schlimm, denn so entstanden viele Streitereien, Missverständnisse und Ärgernisse. Doch eines Tages entdeckte ein Bauer auf einem seiner Felder, eine eigenartige Pflanze - die Halme waren spindeldürr und die Ähren darauf, sahen ziemlich sonderbar aus. Der Bauer wollte sofort alle Pflanzen vernichten, weil er sie für Unkraut hielt, doch immer, wenn er eine Pflanze aus dem Boden gerissen hatte, wuchs in Windeseile eine neue nach. Er ging nach Hause, um ein starkes Unkrautgift zu holen - eine der sonderbaren Pflanzen, nahm er jedoch mit, um sie seiner Frau zu zeigen.Die Bäuerin war eine kluge Frau, die sehr unter der Buchstabenarmut litt. Sie schaute sich die Pflanze ganz genau an und erkannte, dass es sich bei den Ähren um Buchstabenähren handelte. Sofort rannte sie ihrem Mann aufs Feld hinterher - noch rechtzeitig, um das Schlimmste zu verhindern, denn der wollte gerade sämtliche Buchstabenpflanzen mit dem Gift besprühen. Bald gehörten die Bäuerin und ihr Mann zu den reichsten und klügsten Menschen weit und breit - schließlich hatten sie mittlerweile das komplette Alphabet auf ihren Feldern angesät und bereits eine hervorragende Ernte einfahren können. Doch die Bäuerin war nicht nur eine kluge, sondern auch ein gute Frau. Und so verteilte sie an die Menschen in ihrem Dorf körbeweise Buchstaben. Schon bald hatte sich die Nachricht von der guten Buchstabenbäuerin im ganzen Lande herumgesprochen und die Leute kamen von nah und fern angereist, um sich große Säcke prallgefüllt mit Buchstaben zu holen. Noch heute kann man ganz genau beobachten, wenn die Buchstabenernte einmal nicht so gut ausgefallen ist - immer dann, wenn das Klima im Lande kalt und eisig ist, fehlen den Menschen die nötigen Buchstaben, um mit ihren Worten und Sätzen für ein warmes, friedliches und reiches Leben sorgen zu können.
Post für Merle
Heute hat Merle Post bekommen - gleich zweimal! Einmal von Felix - der aus Münster - und ein weiterer Brief vom Landkreis, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. "Einladung zur Einschulungsuntersuchung", lese ich Merle laut vor, weil sie natürlich erfahren möchte, was wohl drin steht in diesem Brief.
"Jipi!", kreischt sie und rennt schnurstracks in ihr Zimmer. Im nächsten Moment steht sie wieder vor mir - bekleidet mit Jacke und Schuhen, und auf ihrem Rücken thront der rote Felix Rucksack.
"Wo willst du denn hin?", frage ich verwundert.
Merle schaut mich fassungslos an.
"Aber Mama", erwidert sie kopfschüttelnd, "natürlich in die Schule!" Ich erkläre ihr, dass der Termin doch erst im Juli ist.
"Wie oft muss ich dann noch schlafen?" Merles Zeitgefühl orientiert sich nach wie vor an dieser Frage.
Angestrengt versuche ich schnellstmöglich, das gewünschte Ergebnis zu präsentieren - erst im Kopf, doch schließlich nehme ich Zettel und Stift hinzu.
Merle beobachtet meine Bemühungen einen kurzen Moment lang und stellt dann schließlich fast mitleidig fest: "Mama, du bist wohl nicht zur Schule gegangen!"
Spielen!
Manchmal wache ich auf, weil meine 9-jährige Tochter Darleen mitten in der Nacht das Reden anfängt; scheinbar verfügt sie über ein umfangreiches Repertoire an Träumen. Doch neulich ist Merle in der Nacht aufgewacht und hat "Spielen!", gebrüllt. Sie war ganz verschwitzt und kaum zu beruhigen. Erst versuchte ich es mit guten Worten, dann stimmte ich ein kleines Liedchen an und schließlich stellte ich sogar das elterliche Gemach zur Verfügung.
Aber sie schrie: "Spielen! Spielen! Spielen!", saß in ihrem Bettchen, verzog kummervoll das Gesicht und weinte - eine kleine, verzweifelte Dame, die unbedingt spielen wollte und nicht durfte. Ihr Kopf wurde immer roter und meine Angst, dass die anderen Kids von ihrem Geheule wach werden könnten, immer größer.
Also gab ich nach, wir hockten uns gemeinsam auf ihren Teppich und spielten Barbie - nachts um Zwei!Um Drei hatte sie dann keine Lust mehr, gähnte lauthals, verkündete: "Ich geh jetzt wieder ins Bett!", und war innerhalb der nächsten Minute wieder tief und fest eingeschlafen.
Ich nicht!
Ich war wach und es bestand auch nicht die geringste Chance, dass sich an diesem Zustand etwas ändern würde. Also beschloss ich ein bisschen zu grübeln, naja, ich beschloss es nicht wirklich, es passierte einfach. Ich stellte mir vor, dass Merle mitten im Unterricht lauthals kreischen würde: "Spielen!" Ihre Lehrerin erwiderte freundlich: "Nein Merle, dass geht jetzt nicht. Wir sind doch in der Schule und da wird gelernt!"Aber Merle brüllte weiter: "Spielen! Spielen! Spielen!" Da resignierte die Lehrerin, legte das Lesebuch zur Seite, holte die Kiste mit den Barbiesachen hervor und ließ Merle eine Viertelstunde spielen. Anschließend setzte sich Merle wieder an ihren Tisch und lernte artig weiter.
Puh, ich muss wohl doch eingeschlafen sein, denn das, kann wirklich nur ein Traum gewesen sein!
Aber sie schrie: "Spielen! Spielen! Spielen!", saß in ihrem Bettchen, verzog kummervoll das Gesicht und weinte - eine kleine, verzweifelte Dame, die unbedingt spielen wollte und nicht durfte. Ihr Kopf wurde immer roter und meine Angst, dass die anderen Kids von ihrem Geheule wach werden könnten, immer größer.
Also gab ich nach, wir hockten uns gemeinsam auf ihren Teppich und spielten Barbie - nachts um Zwei!Um Drei hatte sie dann keine Lust mehr, gähnte lauthals, verkündete: "Ich geh jetzt wieder ins Bett!", und war innerhalb der nächsten Minute wieder tief und fest eingeschlafen.
Ich nicht!
Ich war wach und es bestand auch nicht die geringste Chance, dass sich an diesem Zustand etwas ändern würde. Also beschloss ich ein bisschen zu grübeln, naja, ich beschloss es nicht wirklich, es passierte einfach. Ich stellte mir vor, dass Merle mitten im Unterricht lauthals kreischen würde: "Spielen!" Ihre Lehrerin erwiderte freundlich: "Nein Merle, dass geht jetzt nicht. Wir sind doch in der Schule und da wird gelernt!"Aber Merle brüllte weiter: "Spielen! Spielen! Spielen!" Da resignierte die Lehrerin, legte das Lesebuch zur Seite, holte die Kiste mit den Barbiesachen hervor und ließ Merle eine Viertelstunde spielen. Anschließend setzte sich Merle wieder an ihren Tisch und lernte artig weiter.
Puh, ich muss wohl doch eingeschlafen sein, denn das, kann wirklich nur ein Traum gewesen sein!
„Mama, wann komm ich in die Schule?“
"Mama, wann komme ich in die Schule?", will meine 5-jährige Tochter Merle zum wiederholten Male von mir erfahren.Was soll ich ihr antworten? Ich weiß es ja selbst nicht so genau.
Also wähle ich die goldene Mitte und erwidere fröhlich: "Bald, Merle, bald!", obwohl ich ganz genau weiß, dass sie sich damit nicht zufrieden geben wird. Merle gibt sich niemals mit unklaren oder schwammigen Antworten zufrieden - will immer alles ganz genau wissen und erklärt bekommen.
Und genau aus diesem Grunde bin ich mir einfach nicht sicher, ob ich mein "Kannkind" dieses Jahr einschulen lassen sollte oder sie lieber noch ein Jahr zu Hause behalte. Schließlich kenne ich die Lehrer! Kinder, die zu viele Fragen stellen und alles ganz genau erklärt bekommen möchten, erwecken schnell beim motivierten Lehrkörper den Verdacht, anstrengend und nervig zu sein.
Tja, und genau diese nervigen und anstrengenden jungen Wesen, fallen dann gerne mal durchs pädagogisch wertvolle Raster. Soll ich ihr das wirklich schon antun? Oder lasse ich sie noch ein Jahr spielen, toben und Unmengen von Fragen stellen - auch auf die Gefahr hin, dass dann demnächst eine der Schlagzeilen im täglichen Klatschprint lauten wird: Mutter auf der Flucht vor den Fragen ihrer fünfjährigen Tochter!
Zum Glück haben ja noch ein bisschen Zeit, uns mit dem Thema näher zu beschäftigen - und außerdem kann der liebe Herr Vater gefälligst auch mal was dazu beisteuern.
Oder?
Gestatten ...
Hallo, mein Name ist Antje Szillat und mein genaues Alter ist mit einer kleinen Rechenaufgabe verbunden. An einem verschneiten Tag im Januar 1996 wurde mein erster Sohn geboren. Damals war ich 29 Jahre alt. Ich bin ausgebildete Lerntherapeutin, arbeite aber heute überwiegend als freie Autorin und Redakteurin. Wie es dazu kommen konnte? Ganz einfach: Alles fing damit an, dass ich mich als Kind immer entsetzlich langweilte. Deswegen dachte ich mir ständig Geschichten aus und konnte so die tollsten und spannendsten Abenteuer erleben. Und so kam es, dass ich eines schönen Tages - bestimmt schien die Sonne und die Vögel zwitscherten fröhliche Lieder - beschloss, Schriftstellerin zu werden, wenn ich groß bin.
Nachdem ich dieses Ziel für einige Jahre aus den Augen ( aber nicht aus den Sinn ) verloren hatte, beschloss ich im schon erwähntem schneereichen Winter des Jahres 1996 endlich das zu machen, was ich schon immer am allerliebsten machen wollte. Also erlernte und studierte ich das Handwerk der Schriftstellerei.
Doch nicht nur mit meiner Berufswahl, habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt, nein, auch im privaten Bereich, ist es genauso gekommen, wie ich es mir als Mini-Antje gewünscht und erhofft hatte.
Denn ich bin Teil einer kleinen "Großfamilie" - bestehend aus zwei wilden Fußballkerlen, nein drei, mein Mann ist auch so einer, zwei entzückenden Girlies, Labradorhündin Lisar und natürlich mir.
In diesem Blog könnt Ihr lesen und erfahren, mit welchem brandheißen Thema ich mich gerade beschäftige; nämlich die Einschulung oder auch nicht Einschulung von meiner fünfjährigen Tochter Merle.
Alles ist offen - alles kann passieren und ich würde mich freuen, wenn Ihr mich dabei ein bisschen begleiteten würdet.
Lieben Gruß und bis bald an dieser Stelle,
Eure Antje Szillat
