Kleinkind (Ulrike R.)

It’s time to say goodbye!

Ziemlich genau ein Jahr und acht Monate habe ich hier auf der PAIDI-Homepage aus meinem Leben mit meiner kleinen Tochter berichtet. Was ist in dieser Zeit alles geschehen? Das sicherlich wichtigste Ereignis war der Start in den Kindergarten, denn damit begann ein ganz neuer Lebensabschnitt, in dem ich als Mutter lernen musste, loszulassen und Frauke ihren ersten Schritt in die Selbstständigkeit machen konnte. Jetzt hat das zweite Jahr begonnen, alles ist einigermaßen vertraut, das Aufstehen morgens fällt leichter, der morgendliche Weg wird flotter zurückgelegt und es ist normal geworden, dass die Mama dann wieder nach Hause geht. Sicherlich wird es auch in Zukunft immer wieder zwischendurch Tränen geben. Mittagessen im Kindergarten ist noch nicht zur Selbstverständlichkeit geworden und im neuen Jahr werden auch nachmittags immer mal wieder ein paar Stunden dazu kommen, da ich diese Zeit einfach für meine Arbeit brauche – das wird noch einmal ein Gewöhnungsprozess werden – für Mutter und Tochter. Doch nun wird es langsam Zeit, dass ich mich als ‚Bloggerin’ verabschiede. Es hat Spaß gemacht und ich möchte mich bei allen bedanken, die an dieser Stelle unser Leben ein Stück begleitet haben. Ich hoffe, aus all meinen Berichten hat durchgeklungen, wie schön es ist, Kinder zu haben - anstrengend zwar, aber durch absolut gar nichts zu ersetzen. Ich freue mich schon auf die nächsten Jahre ...


Endlich ein Mittelkind!

Vier Wochen Kindergarten-Ferien, davor zwei Wochen Urlaub unsererseits, das bedeutet: sechs Wochen lang keinen Kindergarten. Wie sollte der Neustart ins zweite Jahr bloß gelingen nach so einer langen Pause? Ich hatte große Angst, am ersten Tag ein Kind zurücklassen zu müssen, das sich weinend an mein Hosenbein klammert. Doch weit gefehlt! Diesen Mittwoch war es dann soweit. Munter marschierte meine Tochter morgens mit mir los und strahlte wie ein Honigkuchenpferd als sie alle ihre kleinen Freundinnen wieder sah. Ich war nach wenigen Minuten abgemeldet - ein Kuss und die Mama durfte gehen. So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt. Als ich Frauke dann mittags abholte, sprang sie mir fröhlich entgegen und präsentierte mir mit leuchtenden Augen einen lila Punkt auf ihrem Handrücken. Was sollte das denn sein? Die Erklärung folgte mit bedeutungsschwangerem Gesicht: Alle Mittelkinder haben so einen lila Punkt bekommen, die Vorschulkinder einen roten. Tja, unsere Tochter ist jetzt nicht mehr die Kleinste und sich ihrer neuen Rolle nun vollkommen bewusst. Das zweite Kindergartenjahr hat sehr gut begonnen, was es wohl alles bringen wird?


Freizeitstress!

Wenn Kinder vier Jahre alt werden, dann eröffnen sich unendliche Möglichkeiten, denn fast alle Kurse beginnen in diesem Alter. Das Problem ist nur, aus dem reichhaltigen Angebot sportlicher, musikalischer, künstlerischer und sprachlicher Aktivitäten eine für das eigene Kind geeignete Auswahl zu treffen. Eines war für mich klar, mehr als zwei Kurse pro Woche gehen zeitlich nicht und überfordern auch den Sprössling, denn schließlich soll noch genügend Zeit bleiben, sich mit Freundinnen zu treffen und nach Herzenslust zu spielen. Aus der Vielzahl der Möglichkeiten dachte ich, es sei das Beste etwas Sportliches und etwas Musikalisches auszusuchen, denn Bewegung ist gesund und Musik hat Frauke schon immer begeistert. Nachdem wir einige unterschiedliche Dinge wie Fußball, Kinderturnen, Reiten (für letzteres ist Frauke noch zu jung) angeschaut hatten, fiel uns das Büchlein ‚Conny tanzt’ in die Hände. Da stand für meine Kleine fest, was sie machen wolle: Ballett. Wir haben dann eine Schnupperstunde besucht und als sie die kleinen Mädels in ihren rosa Tütüs herumhüpfen sah, war sie kaum noch zu halten. ‚Mama, das will ich machen und ich will unbedingt so ein Kostüm!!!“ Nun ja, die Entscheidung war gefallen und ich denke was Körperhaltung und Bewegung angeht, ist Tanzen sicherlich eine gute Wahl – auch wenn ich ungern eine kleine Primaballerina heranziehen möchte. Damit das Thema Musik noch ein wenig verstärkt wird, habe ich sie außerdem bei der musikalischen Früherziehung angemeldet. Damit ist unser Wochenprogramm vollständig und ich bin gespannt, wie konsequent mein Zwerg das so durchhält. Mitte September geht’s los!


August - Gäste!

Es lebe Deutschland und seine Kinderbetreuungsmöglichkeiten! Sind die lieben Kleinen endlich mit drei Jahren im Kindergarten, so haben berufstätige Mütter eine Sorge weniger – allerdings nur so lange bis die Einrichtung Urlaub macht. In unserem Ort, und das gilt für die meisten bayerischen Gemeinden, ist der Kindergarten den gesamten August, also über vier Wochen, geschlossen. Eine Ferienbetreuung oder ein irgendwie geartetes Ersatzprogramm gibt es nicht – was also tun, wenn man nicht fast seinen gesamten Jahresurlaub in den August legen möchte oder kann? Man lädt Omas und liebe Freundinnen ein. Das jedenfalls habe ich in diesem Jahr gemacht mit dem Resultat, dass sich unser Haus rund um die Uhr im Belagerungszustand befindet und gerade einmal die Bettwäsche gewaschen werden kann, bevor der nächste Besuch anrückt. Frauke ist begeistert, hat sie doch auf diese Weise eine Rundum-Betreuung, bei der sie unangefochten die Hauptperson ist. Ich persönlich finde dieses Modell zwar reichlich anstrengend, aber zurzeit noch die beste Lösung. Auf diese Weise kann ich meinen halben Tag ins Büro und spare mir teure Babysitter. Doch eine Frage stelle ich mir jeden Tag verstärkt – was wird wohl, wenn der August vorbei ist, alle Gäste abgereist und meine kleine Prinzessin wieder in den Kindergarten muss? Da werden wohl wieder manche Tränen vergossen bis man sich wieder an den regelmäßigen Alltagstrott gewöhnt hat….da wäre ein zeitweiliges Betreuungsangebot in den Ferienzeiten wirklich sinnvoller.


Happy Birthday!

Eine Woche ist es nun her und die Überreste lassen sich in unserem Haus immer noch finden – Fraukes vierter Geburtstag! Meine Zwiesprache mit dem Wettergott wurde in diesem Jahr erhört – am 9.8. um 13 Uhr stoppte der Regen und der Himmel lieferte ein paar Sonnenstrahlen, sodass die Feier draußen auf der Terrasse und im Garten stattfinden konnte. War es im letzten Jahr noch ausreichend, einfach ein paar Kinder einzuladen und diese dann zusammen spielen und rennen zu lassen, so mussten jetzt schon einige Spiele her, um die Meute angemessen zu unterhalten. Gott sei Dank hatte ich im Vorfeld ein praktisches Outdoor-Spieleset erstanden mit Sackhüpfen, Eierlaufen, Sandbeutel-Weitwurf, sodass ich gut ausgerüstet war. Unbedingt notwendig waren natürlich auch eine entsprechende Anzahl kleiner Preise für alle Sieger und Besiegten, viele bunte Luftballons, Kuchen, Kakao und natürlich einige Portionen Eiscreme - so konnte der Geburtstag dann standesgemäß begangen werden. Insgesamt wuselten fünf Vierjährige ca. drei Stunden bei uns durchs Gelände und am Ende des Tages waren die Kinder noch topfit, die Erwachsenen aber sanken erschöpft aufs Sofa. Frauke jubelte, das sei ihr schönster Geburtstag gewesen und wen sie das nächste Mal alles einladen wolle – schön, dass das aber noch ein ganzes Jahr dauert!


Familienzuwachs!

Ich warne jeden, der uns in der nächsten Zeit besuchen kommt – es kann nämlich sein, dass er plötzlich ein kleines schneeweißes Fellknäuel am Hosenbein hängen hat, das gerade kräftig seine Krallen ausprobiert. Seit zwei Tagen haben wir nämlich eine Katze, die aussieht als wäre sie der Catsan-Werbung entsprungen und die nun beweist, dass auch zu Katzen der Name ‚Flocke’ sehr gut passt. Lange haben wir sie unserer Tochter versprochen und nach der Rückkehr aus unserem Urlaub konnten wir sie dann endlich abholen. Nun heißt es ‚erziehen, erziehen, erziehen’, denn unser neues Stubentigerkind ist erst drei Monate alt, extrem verspielt und scheut vor nichts zurück. Bereits zehn Minuten nach ihrer Ankunft erklomm sie mit einem Satz unsere Yuccapalme, wo ich sie seitdem immer wieder barsch herunterjagen muss. Eine ähnliche Anziehungskraft haben auch Esstisch, Küchenarbeitsplatte und Blumentöpfe mit Hydrokulturkügelchen – sie bringt uns ganz schön ist Schwitzen. Auch meine Tochter hat schon schmerzvoll lernen müssen, dass man bei allzu wildem Spielen die Hände schnell in Sicherheit bringen muss. Zudem stürzt sich die Katze mit größter Begeisterung auf Fraukes Spielzeug, was meiner Kleinen gar nicht gefällt – als Einzelkind ist sie es nicht gewöhnt, ihre Spielsachen teilen zu müssen. Flocke übernimmt somit zurzeit die Rolle eines kleinen Geschwisterkindes. So höre ich immer wieder, wie meine Tochter im Tonfall einer großen Schwester laut ruft ‚nein Flocke, das darfst Du nicht, das sag ich meiner Mama’! Nach wildem Herumtoben springt unser kleiner weißer Derwisch dann erschöpft aufs Sofa, lässt sich laut schnurrend streicheln und schläft zufrieden ein. Ich freue mich schon, wenn die Eingewöhnungsphase vorbei ist und der Tiger nach draußen darf, da kann sie dann ihre Krallen an den Bäumen in unserem Garten wetzen und auch die ein oder andere Maus fangen.


Hitze, Sonne und Schwimmbad satt!!

Puh ist es hier kalt im heimatlichen Deutschland. Vor zwei Tagen sind wir aus unserem Türkeiurlaub zurückgekehrt und mussten uns erst einmal wieder an lange Hosen und Pullover gewöhnen. Denn die letzten zwei Wochen lagen die Temperaturen bei 38°C am Tage und 28°C in der Nacht. Auszuhalten war das ausschließlich direkt an der Küste, wo stets eine leichte Brise wehte und wo man Wasser in erreichbarer Nähe hatte, um sich regelmäßig abkühlen zu können. Somit war unser Aufenthalt in der Türkei ein klassischer Badeurlaub, mit ausgiebigem Schwimmbadplanschen, auf dem Liegestuhl dösen und leckerem Essen. Allzu große Ausflüge ins Landesinnere zu den historischen Ausgrabungen und interessanten Altertümern mussten leider gestrichen werden, d.h. mein kulturelles Interesse wurde in diesem Urlaub nicht so ganz zufrieden gestellt. Der Erholungswert war allerdings enorm und die Tatsache, noch um 23 Uhr mit Trägertop oder Sommerkleid draußen sitzen zu können, war ein wirklicher Genuss. Drei große Swimmingpools mit unterschiedlicher Tiefe sowie verschiedenste Wasserrutschen waren eine perfekte Beschäftigung für unseren Zwerg, so dass wir Eltern dann auch einmal Zeit und Muße hatten, in Ruhe ein Buch zu lesen. Zudem gab es noch eine ganze Reihe anderer Kinder, mit denen sich Frauke im Laufe der Zeit anfreunden und beschäftigen konnte. Die besondere Attraktion dieses Urlaubs war für unsere Kleine jedoch der Hin- und Rückflug. Schon die Atmosphäre eines Flughafens mit all den startenden und landenden Maschinen übte eine große Faszination aus. Als sie dann im Flieger saß, langsam abhob und die Häuser immer kleiner werden sah, quietschte sie vor Vergnügen und konnte den Blick kaum vom Fenster losreißen. Für Frauke steht nun fest, dass sie jetzt immer in den Urlaub fliegen möchte. Ich persönlich habe aber erst einmal genug vom Pauschalurlaub und denke im nächsten Jahr doch wieder an eine beschauliche Ferienwohnung in einem Land, wo es nicht ganz so heiß ist.


Urlaubsvorbereitungen

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er ganz viel zu organisieren - vor allem wenn sich ein Kind unter den Mitreisenden befindet und das Reiseziel jenseits des vertrauten europäischen Auslands liegt. Da ich mich im Januar bereits mit Urlaubsbuchungen beschäftigt habe, konnte ich ausschließlich an Sonne und Hitze denken, und so fliegen wir in diesem Jahr in die Türkei, der erste Pauschal-all-inklusive-Urlaub unseres Lebens - ein Kompromiss unserer Tochter zuliebe, denn dort gibt es wenigstens nach Aussage des Reiseprospektes für Kinder vielerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Nun obliegt es mir bis zur Abreise nächsten Samstag alles Wichtige zu besorgen und einzupacken. Doch was nimmt man bloß mit in die Türkei? Dicke Pullis und Jacken kann ich wohl getrost zuhause lassen, dafür muss die Reiseapotheke deutlich erweitert werden. Ob es sich um Medikamente gegen Durchfall oder Verstopfung, um ausreichend Mückenschutz und literweise Sonnenmilch handelt, keine Ahnung, was man vor Ort kaufen kann, deshalb nehmen wir das wohl am besten mit. Dazu kommen Badeklamotten, Schuhe für den Strand, Sonnenhüte und natürlich viele Sommerkleider, schließlich kann man die dort endlich einmal tragen. Den ersten Schock bekamen wir bereits diese Woche: Wir haben unsere Flugtickets erhalten und mussten entsetzt feststellen, dass wir am Samstag erst um 20:30 Uhr abfliegen, so gegen 0:30 Uhr ankommen und dann noch zwei Stunden Bustransfer zum Hotel bewältigen müssen - und das mit einer knapp Vierjährigen!! Da war ich in punkto Pauschalreisen eigentlich schon bedient und dachte sehnsüchtig an unsere beschaulichen Reisen an die Nordsee. Mal gespannt, wie es uns ergehen wird, ich werde jedenfalls davon berichten - hier an dieser Stelle. Allaha ismarladik (Auf Wiedersehen)!!


Zeltlager

Viel wird heutzutage über die Rolle der Väter diskutiert und tatsächlich scheint sich da einiges langsam zu ändern - es gibt Papas, die Elternzeit nehmen oder gar ganz zuhause bleiben um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Der Großteil jedoch ist noch immer Vollzeit berufstätig und trägt den Hauptanteil zur finanziellen Absicherung der Familie. Meist sind es immer noch die Mütter, die gar nicht oder Teilzeit arbeiten und deshalb den größten Teil ihrer Zeit mit den Kindern verbringen. So ist das auch bei uns. Umso wichtiger sind dann immer wieder kleine Zeitinseln, die Vater und Tochter nur für sich haben. Letztes Wochenende war es beispielsweise so weit. Einige Väter in unserem Freundeskreis haben sich zusammengeschlossen und ein Vater-Kind-Zelt-Wochenende organisiert. Bewaffnet mit drei Kühlschränken, jede Menge Bier (und natürlich auch antialkoholischen Getränken für die Kids) sind sie losgezogen auf einen Campingplatz. Die Mütter waren weitestgehend für den Einkauf und das Packen zuständig und dann hatten sie ein ganzes Wochenende lang sturmfreie Bude. Was habe ich das genossen! Bücher lesen, auf der Terrasse sitzen, mit Freundinnen gemütlich frühstücken gehen und abends gemeinsam essen - ein gutes Kilo Hüftspeck verdanke ich diesem Wochenende! An ein kinderloses Haus musste ich mich allerdings erst gewöhnen - besonders nachts, wo ich mehrfach hoch schreckte, weil ich vermeintliches Kinderweinen hörte und mich dann wieder genüsslich in die Kissen fallen ließ, weil das ja gar nicht sein konnte. Sonntagmittag dann wuchs schon wieder meine Sehnsucht und ich erwartete die beiden gespannt zurück. Die Gesichter zeigten mir, dass das Wochenende ein voller Erfolg war. Die Kleidung wurde zwar nicht oft gewechselt, die Zähne blieben weitestgehend ungeputzt und ich habe eine sandige Frauke direkt aus dem Auto zuallererst in die Badewanne gesteckt - doch das alles gehört dazu zu einem richtigen Vater-Kind-Wochenende. Ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste!


Scharlach!

Ich bin ja eine große Anhängerin von Impfungen geworden. Frauke hat diese meist ohne größere Nebenwirkungen vertragen, sie stärken das Immunsystem der Kinder und man kann relativ sicher sein, dass man von schlimmen Krankheiten verschont bleibt - diese gar durch konsequentes Impfen immer weiter aussterben. Deshalb bin ich bisher mit typischen Kinderkrankheiten noch nicht direkt in Berührung gekommen. Letzte Woche jedoch war ich mit Frauke am Badesee und beobachtete kleine Pickelchen am Rücken meiner Tochter. Alle Mamas, die dabei waren, tippten auf Hitzepickel und ich machte mir keine weiteren Gedanken mehr. Am nächsten Morgen jedoch war der ganze Körper damit übersät und dazu kam 38,5°C Fieber. Ich ging zum Arzt und dieser diagnostizierte Scharlach, das mit der Gabe von Penicillin über 10 Tage hinweg behandelt werden kann. Vier Tage lang war meine Kleine so richtig krank, sie fühlte sich hundeelend und jammerte erbärmlich, denn aufgrund ihrer sehr stabilen Gesundheit, kennt sie diesen Zustand eigentlich gar nicht richtig. Eine Begleiterscheinung ihres Krankseins war, dass sie nicht von meiner Seite wich und mir praktisch eine knappe Woche lang auf dem Schoß saß. Der Papa konnte sich bemühen soviel er wollte, ausschließlich Mama war angesagt - und das war richtig anstrengend. Ich habe mindestens 25 Bücher vorgelesen, sämtliche Spiele durchgespielt und manchmal sogar aus Verzweiflung den Fernseher angemacht. Wie froh war ich als das Fieber langsam verschwand und meine Kleine wieder selbständig durch Haus und Garten flitzte. Ich werde mich demnächst erkundigen, ob schon wieder neue Impfungen gegen fiese Krankheiten auf dem Markt sind.


Schlaraffenland 2008

Wenn ich früher Geschichten über das Schlaraffenland gehört habe, konnten mich diese Erzählungen nie vollständig begeistern, denn in einem Land, in dem immer überreichlich zu essen da ist, locken keine Bäume mehr, auf denen Bratwürste wachsen oder Vögel, die gebraten durch die Luft und einem direkt in den Mund fliegen. Nein, ein Schlaraffenland müsste heute irgendwie anders aussehen. Letzte Woche war ich mit Frauke im Playmobil FunPark in Zirndorf und da hatte ich das Gefühl, dass dies einer wahr gewordenen Kinderphantasie sehr nahe kommt. Eigentlich bin ich kein Freund von Freizeitparks, wo eine Achterbahn die andere jagt und man an jeder Ecke eine Würstel- und Eisbude finden kann. Der Playmobil FunPark ist anders. Hier findet man beispielsweise einen Bauernhof mit Kühen, die man melken und Pferden, die man striegeln kann - natürlich alles lebensgroße Playmobil-Figuren. Zudem kann man ein Piratenschiff anschauen, eine Ritterburg, man kann Floß fahren, aus riesigen Wassermuscheln kleine Krebstiere (aus Plastik) fischen, Schätze suchen und natürlich klettern, rutschen, schaukeln bis zum Abwinken auf unzähligen Spielplätzen. Zudem sind überall kleine Wasserläufe, die dazu einladen, sich bei heißen Temperaturen abzukühlen. Und für alle Eltern, die dieses reichliche Wasserangebot nicht kannten und deren Nachwuchs nass wurde, sind an unterschiedlichsten Stellen Wäschetrockner aufgestellt. In diesem Park wurde an alles gedacht und es wird auf spielerischste Weise die Phantasie der Kinder angeregt. Essen gibt es ausschließlich im großzügigen Restaurant-Bereich und das auch noch zu absolut realistischen Preisen. Auch der Eintritt mit sieben Euro pro Nase ist für einen ganzen Tag voller Spiel und Freizeitspaß überschaubar und ermöglicht es auch, einer großen Familie einen Besuch ohne starke finanzielle Einbußen. Also jeder, der einmal einen kleinen Vorgeschmack aufs Scharaffenland bekommen möchte, der sollte mal nach Zirndorf fahren - es lohnt sich!


Miss Erdbeer

Als ich ein Kind war, hatte kein Obst eine so große symbolische Bedeutung wie die Erdbeere, denn ich wusste ganz genau, dass mit ihr zusammen der Sommer definitiv und unwiderruflich Einzug gehalten hat. Ähnlich geht es wohl auch meiner Tochter, denn mit den roten süßen Beeren kann man sie lauthals in Verzückung versetzen. Kein Wunder, dass sie mit größter Freude zusammen mit ihrer Freundin Maria sowie den beiden Mamas aufs Erdbeerfeld gezogen ist. Denn was ist noch schöner als Erdbeeren essen? Genau, selbst gepflückte Früchte futtern. Mit Eimern unterschiedlicher Größe bewaffnet, haben wir uns mitten in die Erdbeersträucher begeben und einen Wettkampf um die rötesten Beeren und die vollsten Eimer begonnen. Frauke und Maria waren allerdings in erster Linie darauf bedacht, ihren Bauch zu füllen - ganz nach dem Motto, was bereits gegessen ist, muss auch nicht bezahlt werden. Ansonsten betätigten die beiden sich mit größtem Eifer als trickreiche Obstdiebe, denn erst nach einer Weile fiel mir auf, dass trotz emsigen Pflückens, mein Eimer immer leerer statt voller wurde. Irgendwann habe ich die beiden Verursacher dieses Phänomens auf frischer Tat ertappt und die Beute lautstark zurückgefordert. Alles in allem war der Ausflug ein voller Erfolg. Nur aus dem Vorsatz, die Erdbeer-Reste zu Marmelade zu verarbeiten, ist leider nichts geworden - zwei Tage später war alles vertilgt.


Sommer, Sonne, Schafskälte

Ach wie schön ist doch der Sommer - kurze Hosen, Tops, Sandalen, da macht das morgendliche Anziehen richtig Spaß. Ähnlich geht es auch meiner Tochter, die jeden Früh, kaum hat sie die Augen aufgeschlagen, kräht: "Mama, ich will mein lila Kleid anziehen und die weißen Sandalen mit Glitzer!!" Dieses Lieblingskleid hat Träger und ist für heiße Sommertage wie geschaffen. Doch es ist weder ideal, um im Kindergarten durch den Dreck zu robben, noch wenn die Temperaturen die 27°C unterschritten haben. Letzteres ist meiner kleinen eitlen Prinzessin jedoch nur sehr schwer begreiflich zu machen. Nun hat auch dieser Juni seit ein paar Tagen das anzubieten, was landläufig mit dem Begriff „Schafskälte“ bezeichnet wird, sprich: es ist kalt, regnerisch und windig - ein Wetter für den Winterpulli, aber nicht für dünne Sommerkleidchen. Die morgendlichen Diskussionen ziehen sich nun unschön in die Länge und einige Tränen sind auch schon geflossen. Da musste ich an meine Kindheit denken, wenn meine Mutter unerbittlich jeden Abend die Kleidung für den nächsten Tag aussuchte und wir Kinder nicht das geringste Mitspracherecht hatten. Wir forderten dieses auch nicht ein, sondern zogen selbstverständlich das an, was hingelegt wurde. Mittlerweile verstehe ich diese Vorgehensweise und habe mir vorgenommen, nun auch wesentlich konsequenter vorzugehen. Denn eines werde ich sicherlich nicht: Morgens extra früher aufstehen, nur um die lästige Kleiderfrage zusammen mit meiner Tochter ausgiebig ausdiskutieren zu können - da ist mir mein Schlaf wichtiger!!


Germany’s „geheimes“ Topmodel!

Als meine Kleine noch ein Baby war, ließ ich von ihr bei einem Fotografen Portrait-Fotos machen, die so niedlich ausfielen, dass wir um kostenlose Extra-Aufnahmen gebeten wurden. Seitdem sind wir jedes Jahr dort und ich kann erleben, wie sich meine Tochter zu einem kleinen Model entwickelt. Schon vor drei Jahren hat sie die drolligsten Faxen vor der Kamera gemacht. Der Termin letzte Woche jedoch hat alles bisher Dagewesene übertroffen. Geduldig posierte sie fast eine Stunde lang vor der Kamera, nahm bereitwillig alle vorgeschlagenen Posen ein. Sie strich sich verträumt durch die Haare, streckte frech die Zunge raus, legte sich auf den Bauch oder lachte einfach nur keck in die Linse - kurzum sie hatte richtig viel Spaß. Wir wiederum haben jetzt eine ganze CD-ROM voll der schönsten Bilder und ich kann nur jedem den Tipp geben: Wer besondere Portrait-Aufnahmen seines Nachwuchses möchte und nicht allzu weit von Speyer entfernt wohnt, der soll doch mal einen Blick auf die Homepage www.fotopromotion.de werfen und sich vertrauensvoll dorthin wenden - niemand kann so gut mit kleinen Kamerastars umgehen wie dieser Fotograf. Ansonsten sei mir noch die Bemerkung gestattet, dass ich ein dreijähriges Hobbymodel ziemlich süß finde, dass ich jedoch ein ziemliches Problem damit hätte, wenn dies einmal als Berufswunsch von meiner zukünftigen Teenagertochter geäußert werden würde. Ich hoffe zwar, dass Fraukes Begeisterung für die Kamera erhalten bleibt - allerdings ausschließlich im privaten Rahmen.


Morgen werde ich fünf und übermorgen ist Weihnachten!

Mit sprachlichen Stilblüten meiner Tochter könnte man mittlerweile ganze Bücher füllen. Was jedoch immer für Belustigung sorgt, ist ihre gänzliche Unfähigkeit, sich Zeiträume vorzustellen. Selbstverständlich kann sie mit abstrakten Zeiteinheiten wie Stunden, Tage und Wochen nichts anfangen. Also beschreibe ich Zeiträume meist damit, wie oft sie noch schlafen muss - das ist ja vorstellbar. Das geht dann so: "Frauke, Du musst noch fünf Mal schlafen, dann fahren wir zu Oma." "Wenn ich fünf bin?" Nein, das dauert noch ganz lange, Du wirst ja erst vier Jahre alt". "Wenn der Nikolaus wieder kommt?" Nein, das dauert auch viel länger, nur noch fünf Mal schlafen". "Kommt der Nikolaus wenn ich fünf bin?" Diese Zeitdiskussionen können sich stundenlang hinziehen bis ich irgendwann entnervt aufgebe. Besonders schwierig ist es, wenn sie etwas ganz dringend erwartet - beispielsweise wann der Papa nach Hause kommt. Ich versuche dann meist zu erklären, dass wir noch diese und diese Dinge tun müssen und dann wird er bald kommen. Das ist jedoch meist die Aufforderung, alles ganz besonders schnell zu machen, denn dann könnte das Ganze ja dadurch beschleunigt werden. Wie sehr freue ich mich dann meist, wenn ich das Auto meines Mannes vorfahren höre. Jetzt habe ich allerdings ein Problem: jetzt ist der heiß geliebte Papa beruflich ganze zwei Wochen weg. Keine Ahnung, wie ich das nun täglich erklären werde…


Wer schön sein will muss leiden!

"Mama, ich möchte Ohrringe, lila Ohrringe mit Glitzer!!!" "Frauke, Du bist noch etwas klein für Ohrringe, denn die stechen zu lassen, tut ganz schön weh". "Nein, Mama, ich will unbedingt, Maria hat Ohrringe, Lisa und Jessica, ich will auch welche!!" Dieser Dialog spielte sich schon vor Monaten ab. Ich konnte die Ohrring-Thematik jedoch bis zum Frühjahr/Sommer vertagen, da es selbst meiner Kleinen einleuchtete, dass dicke Mützen und Schals sich leicht mit den neuen Schmuckstücken verheddern können und das sehr schmerzhaft ist. Doch wenn meine Tochter etwas will, dann hat sie ein „Elefantengedächtnis“ und natürlich, kaum waren die ersten warmen Tage da, wurde der Wunsch von neuem geäußert. Da hatte ich dann nichts mehr entgegenzusetzen und ging mit ihr zum Juwelier. Dieser machte dann den Vorschlag, beide Ohrlöcher gleichzeitig zu stechen. Auf meinen irritierten Blick hin, erklärte er, dass sich die Kleinen meist nach dem ersten Ohrloch kein zweites mehr stechen lassen und ein solch asymmetrisches Outfit wollte ich dann doch vermeiden. Frauke suchte sich strahlend und voller Vorfreude ihre lila Glitzerohrringe aus und zusammen mit einem Kollegen wurden diese dann simultan in die Ohren getackert. Nach einer kurzen Schrecksekunde wusste ich, warum der Juwelier auf der Gleichzeitigkeit bestanden hatte: Meine Kleine brüllte derart, dass ich um die teuren Glasvitrinen im Laden fürchten musste. Sie war weder zu beruhigen noch dazu zu bewegen, sich überhaupt einmal im Spiegel anzuschauen. Sie rief immer nur schluchzend sie wolle keine Ohrringe mehr und ich solle sie doch bitte sofort wieder entfernen. Es dauerte einen halben Tag bis sie sich erstmals im Spiegel betrachtete und doch so langsam ihre neu erworbenen Schmuckstücke bewunderte. Am nächsten Tag sah sie ihre kleine Freundin Lilli, die sofort zu ihrer Mutter lief und ebenfalls Ohrringe verlangte. Die Mutter sagte dann: "Lilli, das tut aber weh, oder Frauke?" "Nö, eigentlich nicht - vielleicht ein ganz kleines bisschen"….


Der perfekte Babysitter!

Meine Tochter ist ja ein Einzelkind und das bedauert sie sehr. Immer wieder fordert sie mich auf, doch endlich ins Krankenhaus zu gehen und ein Baby abzuholen. Und wie oft habe ich ihr schon erklärt, dass man so einen kleinen Windelträger nicht einfach bestellen oder käuflich erwerben kann - die Enttäuschung ist dann jedes Mal groß. Letzte Woche jedoch durfte Frauke einen Tag lang voll und ganz ihre Puppenmama-Gefühle ausleben, denn wir haben meine Freundin und ihren fünf Monate alten Sohn besucht, dessen Patentante ich werden soll. Frauke war hingerissen und permanent damit beschäftigt, immer einen Schnuller parat zu haben, wenn der Kleine maunzte, ihn mit Plüschtieren zu bespielen oder die Flasche zu geben. Soviel Zuwendung kam an. Mutter und Patentante in spe waren abgemeldet, der junge Mann konzentrierte sich ausschließlich auf seine kleine Babysitterin. Auf der Heimfahrt überlegte meine Tochter dann, dass es auch ganz in Ordnung sei, sich immer mal wieder ein Baby für einen Tag auszuleihen, denn so tagtäglich wäre das doch auch ganz schön anstrengend. Mit dem Kompromiss kann ich leben!


Elternvormittag

Gestern klingelte der Wecker besonders früh, denn bevor wir unseren alltäglichen Weg zum Kindergarten antraten, mussten kleine Käsespießchen vorbereitet und Obstsalat geschnippelt werden. Gestern war Elternvormittag, das heißt alle Mamas und Papas waren von 9 bis 12 Uhr eingeladen und die sonstige Brotzeit wurde durch ein üppiges gemeinsames Buffet ersetzt, zu dem jeder etwas beisteuerte. Dann wurde vorgeführt, gesungen, getanzt, Gedichte aufgesagt. Die Vorschulkinder führten gar das Märchen „Sterntaler“ als Schattenspiel auf und es wurden selbst getöpferte Herzen an die Eltern verteilt. Es war ein rundum gelungener Vormittag, den die Kindergärtnerinnen mit sehr viel Mühe und Engagement vorbereitet hatten. Und es war eine sehr aufschlussreiche Veranstaltung, um zu sehen, was mit den Kindern täglich vormittags geübt wird und wie sie sich innerhalb ihrer Gruppe behaupten können. Meine Kleine stand mit stolzgeschwellter Brust zwischen allen anderen und sang und tanzte ohne Scheu und Hemmungen - die Mutter verfolgte die Darbietungen mit nicht minder stolz geschwellter Brust und konnte sich an ihrem kleinen Sonnenschein kaum satt sehen. Als wir dann nach dem ende der Feier fröhlich gemeinsam nach Hause liefen, verbot ich ihr zum wiederholten Male, alleine die Straße zu überqueren und hielt ihre Hand fest, worauf der kleine Engel wütend rief: "Mama, Du bist so blöd, ich schmeiß Dich gleich in den Mülleimer" - tja, die Ernüchterung folgt doch meist schneller als man denkt.


Puppentheater

Letzte Woche herrschte helle Aufregung im Kindergarten - ein Plakat wurde aufgehängt mit einer großen Prinzessin Lillifee und der Ankündigung eines Puppentheaters mit gleichem Namen. Mir wurde leicht übel - warum muss denn alles mit dieser blonden rosa Kunstfigur in Zusammenhang gebracht werden. Das Merchandising funktioniert perfekt, allein die Inhalte fehlen gänzlich. Seine Wirkung verfehlte die Ankündigung allerdings nicht - so ziemlich alle Mädchen wollten in das Puppentheater gehen. Da es am Aufführungstag regnete, gab ich nach und wir gingen auch hin. Und - es war eine gute Entscheidung, denn es handelte sich um ein klassisches Kasperletheater, nur die Figur des „Gretchens“ wurde durch eben diese Prinzessin Lillifee ersetzt. Das wäre zwar absolut nicht notwendig gewesen, aber es schadete der Geschichte auch nicht und füllte die Stuhlreihen. Ich war völlig verblüfft mit welcher Begeisterung und angespannter Konzentration meine Tochter die Handlung verfolgte. Zum Teil bezogen die Puppenspieler die Kinder in die Geschichte mit ein - sie mussten beispielsweise Lillifee helfen, eine bestimmte Zauberblume zu finden, usw. Alle machten mit und freuten sich als die böse Hexe endlich ihre Zauberkraft verlor und ins Gefängnis wanderte. Wir verlebten einen richtig schönen lustigen Nachmittag und ich denke ernsthaft darüber nach, ein kleines Kasperletheater für zuhause zu kaufen. Da kann ich dann meine Phantasie ein wenig trainieren und an so manchen verregneten Tagen Frauke und ihre Freundinnen unterhalten - allerdings definitiv ohne Prinzessin Lillifee.


Kleiner Dickkopf ganz groß!

Wenn ich an meine Schulzeit denke, so war der Begriff „lernen“ stets mit Negativem verbunden - nämlich mit Pflichtbewusstsein, Disziplin und Arbeit. Man „musste“ lernen und allein das genügte, um sich immer wieder gerne davor drücken zu wollen. Seit ich meine kleine Tochter habe, erlebe ich täglich einen ganz anderen Bezug zum diesem Thema. Bereits als kleines Baby gab es immer wieder Dinge, die sie können wollte - z.B. das Sitzen. Unermüdlich und verbissen trainierte sie diese Fähigkeit Tag für Tag bis sie schließlich irgendwann freudestrahlend aufrecht auf ihrem Windelpaket saß. Ähnlich ging es danach mit dem Krabbeln oder dem Laufen. Zurzeit übt sie gerade das Fahren mit dem Laufrad. Auch hier war die gleiche Eigenschaft zu beobachten: mit verbissener Emsigkeit drehte sie täglich auf unserer Terrasse ihre Runden bis sie das richtige Balancieren endlich konnte. Doch ihr Ehrgeiz betrifft nicht nur Bereiche der Bewegung und Motorik. Mit derselben Beharrlichkeit lernte sie beispielsweise gerade die Zahlen von 1-20. Gleichgültig, ob im Supermarkt, auf der Autobahn oder im Bus - wo immer sie eine Zahl erblickte, fragte sie mich unermüdlich danach. Nun ist sie eine der wenigen Dreijährigen, die mit vor Stolz geschwellter Brust von 1-20 zählen und lesen kann. Verblüfft stelle ich fest, dass „lernen“ sich bei Frauke mit einer ganz natürlichen Neugierde deckt, kombiniert mit einem angeborenen Dickschädel, der einfach nicht aufgibt bis man das Gewünschte kann. Ich bewundere meine Kleine für diese Eigenschaft und hoffe sehr, dass sie diese bewahren kann und vor allem, dass sie ihr kein Erwachsener verleidet - dann blicke ich der Schulzeit ganz entspannt entgegen.


Müllverwerter

Malen ist schon seit geraumer Zeit eines der liebsten Hobbys unserer Tochter. Seit sie in den Kindergarten geht, ist jetzt auch noch Basteln dazu gekommen. Das bedeutet beispielsweise einen ungeheuren Verbrauch an diversen Klebstoffen wie Prittstift, Tesafilm oder Aufkleber jeglicher Art. Denn Frauke hat eine ganz besondere Affinität zur künstlerischen Collage. So dient als Grundlage stets ein Blatt Papier, das zuerst bemalt und dann mit unterschiedlichsten Gegenständen beklebt wird. Hierfür verwendet sie bevorzugt leere Bonbonpapiere, Teile weggeworfener Zeitungen, Fäden, Gummis und viele andere Dinge, die wir normalerweise in unserem „gelben Sack“ entsorgen würden. Man könnte auch sagen, Frauke ist eine hervorragende Müllverwerterin und hat bereits zwei wichtige Prinzipien moderner Kunst begriffen: 1. Es gibt kaum einen noch so alltäglichen Gegenstand, der sich nicht im richtigen Kontext zur Kunst aufwerten ließe. 2. Auch in der Kunst sollte die Nachhaltigkeit, also das Recycling berücksichtigt werden. Mittlerweile hat so ziemlich jedes Familienmitglied und unser halber Freundeskreis diverse Collagen von unserer Tochter als Geschenk überreicht bekommen und ich kann nur jedem raten: Haltet Eure Geschenke in Ehren, wer weiß was in einigen Jahren dafür bezahlt wird :-)


Kleine Tyrannen?!

Neulich haben es mein Mann und ich tatsächlich einmal geschafft, einen Babysitter zu engagieren und zu zweit gemütlich essen zu gehen. Das bedeutet: miteinander reden können ohne ständig unterbrochen zu werden, nicht permanent Saftgläser vorm Umfallen zu sichern, etc. Doch aus dem beschaulichen Candlelight-Dinner wurde nichts. Am Nachbartisch saß eine Familie mit zwei Kindern, die unentwegt durchs Lokal sausten, immer wieder an unseren Tisch kamen und eine Unterhaltung suchten oder sich lautstark stritten. Die Eltern dieser Kinder hatten allerdings ein gemütliches Abendessen, denn die unterhielten sich angeregt ohne auch nur einen Gedanken an ihre Sprösslinge zu verschwenden. Kurzum: es war kein schöner Abend und ich dachte mal wieder darüber nach, warum so viele Kinder immer mehr zu kleinen Tyrannen mutieren. Warum halten es Eltern nicht mehr für nötig, deutliche Grenzen zu ziehen? Und warum wird man, wenn man dies verlangt, als autoritäres Schwein abgestempelt? Vor kurzem habe ich zu diesem Thema ein sehr interessantes Buch gelesen mit dem passenden Titel: "Warum unsere Kinder Tyrannen werden", geschrieben von Michael Winterhoff, einem Münchner Kinder- und Jugendpsychiater (Gütersloher Verlagshaus). Er analysiert sehr treffend, warum unser Nachwuchs immer weniger lernt, einfachste Regeln zu befolgen, warum Konzentrationsstörungen Hochkonjunktur haben und viele Kinder und Jungendliche sich nur sehr schwer in eine Gesellschaft eingliedern können. Aus falsch verstandenem Partnerschaftsdenken, Bequemlichkeit oder auch Zeitmangel neigen immer mehr Eltern dazu, einfachste Erziehungsprinzipien in Frage zu stellen oder auch die ganz natürliche Hierarchie zwischen Mutter/Vater und Kind aufzuheben. Mich hat dieses Buch sehr zum Nachdenken gebracht und ich beobachte mich seitdem immer wieder darin, Frauke gegenüber konsequenter zu sein. Beim nächsten Restaurant-Besuch nehmen wir unsere Tochter jedenfalls wieder mit und üben einmal mehr mit ihr, beim Essen sitzen zu bleiben und anderen Gästen nicht auf die Pelle zu rücken. Denn Rücksichtnahme und Respekt vor anderen Menschen muss eben auch gelernt werden.


Kampf dem Chaos!

Alle Eltern kennen ihn - den niemals enden wollenden Kampf gegen das Spielzeugchaos. Es ist vollkommen gleichgültig, ob man ein Kind hat oder eine ganze Fußballmannschaft - das Haus gehört nicht mehr den Eltern, sondern ausschließlich den Kindern. So ist das auch bei uns. Allein der Fuhrpark unserer Tochter -zwei Bobbycars (eines für drinnen und eines für draußen), ein Dreirad, Roller und Laufrad - füllt die halbe Garage. Im Haus, das sich über zwei Stockwerke erstreckt, ist so ziemlich jede Ecke mit verschiedenem Spielzeug wie Kinderküche, Holzeisenbahn, Trampolin, Maltisch mit Stühlen oder Holz-Bauernhof belegt. Große Teile unseres Bücherregals sind angefüllt mit Kinderbüchern, -CDs sowie mit diversen Spielen und Puzzeln. Dazu kommt eine riesige Kiste mit Legosteinen. Tagsüber versuche ich Frauke stets beizubringen, dass man die eine Sache erst wieder wegräumen muss, bevor man mit dem neuen Spiel beginnt. Das funktioniert manchmal. Meistens jedoch sieht es abends bei uns aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Aus pädagogischen Gründen verdonnere ich dann meine Tochter, mir beim Aufräumen zu helfen, doch meist obliegt es der Mutter, das angefangene Puzzel vor dem Weglegen wieder zusammenzusetzen, die Bauklötze wieder auseinanderzusortieren und auch die restlichen Spielzeuge wieder so wegzupacken, dass man danach wieder damit spielen kann. Und immer wieder frage ich mich „wie kann ein einziges Kind nur soviel Chaos produzieren?“ Doch gründliches Aufräumen ist der reine Selbstschutz für die Eltern. Das weiß jeder, der einmal ohne Schuhe auf einen herumliegenden Legostein getreten ist oder vergessene vollkommen verschimmelte Lebensmittelreste aus der Kinderküche entsorgen musste. Ich jedenfalls freue mich schon auf die Zeit, wenn das Spielzeug weitestgehend im Kinderzimmer verstaut werden kann und auch ausschließlich dort genutzt wird. Aber das kann noch dauern…


Spieglein, Spieglein an der Wand…

Dass Frauen gerne eitel sind, ist ja nichts Neues. Aber wie eitel bereits dreijährige kleine Damen sein können, das überrascht mich doch immer wieder. Eine Wurzel dieser Eigenschaft liegt unter anderem darin begründet, dass Frauke Märchen über alles liebt und sich immer wieder die Geschichten über Aschenputtel, Schneewittchen und Dornröschen in ihren Büchern anschaut. Deshalb hat sie ein klares Bild, wie eine Prinzessin aussieht - lange Haare, lange wallende Kleider meist in rosa, gold und silber, eine glitzernde Krone und reichlich Schmuck. Natürlich versucht sie, diesem weiblichen Idealbild nachzueifern. Deshalb verweigert sie beispielsweise seit neuestem konsequent den Friseurbesuch mit dem Argument „Prinzessinnen hätten immer lange Haare“. Lange wallende Kleider findet selbst meine Kleine im Alltag unpraktisch, aber rosa müssen Shirts und Blusen schon sein - und am besten mit Glitzersteinchen. Hat man nun ein heiß geliebtes neues Kleidungsstück ergattert, muss das natürlich sofort täglich getragen werden - gleichgültig ob draußen der Schneesturm fegt oder die Sonne scheint. Ihre Eitelkeit geht sogar soweit, dass sie letzte Woche im Restaurant ihre Strickjacke unbedingt ausziehen musste, damit jeder ihre neue Bluse bewundern kann. Mein Mann meint dazu nur lakonisch "wie die Mutter". Ich bin manchmal mit meinen Nerven aber ziemlich am Ende, denn dicke Pullover und Schneestiefel passen nun einmal am besten zur winterlichen Witterung - allerdings halt gar nicht zur einer Prinzessin wie aus dem Märchenbuch…


Ei, ei, ei …wer hoppelt denn da?

Der Hase ist ein scheues Tier, der sofort wegrennt, wenn er einen Menschen erblickt. Der Osterhase verlegt deshalb seine Tätigkeiten auf die Nacht und zeigt sich den neugierigen Kindern überhaupt nicht. In diesem Jahr hatte er es mit seiner Arbeit besonders schwer, denn so früh musste er noch nie seine Geschenke und Ostereier verstecken. Der März ist ja meist eine „Mogelpackung“ - so gaukelt er den Frühlingsanfang vor und schickt stattdessen eine geballte Ladung Schnee und Eis. Tja, und wie man bunte Ostereier im weißen Schnee verstecken soll, daran hat sich eben der Osterhase in diesem Jahr gewaltig seine langen Zähne ausgebissen. Und noch eine Schwierigkeit gab es - Meister Langohr konnte seine Arbeit einfach nicht verrichten ohne verräterische Spuren in der weißen Pracht zu hinterlassen. Die Kinder wiederum freuten sich, waren die süßen Sachen und Geschenke doch in der Winterlandschaft schnell gesichtet - was umso wichtiger war, denn die Temperaturen trieben alle zügig wieder ins Haus, wo dann erst einmal das Gesammelte ausgepackt wurde. Meine Kleine läuft seit Ostern nun täglich sehr langsam und andächtig durch unseren Garten - denn man könnte ja zwischen Gräsern und Büschen noch das ein oder andere vergessene Osterei finden. Ich allerdings bin froh, wenn auch die letzte Süßigkeit verzehrt ist und wir endlich wieder zu einer normalen gesunden Ernährung zurückfinden.


Der Mama-Effekt

Kennen Sie das auch: Ihr Kind ist zuhause bei Ihnen ein kleiner Teufel, der so ziemlich alles ausprobiert, was er nicht darf - bei der Oma jedoch ist es brav wie ein Lamm und beherzigt mühelos alle Regeln, die zuhause auf taube Ohren stoßen? Ich erlebe dieses Phänomen mit meiner Tochter immer wieder und auch im Bekanntenkreis bekomme ich dieses Verhaltensmuster berichtet. Ist Frauke bei ihrer Großmutter, so ist sie das liebste Kind, kaum trete ich zur Tür herein, schon mutiert sie zum Frechdachs und die Oma erkennt ihr Enkelkind kaum wieder. Auch die Erzieherinnen im Kindergarten kennen diesen Effekt und erklären mir, dass nur so vormittags gearbeitet werden kann. Denn auch dort sind die Kleinen wesentlich angepasster und braver wie zuhause - 27 aufsässige Kleinkinder in einer Gruppe würden selbst die hartgesottenste Kindergärtnerin überfordern. Für dieses Verhalten gibt es wohl auch eine Erklärung: Zuhause bei Mama und Papa fühle sich das Kind immer sicher und geliebt, dort könne es seine Grenzen testen ohne befürchten zu müssen, etwas an Liebe und Akzeptanz einzubüßen. In einer fremderen Umgebung, bei weniger vertrauten Menschen gibt es diese Grundsicherheit nicht und deshalb wird hier auch nicht allzu viel ausprobiert. Im Prinzip ist also das flegelhafte Verhalten meines Kindes mir gegenüber ein Kompliment - es fühlt sich bei mir sicher und geborgen und deshalb traut es sich wesentlich mehr als woanders. Ich mache also nichts falsch, sondern eher richtig. Puh, Glück gehabt! Wenn diese Erklärung allerdings beim „Grenzen setzen“ auch meine Nerven keineswegs beruhigen kann.


Energiebündel

„Wilde Hummel“ nenne ich unsere Tochter gerne, denn dieser Ausdruck beschreibt treffend ihre charakteristischste Eigenschaft: pausenlose Aktivität. Kaum erwacht, so geht es auch schon los - spielen, rennen, toben bis abends gegen 19:30 Uhr der Vorhang fällt und die Mutter zum Schlafengehen auffordert. Häufig frage ich mich „woher nimmt das Kind nur soviel Energie“? Bis vor einem halben Jahr hat meine Kleine ja ihre Batterien wieder mittels eines zweistündigen Mittagsschlafes aufladen können und auch ihren Eltern die Möglichkeit gegeben, leidlich zu regenerieren. Das ist nun vorbei - die Bewegungsfreude unserer Tochter allerdings ungemindert. Kann sie sich die Woche über einen halben Tag im Kindergarten austoben, so fordert sie Mama und Papa am Wochenende ganz besonders. Da hilft nur: möglichst viel raus in die Natur, Wettrennen machen, Fußball spielen und auf Bäume klettern. Graue Regenwochenenden sind da für alle Beteiligten ähnlich fatal wie diverse fiebrige Infekte, die besonders die Eltern niederstrecken und ans Sofa oder Bett fesseln. Schwierig sind auch zunehmend die Mahlzeiten, denn es gibt bei uns die Familienregel, dass man während des Essens sitzen bleiben muss. Da werden die Nerven dreimal täglich auf eine harte Probe gestellt und häufig funktioniert das Sitzen bleiben nur, wenn gleichzeitig ein Buch angeschaut oder gemalt werden darf. Ach ja, was gab es früher gemütliche Abendessen am Wochenende, mit Kerzenschein und leiser Hintergrundmusik - jetzt stehen Tricks und Kniffe im Mittelpunkt, wie man das Kind auf seinem Platz hält. Zur Belohnung singt dann Frauke beim Essen meist ihre neu gelernten Kindergartenlieder - auch eine Art Tafelmusik, wenn auch weder leise noch im Hintergrund…


Blöde Mama!

Ich bin ja immer wieder ganz begeistert, was meine Kleine im Kindergarten so alles lernt - Basteln, Lieder, Reime, allerdings - leider auch Schimpfworte. „Blöde Mama“ ist da noch die harmloseste Variante, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn ich irgendetwas nicht erlaube. Ich war ratlos, wie ich mit den neu gelernten Kraftausdrücken umgehen sollte, denn dass diese in unserem Hause nicht erlaubt sind, ist klar. Diverse Erziehungsratgeber sollten mir helfen. Ich fand mein Problem überall auch ausführlich erörtert und den immer gleichen Ratschlag: ignorieren, denn je mehr man sich darüber aufrege, desto interessanter würde das Verbotene werden. Zuhause konnte ich diesen Tipp auch durchaus berücksichtigen - wenn meine Tochter mich wieder mit Schimpfworten bedachte, schaute ich aus dem Fenster und versuchte an unseren nächsten Urlaub zu denken. Wesentlich schwieriger ist diese Übung allerdings unterwegs. Man sitzt gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Café und Frauke beginnt ihr mittlerweile breites Repertoire an bösen Worten lautstark auszubreiten - wie reagiert man da, wenn alle Blicke sich entsetzt auf unser unflätiges Kind richten???? Ich bin jetzt doch dazu übergegangen ihr unmissverständlich klar zu machen, dass ich dieses Vokabular nicht dulde und sie notfalls auch aus dem Zimmer zu schicken oder sofort nach Hause zu gehen, falls sie es nicht unterlässt. Mal gespannt, wann meine Erziehungsmethoden fruchten oder wann ich wieder zu einer anderen Taktik übergehen muss…


Girl’s day!

Man könnte ja denken, dass Dreijährige noch keinen allzu großen Unterschied zwischen den Geschlechtern machen und Jungs sowie Mädchen problemlos miteinander spielen können. Weit gefehlt! Bereits in diesem zarten Alter gibt es eindeutige Präferenzen - Mädchen beschäftigen sich begeistert mit puzzeln, malen und basteln während die Jungs hochkomplexe Gebäude bauen oder sich in wilden Raufspielen austoben. So schließen sich bereits im Kindergarten Mädchen und Jungs zu unterschiedlichen getrennten Spielgruppen zusammen  - schade, denn schließlich könnten sich beide Seiten mit ihren verschiedenen Interessen durchaus gegenseitig bereichern. Seit einiger Zeit erzählt mir nun meine Tochter vom „Girl’s day“ und ich konnte nicht zu recht glauben, was ich da hörte und was das eigentlich sein sollte. Ich fragte die Erzieherinnen und musste lachen: Einmal in der Woche wurde nun an einem Vormittag ein „Girl’s day“ für die Bauklotzecke eingeführt. Das bedeutet, dass zu dieser Zeit die männlichen Baumeister keinen Zutritt haben und die Mädels nach Herzenslust Legosteine und Holzbauklötze aufeinander schichten dürfen. Denn die jungen Damen hätten durchaus Spaß am Bauen, nur die Jungs ließen sie einfach nicht mitspielen. Stattdessen müssen diese dann in der gleichen Zeit malen, basteln und puzzeln. Tja, das ist auch eine Methode bereits in jungen Jahren den Rollentausch einzuläuten - ob es funktioniert hat, werden wir in 20 Jahren erleben…


Hund, Katze, Maus!

"Mama, ich will ein Haustier!!!" Diesen Satz höre ich von meiner Tochter zurzeit täglich! Und ich habe ihn schon erwartet, denn ihre Tierliebe hat sie definitiv von mir geerbt. Hätte meine Mutter damals nicht klare Grenzen gezogen - unser Haus wäre zu einem kleinen Zoo mutiert. Jetzt stehe ich vor dem gleichen Problem wie meine Eltern damals, denn ich möchte meiner Kleinen ja den Wunsch nach einem Tier durchaus erfüllen - nur welches? Frage ich meine Tochter, so wechseln ihre Vorlieben täglich, einmal will sie einen Hasen, morgen dann einen Vogel, übermorgen eine Katze oder wahlweise einen Hund. Letzterer wäre zwar mit Abstand mein Favorit, denn ein Hund ist für Kinder einfach ein toller Freund und Spielkamerad - doch lässt er sich leider nur sehr schlecht mit meiner Berufstätigkeit vereinbaren. Letzte Woche habe ich mir dann ein Buch über Zwergkaninchen gekauft und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass meine Kleine dafür noch zu jung ist, diese Hoppler auch ziemlich viel Zeit benötigen und da man letztlich nicht allzu viel mit ihnen machen kann, Fraukes Interesse wahrscheinlich nach 3 Wochen bereits drastisch nachlassen wird. So tendiere ich momentan zu einer Katze - die ist pflegeleicht, man kann mit ihr spielen, sie streicheln und wenn ihr die Liebesausbrüche meiner Tochter zuviel werden, dann geht sie einfach weg. Jedenfalls werde ich mir jetzt noch etwas Lektüre über Stubentiger zulegen, schließlich muss man ja informiert sein. Allerdings wird Frauke wohl bis nach unserem Sommerurlaub warten müssen und wer weiß, vielleicht haben sich dann die Vorlieben schon wieder geändert...


Feen, Hexen, edle Ritter!

Heute öffnete sich beim Betreten des Kindergartens eine andere Welt. Zarte Feen, Furcht einflößende Hexen, wilde Cowboys, edle Ritter und sehr viele wunderschöne Prinzessinnen bevölkerten die Räumlichkeiten. Auch einen niedlichen rosaroten Panther und diverse Tiere wie Kuh und Schaf konnte ich in der Menge ausmachen. Ja, es ist Fasching und der wird natürlich auch im Kindergarten gebührend gefeiert mit einem ganzen Buffet voller Leckereien, haufenweise Luftschlangen, Ballons und Konfetti. Ganz aufgeregt war meine Kleine heute früh als sie ihr Feenkostüm anziehen durfte. Ehrfürchtig drehte sie sich vor dem Spiegel und konnte sich kaum satt sehen an dem bauschigen Rock, dem rosa Glitzerstoff und natürlich -als Allerwichtigstes- der Prinzessinnenkrone. Die Mutter war stolz und dachte sich einmal mehr, dass sie das hübscheste Kind der Welt hat und so zogen wir dann los zum großen Feiern. Eigentlich kann ich persönlich ja mit Fastnacht überhaupt nichts anfangen. Allein die Vorstellung, mich in irgendwelche unbequemen Kostüme zwängen zu müssen, jagt mir einen Schauder des Entsetzens über den Rücken. Umso glücklicher bin ich über die Faschingsfeier im Kindergarten, denn das geht gänzlich ohne mütterlichen Einsatz -mal abgesehen von diversen Beiträgen fürs kalte Buffet- und die Kleinen haben ihren Spaß! Hoffentlich wird das im nächsten Jahr ähnlich unkompliziert.


Sonnen Hunger!

Ach der Januar macht mir immer sehr zu schaffen. Die schöne Weihnachtszeit ist vorbei, der Frühling in weiter Ferne und das Wetter ist kalt, regnerisch und duster. Alle Welt hustet, schnupft und mich überfällt in dieser Zeit stets das unstillbare Verlangen, dahin auszuwandern, wo es sonnig und mindestens 30°C heiß ist. Da Auswandern doch eher unrealistisch ist, habe ich mich stattdessen einmal mit unseren diesjährigen Urlaubsplänen befasst - ein äußerst kompliziertes Unterfangen, denn mein Mann eröffnete mir, dass er ausschließlich in den beiden letzten Juli-Wochen frei nehmen könnte. Tja, und das ist so ziemlich die teuerste Saison des Jahres. Einem verregneten Deutschland-Urlaub wollte ich unbedingt entgehen und so schaute ich mich nach südlichen Reisezielen um. Doch mit Kleinkind kommt nun vieles nicht mehr in Frage: Der Wander-Urlaub in den Bergen; die lauschige Ferienwohnung mitten im Chianti, denn wie beschäftigt sich dort bitte der Nachwuchs; die spontane Rucksacktour ohne Hotelvorbuchung, und, und, und. Vieles andere musste ich ausschließen, weil es unser Budget gnadenlos überstiegen hätte. Tja, und nun machen wir zum ersten Mal im Leben eine klassische Pauschalreise in die Türkei. Im dortigen Hotel gibt es nämlich mehrere Kinderbecken, Wasserrutschen, Spielplatz, den Strand direkt vor der Haustür und sogar, wenn gewünscht, Kinderbetreuung. Als bisheriger Individualreisender ist mir das zwar noch nicht so ganz geheuer, aber Kinder zwingen zu Kompromissen. Allerdings freue ich mich auf zwei Wochen Sonne pur und ich habe mir ganz fest vorgenommen: ich werde nicht über zuviel Hitze schimpfen, stattdessen uns alle dick mit Sonnencreme einschmieren, mit meiner Familie im Wasser planschen und stets in der Gewissheit leben, dass in Deutschland der Winter wieder schneller kommt als man denkt.


Rückschritte!

Jetzt war ich sooo froh, wie unkompliziert und locker meine Tochter den Kindergarten begonnen hat. Tränen gab es die ersten Monate eigentlich nur gelegentlich, wenn ich sie abholte und sie lieber noch dort mit ihren Freundinnen weiterspielen wollte. Kurz vor Weihnachten änderte sich das leider deutlich. Zwar höre ich keinerlei Murren auf unserem morgendlichen Spazierweg durchs Dorf und sie erzählt mir auch dann voller Vorfreude, was sie alles spielen will - aber wenn ich sie dann abgeben und gehen möchte, bricht der große Katzenjammer los. "Mama, noch dableiben, nicht weggehen, Frauke sonst ganz alleine, schluchz!!" Es ist herzerweichend und für mich sehr ungewohnt! Auch früher bei der Tagesmutti gab es ein solches Theater nie. Ich war erst einmal dankbar über die Weihnachtsferien, in denen wir viel miteinander unternommen und gekuschelt haben. Meine Deutung war, dass sie vielleicht einfach eine große „Portion Mama“ braucht. Doch auch jetzt nach der Weihnachtspause hat sich nicht viel geändert. Jeden Morgen schleiche ich mich mit schlechtem Gewissen aus dem Kindergarten und hinterlasse ein weinendes Kind. Mein einziger Trost ist die Gewissheit, dass sich die Erzieherinnen wirklich überaus liebevoll um meine Kleine kümmern. Eine Hoffnung auf Besserung habe ich noch. Fraukes beste Freundin Maria war die letzten beiden Wochen krank und kommt erst kommenden Montag wieder in den Kindergarten. Dann sind die beiden Unzertrennlichen wieder zusammen und meine Tochter hat hoffentlich wieder mehr Spaß an ihrer vormittäglichen Auszeit von Mama.


Einkaufen bis zum Abwinken!

Wenn auch die ganze Vorweihnachtszeit ziemlich anstrengend war, so haben wir das Weihnachtsfest selbst sehr genossen - mit Baum schmücken, Kirchgang und ausgedehnter Bescherung. Die Augen unserer Kleinen beim Anblick des leuchtenden Christbaumes und den vielen Geschenken darunter, werde ich sicherlich nie vergessen und es hat mir wieder einmal die Gewissheit gegeben, dass Weihnachten eigentlich nur mit Kindern so richtig schön ist. Zu uns brachte das Christkind in diesem Jahr als Hauptgeschenk einen Kaufladen mit allem drum und dran. Und da ist meine Tochter eine ganz typische kleine Frau - Einkaufen und Verkaufen liebt sie heiß und innig. Nun tönt täglich mehrmals durchs Haus: „Wer möchte einkaufen spielen, ich habe offen!“ Diesem Ruf kann sich eigentlich keiner entziehen und so müssen wir nun shoppen bis zum Umfallen. Ob Kaffee, Kekse, Dosenravioli oder Rahmspinat - an Markenware ist im Krämerladen meiner Tochter so ziemlich alles erhältlich. Gleichgültig wie viel man kauft - alles kostet 15 Euro und meistens bekommt der Einkäufer auch noch zusätzlich eine ganze Portion Bargeld mitsamt der Ware ausgehändigt. Auch ist es schwer, die Menge selbst zu bestimmen. Möchte man z.B. eine Flasche Milch, so bekommt man meist eine Zweite dazu mit dem Kommentar, eine Flasche wäre sowieso gleich alle. Tja, geschäftstüchtig ist sie schon, meine Kleine, nur das mit den Preisen, das muss sie noch lernen…


Wie die Mutter so die Tochter

Es gab einen Film, den habe ich als Kind jedes Jahr vor Weihnachten mindestens einmal angeschaut - „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, eine tschechische Produktion aus den frühen Siebzigern, die so ziemlich alles enthält, was ein kleines Mädchenherz glücklich macht. Nun schauen wir prinzipiell nur dann Fernsehen, wenn unsere Kleine bereits im Bett liegt. Denn ich war stets der Meinung, dass eine Dreijährige noch keinen ganzen Film verfolgen kann und sollte. Am Sonntag Vormittag haben wir diese Regel für die „Sendung mit der Maus“ einmal durchbrochen, nicht ahnend, dass gleich im Anschluss „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ gezeigt wurde. Bereits die ersten Minuten zogen unsere Tochter so in den Bann, dass es einen Tobsuchtsanfall ausgelöst hätte, den Film auszumachen. Ich wusste ja, dass keine grausamen Szenen vorkommen und so ließ ich Frauke gewähren. Von Anfang bis Ende verfolgte sie gebannt die Handlung, kommentierte sie und vor allem, spielte sie anschließend nach. Diverse Küchentücher und Perlenketten wurden zum Prinzessinnen-Outfit deklariert und natürlich ritt sie auch auf ihrem Fantasiepferd mit dem Namen „Nikolaus“ durchs Haus. Ich war amüsiert und finde dieses Rollenspiel auch ganz okay. Bedenklich stimmt mich nur, dass sie diesen Film nun täglich sehen möchte -und das erlaube ich natürlich nicht. Da werden wir noch einige Kämpfe ausstehen müssen.


Supermütter

Es gibt eigentlich nur vier Wochen im Jahr, in denen ich nicht berufstätige Mütter glühend beneide - und das ist die Vorweihnachtszeit, denn es ist die Zeit der Supermütter. Da werden die kreativsten Plätzchen gebacken, das Haus kunstvoll dekoriert, für jeden die einfallsreichsten Geschenke besorgt oder gar selbst gebastelt und am Festtag steht natürlich ein perfekt zubereiteter Braten auf dem Tisch. Das ist der Traum und wie gerne würde ich die freien Kindergarten-Vormittage nutzen, um mich all diesen schönen Vorbereitungen zu widmen - doch da sitze ich meist am Computer. Die Realität sieht so aus, dass ich nachmittags alle meine Weihnachtsbesorgungen in einer völlig überfüllten Stadt machen muss mit einer quengeligen Dreijährigen an der Hand, die eigentlich nur auf dem Weihnachtsmarkt Karussell fahren und anschließend im feinen Café einen Kakao trinken möchte. Wichtige Erledigungen können nur durch Bestechung, nämlich das Versprechen anschließend ins Spielwarengeschäft zu gehen, getätigt werden. Die Folge ist, dass man pro Nachmittag maximal zwei Geschenke kaufen kann und sich deshalb fast täglich ins Getümmel stürzen muss. Dekoriert wird entweder zusammen mit Kind - was Stunden dauert -  oder zu nachtschlafender Zeit. Und was die Plätzchen betrifft, so haben meine Tochter und ich einen Nachmittag lang die tollsten Kunstwerke kreiert, allerdings mittlerweile bereits alle aufgegessen. Advent, Advent, hoffentlich bist Du bald vorbei, dass ich am 24. erschöpft aufs Sofa sinken kann…


Erkältungswelle

Herbst und Winter bedeutet Erkältungszeit - das wusste ich schon immer. Wie schlimm das aber sein kann, weiß ich erst seit Frauke in den Kindergarten geht. Oh nein, nicht dass jetzt der Gedanke aufkäme, meine Kleine wäre permanent krank und müsste das Bett hüten - weit gefehlt: Ich bin es! Seit September plagen mich fast alle zwei Wochen die unterschiedlichsten Infekte und kaum einer vergeht ohne dass ich vom Arzt ein Antibiotikum verordnet bekomme. Frauke indes ist putzmunter, in den seltensten Fällen läuft ihr etwas die Nase oder sie niest ein paar Mal kräftig - das wars. Natürlich bin ich heilfroh so ein gesundes und resistentes Kind zu haben, jedoch hadere ich mit meiner eigenen Immunschwäche. Es scheint so, dass mein Zwerg die Viren aus dem Kindergarten einfach ungefiltert weitergibt und ich sie dann ausbade. Das ist extrem lästig und anstrengend, denn als Mutter kann man sich nicht einfach einmal einen Tag ins Bett legen und auskurieren. Der Alltag sowie mein Beruf müssen ganz normal weitergehen. Nun schlucke ich Immuntherapeutika, diverse Vitamine, gehe wöchentlich in die Sauna und habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet - aber alle diese Aktivitäten brauchen Zeit und viel Geduld. Ich nehme das Ganze zum Anlass, mich endlich mal wieder etwas mehr um mich selbst zu kümmern und hoffe sehr, dass meine Maßnahmen erfolgreich sind. Mein Arzt tröstete mich damit, dass man durch diese vielen Infekte nach und nach ganz von selbst immunisiere - aber das könne ein paar Jahre dauern…


Rollenspiele

Miau, miiiauuuu", ein klägliches Gewimmer dringt aus dem Wohnzimmer. Als ich nachschaue rutscht meine Tochter auf den Knien und gibt mir zu verstehen, dass sie eine Katze wäre. Lautstark tut sie kund, dass nun eine große Portion Katzenfutter angesagt sei. Erstaunt frage ich, was sie darunter verstehe und nach einigem Suchen wird das morgendliche Kindermüsli als solches akzeptiert. Natürlich muss so ein kleiner Stubentiger auch ausgiebig gekrault und gestreichelt werden. Doch als es ans Aufräumen geht, bekomme ich zu hören, dass Katzen dazu unmöglich in der Lage wären. Erst die Drohung, dass für Tiere Gummibärchen und Schokolade strengstens verboten sind, verwandelt meine Tochter wieder zurück in eine Dreijährige. Dieses Spiel wird bei uns zurzeit täglich gespielt, wobei dann auch Mäuse, Hunde oder exotische Reptilien wie Schlangen und Krokodile unser Haus bevölkern. Solange am ende wieder eine Rückverwandlung zum Menschen erfolgt habe ich damit auch kein Problem. Nur ich sehe jetzt bereits die dringliche Forderung nach echten Haustieren kommen und dann wird es noch einige innerfamiliäre Diskussionen geben. Da kaufe ich doch erst einmal lieber eine neue Packung Kindermüsli - auf dass das Katzenfutter in unserem Haus nie ausgehen möge…


Nikolaus

Der Nikolaus ist ein ganz wichtiger Mann, das weiß meine Tochter schon. Er ist groß, trägt einen roten Mantel und Mütze, einen langen weißen Bart und hat, das ist natürlich das Wichtigste, einen großen Sack mit Geschenken dabei. In diesem Jahr jedoch hatte der Weihnachtsmann bei uns noch eine andere Funktion: er nahm die Schnuller mit, denn große Kindergartenkinder brauchen die ja nicht mehr. Feierlich haben wir sie alle in eine Tüte gepackt und sind gestern Abend zur Nikolausveranstaltung in unserem Ort gegangen. Da kommt der Weihnachtsmann sogar hoch zu Ross und hat noch ein weiß gekleidetes Christkind im Schlepptau - das ist ein richtig eindrucksvoller Event. Frauke verkündete auf dem Hinweg jedem, den wir trafen, dass in ihrer Tüte alle Schnuller wären und sie diese dem Nikolaus geben würde. Gesagt getan, feierlich, mit Stolz geschwellter Brust überreichte sie ihr wertvolles Gut und bekam im Gegenzug ein schönes Päckchen. Abends im Bett dämmerte ihr allerdings, dass dieses Tauschgeschäft üble Folgen hat - denn es fand sich überhaupt kein Schnuller mehr in ihrem Bett. Bitterlich weinend saß sie da und forderte mich mit Nachdruck auf, doch bitte wieder ihre liebsten Einschlafhilfen zurückzuholen, sie hätte sich das Ganze anders überlegt. Aber glücklicherweise hatte ich auch alle Vorräte weggegeben und so konnte ich nicht weich werden. Puh, eine Stunde dauerte es bis unsere Tochter so müde war, dass sie auch ohne Schnuller in tiefen Schlaf sank. Nun bin ich gespannt auf heute Abend…


Laterne, Laterne…



Beste Freundinnen

Frauke hat eine allerbeste Freundin, sie heißt Maria, ist zwei Monate älter und die beiden kennen sich bereits seit fast zwei Jahren. Entstanden ist diese Freundschaft sicherlich auch, weil sich die Mütter nett fanden, sich immer wieder einmal zum Kaffeeklatsch verabredet haben und natürlicherweise ihre Sprösslinge zusammensteckten. Gemocht haben sich Frauke und Maria schon immer, doch seit beide im Kindergarten in der gleichen Gruppe sind, hat sich eine richtige Frauen-Freundschaft entwickelt. So gehen sie beispielsweise stets gemeinsam aufs Klo - sehr zum Amüsement der Kindergärtnerinnen und hängen auch sonst den ganzen Vormittag zusammen. Sie kichern und gackern miteinander, geben sich Küsschen zur Begrüßung, teilen ihr Essen und - fangen bereits an, gemeinsam die Jungs zu ärgern. Die beiden sind zwei richtig kleine freche Gören, die zusammen die Welt entdecken und geradezu unzertrennlich sind. So darf Maria ab und an nach dem Kindergarten zu uns kommen und Frauke zu Maria. Müssen beide getrennte Wege gehen, so gibt es doch schon manchmal bittere Tränen und Gemaule. Tja, ist schon ziemlich klasse, so eine beste Freundin. Unseren beiden hat es den Start im Kindergarten sehr erleichtert. Aber das ist ja erst der Anfang - wie viele Hürden wird meine Kleine noch meistern müssen, da ist es gut, jemanden an der Seite zu haben, auf den man sich verlassen kann. Ich hoffe sehr, dass Frauke immer so eine beste Freundin haben wird!


Über Futterneid und schlechte Esser

Frauke war schon immer eine schlechte Esserin und dazu extrem zierlich und dünn. Als Baby hat mich das manchmal in eine tiefe Krise gestürzt, weil ich Angst hatte, mein Kind verhungert. Gebessert hat sich das Essverhalten meiner Tochter seit sie selbständig essen kann und vor allem klar äußert, wann sie was zu essen wünscht. Seitdem habe ich keine Angst mehr, dass sie am vollen Tisch zu kurz kommt, wenn ich auch manchmal tief durchatmen muss, wenn ich aufwändig gekocht habe und mein Zwerg nur mürrisch drei Bissen zu sich nimmt. Ganz anders ist es, wenn noch mehr Kinder mit am Tisch sitzen. Da erwacht der Futterneid, sie möchte all das auch, was die anderen haben und spachtelt munter drauflos. Das war auch der Grund, warum ich sie jetzt zum Mittagessen im Kindergarten angemeldet habe. Die ersten Woche habe ich noch damit gezögert, weil ich Angst hatte, Frauke wäre traurig, wenn die meisten ihrer Freunde bereits um 12:30 Uhr abgeholt werden und sie wegen des Mittagessens noch eine Stunde länger bleiben muss. Letzte Woche probierte ich es das erste Mal aus und siehe da: ich traf ein glückliches Kind an, das wohl mehr gegessen hat wie die meisten Größeren und das mir stolz verkündete, sie wolle jetzt im Kindergarten auch Abendessen. Ich versuche das jetzt einmal nicht als Kritik an meinen Kochkünsten zu werten…


'Meine Freundin Conni'

Ich habe eine Tochter, die leidenschaftlich gerne Bücher anschaut. Darüber freue ich mich sehr, war ich doch auch schon immer ein unverbesserlicher Bücherwurm. Immer wieder finde ich mich in diversen Buchhandlungen wieder, um Nachschub für den Lesehunger meiner Kleinen zu suchen - aber es gibt ja soooo viel Auswahl! Wie gut, dass ich irgendwann einmal die Bücher über „Meine Freundin Conni“ aus dem Carlsen-Verlag entdeckt habe. Darin geht es um ein kleines Mädchen mit dem Namen Conni, das all das erlebt, was kleine Mädchen eben so erleben. Dazu hat sie hübsche blonde Haare mit einer roten Schleife darin und bietet eine perfekte Identifikationsfläche. Frauke liebt Conni und hat mittlerweile eine Unmenge Conni-Bücher, in großem Format als Hardcover bis zu den kleinen praktischen pixi-Büchern, die sie besonders gerne mit großer Ausdauer auf längeren Autofahrten anschaut. Darin wird beschrieben, wie Conni in den Kindergarten kommt, wie sie zum ersten Mal dort übernachtet, wie sie eine kleine Katze geschenkt bekommt, reiten und Fahrrad fahren lernt oder zum ersten Mal zum Zahnarzt muss. Alles ist schön gezeichnet, kindgerecht geschrieben und direkt aus dem Leben gegriffen. Überrascht war ich nur, als Frauke plötzlich verkündete, dass Conni ihre beste Freundin sei, neben ihr im Bett schlafen dürfe und wann wir Conni denn endlich einmal einladen würden. Tja, für eine Dreijährige ist der Unterschied zwischen Fiktion und realem Leben eben nur schwer zu verstehen - da hatte ich doch einige Erklärungsnot!


Ihr Kinderlein kommet!

Ich habe mir ja immer eine richtig große Familie gewünscht. Bisher hat es „nur“ mit einem Kind geklappt und über ein Zweites würde ich mich sehr freuen. Bis es soweit ist, leihe ich mir immer mal wieder einen weiteren Familienzuwachs aus. Da meine Kleine nun mal gerne mit Gleichaltrigen spielt und der Kindergarten um 12:30 Uhr vorbei ist, lade ich nachmittags häufig einen ihrer Freunde zu uns nach Hause ein. Was früher extrem anstrengend war, ist mittlerweile ganz entspannt, denn kaum sind die Sprösslinge zu zweit, beschäftigen sie sich miteinander, ich kann ein paar Dinge im Haushalt machen und muss nicht den ganzen Nachmittag Alleinunterhalter für meine Tochter spielen. Klar ist allerdings auch, dass ich mich nur wenige Meter entfernen darf, da stets jemand gebraucht wird, der Tipps fürs Weiterspielen gibt oder der in Streitfällen salomonische Urteile fällt. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen wie vor ein paar Tagen. Da konnten sich die beiden Zwerge auf kein gemeinsames Spiel einigen und zum Schluss riefen sie nach mir, dass ich mit jedem der beiden spielen soll. So war ich dann Alleinunterhalter für beide Kinder und ziemlich kaputt als unser Besuch wieder abgeholt wurde. Als meine Tochter dann wieder alleine war, beschäftigte sie sich fast eine Stunde lang ohne Mama völlig zufrieden und eigenständig mit ihren Bauklötzen. Wie soll man das bloß verstehen???


Kleine Künstler

Kinder malen gerne - das wusste ich bereits. Was ich allerdings nicht wusste war, mit welcher Schnelligkeit und Intensität Dreijährige Bilder anfertigen. "Mama, ich male Bild für Dich!" Frauke macht ein feierliches Gesicht und legt los. In ungefähr einer Minute hat sie eine DIN A4 - Seite mit wilden Kritzelstrichen bedeckt und schenkt mir dieses Gemälde mit bedeutungsvoller Geste und huldvollem Blick. Ich bin natürlich begeistert über soviel Kreativität und lobe sie nachdrücklich, was sie dann ermutigt sogleich ein neues Kunstwerk in ähnlichem Tempo anzufertigen. Seit ungefähr einem halben Jahr ist unser Papierverbrauch drastisch angestiegen. Ich horte sämtliche Fehldrucke und Werbebriefe, deren Rückseite zu verwenden ist, um immer neue Unterlagen für kindliche Malfreuden liefern zu können. Alle werden mit ähnlichem farbigem Gekritzel bedeckt. Doch letzte Woche traute ich meinen Augen kaum: Als Frauke wieder freudestrahlend mit einem Blatt herbei rannte vermutete ich wieder wildes Liniengewirr, aber weit gefehlt. Meine Tochter erklärte, dass sie ein Männchen gemalt habe und tatsächlich erkannte man ganz filigran einen Kreis als Kopf und zwei dünne Beine. Punkte im Kopf sollten Augen und Nase markieren. Ich war tief beeindruckt und meine Lobeshymnen waren absolut ernst gemeint. Wenige Tage später malte Frauke ein Auto, das deutlich mit zwei Kreisen als Räder ausgestattet war. Juhuu, bald bekomme ich richtige Bilder geschenkt und darauf freue ich mich wirklich, denn ich liebe Kinderzeichnungen. Wie viel Fantasie und Originalität stecken in diesen Bildern - nicht umsonst hat sich der große Paul Klee immer wieder von Kinderzeichnungen inspirieren lassen. Ich jedenfalls muss mir um leere Wände keine Gedanken mehr machen - Bilder bekomme ich jetzt mehr als genug!


Stimmungswechsel

Oh, was war ich doch glücklich mit einem Kind gesegnet zu sein, das mit großer Begeisterung in den Kindergarten geht. Und wie sehr habe ich die anderen Mütter bedauert, deren Sprösslinge sich allmorgendlich heulend am Rockzipfel ihrer Mama festklammerten. Alles schien gut bis vor zwei Tagen. Wie immer gehe ich morgens in Fraukes Zimmer, wecke sie, will sie für den Kindergarten fertig machen, aber was höre ich da: „Neiiiiinnn, ich will nicht in den Kindergarten!!!!“ So tönt es mehrfach lautstark und mit größtem Nachdruck. Der Hinweis, dass ihre Freundinnen nebst Erzieherinnen sehnsüchtig auf sie warten wirkt ebenso wenig wie ein Appell an die Vernunft, dass man nicht einen Tag in den Kindergarten gehen kann und den anderen Tag nicht. Schließlich ist das eine tägliche Einrichtung, der man nicht einfach mal nach Gutdünken fernbleiben kann. „Ich will nicht!“ war der einzige Kommentar und jeder Versuch, sie aus ihrem Bett zu holen wurde mit wütendem Gebrüll kommentiert. Was tun? Ich gestehe, nachdem gutes Zureden nichts half, habe ich ein schreiendes Kind mit viel Geschick in seine Klamotten gesteckt und zum Kindergarten gebracht. Als sie ihre kleinen Freunde sah, rollte die letzte Träne die Wange runter und laut lachend ist sie in den Gruppenraum gelaufen. Ich stand fix und fertig da, tropfnass geschwitzt und hatte keine Ahnung, was dieses Theater zu bedeuten hatte. Als ich sie mittags wieder abholte, gab es schon wieder Protest, diesmal weil sie noch dableiben und nicht nach Hause gehen wollte. Heute Morgen begann das gleiche Spektakel nur dass ich dieses Mal dem Vater das Feld überlassen habe. Der schaffte es dann tatsächlich, dass sich unsere Tochter ohne größeres Gebrüll anziehen ließ - keine Ahnung, wie er das gemacht hat. Ich bin gespannt auf morgen früh…


Mütterliche Ambivalenz

Es ist schon etwas Seltsames, dieses Mutter-Sein. Man befindet sich in einem ständigen Zwiespalt: Wieviel Nähe ist gesund für das Kind? Wann respektiere ich seine Wünsche, wann beginne ich zu verwöhnen? Etc. Für nichts gibt es klare Regeln und Antworten, man muss sich entscheiden und man muss auf seine Instinkte vertrauen - doch das empfinde ich persönlich als das Schwierigste. Seit meine Kleine im Kindergarten ist, gibt es da aber noch zwei andere Seelen in meiner Brust. Auf der einen Seite genieße ich natürlich das Mehr an Zeit, endlich kann ich meine Arbeit in Ruhe machen und muss nicht immer mit halbem Ohr ins Kinderzimmer horchen. Andererseits aber war ich noch nie so oft von meiner Tochter getrennt. Das ist ein seltsames und nicht unbedingt positives Gefühl. Die ganzen ersten Jahre waren wir so eng miteinander verbunden, dass ich fast das Gefühl habe, ein Körperteil wäre mir abhanden gekommen. Mein Verstand sagt mir natürlich, dass es gut ist für meine Kleine unter Gleichaltrige zu kommen und immer mehr ohne Mama im Hintergrund zu unternehmen. Mein Herz jedoch ruft „gebt mir mein Kind zurück!“. Ich begreife, dass dies das allererste Loslassen ist und ich ahne, dass sich dies jetzt wie ein roter Faden durch die Entwicklung meiner Tochter zieht. Kinder gehören einem nicht, sie sind nur auf bestimmte Zeit „geliehen“. Etwas einfacher fällt es den Müttern, die noch ein Kleinkind zuhause haben - von denen wird der erste Kindergartentag ausschließlich als Erleichterung empfunden. Ich muss nun wieder mehr „mein eigenes Leben“ etablieren und bin umso froher nie aus meinem Beruf herausgekommen zu sein. Tja, ein neuer Lebensabschnitt ist mit Veränderung verbunden, denn es ist immer das Leben, das uns in unserem Tun unterbricht…


Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Ich bin immer wieder begeistert, wie sinnvoll die Natur unser Leben und unsere Bedürfnisse aufeinander abgestimmt hat. Babys und Kleinkinder brauchen in der Regel viel Schlaf und Mütter brauchen immer wieder einmal ihre Ruhe vor ihren kleinen „Quälgeistern“ - beide Bedürfnisse passen perfekt zusammen. Nun war ich stets mit einer echten „Viel-Schläferin“ gesegnet und wurde von vielen Müttern deswegen beneidet. Seit 1-2 Wochen nun meldet Frauke jedoch mittags immer wieder ihre Ablehnung gegen ein Mittagsschläfchen an und ich bugsiere sie stets mit dem Argument ins Bett sie solle sich ja nur ein wenig „ausruhen“. Meist schlummert sie augenblicklich ein, denn so ein Vormittag im Kindergarten ist richtig anstrengend. Abends jedoch ist sie kaum ins Bett zu bekommen, ihre Eltern müssen alle Register ziehen (z.B. Buch vorlesen, ein ganzes Potpourrie Schlaflieder singen, besonders schöne Aktivitäten für den nächsten Tag versprechen, etc.) und erst zwischen 9 und 10 Uhr abends schläft die kleine Nachteule dann ein. Das ist anstrengend und zwar für beide Seiten. Nun wäre die logische Konsequenz, den Mittagsschlaf zu streichen. Doch dann haben wir am späten Nachmittag ein derart unausstehliches, da müdes Kind, dass ich sie zu diesem Zeitpunkt am liebsten meistbietend versteigern würde. Was also tun? Wahrscheinlich müssen wir uns bald auf mittagsschlaflose Zeiten einstellen. Schade, die Stunde Pause hat sooo gut getan….


Elternabend

Jetzt geht es also los - das Zeitalter der Elternabende! Was habe ich früher immer andere Mütter über diese abendlichen Gesprächsrunden reden hören, die sich manchmal schier unermesslich in die Länge zogen. Seit gestern Abend kann ich nun mitreden - die Erzieherinnen der Schmetterlingsgruppe luden ein - 25 Mütter und 2 Väter waren gekommen. Nach allgemeiner Vorstellungsrunde gab es viele nützliche Informationen rund um den Alltag im Kindergarten. Wir konnten uns Komplimente über unseren Nachwuchs anhören und durften interessiert Fragen stellen. Dann kam der wichtigste Part - die Wahl des Elternbeirats. Sage und schreibe neun Kandidaten ließen sich aufstellen, soviel Engagement hätte ich nie für möglich gehalten. Unter diesen neun waren auch die beiden einzigen anwesenden Männer. Muss ich sagen, wer gewählt wurde? Natürlich die Herren der Schöpfung - ich musste schmunzeln, habe die Wahl jedoch durchaus begrüßt, denn ich mag beide sehr und bin sicher, sie werden sich (zusammen mit der ebenfalls gewählten Frau) voll und ganz für die Belange unserer Kinder einsetzen. Auf dem Nachhauseweg beschäftigten mich dann aber doch zwei Fragen: Kann man in diesem Wahlausgang den typisch weiblichen Wunsch nach männlicher Autorität und Führung erkennen? Oder waren einfach alle froh, dass sich überhaupt einmal ein Mann für dieses Amt bereit erklärte?


Mütterliche Neugierde

Eine Woche lang geht meine Kleine jetzt freudestrahlend jeden Morgen in den Kindergarten und erlebt von 8:30 bis 12:30 Uhr spannende Dinge, die ich nicht mitbekomme. Früher hat mir die Tagesmutti meist beim Abholen erzählt, was Frauke so alles gemacht hat. Jetzt können natürlich zwei Erzieherinnen nicht allen 27 Müttern eine Zusammenfassung des Vormittags geben. Also bin ich zwecks Informationsübermittlung auf meine Tochter angewiesen - tja, und das ist das Problem. Der Zwerg erzählt mir nichts! Ganz gegen jegliche weibliche Kommunikationsfreude hüllt sich Frauke in Schweigen über ihren Kindergartentag. Es wäre schön gewesen und sie habe viel gespielt - das soll der mütterlichen Neugierde genügen? Frage ich dringlicher nach, dann bekomme ich meist eine abenteuerliche Geschichte aufgetischt, deren Wahrheitsgehalt mit Recht angezweifelt werden muss. Was also tun? Schließlich will man doch am Leben seines Nachwuchses Anteil nehmen!! Wie gut, dass der Kindergarten jede Woche eine Art Wochenrückblick ans Schwarze Brett hängt - dort kann man sich dann wenigstens grob über die täglichen Aktivitäten informieren.


Der große Tag!

Dass der Kindergartenbeginn eine richtig große Sache ist, das hat Frauke zwischenzeitlich begriffen - schließlich wurde sie während der letzten Wochen so ziemlich von jedem Bekannten darauf angesprochen. Nun hat der große Tag endlich begonnen - und für meine Tochter sogar extrem früh. Denn ich muss meine Langschläferin um 7:30 Uhr wecken, damit wir spätestens eine Stunde später im Kindergarten sind (normalerweise schläft sie locker eine Stunde länger). Um nicht am ersten Tag bereits zu spät zu sein, musste ich also kräftig zur Eile antreiben und so sind wir dann rechtzeitig, bewaffnet mit Regenausrüstung, Wechselwäsche und Rucksack beim Kindergarten eingetroffen. Dort wurde Frauke auch schon freudig von ihren Freunden Hendrik und Maria begrüßt und gemeinsam zogen sie los in den Gruppenraum, wo sie sich an einem Tisch mit Knete zu schaffen machten. Ein fröhliches „Tschüß, Mama“ zeigte mir, dass ich jetzt nach Hause gehen sollte. Puh, weswegen habe ich mir eigentlich Sorgen gemacht? Als ich sie kurz nach 12 Uhr abholte rief sie mir schon entgegen, dass sie gerne noch bleiben würde und führte mir diverse neu gelernte Hüpf-Kunststückchen vor. Fröhlicher und problemloser kann man einen neuen Lebensabschnitt nicht beginnen - da war ich doch ziemlich stolz auf meine kleine Große ...


Vorbereitungen

Nächste Woche ist es soweit! Ein neuer Lebensabschnitt beginnt - meine Tochter kommt in den Kindergarten! Was hat sie die letzten Wochen diesen Tag herbeigesehnt - sogar der Windel konnten wir rechtzeitig Adieu sagen. Mittlerweile haben wir auch Hausschuhe und Gummistiefel besorgt sowie einen kleinen Rucksack und eine Brotdose, die Frauke alleine auf- und zumachen kann. Jetzt muss nur noch alles mit Namen beschriftet werden, damit zwischen den anderen 26 Kindern der Schmetterlingsgruppe nichts verloren geht und dann kann es losgehen. Natürlich habe ich auch eine kleine Schul- bzw. Kindergartentüte besorgt und mit lauter Kleinigkeiten gefüllt - damit der große Tag mit kleinen Geschenken noch ein wenig versüßt wird. Ich bin sehr gespannt und weiß nicht, wer aufgeregter ist - Mutter oder Tochter??


Kindergeburtstag

Mein Zwerg hat am 09. August Geburtstag und ich weiß noch sehr genau, wie froh ich darüber war, denn dieses Datum versprach jedes Jahr eine fröhliche Gartenparty. Weit gefehlt, der 09. August ist ein schlechter Termin. Zum einen ist Urlaubszeit und viele kleine Freunde sind in den Ferien. Zum anderen scheint dieser Tag das schlechte Wetter nahezu magisch anzuziehen - in den letzten drei Jahren musste bis jetzt jedes Mal das Fest im Wohnzimmer stattfinden. Auch für gestern hatte ich ein munteres Bobbycar-Rennen auf der grünen Wiese geplant sowie diverse Aktivitäten an Schaukel und Rutsche - leider begann es bereits am Vormittag aufs heftigste zu regnen. Was also tun mit einer kleinen Rasselbande im Haus? Zum Glück waren in diesem Jahr noch die Mamas dabei und konnten jeweils ein Auge auf ihren Nachwuchs haben. Aus diesem Grund war ich nach dem Fest nur etwa zwei Stunden mit Aufräumen und Krümel-Beseitigen beschäftigt - ich musste das Haus nicht renovieren lassen. Ab dem nächsten Jahr wird das weit komplizierter - dann kommen die kleinen Partygäste nämlich ohne mütterlichen Begleitschutz. Ich habe allerdings bereits meinen Mann als Verstärkung angefordert, der sich an diesem großen Tag dann eben einmal Urlaub nehmen muss - mal gespannt, ob es zwei Erwachsene dann mit fünf Kleinkindern aufnehmen können.


Pädagogik anno dazumal

Kennen Sie Struwelpeter? Mit Sicherheit, oder? Jeder von uns ist mit diesem Buch nahezu aufgewachsen. Doch erinnern Sie sich an diese Geschichten im Detail? Ich jedenfalls nicht und so hegte ich auch keinerlei Argwohn als meine Schwiegermutter Frauke das Struwelpeterbuch zeigte. Meine Kleine war begeistert vom Daumenlutscher, Suppenkasper oder Zappelphilip und betrachtete sich immer wieder fasziniert die verschiedenen Zeichnungen. Die Auswirkungen der Lektüre zeigten sich in der darauf folgenden Nacht - fast stündlich wachte unser Zwerg bitterlich weinend auf und schluchzte „Daumen putt, Daumen putt“, erst mehrmaliges Beruhigen und Beteuern, dass alle beide Daumen noch unversehrt sind, ließ sie wieder einschlafen. Seitdem muss die Tür ihres Schlafzimmers ein Stück aufbleiben, muss sie eine Lichtquelle im Zimmer haben und ich muss ihr versprechen aufzupassen, dass nichts passiert. Ich verfluche diese antiquierte Pseudo-Pädagogik, die Kindern damit droht, dass ein Schneider mit einer großen Schere die Daumen abschneidet, wenn sie daran lutschen - so ein Unsinn. Vielleicht sollte man manche Bücher irgendwann einfach aus dem Verkehr ziehen.


Besuch im Zoo

Nachdem wir bereits einige Tierparks in unserer näheren Umgebung besucht haben und Frauke mit Wildschweinen, Rehen und Enten schon erste Erfahrungen gemacht hatte, stand jetzt endlich ein Besuch im Nürnberger Tiergarten an. Zum ersten Mal im Leben einen echten Elefanten aus der Nähe sehen, oder eine Giraffe! Wir Eltern waren sehr gespannt auf das Gesicht unserer Tochter beim Anblick noch nie gesehener Tiere. Tatsächlich stand Frauke minutenlang mit offenem Mund vor den Elefanten und bekam große Augen als ein dicker Eisbär direkt vor ihr aus dem Wasser auftauchte. Als wir sie dann zuhause fragten, welches Tier ihr denn am besten gefallen hat erlebten wir jedoch eine Überraschung: "die Ziegen", antwortete unsere Kleine begeistert. Diese hatte sie im Streichelzoo hingebungsvoll gefüttert. Tja, Staunen ist das eine, echte Begeisterung gibt es dann doch eher für das, was man bereits gut kennt und vor allem anfassen kann.


„Wie heißt das Zauberwort?“

"Mama, triiiinnkkkennn!!!!", "Mama, Schoookoolaaadeeeeee!!! Jeeetzt!!!!!!", so und ähnlich tönt es durchs Haus seit Frauke sprechen kann. Anfänglich ist man ja begeistert, dass der Sprössling seine Wünsche endlich artikulieren kann. Irgendwann jedoch geht einem dieser ungeduldige Befehlston auf die Nerven. Dann kommt ein wichtiger Schritt in der frühkindlichen Sozialisierung - die Wörter „Bitte“ und „Danke“. Wie stolz war ich, als Frauke das erste Mal bei Überreichen eines Stückes Wurst der Verkäuferin ein vorsichtiges "Danke" entgegen hauchte. Die Bewunderung auf Seiten der Verkäuferin war meiner Kleinen sicher und so wurde anfangs jeder freizügig mit einem „Danke“ beglückt. Mittlerweile hat sich diese Begeisterung jedoch gelegt und nun höre ich mich schon den gleichen bescheuerten Satz sagen, den ich zur genüge von meiner Mutter kenne: "wie heißt das Zauberwort?"  Man bekommt im Leben eben alles wieder zurück!


Rennfahrer

Gibt es eigentlich ein Kind, das nicht gerne Bobbycar fährt? Ich kann es mir nicht vorstellen, denn diese kleinen Rutschautos sind der absolute Renner unter den Spielzeugen. Natürlich macht unsere Tochter da keine Ausnahme. Kennen Sie das Klischee des ruhigen Mannes, der am Lenkrad zum wilden Raser mutiert? Genauso verhält sich unser Zwerg auf dem Bobbycar. Sonst eher vorsichtig und bedächtig, saust sie auf ihrem roten Rennwagen die steilsten Hänge hinunter um zielsicher mit geschickter Kurve wenige Millimeter vor dem Gartenzaun zum Stehen zu kommen. Ich schließe stets die Augen, um meine Nerven zu schonen, rechne allerdings jedes Mal mit einem schlimmen Unfall -weit gefehlt, Frauke ist eine sehr sichere Autofahrerin und das Bobbycar ein unverwüstliches Fahrzeug. Ich kenne gar eine Mutter, die dieses versehentlich rückwärts mit ihrem PKW überfahren hat - es fährt immer noch, der PKW musste eine Woche in die Werkstatt.


Regenzeit

Ins Schwimmbad gehen, Eis essen, Picknicken - das sind alles wunderschöne Sommer-Aktivitäten, die jedes Kleinkind glücklich machen. Doch was macht man mit zweijährigen Zwergen, wenn es draußen ganztägig Bindfäden regnet? Das sind die schwierigen Tage des Sommers. Also wird mit Knete gespielt, gepuzzelt oder es werden Bilderbücher angeschaut - einen halben Tag kann man so sehr gut im Wohnzimmer verbringen. Doch wenn dann der Blick gar zu sehnsüchtig nach draußen zur nassen Schaukel wandert, dann hilft nur noch eines: auf ins nahe gelegene Einkaufszentrum. Hier gibt es alles, was ein Kinderherz begehrt: leckere Eiskrem und heißen Kakao, einen Buchladen mit Super-Rutsche und die allergrößte Attraktion - viele Rolltreppen, die man immer wieder rauf- und runterfahren kann. Niemals mehr werde ich gegen den Bau solcher Shopping-Tempel protestieren, denn sie machen das Leben mit Kleinkind um vieles einfacher - allerdings auch den Geldbeutel der Mama deutlich leichter …


Schnuppertag

Heute war ein großer Tag für meine Kleine. Denn sie war eines von drei „Schnupperkindern“ im Kindergarten, das heißt sie durfte zwei Stunden am regulären Programm ihrer zukünftigen Schmetterlingsgruppe teilnehmen - mit mütterlicher Unterstützung. So konnte ich erleben, wie 27 Kinder in einem Raum durcheinander wuselten und sie trotzdem am Ende vernünftige Mal- und Bastelergebnisse vorweisen konnten. Ich konnte sehen, wie meine Kleine mit strahlendem Gesicht die vielen Spielzeuge begutachtete und sich in der Horde der anderen Kinder sichtlich wohl fühlte. Ich allerdings fühlte mich ziemlich überflüssig, wie ich neben den beiden anderen Mamas verloren auf einem Sofa in der Ecke saß.

Mein Fazit: 1. Kindergärtnerin wäre wirklich nicht mein Traumberuf. 2. Ein Hoch auf alle Erzieherinnen, die voller Leidenschaft diese Horde kleiner wilder Hummeln hüten können. 3. Ein glückliches Kind, das nach diesen zwei Stunden hundemüde ins Bett sank und fast drei herrliche Stunden geschlafen hat.


Typisch Mädchen

Es gab einmal eine Zeit, da vetrat ich die Ansicht, dass in erster Linie die Erziehung für eine geschlechtspezifische Entwicklung unserer Kinder verantwortlich ist. Mädchen und Jungs würden sich prinzipiell mit ähnlichen Dingen beschäftigen, wenn man sie nur ließe. Seit ich Mutter einer kleinen Tochter bin, denke ich darüber ganz anders. Bereits mit einem Jahr wollte Frauke im großen Spielwarenladen eine Puppe und sämtliche Autos und Bagger ließen sie vollständig kalt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ihre Puppensammlung umfasst mittlerweile mehr als ein Dutzend Exemplare unterschiedlicher Größe, die mit Hingabe gebadet, gewickelt und schlafen gelegt werden. Frauke ist eine passionierte Puppenmama, ohne dass ich dies jemals irgendwie provoziert hätte. Dazu kommt ein begeistertes Interesse sich zu schmücken, sprich meine Halsketten zu klauen und sich umzuhängen oder so lange zu quengeln bis Mama auch ihre Fußnägel lackiert. Danach bewundert sie sich ausgiebig im Spiegel. Langsam kommt auch die Mitsprache bei der Kleiderwahl und natürlich wird stets die Farbe rosa sowie der Rock mit Rüschen bevorzugt. Frauke ist geradezu das Klischee eines Mädchens. Ich weiß allerdings, wenn der Prinzessin Lillifee-Look einmal zu sehr dominiert, werde ich wohl die Bremse ziehen, sonst wird mir übel…


Eiszeit

„Mama, ich will ein Eis!!!!!“ Diesen Ausruf höre ich zurzeit fast täglich von meinem Zwerg. Klar, es ist Sommer, die Sonne scheint - was gibt es da Schöneres als ein Eis zu essen? Problematisch wird es nur, wenn man die langsamste Eisesserin der Welt ist. Haben Sie schon einmal ein Kleinkind beobachtet, das bei 30°C im Schatten seelenruhig, im Zeitlupentempo ein Schokoladeneis schleckt? Nach wenigen Minuten liegen selbst die eisernsten Nerven blank und man greift hektisch zur Waffel, um ein wenig nachzuhelfen bevor das Eis vollständig zur Soße mutiert ist - natürlich begleitet vom Wutgebrüll der Tochter, die zurecht darauf hinweist, dass das ihr Eis ist. Wir haben uns jetzt als Kompromiss auf die Geschmacksrichtung Stracciatella verständigt - darin steckt auch Schokolade, aber es gibt nicht ganz so fiese Flecken…


Flirtschule

Ich weiß noch sehr gut, wie ich mich als Teenager lange Zeit mit der fundamentalen Frage beschäftigt habe: „Wie flirtet man?“ Allen, die bei diesem Thema ebenfalls noch Nachholbedarf haben, empfehle ich, bei meiner Tochter in die Flirtschule zu gehen. Seit sie ein Baby ist, beherrscht sie diese Kunst geradezu meisterhaft. Dabei verfährt sie stets nach dem gleichen Schema: Man suche sich ein geeignetes Flirtobjekt, wahlweise junger Mann oder nette Omi, und fixiere dieses mit großen Augen so lange bis man Blickkontakt hat. Dann wird ausgiebig gegrinst, gewunken und mittlerweile folgt gar eine kleine Showeinlage, ein Lied oder ein kleiner Tanz, was jedesmal heftiges Beifallklatschen auf seiten des Flirtobjekts provoziert. Spätestens danach hagelt es Lutscher, Bonbons und Schokolade - je nachdem, was die Hosen- oder Handtasche gerade zu bieten hat. Es ist immer wieder umwerfend, mit wieviel Offenheit und Direktheit so eine fast Dreijährige auf fremde Menschen zugehen kann. Wie schön, wenn sie dieses Talent bewahren könnte -als Teenager hätte sie es dann auf jeden Fall einfacher als ihre Mutter.


Elternabend im Kindergarten

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Bei uns steht dieses Groß-Ereignis im September an, nämlich der Start von Fraukes Kindergartenzeit. Gestern Abend gab es den ersten Elternabend zur Information und Vorbereitung. Zweieinhalb Stunden haben uns die Erzieherinnen über Regeln und Ablauf im Kindergarten informiert sowie den Betreuungsvertrag durchgesprochen, den alle Eltern mit dieser Institution abschließen müssen. Ich fühle mich, wie wenn ich noch einmal vor einer Prüfung stünde - denn bis zum Stichtag müssen noch viele Vorbereitungen getroffen werden. Frauke sollte sich alleine an- und ausziehen können, selbständig auf Toilette gehen, ihre Brotzeit selber auspacken lernen und, und, und. Sämtliche Kleidung, die im Kindergarten genutzt wird, muss ich beschriften und überhaupt sollte nur noch Kleidung gekauft werden, mit der unsere Tochter alleine klarkommt. Jetzt wissen wir, was wir die nächsten Wochen zu tun haben…


Zwergentanz

Was macht man mit den kleinen Vor-Kindergartenkindern, wenn man diese mit Gleichaltrigen zusammenbringen möchte? Man besucht Mutter-Kind-Kurse. Dies sind Zusammenkünfte, in denen gebastelt wird, gespielt, gesungen und getanzt. Das klingt erst einmal ziemlich entspannt und vergnüglich - ist es auch, meistens jedenfalls. Beschwerlich wird es erst dann, wenn größere Bastelaktionen anstehen, die Kleinen aber nach fünf Minuten keine Lust mehr dazu haben. Dann müssen die Mütter ran und es entwickelt sich ein regelrechter Wettbewerb in Sachen, wer beklebt die Dose am perfektesten, wer kann am genauesten Ausschneiden, etc. Schrecklich! Vor allem wenn man so unbegabt ist wie ich und die Dinge eigentlich viel lieber fertig kauft als selbst zusammenzubasteln. Aber Kinder haben erweitert den Horizont, oder wie war das? Ich bin jedenfalls froh, wenn diese Aufgabe bald die Erzieherinnen im Kindergarten übernehmen.


Große Kinder gehen aufs Klo…

Mamaaaa!!!!!!!!! Pipiiiiii!!!!!! Ein durchdringender Schrei hallt durchs Haus, ich renne und sehe meine Tochter ziemlich verstört mit nasser Hose im Flur stehen. Tja, dieser Versuch zum Thema „Sauber-werden“ ist wohl gescheitert. Schaut man in die einschlägige Erziehungs-Literatur, so heißt es dort immer "üben Sie keinen Zwang aus - im Laufe des dritten Lebensjahres kommt das „Sauber-Werden“ ganz automatisch." Das klingt gut, doch so einfach funktioniert das nicht. Im September kommt Frauke in den Kindergarten und bis dahin muss sie der Windel endgültig „Tschüss“ sagen, die nehmen nämlich definitv keine Wickelkinder. Außerdem bin ich die Wickelei so langsam leid und ein Kostenfaktor ist es allemal. Wenn man davon ausgeht, dass man am Tag etwa fünf Windeln braucht und ein Kind drei Jahre lang wickelt, so investiert man im Laufe dieser Zeit rund 1000 Euro für Windeln - 1000 Euro einfach so für den Mülleimer!!! Ich setze jetzt auf die positive Wirkung guter Vorbilder - ihr Freund Henrik ist ein halbes Jahr älter und hat das „Sauber-Werden“ schon hinter sich.


Spielplatz zuhause!

Seit letzter Woche haben wir eine große Schaukel-Rutsche-Kombination im Garten stehen. Unser Papa hat einen Tag daran gebastelt und jetzt sind wir um eine Kinder-Attraktion reicher. Eigentlich gebaut für unsere Tochter, ist das Ding nun ein Magnet für alle Kids der Nachbarschaft. Unsere Frauke ist glücklich über soviel täglichen Besuch und die Rundum - Unterhaltung. Wir als Eltern knirschen etwas mit den Zähnen, denn der Lautstärke-Pegel in unserem Garten ist sprunghaft angestiegen und ein gemütliches Dösen auf der Terrasse ist nur noch schwer möglich. Doch auch für uns hat der nachbarschaftliche Besuch sein Gutes - Frauke ist beschäftigt und lässt ihre Eltern einmal unbehelligt anderen Arbeiten nachgehen. Soweit diese im Garten erledigt werden können, wo man immer wieder ein Auge auf die Kinderschar haben kann, ist dies eine ganz effektive Bereicherung.


Der Alltag hat uns wieder!

Das waren wirklich ein schwerer Abschied vom Bauernhof und ein noch schwererer Anfang wieder zuhause. Hier gibt es eben keine Tiere und keinen Spielplatz direkt hinterm Haus. Frauke hat sich zu Beginn zuhause sichtlich gelangweilt und hing an mir wie eine Klette! Dabei hatte ich nach dem Urlaub alle Hände voll zu tun - mal von den Bergen Wäsche ganz zu schweigen! Über eine Woche hat es gedauert bis sich alles einigermaßen wieder eingespielt hat. Schließlich kann sie jetzt ja auch wieder zur Tagesmutti und ihrem Freund Henrik gehen - da gibt es dann auch genügend Abwechslung.


Von Hasen und Osterhasen…

Na, das war dieses Jahr ein Osterfest! Mal ohne Familienbesuche und dafür mit Ostereiersuchen direkt im Kaninchenstall. Ich hatte zwar ein bisschen Skrupel, dass sich die Langohren über die vielen Schokoladeneier hermachen könnten, aber diese wurden nur kritisch beäugt. Frauke quietschte vor Vergnügen bei so einem realistischen Osterhasen und sammelte eifrig ihre keine Tasche voll mit österlichen Süßigkeiten. An diesem Tag hat sie leider außer Schokoeiern nur wenig Vernünftiges gegessen - aber dafür ist es Ostern und am Tag danach kam dann wieder verstärkt Obst und Gemüse auf den Tisch. Leider heißt es in zwei Tagen Abschied nehmen. Das wird kein leichter Rundgang werden, wenn Frauke allen Tieren „Tschüß“ sagen muss…


Muh, mäh und kikeriki!

Jetzt sind wir bereits den vierten Tag hier auf dem Ederhof im Bayerischen Wald und der Geruch nach Kuhstall hat sich mittlerweile in jedes Kleidungsstück gesetzt. 120 Kühe gibt es hier, dazu zwei Ponys, Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Hühner und unzählige Katzen. Frauke ist überglücklich. Jeder Tag beginnt damit, Kaninchen, Meerschweinchen und Ponys zu füttern und zu streicheln. Abends bekommen dann die Kühe ihr Essen. Der Hof liegt wunderschön auf einer kleinen Anhöhe, wo weitestgehend kein Auto vorbeikommt und man die Kinder problemlos rennen lassen kann. Hinzu kommen diverse Spielgeräte wie Rutschen, Schaukeln, Riesentrampolin und eine Vielzahl an Bobbycars, Dreirädern und Kettcars, mit denen die Kleinen in dem großen Hof herumflitzen können. Meine Planung geht auf - ich sitze auf einer Bank in der Sonne und schaue meinem Kind beim Spielen zu. So sollte ein Urlaub mit Kleinkind sein. Und damit die Eltern nicht zu kurz kommen, gibt es auch noch eine wunderschöne Sauna, Massagen und viel Programm wie Lagerfeuer, Grillabende sowie geräumige und geschmackvoll ausgestattete Ferienwohnungen - echt empfehlenswert. Wer interessiert ist, der besuche einmal die Homepage unter www.urlaub-ederhof.de!


Der etwas andere Lottogewinn…

Jawoll!!! Mein Kind hat einen Kindergartenplatz! Noch rechtzeitig vor unserer Abreise in den Urlaub traf das befreiende Schreiben bei uns ein. Nach den indifferenten Andeutungen der Erzieherinnen und der Tatsache, dass es in unserer Gemeinde deutlich mehr Kinder als Kindergartenplätze gibt, habe ich doch ganz schön gezittert. Man fühlt sich ein bisschen wie nach einem kleinen Lottogewinn. Jetzt wird meine Kleine langsam groß. Ab September habe ich dann jeden Tag einen freien Vormittag und Frauke muss lernen, sich in einer Gruppe von 20 Kindern zu behaupten. Puh, einerseits freue ich mich natürlich darüber, etwas mehr Zeit für mich zu haben. Andererseits ist dies doch ein deutlicher Schritt auf dem Weg der kontinuierlichen Abnabelung und das ist auch ein komisches und nicht nur positives Gefühl…


Reisefieber

Urlaub mit einer Zweijährigen - das muss nicht unbedingt erholsam sein. Deshalb wohin fahren wir am besten? Der ideale Ort bietet viele Spielmöglichkeiten, Auslauf ohne ständig nach Autos schauen zu müssen, möglichst viele andere Kinder zum Spielen und besonders für unsere Tochter - ganz viele Tiere. Deshalb gibt es dieses Jahr „Urlaub auf dem Bauernhof“. Wenn mir das jemand vor 10 Jahren erzählt hätte - da war Urlaub für mich stets gleichbedeutend mit Fernreise und Abenteuer mit Rucksack & Co… Aber die Prioritäten ändern sich. Ich träume davon, in der Sonne zu sitzen und meinem Kind beim Spielen zuzuschauen - und davon, endlich mal wieder ein Buch lesen zu können. Ganz schön spießig, oder?


Urlaubsreif!

Uff! So langsam geht mir die Energie aus. Auf meinem Schreibtisch stapelt sich die Arbeit und dazu kommt ein Kleinkind mit heftiger Trotzphase. Ich will hier weg!!!! Kaum zu glauben, wie viel Nerven so zweijährige Zwerge kosten. Zurzeit will sie gerade alles alleine machen - „leineeeee“, so heißt der wütende Ausruf, wenn ich auch nur die Hand zur Unterstützung ausstrecke. Die Folge ist, alles dauert Stunden und wenn Termine anstehen, dann geht das nur mit Riesengebrüll! Ich weiß ja, Kleinkinder haben solche Phasen, die sind normal und gehen vorüber. Nur mir nützt dieses Wissen nichts, wenn ich gerade am Explodieren bin. Ich glaube, wir müssen hier mal raus. Werde mich mal mit Urlaubsplanungen beschäftigen. Zwei Wochen über Ostern, da könnte man die Feiertage gut nutzen.


Jetzt wird’s ernst…

Heute war die offizielle Anmeldung beim Kindergarten - mit vielen Formularen und einem persönlichen Gespräch mit der Leiterin. Frauke war ganz begeistert und ist sofort zu den anderen Kindern gestiefelt - man merkt eben doch, dass sie regelmäßig mit Henrik spielt und deshalb keinerlei Berührungsängste mit Gleichaltrigen hat. Meine Fragen wurden heute auch weitestgehend beantwortet. Nur eine Zusage für einen Platz konnte man mir nicht geben. Es gäbe eben wesentlich mehr Kinder als Plätze und man gehe streng nach Geburtsdatum. Nun, Frauke wird im August drei, also erst kurz vor Eintritt im September. Da werde ich wohl noch ein bisschen zittern müssen - Bescheid bekommen wir erst alle ende März.


Pläne für den Tag X

Habe heute mit Kerstin, der Tagesmutti von Frauke gesprochen und sie hat mich bezüglich des Kindergartens beruhigt. Ihre beiden größeren Kinder waren/sind beide dort und sehr glücklich. Scheinbar verhalten sich die Betreuerinnen nur den Eltern gegenüber so komisch, die Kinder lieben sie - und ich finde, das ist dann doch wichtiger. Ansonsten haben wir geplant, dass Henrik und Frauke ab September dort in die gleiche Gruppe kommen sollen. Mal gespannt, ob das klappt. Aber die beiden verstehen sich so gut - eine echte Sandkastenliebe. Wer könnte so etwas trennen??? Da wird der Kindergarten wohl ein Einsehen haben müssen….


Macht auf die Tür ...

Warum müssen Kindergärtnerinnen nur so unfreundlich sein? Heute fand meine erste Begegnung mit dieser Institution statt, denn der hiesige Kindergarten hatte Tag der offenen Tür. Und ich bin ziemlich ernüchtert. Während meine Kleine sich voller Begeisterung auf das viele Spielzeug dort gestürzt hat, versuchte ich von den Betreuerinnen einige Informationen zu bekommen. Doch die beiden Leiterinnen waren just an diesem Tag krank. Und für die Betreuerinnen, mit denen ich sprach, war der Tag der offenen Tür eher eine lästige Pflichtübung und das ließen sie die interessierten Mütter durchaus spüren. Eines ist jedenfalls klar: Dieser Kindergarten weiß, dass es weit mehr Kinder gibt als Plätze. Wieso sollte man sich da um die Eltern bemühen?


Deutschland, Deine Kinderbetreuung …

Jawohl! Endlich macht die Regierung einmal eine klare Aussage dazu, dass es viel zuwenig Krippenplätze gibt und wie viele aufgebaut werden sollen. Und jetzt ist darüber tatsächlich eine Diskussion entbrannt!!! Es ist kaum zu glauben, dass es Leute gibt, die da nicht zustimmen! In welchem Zeitalter leben wir denn? Ich wohne beispielsweise in einem 4000-Seelen-Ort in Oberfranken. Dort gibt es weit und breit überhaupt keine Krippe! Tagesmuttis - auch hier Fehlanzeige! Ich habe dann Aushänge gemacht - in der Metzgerei, im Supermarkt, etc. Mit Erfolg! Es hat sich eine super-sympathische Frau gemeldet, Mutter von drei Kindern (9, 6 und 3 Jahre) und der Kleine hat mit meiner Frauke sogleich Freundschaft geschlossen. Wenn also der Staat nicht hilft, kommt man nur durch Eigeninitiative weiter. Doch muss soviel Aufwand wirklich sein?


Vorstellung

Darf ich vorstellen? Mein Name ist Ulrike Rausch-Rieß, ich bin verheiratet und Mutter einer 2 ½ Jahre alten Tochter. Ich arbeite als PR-Beraterin in einer Agentur und bin bereits schon wenige Wochen nach der Geburt wieder in den Beruf zurückgekehrt - das erste Jahr auf Minijob-Basis, seit dem zweiten Lebensjahr halbtags. Wie der Spagat mit Beruf und Kind funktioniert? Ich habe einen sehr toleranten Arbeitgeber, der es mir ermöglicht, hauptsächlich zuhause zu arbeiten. Und - ich habe vor einem Jahr eine wunderbare, liebevolle Tagesmutti für meine Kleine gefunden, wo ich sie 2-3 Vormittage in der Woche hinbringe. Den Rest meiner Arbeitszeit erledige ich während der Schlafenszeiten meiner Tochter - das ist zwar anstrengend, aber effektiv.UNAKJTP4VKQB


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